Frage von HerbertWandel, 70

Krankengeld bei überschneidung zweier Krankheiten?

Hallo, ich bin bis zum 30.09. wegen Krankheit-A krankgeschrieben gewesen und bezog Krankengeld. Durch Aktenlage hat mich der MDK zum 22.09. für wieder arbeitsfähig erklärt, die Krankengeldzahlung endete zum 22.09. - Nach etwa 12Wöchiger Krankengeldzahlung. Jedoch bin ich überschneidend ab dem 21.09. an Krankheit-B erkrankt (ärtzlich attestiert). Die Krankenkasse verweigert jedoch die Zahlung seit dem 22.09. Habe ich weiteren Anspruch auf Krankengeld, da ich ja überschneidend an einer anderen Krankheit erkrankt bin?

Antwort
von Familiengerd, 35

Habe ich weiteren Anspruch auf Krankengeld, da ich ja überschneidend an einer anderen Krankheit erkrankt bin?

Ja!

Wenn die zweite Erkrankung - auch wenn es sich um eine neue handelt, die nicht mit der ersten in einem unmittelbaren oder mittelbaren Zusammenhang steht - in direktem Anschluss an die erste Erkrankung oder (wie ein Deinem Fall) noch während der ersten Erkrankung auftritt, dann werden beide Erkrankungen als zusammenhängender Erkrankungszeitraum betrachtet.

Du musst also praktisch so behandelt werden, als würde die erste Erkrankung weiterhin andauern, womit also auch weiterhin Anspruch auf Krankengeld besteht

Womit begründet die Krankenkasse ihre Ablehnung (über die man sich grundsätzlich nicht wundern sollte - wie Krankenkassen nun einmal so sind!) denn?

Kommentar von HerbertWandel ,

Die KK begründet es garnicht, sie hat die neue Krankheit (die Grundverschieden zu ersten ist) nur einfach nicht akzeptiert, und zahlt wie gesagt auch seit dem 22.09. einfach nicht mehr, obwohl die neuen Krankenmeldungen dort eingereicht wurden.

Wie komme ich an mein Krankengeld?

Kommentar von Familiengerd ,

Hast Du mit denen gesprochen, ihnen mal "die Hölle heiß gemacht" oder wenigstens nach einer Begründung gefragt?

Wenn sich überhaupt nichts tut, sie sich weiterhin querstellt, solltest Du mit einer Klage drohen - und musst im schlimmsten Fall tatsächlich vor dem Sozialgericht klagen.

Kommentar von HerbertWandel ,

Ich habe mittlerweile mit Klage gedroht, aber das lässt die kalt. Es ist ja scheinbar eindeutig, das mir Krankengeld zusteht, aber es wird einfach nicht gezahlt. Was ist das für ein unseriöses Verhalten von einer solventen Krankenkasse?

Antwort
von HalloRossi, 8

Bei einer hinzugekommen Krankheit verlängert sich der Anspruch nicht. Du hast echt einen dummen Fehler gemacht. Hättest du nur einen Tag gearbeitet, hättest du Anspruch. Bei einer Überschneidung leider nicht.

Antwort
von eulig, 32

wurde die neue Erkrankung beim MDK berücksichtigt?

ist die neue Erkrankung grundverschieden von der ersten Erkrankung?

mit welcher Begründung lehnt die Krankenkasse die Fortzahlung ab? beruft sie sich nur auf den MDK? womit wir wieder bei Frage 1 wären.

Kommentar von HerbertWandel ,

Der MDK hat mich nur wegen der ersten Krankheit wieder gesundgeschrieben, die zweite Krankheit wurde dort bis jetzt nicht berücksichtigt. Die beiden Erkrankungen sind grundverschieden.

Eine Begründung der Krankenkasse, warum für die weitere Krankheit nicht gezahlt wird, habe ich nicht erhalten.

Kommentar von eulig ,

dann solltest du Widerspruch gegen die Einstellung der Krankengeldzahlung einlegen und um eine neue Begutachtung durch den MDK unter Berücksichtigung der neuen Erkrankung bitten. hole dir deinen Arzt mit ins Boot. er soll dazu selbst auch eine Stellungnahme schreiben.

Kommentar von Familiengerd ,

ist die neue Erkrankung grundverschieden von der ersten Erkrankung?

Das spielt für den konkreten Fall keine Rolle.

Antwort
von Seanna, 43

Kommt auf die Krankheiten an.

Wenn sie ursächlich zusammenhängen, ist das so korrekt. Zb. Depression und Angststörung oder Sozialphobie oder Persönlichkeitsstörung.

Wenn nicht, muss gezahlt werden. Zb. Erst Rückenleiden und dann Depression. Oder erst Depression, dann Bein gebrochen. Etc.

Kommentar von HerbertWandel ,

Hallo, danke für die Antwort, aber kann ich das irgendwo in einem Gesetz nachlesen? Ich muss der Krankenkasse das beweisen, die stellt sich stur.

Kommentar von Seanna ,

Ist in Paragraph 48, SGB V geregelt. Die Kasse kennt die Gesetze aber, der muss man nix "nachweisen".

Kommentar von HerbertWandel ,

Ja, das sollte sie wissen, aber die stellen sich halt quer. Im §48 ist nur geschildert wie es sich mit dem 78Wochen Zeitraum verhält, nicht explizit zur überschneideung zweier Krankheiten in eben diesem einen 78Wochen Zeitraum.

Kommentar von Seanna ,

So ist das mit den Gesetzen, nicht jeder Fall ist aufgeführt und viel ist Auslegung. Es steht dort dass für eine Krankheit x Wochen gezahlt wird. Das gilt für jede (weitere) die durch die Folgenden Absätze nicht ausgeschlossen wird. 

Kommentar von Familiengerd ,

Es spielt im Fragefall keine Rolle, ob die zweite Erkrankung eigenständig und unabhängig von der ersten eingetreten ist oder mit ihr in einem ursächlichen Zusammenhang steht.

Da die zweite Erkrankung während der ersten eingetreten ist, werden beide Erkrankungen in einem zusammenhängenden Erkrankungszeitraum gesehen - praktisch also so, als würde jetzt die erste Erkrankung weiterhin andauern: Krankengeld muss weiterhin gezahlt werden.

Außerdem widersprechen sich Deine beiden Beispiele.

Antwort
von Franziska199013, 34

Es ist ja eine Neue Krankheit, ich denke mal die erneuten 6. Wochen bekommst du vonseiten Arbeitgeber den Lohn und dann sollte es im Regelfall die Krankenkasse wieder übernehmen.

Kommentar von Familiengerd ,

Das ist in diesem Fall falsch, weil die zweite Erkrankung während der ersten eingetreten ist und beide Erkrankungen dann als ein zusammenhängender Erkrankungszeitraum betrachtet werden.

Antwort
von TimmyEF, 38

Wenn die Krankheit B nichts mit Krankheit A zu tun hat ist der Arbeitgeber wieder in der Zahlungspflicht (6 Wochen).

Kommentar von Familiengerd ,

Das ist in diesem Fall falsch, weil die zweite Erkrankung während der ersten eingetreten ist und beide Erkrankungen dann als ein zusammenhängender Erkrankungszeitraum betrachtet werden.

Kommentar von TimmyEF ,

OK

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