Frage von likeanangel83,

Krank nach Kündigung

Es ist so: Mein Lebensgefährte hat im September seine Kündigung bekommen und war nach erhalt ab nächsten Tag unter anrechnung seiner Resturlaubstage und Überstunden freigestellt. Etwa 2 Wochen nach erhalt ist er krank geworden und war für 2,5 Wochen krank geschrieben. Und jetzt bitte keine Kommentare vonwegen er hätte das extra gemacht, haben uns schon genug anhören dürfen, aber es gibt nunmal Leute die wirklich mal krank werden! Jetzt meine Frage, muss sein ehemaliger Arbeitgeber diese 2,5 Wochen nicht ausbezahlen? Weil er ja frei hatte wegen Überstunden und Resturlaub. Danke schonmal.

Antwort von DerCAM,
3 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Wenn er waehrend des Urlaubs arbeitsunfaehig wurde, sind die dadurch ausgefallenen Urlaubstage abzugelten. Wurde er hingegen in dem Zeitraum arbeitsunfaehig, in dem er Ueberstunden "abgefeiert" hat oder "nur" freigestellt war, gingen ja auch keine Urlaubstage verlorren, die abzugelten waeren.

Krank im "Ueberstundenfrei" fuehrt nicht zu irgendwelchen Abgeltungsanspruechen.

Kommentar von bitmap,

DH

Kommentar von likeanangel83,

So ganz verstehe ich das noch nicht. Dann könnte der Chef ja sagen, nöö ich zahl nicht, weil das war überstundenfrei?! In seinem Vertrag steht ja auch, dass Überstunden die nicht abgefeiert werden können, ausbezahlt werden müssen. Deshalb hab ich gedacht das er die ausbezahlen muss?

Kommentar von DerCAM,

Die Ueberstunden wurden aber doch "abgefeiert". Dass er dann waehrend des "Abfeierns" arbeitsunfaehig wurde, hat hierauf keinen Einfluss und ist sein persoenliches Pech. Auch in ungekuendigter Stellung und ohne Freistellung gelten Ueberstunden auch dann als "abgefeiert", wenn man in dem dafuer vor dem Eintritt der Arbeitsunfaehigkeit vorgesehenen Zeitraum arbeitsunfaehig wird. Das ist vergleichbar mit dem Schnupfen am arbeitsfreien Wochenende. Dafuer gibt's auch keinen Ersatz.

Die einzige Ausnahme ist eine Arbeitsunfaehigkeit im Urlaub. Dann werden die betreffenden Urlaubstage nicht als Urlaubstage gerechnet und koennen somit spaeter genommen werden (bzw. muessen bei der Beendigung des Beschaeftigungsverhaeltnisses abgegolten = "ausbezahlt" werden). Dies ergibt sich aus dem Bundesurlaubsgesetz. Fuer "Ueberstundenfrei" gibt es aber keine entsprechende gesetzliche Regelung. Wird man im "Ueberstundenfrei" arbeitsunfaehig, dann sind die fuer den betreffenden Zeitraum zum Abbau vorgesehenen Ueberstunden trotzdem futsch und man hat halt Pech gehabt (ausser der Arbeitsvertrag oder ein ggf. anzuwendender Tarifvertrag sieht etwas anderes vor).

Kommentar von likeanangel83,

Eine Frage hab ich da aber noch. Hoffe ich nerv nicht schon. Er hat ja Resturlaubstage und Überstunden nehmen müssen. Woher weiß ich dann jetzt ob er während des "Urlaubs" krank war oder während der Überstunden? Ich hoffe ihr versteht was ich meine.

Kommentar von bitmap,

''Woher weiß ich dann jetzt ob er während des "Urlaubs" krank war oder während der Überstunden?''

  • Kommt drauf an, was genau vereinbart war. Wenn nur ganz allgemein vereinbart ist, dass frei gestellt wurde unter Anrechnung von Urlaub und Überstunden, könnte man evtl. damit argumentieren, was dringender abgefeiert sein musste. (Es gibt ja manchmal auch Vereinbarungen, das z.B. Überstunden verfallen, wenn sie nicht bis xxx Wochen/Monate nach dem Entstehen abgefeiert werden o.ä.). Man kann aus der Ferne nicht beurteilen, wie das Arbeitsgericht dann bei einer Klage urteilen würde in diesem Fall.

Über Internet ist das nicht klärbar, weil man Arbeitsvertrag, Tarifvertrag (insofern einer gilt), evtl. existierende Betriebsvereinbarung und genaue Daten und Umstände erfahren müsste. Das ist schlicht zu viel.

