Frage von RexInfernus, 101

Kranke Flüchtlingen?

Ist ja noch nicht so lange her als mit Ebola panik gemacht wurde. Und dass in Afrika übertrieben viele Krankheiten unterwegs sind ist auch kein Geheimnis.

Wie werden diese Leute gecheckt bevor die hier rein kommen ? Gibt es überhaupt Gesundheitschecks bevor die rein kommen ?

Und ist es möglich dass sich in Deutschland(Europa) sowas wie Malaria, Ebola usw. ausbreitet wie in den ihren Ländern ? Also sind diese Krankheiten hier überhaupt überlebensfähig ?

Expertenantwort
von aida99, Community-Experte für Gesundheit, 56

Viele dieser Tropenkrankheiten werden durch Mücken (Malaria, Dengue-Fieber) oder Mäusekot (Hantafieber) übertragen. Diese Mücken gibt es hier meist nicht, also passiert nicht mal dann etwas, wenn hier jemand an Malaria erkrankt - er sollte ins Krankenhaus um richtig behandelt zu werden, das war's aber schon.

(Hantaviren gibt es auch in Deutschland z.B. bei Rötelmäusen, aber das ist ein anderes Thema und hat nichts mit Flüchtlingen zu tun.)

Ebola ist so tödlich, dass die meisten Erkrankten sehr schnell schwer erkranken und dadurch entdeckt werden können. Also wer in der Epidemie-Zeit aus Westafrika kam, musste in den USA z.B. zuhause in Quarantäne. Zurzeit gibt es aber keine solche Epidemie.

Die Flüchtlinge, die es zu uns schaffen, sind sogar erstaunlich gesund:

http://www.zeit.de/politik/deutschland/2015-12/gesundheit-aerztepraesident-fluec...

Du musst Dir also keine Sorgen wegen Infektionen machen.

Kommentar von RexInfernus ,

Ich mache mir keine Sorgen. Können unsere Mücken hier keine Überträger werden ?

Kommentar von aida99 ,

Es sind bislang nur in Süddeutschland sehr wenige Exemplare der Asiatischen Tigermücke hier gefangen worden, das ist ein Verwandter von Aedes aegypti, die viele Tropenkrankheiten überträgt, auch Zika:

https://de.wikipedia.org/wiki/Asiatische\_Tigerm%C3%BCcke

Das sind aber bislang so wenige, dass man nicht zwingend davon ausgehen muss, dass ausgerechnet diese paar erst einen infizierten Menschen stechen (der eine in Deutschland sonst nicht vorkommende Krankheit hat) und anschließend einen gesunden.

Aber falls sich diese exotischen Mückenarten in Deutschland stark verbreiten sollten, ist natürlich nicht ausgeschlossen, dass in einer Region diese Mückenpopulation sich einen Erreger einfängt. Es ist aber dann statistisch am wahrscheinlichsten, dass z.B. ein Asien-Tourist den Malaria-Erreger eingeschleppt hat.

Expertenantwort
von Pangaea, Community-Experte für Gesundheit, 43

Du solltest dir um deine eigene Gesundheit nicht zuviele Sorgen machen, denn du bist ja hoffentlich gegen alles Wichtige geimpft. Schau in dein Impfbuch, hier ist der Plan: https://www.rki.de/DE/Content/Kommissionen/STIKO/Empfehlungen/Aktuelles/Impfkale...

Aber die Flüchtlinge kommen aus Gebieten, wo sie in den letzten Jahren wirklich andere Sorgen hatten, als ihre Kinder regulär impfen zu lassen. Selbst wenn in einer syrischen Familie die Eltern geimpft sind (weil noch Frieden herrschte, als sie selbst Kinder waren), kann man nicht davon ausgehen, dass die Kinder gut geschützt sind. Das wird jetzt hier nachgeholt.

Ebola ist im Moment in Afrika nicht mehr aktuell, Malaria und Gelbfieber werden nur durch Mücken übertragen die hier nicht leben können.

