Frage von VerzweiflungX,

Krankenhausaufenthalt überflüssig ?!

Liebe User !

Ich hoffe auf ein paar Stimmen und Anregungen von Euch. Ich leide seit Monaten an Depressionen. Ich war vom 28.09 bis 11.11. stationär im Krankenhaus und bin jetzt seit dem 20.12. wieder stationär im selben Krankenhaus. Ich komme mit meinen Depressionen nicht zu Recht. Ich denke ich weiß,wo mein Problem liegt,ich brauche aber Psychologen und Ärzte die sich Zeit nehmen für Gespräche. Beides war(ist) in beiden Aufenthalten kaum der Fall. Viele Therapien wie Bewegung,Ergo und Musik,aber wenig Gespräche. Gut ich werde auf Medikamente eingestellt,das kann ich aber auch draussen,oder?

Mein Anliegen an Euch,ich bin mit den Aufenthalten im stationären Bereich wegen Depressionen unzufrieden. Habe Angst jetzt wieder 6 Wochen im Krankenhaus zu bleiben,für nichts. Ich komme dann raus und mit geht es gleich oder schlechter. Ich glaube das "Reden" die beste Medizin bei Depressionen sind. Zwei Krankenhausaufenthalte in kürzester Zeit bringen mich iwie nicht weiter.

Ich würde es gerne abbrechen und amnulant probieren. Wie sind Eure Erfahrungen mit KH Aufenthalten bei Depressionen?

Lg

Antwort von Angel84,
4 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Du darfst dir über Eines klar sein:

Ganz egal wie die Behandlung sich gestaltet, immer bist du selbst in der Verantwortung und Heilung kann genau in dem Maße stattfinden, wie du sie (unbewusst!) erlaubst und dazu beiträgst.

Solange du die Verantwortung dafür abgibst und glaubst, dass andere dafür verantwortlich sind, wird keine "Methode" wirklich "helfen", auch Reden nicht. Indem du dich mitteilst, dein Leid klagst, erlangst du zwar kurzfristige Erleichterung, aber keine Heilung. Du nimmst damit die Energie raus, die dir helfen könnte, selbst den Dingen auf den Grund zu gehen.

Nütze die Zeit in der Klinik, dich mit dir selbst auseinander zu setzen, in dich zu gehen. Nütze die Gelegenheit, dass du dich um nichts Anderes, als um dich selbst kümmern musst, ohne von alltäglichen Pflichten abgelenkt zu werden. Es ist ein Geschenk! Du musst es aber auch annehmen!

Lies gerne mal in meinen Antworten. Da findest du bestimmt (so du auch gewillt bist :-) viele Impulse für dich:

http://www.gutefrage.net/nutzer/Angel84/antworten/neue/1

Oder besorge dir gute Bücher, die sich mit dem Thema beschäftigen. Aber nicht nur drüber lesen... ;-) sondern wirklich damit auseinander setzen, in Bezug setzen zu dir und durchdenken. Deine Gefühle wirklich fühlen, sie erlauben und auch wenn sie unangenehm sind, nicht wegschieben!

Eine Buchempfehlung:

Depression: Wege aus der dunklen Nacht der Seele von Ruediger Dahlke von Goldmann Verlag

Ich wünsche dir das Allerbeste!

Kommentar von Kleinlok,

Na ja angel 1984, ich finde du machst es dir auch etwas zu leicht, wenn du meinst VerzweiflungX müsste halt selber sein Schicksal selber in die Hand nehmen.

Sicher hast du mit diesem Satz recht:

"Ganz egal wie die Behandlung sich gestaltet, immer bist du selbst in der Verantwortung und Heilung kann genau in dem Maße stattfinden, wie du sie (unbewusst!) erlaubst und dazu beiträgst."

Für diese Aussage aber fehlt m.E. jeglicher Hinweis:

"Solange du die Verantwortung dafür abgibst und glaubst, dass andere dafür verantwortlich sind, wird keine "Methode" wirklich "helfen", auch Reden nicht."

Wo lässt die Frage von VerzweiflungX darauf schließen, dass er oder sie seine/ihre Verantwortung dafür abgeben will?

