Frage von gagi1, 163

Krank und deshalb Arbeitslos, habe ich ein Anspruch auf finanzielle Unterstützung vom Staat.?

Hallo zusammen, im Herbst habe ich eine Ausbildung begonnen, da ich leider krank wurde, wurde ich schon im ersten Monat gekündigt. Davor habe ich mein Fachabitur nachgeholt. Ich bin jetzt seit drei Monaten krank und die Ärzte wissen nicht weiter und können mir nicht helfen, deshalb kann ich nicht anderweitig arbeiten gehen. Zu meiner Person: ich bin 24 Jahre alt und wohne noch bei meinen Eltern, ich musste im September in ein Freiwillig Gesetzlich Versichertes Krankenversicherungsverhältnis übergehen und das auch jeden Monat aus meiner eigenen Tasche zahlen. Langsam geht mir daher das Geld aus und Besserung meiner Krankheit ist auch nicht in Sicht. Meine Eltern sind beide Erwerbstätig und verdienen auch ganz gut, sie wollen mich aber nicht weiter unterstützen. Ich kann bald meine Krankenversicherung nicht mehr zahlen und dann auch nicht mehr zum Arzt gehen. Meine Frage deshalb: habe ich Anspruch auf irgendeine Art von finanzieller Unterstützung durch den Staat? Es würde mich sehr freuen wenn mir jemand Helfen könnte :)

Antwort
von andie61, 103

Das einzige was mir da einfällt wäre Sozialhilfe,einen Anspruch auf Erwerbsunfähigkeitsrente hast Du noch nicht erworben,und Hartz4 kommt dann auch nicht in frage wenn Du dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung stehst.Allerdings kann es sein,je nach Einkommen,das Deine Eltern weiter für Dich unterhaltspflichtig sind.

Antwort
von beangato, 100

Da Du unter 25 bist, bekommst Du noch nichts vom Staat. Erst dann kannst Du Sozialhilfe beantragen. Sozialhilfe deshalb, eil Du ja wohl keine 3 Stunden täglich arbeiten kannst.

http://www.bmas.de/DE/Themen/Soziale-Sicherung/Sozialhilfe/sozialhilferecht-2005...

Warum wollen Deine Eltern Dich nicht unterstützen? Du kannst doch nichts dafür, dass Du krank bist.

Kommentar von gagi1 ,

Sie nehmen meine Krankheit nicht Ernst und meinen das ich arbeiten könnte wenn ich nur wollte. Aber es geht wirklich nicht. 

Kommentar von beangato ,

Traurig sowas.

Expertenantwort
von isomatte, Community-Experte für Arbeitslosengeld, 49

Solange du noch bei deinen Eltern wohnst wirst du nichts bekommen,denn ihr bildet bis zu deinem 25 Lebensjahr eine BG - ( Bedarfsgemeinschaft ) und in dieser sind dir deine Eltern vorrangig zum Unterhalt verpflichtet,müssen also auch deine Beiträge zur KV - zahlen !

Nur wenn sie dadurch dann nach dem SGB - ll bedürftig werden würden,wenn ihr unter den Bedarf kommen würdet der euch vom Jobcenter zustehen würde,käme eine gemeinsame Aufstockung in Betracht.

Erst ab deinem 25 Lebensjahr bildest du deine eigene BG - im Haushalt deiner Eltern und könntest unabhängig von deren Einkommen und Vermögen Leistungen beziehen,dann würden auch deine Beiträge zur KV - gezahlt.

Du kannst also nur erst mal einen Antrag auf ALG - 2 beim Jobcenter stellen,dann wird anhand des Einkommens und Vermögens deiner Eltern geprüft in wie weit eine Unterstützung gezahlt werden könnte.

Wenn du zur Zeit aber nicht arbeitsfähig bist,dann könnte es passieren das dich das Jobcenter von einem medizinischen Dienst untersuchen lässt um deine Arbeitsfähigkeit feststellen zu lassen,dann könnte es sein das du ans Sozialamt verwiesen wirst,wenn du voll Erwerbsgemindert sein würdest.

Dann müssten deine Eltern erst für deinen Unterhalt aufkommen,wenn sie mehr als 100 000 € Brutto Jahreseinkommen haben würden.