Kommentar von PapaPapillon,

Das sehe ich auch so. Der Arbeitnehmer ist nicht während des Urlaubs erkrankt. Es gibt nichts mehr abzugelten.

Antwort von bitmap,
2 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Kommt drauf an, was er gerade in Anspruch genommen hat.

Wenn er während des Urlaubs erkrankt, dann gilt http://www.buzer.de/gesetz/3512/a49775.htm und wenn der Urlaub dann nicht mehr während des Arbeitsverhältnisses gewährt werden kann, ist er abzugelten.

Bei Überstunden ist das nicht so. Denn Entgeltfortzahlung greift nur, wenn man gearbeitet hätte, was ja beim (geplanten) Abbummeln von Überstunden nicht der Fall ist.

Kommentar von DerCAM,

Du warst 3 Minuten schneller. DH!

Kommentar von likeanangel83,

Kann das Zeitguthaben aus betrieblichen Gründen nicht ausgeglichen werden, ist es abzugelten.

Kommentar von DerCAM,

Es wurde aber doch durch die Freistellung ausgeglichen und somit auch bezahlt. Dass dann der AN waehrend des hierfuer vorgesehenen Ausgleichszeitraums arbeitsunfaehig wurde, ist dessen persoenliches Pech.

Antwort von coppa,
1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

Wenn er ihm den Resturlaub/Überstunden ohnehin gezahlt häte, dann auch, wenn er währenddessen krank wurde

Antwort von honoria,
1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

Wenn es Urlaub und Überstunden waren, muss der AG die bezahlen. Wurde er bezahlt freigestellt dann nicht.

Viel Glück bei der suche nach nem neuem Job!

Antwort von anjanni,
1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

Ja, da muß der Arbeitgeber auszahlen... In diesem Fall dann Überstunden und Urlaub abgelten.

Wenn er nicht freiwillig will: Anwalt einschalten.

Kommentar von bitmap,

Wieso die Überstunden abgelten?

Kommentar von truxumuxi,

Nein das ist nicht richtig, weil es eine bezahlte Freistellung war unter Anrechnung der Urlaubstage und Überstunden. Folglich muss nichts mehr bezahlt werden. Das wäre nur der Fall wenn der Resturlaub ohne Bezahlung genommen worden wäre.

Antwort von Sommerkatze,
1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

Es kommt auf die Kündigungsfrist an. Das Arbeitsverhältnis endet, egal ob krank oder nicht.

Kommentar von DerHans,

Ja, und dann müssen Restforderungen in Geld ausgeglichen werden

Antwort von Bagus88,

Die Überstunden denke ich nicht, aber den Urlaub bekommt er nach oder bezahlt.

Antwort von PapaPapillon,

Da gibt es nichts mehr auszuzahlen! Stell dir den umgekehrten Fall vor: Dein Freund wird nicht krank, sondern findet umgehend eine neue Stelle, die er sofort antreten kann. In diesem Fall kann der Ex-Arbeitgeber auch keine Lohnrückzahlung verlangen. Die bisherige Anstellung ist abgeschlossen.

Antwort von DerHans,

Das Entgeltfortzahlungsgesetz im Krankheitsfall gilt natürlich auch im gekündigten Zustand. Wenn er sonst im Urlaub krank wird, wird ihm der Urlaub ja auch gut geschrieben. Der Arbeitgeber müsste schon dem Arzt unterstellen (und beweisen) dass dieser eine Gefälligketsattest ausgestellt hat.

Antwort von likeanangel83,

So ganz verstehe ich das noch nicht. Dann könnte der Chef ja sagen, nöö ich zahl nicht, weil das war überstundenfrei?! In seinem Vertrag steht ja auch, dass Überstunden die nicht abgefeiert werden können, ausbezahlt werden müssen. Deshalb hab ich gedacht das er die ausbezahlen muss?

Kommentar von bitmap,

''In seinem Vertrag steht ja auch, dass Überstunden die nicht abgefeiert werden können, ausbezahlt werden müssen.''

  • Und wie lautet der genaue Wortlaut dazu? (Bitte bei meiner Antwort von 09.32 Uhr als Kommentar antworten)
Antwort von frostfeuer85,

Ihr habt sicher ein "Recht" auf das Geld, aber mal ehrlich, habt ihr es wirklich nötig, dem (vermutlich verhassten) Ex-Arbeitgeber nachträglich Geld aus der Tasche zu ziehen?