Er/sie hat nur bemerkt, dass ihm die Behandlung da laut seiner/ihrer Sicht bis jetzt wenig bringt, vielleicht ist es nach einigen Wochen noch zu früh für eine klare Wertung, aber diese Kritik sollten wir und besonders die Klinik ernst nehmen. So ein Tag in so einem Unternehmen kostet bestimmt einige 100 Euro, auch wenn es hier um wichtigeres als Geld geht, aber da kann man sehr wohl erwarten, dass die Profis eine möglichst effiziente Therapieform wählen. Ewig zahlt die Kasse nicht und wenn dann am Ende der Therapie der ganze Stress für den oder die Betroffene(n) weitergeht, ist es das saublöd.

Wenn ich mir das Bein brechen würde, fände ich so Tips wie "Dann gips ihn dir mal schön selber, sonst wird das nie was" sorry einfach nur daneben. Was jetzt in dem fall so krass daherkommt ist m.. nichts anderes auch bei einem psychsichen Leiden, auch da ist der Leidende mitunter erst einmal nicht in der lage sich selbst zu helfen sondern braucht Hilfe zur Selbsthilfe.

Wozu brauchen ersnte Fälle sonst die Psychatrien, wenn der Griff in den Bücherschrank es auch tun könnte?

Viele Grüße, Thomas

Kommentar von Angel84,

Nein. Damit mache ich es mir ganz bestimmt nicht zu leicht... sondern spreche aus eigener Erfahrung.

Gerade die Tatsache, dass er/sie in der Klinik eben nicht alleine ist und auf sich gestellt, ermöglicht es, sich mit sich selbst auseinander zu setzen, weil immer jemand da ist, der möglicher Weise abfedern kann.

Über die Vorgehensweise dieser Klinik kann ich mir kein Urteil erlauben, Ich bin ja nicht vor Ort. Dass es bestimmt noch bessere Möglichkeiten gäbe, steht außer Frage. Aber genau dazu muss ich für mich selbst Verantwortung übernehmen, um diese Möglichkeiten auch zu suchen und zu finden. Denn bisher hat er/sie auf die vertraut und es auch denen überlassen, die ihr zu diesem und jenem geraten haben.

Dass er/sie diese Frage hier stellt, ist ein Zeichen dafür, dass er/sie dies nun in Frage stellt. Das ist wunderbar. Um diesen Weg weiter zu gehen, braucht er/sie Kraft und Klarheit. Dafür diesen Klinikaufenthalt jetzt zu nutzen, um danach eigene Wege zu gehen, halte ich für ideal. Wohlgemerkt: ich.

Jeder darf seinen eigenen Weg gehen und ich, wie auch jeder andere hier, kann nur Impulse setzen, die hilfreich sein können, aber nicht müssen...

Denn auch die Unterscheidungsfähigkeit, ob ich sie für mich nutzen kann, oder eben nicht, unterliegt der eigenen Verantwortung.

Antwort von asmondo,
3 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Der stationäre Aufenthalt wird meist nur für eine Akutbehandlung und Einstellung von Medikamenten benutzt. Die eigentliche Behandlung beginnt im Anschluss mit einer ambulanten oder stationären Therapie. Dort bekommst du dann auch die nötigen Gespräche mit einem Therapeuten oder Psychologen. Erst in der Therapie wird wirklich an den Depressionen gearbeitet durch Aufarbeitung, Strategien usw.

Antwort von Neunzehnter,
1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

Ich kann nur sehr allgemein antworten. Natürlich wären Gespräche optimal. Häufig (nicht immer) ist es aber so, dass Menschen, die an Depressionen leiden, in ihrem normalen sozialen Umfeld keine wirklich guten Ansprechpartner, sprich Freunde, haben. Das ist schade, kommt aber oft vor. Die kann man auch nicht herbeizaubern.

Helfen könnte zunächst ein guter Psychiater, in dessen Praxis du an deinem Wohnort gehen kannst. Der kann dich vorübergehend, auch über einen längeren Zeitraum, mit passenden Medikamenten versorgen. Nach ein oder zwei ausführlichen Erstgesprächen würde er dir vermutlich eine Psychotherapie empfehlen. Da gibt es aber immer das Problem, einen wirklich passenenden Therapeuten zu finden. Das ist sehr schwer.

Das wären also Möglichkeiten, einen Klinikaufenthalt zu umgehen. Wenn ein Klinikaufenthalt nicht zu umgehen ist, wäre es vermutlich das beste, sich VORAB eine PASSENDE Klinik zu suchen, die Erfahrung mit den eigenen Problemen hat und auch wirklich ausreichend und regelmäßig Gespräche anbietet. Dann könntest du deinen Arzt bitten, dich in genau diese Klinik zu überweisen. Welche Klinik das sein könnte, kann ich dir aber beim besten Willen nicht sagen. Da habe ich keine Erfahrung.