Kommentar von gagi1 ,

Das heißt wenn sie weniger als 100.000 Euro Brutto im Jahr verdienen, müssen sie ja nicht für meinen Unterhalt aufkommen. Aber heißt das dann, dass ich vom Sozialamt evtl. Unterstützung bekommen würde oder heißt das, dass ich gar kein Recht auf irgendwelche Unterstützung hätte?

Kommentar von isomatte ,

Das gilt erst wenn du keinen Anspruch mehr auf ALG - 2 vom Jobcenter hättest,weil du dem Arbeitsmarkt auf Dauer nicht mehr zur Verfügung stehst !

Dann würde dir unabhängig von deinen Eltern vom Sozialamt eine Grundsicherung nach dem SGB - Xll - gezahlt,solange sie die 100 000 € Brutto Jahreseinkommensgrenze nicht übersteigen würden.

Oder du lässt dich einfach vor die Tür setzen und beantragst nicht nur das ALG - 2 sondern auch die Kostenübernahme für eigenen angemessenen Wohnraum,weil dich deine Eltern nicht mehr bei sich wohnen lassen.

Wenn du dich beim Jobcenter dann nur Arbeit suchend und nicht Ausbildung suchend meldest,dann sollten deine Eltern normalerweise dann auch nicht zum Unterhalt verpflichtet sein,selbst wenn sie leistungsfähig wären.

Das würde dann erst wieder der Fall sein ( solange du unter 25 bist,im SGB - ll ) ,wenn du im ALG - 2 Antrag angeben würdest das du auf der Suche nach einer Ausbildung bist.

Du musst also erst mal raus bei deinen Eltern bzw. sie müssten dann nach dem Abzug von Freibeträgen auf Erwerbseinkommen nach § 11 b SGB - ll und der Zahlung deines KK - Beitrages euren Bedarf nach dem SGB - ll nicht mehr decken können.

Der beträgt ab 01.01.2016 dann für deine Eltern 2 x 364 € Regelsatz + 1 x 324 € Regelsatz für dich,dann dazu deinen KK - Beitrag und die KDU - Kosten der Unterkunft und Heizung ( Warmmiete ),dass würde dann also min.euer zustehender Bedarf nach dem SGB - ll sein.

Wenn deine Eltern dann jeweils min.1200 € Bruttoeinkommen haben,dann können sie jeweils min.diese Freibeträge nach § 11 b SGB - ll vom Nettoeinkommen abziehen,dass sind dann 300 €.

Es würden dann also bei angenommen 900 € Netto nur 600 € als anrechenbares Einkommen auf euren Bedarf angerechnet.

Kannst dir also schnell selber ausrechnen ob ihr dann die Anspruchsvoraussetzungen erfüllen würdet,wenn du so in etwas das Einkommen deiner Eltern kennst.

Aber selbst wenn das erfüllt sein würde,könnte es dann wieder am vorhandenen Vermögen scheitern,denn da darf man auch nur min.3100 € + einmalig 750 € für notwendige Anschaffungen besitzen.

In der Regel gilt,pro vollendetem Lebensjahr 150 € + diese einmaligen 750 €,es zählen dann aber auch Lebensversicherungen und sonstige Anlagen,dann müsste die Verwertbarkeit geprüft werden.

Kommentar von isomatte ,

Habe eben gelesen das du schon eine abgeschlossene Berufsausbildung hast,dann mach es so und lass dich vor die Tür setzen und versuch erst mal eine Zeit lang bei einen Freund unter zu kommen !

Denn dann müssen dir deine Eltern keinen Unterhalt mehr leisten,selbst wenn du Ausbildung suchend gemeldet wärst,weil sie dir nur in der Erstausbildung zum Unterhalt verpflichtet sind,soweit sie leistungsfähig wären.

Zum Unterhalt würden sie dir erst wieder verpflichtet sein,wenn du wie gesagt deinen Lebensunterhalt nicht mehr durch eigene Kraft sicherstellen könntest,also Leistungen vom Sozialamt nach dem SGB - Xll - bekommen müsstest,dann aber auch nur wenn sie mehr als 100 000 € Brutto Jahreseinkommen haben würden.

