Frage von MrPatrickPaul, 216

Krankenhaus, Hospiz - wie sollte man weiter vorgehen?

Guten Tag,

Ich würde gerne euch um Rat bitten. Und zwar liegt meine Tante seit einer Woche im Krankenhaus. Sie war im vorigen Jahr schon 3 Monate drin, weil sie so schlecht Luft bekommen hat. Am Ende hat sich heraus gestellt, dass sie mit einem Sauerstoffgerät schlafen und auch tagsüber an dem Gerät angeschlossen werden musste. Es lag daran das ihre Lunge kein eigenen Sauerstoff aufnehmen konnte. Ausserdem wurde ihr gesagt das sie drei Verkalkungen in der Leber hat. Weiter wurde die Behandlung so fortgeführt, dass sie alle drei Monate ins Krankenhaus zur Untersuchung musste. Und nun haben sie festgestellt, dass sie keine Verkalkungen hat, sondern es sich um drei Tumore handeln würde. Dadurch das sie immer noch künstlich Sauerstoff aufnehmen muss und sie auch sehr sehr viel abgenommen hat, können sie ihr auch keine Probe der Leber entnehme, um dies weiter behandeln zu können.

Meine Mutter war nun heute da und man hat ihr gesagt, dass sie mit einer Tabletten Therapie behandelt wird. Wenn dies aber nicht helfen würde müsste sie ins Hospiz. Wie jeder weiß ist das Hospiz ja die letzte Station bevor man stirbt. Ich bin der Meinung, dass sie sich dort viel zu wenig Mühe geben und nicht alles machen um ihr zu helfen. Man könnte sie doch künstlich ernähren, wenn sie selber so nichts essen kann und sie danach wenn sie wieder mehr auf die Rippen hat behandeln. Sie haben gesagt das ihr Körper zu schwach ist und sie deswegen so einen Eingriff nicht überleben würde.

Was würdet ihr vorschlagen ? Soll man sich vielleicht ein anderes Krankenhaus suchen ? Entschuldigung, wenn ich ein paar Fehler gemacht habe.. Bin etwas aufgewühlt.

Danke, Patrick

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Negreira, 98

Ich bin selbst sehr krank, und da ich in den vergangenen Jahren mindestens 24 mal im Krankenhaus gelegen habe (kein Witz), habe ich jetzt eine Verfügung für den Fall getroffen, wenn ich selbst nicht mehr entscheiden kann und auch, so makaber es klingt, für meinen Todesfall alles in die Wege geleitet.

Ich finde es wichtig, daß Angehörige wissen, was der Patient möchte, was bei Deiner Tante offensichtlich nicht der Fall ist. Als meine Freundin vor 12 Jahren starb, hatte ich auch so eine Vorsorge-Verfügung. Auch sie hatte Lungenkrebs, 2 schnell wachsende Tumore, sie wurde einmal noch am Darm operiert, obwohl ich nicht damit einverstanden war, eine zweite OP stand bevor, da wurde sie nur durch künstliche Beatmung, wie Deine Tante jetzt, am Leben erhalten. Das hätte sie nicht gewollt, sie hat mich immer gebeten, sie nicht so liegen zu lassen. Auf diesen Wunsch hin habe ich die Beatmung abstellen lassen.

Glaub mir, mich beschäftigt das immer noch sehr, aber es war ihr Wunsch und die einzige Möglichkeit, ihr zu helfen. Stell Dir vor, Du würdest da liegen und es gäbe keinerlei Hoffnung mehr. Ich weiß, daß das eine schwer einzusehende Situation ist, aber würdest Du Dich quälen wollen? Tag für Tag, 24 Stunden am Tag? Niemand weiß, was der Patient noch wirklich mitbekommt. Ist es ein Leben, mehrmals täglich gedreht und gewendet zu werden, vielleicht im Unterbewußtsein Schmerzen zu haben, sich nicht artikulieren zu können? Nur zu vegetieren? So möchte ich nicht enden. Daß nicht jeder so denkt und denken kann, ist mir klar, aber je älter man wird, desto mehr Leute sieht man sterben, Leute, die man gut gekannt oder geliebt hat.

Seitdem ich selbst so krank bin und schon mehrfach im Koma gelegen habe, ist für mich der Schrecken, den so ein nicht selbstbestimmtes Leben mit sich bringt größer, als die Angst, nicht mehr aufzuwachen. wenn die Tabletten bei Deiner Tante ansprechen, was ich ihr wirklich wünsche, dann wäre das ein großer Schritt. Aber es ist längst nicht gesagt, daß sie dann auch die OP übersteht.

Versucht doch, so viel Zeit wie möglich bei ihr zu verbringen und langsam Abschied zu nehmen. Kein Mensch hat es verdient, unwürdig zu sterben.

Antwort
von beangato, 116

Denkst Du, nicht, dass der Tod eine Erlösung für Deine Tante wäre? Im  Moment quält sie doch nur noch.

Die Ärzte tun bestimmt ihr Möglichstes - aber Wunder können sie auch nicht vollbringen.

Wenn Du kannst, besuche Deine Tante, solange sie noch lebt.

Kommentar von MrPatrickPaul ,

Danke, für deine Antwort. Es ist echt schwer... aber du hast schon recht...

Antwort
von Hexe121967, 99

wenn schon von hospiz die rede ist, schein es ja schon zu spät zu sein. deine tante scheint austherapiert zu sein.leider kann man nicht allen menschen helfen. ein hospiz ist auch nicht zum therapieren da, sondern begleitet den kranken auf seinem letzten weg und erleichtert ihm die letzten tage/wochen (mit schmerzmittel etc.)

letztendlich entscheidet deine tante ob sie kämpfen will oder nicht..

Kommentar von MrPatrickPaul ,

Danke, für deine Antwort.

Antwort
von Akka2323, 86

Die werden sich schon alle Mühe geben, aber das Leben ist leider endlich und am Lebensende ist ein Hospiz etwas sehr gutes.

Kommentar von MrPatrickPaul ,

Danke, für deine Antwort.

Antwort
von larry2010, 84

zum einen könnt ihr mit den unterlagen zu einem anderen arzt gehen und eine weitere meinung einholen.

zum anderen weiss ich von meiner oma, das sie mit einer kurzen op einen zugang bekam, über den sie künstlich ernährt werden wurde. der eingriss musste aber vom amtsgericht genehmigt werdne, da meine oma sich nciht äussern konnte und wir angehörige nicht schriftliches hatten, so das wir entscheiden konnten.

von daher ist die frage, ob eure tante diesen angriff überstehen würde und auch der körper die nahrung annimmt. zudem ist die frage, wie stark der körper durch die schlechte sauerstoffversorgung geschädigt ist.

so schwer es auch fällt, man sollte sich damit anfreunden, das die tage eurer tante gezählt sind und sich damit beschäftigen, das sie noch eine schöne zeit hat udn man voneinander abschied nehmen kann

Kommentar von MrPatrickPaul ,

Danke, für deine ausführliche Antwort. 

Antwort
von DerSchokokeks64, 80

Tut mir Leid. Die normale künstliche Nahrung enthält nur "das nötigste", um den Patienten am Leben zu erhalten. Ich finde die Tabletten-Therapie also erstmal ganz gut. Wenn die nicht anschlägt sollte man auch überlegen wie hoch das Risiko ist. Wenn das Risiko zu hoch ist wird deine Tante eben nicht operiert.

Kommentar von MrPatrickPaul ,

Danke, für deine Antwort.

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