Meine Empfehlung aus der Ferne: Zeit gewinnen und so gut wie möglich informieren und so viel wie möglich selbst in die Hand nehmen. Eine Frage bei GF ist immerhin schon mal ein erster Schritt in diese Richtung.

Antwort von icecruiser,
1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

Mit KH-Aufenthalt nicht, aber mit Depressionen. Weißt DU die genaue Ursache? Bist DU durchgecheckt worden auf Östrogenmangel, auf Vitamin-D-Mangel, auf Vit.-C-Mangel?

Versuch mal Hefestücke (die normale Backhefe, 1/8 Würfel pro Tag), Lebertran und Vitamin-C-Pulver, dazu 1 Std. Marschiren , dann könntest Du Besserung erfahren. Mir sagte ein Psychiatrie-Azrt, Lebertran würde vermutlich helfen (meine eigene Erfahrung), aber er darf es nicht anwenden bei seinen Patienten, weil es keine Studien dazu gibt.

Kommentar von pezzi,

auch an Selen, und B-Komplex denken!

Kommentar von icecruiser,
Antwort von hoessmagni,

Ich würde dir sogar eher ein langfristigen Klinik Aufenthalt empfehlen. Wenn es schwere Depressionen sind 6 Monate vorweg, das hilft.

Meine Freundin war 1 Jahr in der Psychiatrie und wurde als nicht geheilt entlassen.. du siehst, manchmal dauert es sehr lange.

Antwort von o0Alea0o,

So ganz genau weiß ich nicht einmal, warum ich stationär aufgenommen werden musste. Das meiste war bei mir "nur" Konzentrationsstörungen durch Depressionen und Stress...

Wie dem auch sei. Ich war 6 mal (!) in der selben Kinder-und-Jugendpsychiatrie stationär aufgenommen worden. Davon waren 4 Aufenthalte mindestens 2-9 Wochen lang.

So richtig viel hat es nicht gebracht und musste schließlich wegen "Hospitalisierungs-Psychosen" beim 4ten Aufenthalt entlassen werden.

Man muss aber jetzt dann zwischen Qualitäten der Kliniken unterscheiden. Evtl. ist eine andere Klinik besser, evtl. eine andere ambulante Therapie. Selten sind manche Therapien sogar schädlich für jemanden.

Bei mir waren durchschnittlich (gefühlt): - Gespräche (ca. 1h) : alle 2-3 Wochen - Ergo-Therapie: jede Woche 1 - Sport-Therapie: jede Woche 1 - Arbeits-Therapie: jede Woche 1 - Gruppen-Threapie alle 1-2 Wochen - Einige Gruppenfreizeitprogramme am Nachmittag

Bei mir war im Grunde genommen das einzigste was half Ergo und Gespräche Ergo und den Rest habe ich trotz Ablehnung zwar mitgemacht - verschlimmerten die Probleme jedoch. Irgendwie war ich nur auf mein Zimmer gehalten worden - nach vorne zu den anderen Patienten zu gehen war nie mein Ding...

Ambulant jedoch bekomme ich momentan (Therapien und Ambulanzen nicht mitgerechnet): mindestens 1 Gespräch pro Woche mindestens 1h.

Wie ist/war das so in deiner Klinik? Evtl. sind Gespräche bei dir wichtiger statt Beobachtung durch das Medikament. Aber um welches Medikament geht es eigentlich? Evtl. kann dies gefährlich enden. Gerade bei Antidepressiva + Suizidgedanken bekommen Ärzte gerne mal Paranoia ^^. (Während Ärzte ohne, diese ambulanten Dinge irgendwann bereuen.)

Zufälligerweise war der Grund für meinen 6ten Aufenthalt über 2 Wochen die Einstellung eines Antidepressivum, welches jedoch in Deutschland nicht zugelassen ist.

Zwar war es am Ende eines der wenigen von 17 verschiedenen, das tasächlich half und "gar keine" Nebenwirkungen zeigte sowie weniger besitzt als alle anderen Antidepressiva. Aber "nicht zugelassen" ist eben "nicht zugelassen" und kein Arzt wusste daher etwas über dieses Medikament... Da wäre wohl stationär z.B. mehr als angebracht...

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