Antwort
von DerHans, 32

Wenn du krank warst, hättest du dich arbeitsunfähig schreiben lassen müssen. Wenn das kein Arzt getan hat, bestand deine Krankheit wohl eher in Unwillen zu arbeiten.

Bis du deine erste Ausbildung absolviert hast, sind deine Eltern für deinen Lebensunterhalt verpflichtet. Wenn sie sich nicht mehr bereit erklären, dich weiter durchzufüttern, wird das seinen Grund haben.

Kommentar von gagi1 ,

Ich finde es schade das Sie mich gar nicht kennen, aber trotzdem so über mich urteilen. Es ist übrigens nicht meine erste Ausbildung, ich habe bereits eine absolviert, und meine Eltern haben mich nie durchgefüttert ( außer als ich Kleinkind war), ich habe auch während meiner Schulzeit gearbeitet und ihnen Geld gegeben und mich selbst versorgt. Mit meiner Krankheit war es so, das die Ärzte erst eine normale Magen-Darm-Grippe diagnostiziert haben und mich natürlich auch krank geschrieben haben, allerdings wollte ich erstmal nur für eine Woche krank geschrieben werden, da ich ja so schnell wie möglich wieder in den Betrieb wollte, da ich ja gerade erst angefangen hatte. Nach der Woche war es immer noch nicht besser aber ich habe mich trotzdem die nächsten Tage zur Ausbildung geschleppt, irgendwann wurde es dann aber so schlimm das ich teilweise gar nicht mehr schlafen konnte und mich nur noch übergeben musste. Dann bin ich wieder zum Arzt, dieser hat mich sofort erneut krank geschrieben und ich war dann auch eine Zeit lang im Krankenhaus. Nachdem ich 3 Wochen am Stück nicht kommen konnte wurde ich dann gekündigt. Seitdem ist es mit meiner Krankheit kaum besser geworden und ich bin froh wenn ich etwas Essen bei mir behalten kann und nachts schlafe. Übrigens hätte ich im Januar auch eine neue Stelle die ich wirklich gerne beginnen würde, allerdings gehe ich mittlerweile davon aus das ich bis dahin leider immer  noch nicht fit bin. Aber glauben Sie im Ernst, das es mir Spaß macht mich den ganzen Tag herumzuquälen und nicht mehr am normalen Leben teilnehmen zu können und bald nicht mal mehr zum Arzt gegen zu können und wenn ich Pech habe auch noch auf der Straße zu stehen ? 

Kommentar von DerHans ,

Dann hast du doch Anspruch auf Krankengeld. Dafür muss die Arbeitsunfähigkeit aber lückenlos attestiert werden.

Antwort
von diroda, 46

Du solltes beim Jobcenter Alg2/Hartz4 beantragen, dafür muß du nur arbeitswillig sein. Schon damit deine Krankenversicherung bezahlt wird. Auch wenn du krank bist, deshalb zur Zeit nicht arbeiten kannst, hast du Anspruch darauf. Eventuell wirst du aufgefordert EU-Rente zu beantragen wenn die Krankheit länger dauert.

Antwort
von Emslaender15758, 91

Was du hier nicht gesagt hast, was ist das denn für eine Krankheit, wenn du seit drei monaten krank bist und von deinen Ärzten AU geschrieben bist, steht dir Krankengeld zu, somit wärst du dann auch weiter vesichert

Kommentar von gagi1 ,

Das Problem ist, die Ärzte wissen nicht was mir fehlt, ich habe schwere Magen- und Darmprobleme und hab deshalb auch mehr als 20 Kilo in letzter Zeit abgenommen bin jetzt schon Untergewichtig und muss mich den ganzen Tag übergeben. Die Ärzte sehen nur die Symptome aber finden einfach keine Ursache und können mir deshalb auch keine Linderung verschaffen.

Kommentar von Emslaender15758 ,

Versuchen bei der Krankenkasse Härtefall durchzusetzen

Antwort
von nutsnbolts, 41

Hier kommt eine Beschreibung, was Du machen musst, um umsonst an die Kohle zu kommen:

http://m.spiegel.de/politik/deutschland/a-1066611.html

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