Kommentar von RexInfernus ,

Ich bin gegen gar nichts geimpft. Mein Impfbuch endet nach den kinder impfungen.

Kommentar von Pangaea ,

Na, dann schnapp es dir, geh zum Hausarzt und lass auffrischen!

Kommentar von RexInfernus ,

Ich nehm mal an man wird immer noch mit Spritzen geimpft, bis sich das nicht ändert verzichte ich.

Kommentar von Pangaea ,

Das merkst du kaum, es sind kleine, dünne, sehr scharfe Nadeln. Und der Oberarm ist keine besonders empfindliche Stelle.

Und noch was Gutes: Es gibt Mehrfach-Impfstoffe. Ein Pieks, vierfacher Schutz gegen Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten und Kinderlähmung.

Antwort
von Othetaler, 36

Ebola kann natürlich auch hier zu einer ernsten Bedrohung werden. Es hat auch schon einen Ausbruch eines nahen Verwandten von Ebola (Google mal nach dem Marburg-Virus) gegeben.

Allerdings bricht Ebola nicht Wochen oder Monate nach der Ansteckung aus, sondern recht schnell.

Antwort
von CoolerNutzer275, 44

Erstmal: Da wo Ebola zurzeit sein Unwesen treibt, konnte es nun extrem eingedämmt werden und von da kam noch bislang kein einziger Flüchtling. 

Zweitens: Von denen wird ein Blutbild usw. gemacht, mach dir da mal keine Sorgen.

Antwort
von ManuViernheim, 7

Die registrierten Flüchtlinge werden flüchtig gesundheitlich gecheckt.

Die unregistrierten Flüchtlinge werden demzufolge nicht gecheckt.

Aber ob die flüchtige schnelle Untersuchung was bringt?

Antwort
von 1988Ritter, 36

Solange die Flüchtlinge jetzt wieder über Italien kommen wird es keine Probleme geben, da diese in einem Auffanglager auch medizinisch untersucht werden.

Problematisch waren lediglich die Flüchtlinge die unkontrolliert über den Landweg gekommen sind. Da die Balkanstaaten jetzt aber dicht gemacht haben, dürfte es relativ wenig Gefährdungen geben.

Antwort
von MonkeyKing, 37

Es gibt keine Gesundheitschecks. Wer den Todesmarsch nach Europa überlebt hat, dürfte aber einigermaßen gesund und kräftig sein.

Kommentar von kayo1548 ,

"
Es gibt keine Gesundheitschecks
"




doch, sicher werden in den Erstaufnahmelagern selbige durchgeführt; was beispielsweise in D untersucht wird ist sogar öffentlich einsehbar.

"
dürfte aber einigermaßen gesund"

nicht bei jeder Krankheit ist es sofort ersichtlich.

So wird z.b. auf Hepetatis und HIV untersucht und vor allen Dingen auch ein TBC Screening gemacht (entweder durch Thorax Röntgen oder einer Hautuntersuchung)

Natürlich dient das nicht nur der einheimischen Bevölkerung bei möglicherweise infektiösen Erkrankungen sondern auch der untersuchten Person selber (z.b. Varizellen bei Schwangeren)

Kommentar von MonkeyKing ,

Scheint wohl gesetzlich vorgeschrieben, wie konsequent sie aber aufgrund von Überforderung durchgeführt werden ist die andere Frage.

Kommentar von kayo1548 ,

ja, leider gab es da bei großen Anhäufen schon ein bisschen Durcheinander wo manche durch das Raster gefallen sind und wieder bei anderen erforderliche Maßnahmen zu spät eingeleitet wurden.

Generell muss man natürlich sagen, dass es da sicher Verbesserungsbedarf gibt aber gleichzeitig auch keinen Grund für Panik.

Die lange Reiseroute in Kombination mit der medizinischen Erstversorgung entschärften da diese Sitation doch enorm und das Risiko dürfte wohl dadurch kaum größer sein als bei "normalen" Reisenden.

Kommentar von CoolerNutzer275 ,

Krankheiten wie Lupus bringen ihre Symptome extrem langsam zum Vorschein. 

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