Mir wäre das zu kindisch. Auf solche Racheaktionen zu verzichten zeugt erst von wahrer Größe und bringt aus meiner Erfahrung mehr Seelenfrieden, als wenn man noch um den letzten Cent feilscht.

Kommentar von likeanangel83,

Wäre es eine geplante Racheaktion gewesen, hätte er sich am ersten Tag krank schreiben lassen können. Wir haben diesen Fall jetzt nur weil er wirklich krank ist und ich Frage danach, weil wir das Geld gut gebrauchen können.

Kommentar von frostfeuer85,

Dann fordert euer Recht ein. Immerhin hat dein Mann ja auch hart für die Firma gearbeitet, sonst hätte er wohl kaum noch soviel Resturlaub und Zeitausgleich.

Kommentar von DerHans,

was soll das denn heißen? Soll man einem Arbeitgeber nach der Kündigung noch Geld schenken?

Antwort von jospe,

ja - der arbeitgeber muß dann den resturlaub auszahlen

Kommentar von truxumuxi,

Der MAnn wurde doch schon unter Anrechnung des Resturlaubes und der Überstunden (also bereits bezahlt) freigestellt. Da gibts nichts mehr ! Er kann sich das ja nicht doppelt auszahlen lassen.

Antwort von Mietnormade,

Zunächst mal Respekt das er nicht schon am Folgetag krank geworden ist. Und natürlich muss der Arbeitgeber die Urlaubstage und die Überstunden ausbezahlen. Dein Mann hätte auch weiter zur Arbeit gehen können weil er ja einen Arbeitsvertrag hat und der Arbeitgeber dann in Annahmeverzug gekommen wäre. Das er keine Arbeit für Deinen Mann hat ist ja nicht das Problem Deines Mannes. Ich würde direkt eine Kündigungsschutzklage einreichen und erstmal schauen was die Abfindung sagt. Üblich ist 1 Monatsgehalt pro Arbeitsjahr.

Antwort von jeanny1986,

also...schwierige sache, aber wir sind uns sehr sicher, dass der arbeitgeber diese zeit der krankheit zahlen muss... ob er das macht, ist eine andere sache.wenn dein lebensgefährte pech hat, muss er sein lohn, der ihm zu steht einklagen. wünsch euch viel glück! gruß

Antwort von Phoenix29,

Solange er bei der Firma als Arbeitnehmer angemeldet war muss der Arbeitgeber die Lohnfortzahlung übernehmen.

Kommentar von bitmap,

So einfach ist das in dem Fall auch wieder nicht.

  • Urlaub wird nämlich verschoben, wenn man während des Urlaubs krank wird. Dafür gibts im Bundesurlaubsgesetz extra einen Paragraphen. Und wenn er nicht mehr gewährt werden kann bis zum Ende des Arbeitsverhältnisses ist er abzugelten. In dem falle würde die Entgeltfortzahlung greifen.

  • Bei (geplanten) Überstunden abfeiern wäre es aber anders. Da ja keine Arbeit ausfällt, wenn er währenddessen krank wird, greift hier die Entgeltfortzahlung nicht. Und die Überstunden gelten dann auch als abgefeiert. Die werden nicht nochmal extra ausgezahlt. Pech für den Arbeitnehmer, aber man bekommt ja - wenn man wochentags arbeitet - am Wochenende auch keine Entgeltfortzahlung. Genau so wenig bekommt man sie, wenn man regelmäßig (oder lt. Dienstplan) in der Woche seine(n) freien Tag(e) hat und in der Zeit krank geschrieben ist.

Antwort von chaot87,

klaro! am besten nen fachanwalt für arbeitsrecht fragen

Antwort von michi89,

wenn die 2,5 wochen noch in die angerechnete arbeitszeit gefallen sind (vor dem tag des rechtswirksamkeit der kündigung) müssen sie auch mit vergütet werden

Kommentar von truxumuxi,

Bitte genau lesen. Der MAnn wurde freigestellt unter Anrechnung des Resturlaubs und der Überstunden. Ist also bereits bezahlt diese Zeit und doppelt kann er das nicht beantragen. Nur wenn die Urlaubszeit nicht bezahlt worden wäre, dann könnte er noch Geld verlangen. Kommt aber drauf an auf was für einen Zeitpunkt die Kündigung gefallen ist. GAnz so einfach ist das auch wieder nicht.

Kommentar von bitmap,

''GAnz so einfach ist das auch wieder nicht.''

  • Das stimmt, aber so wie du es darstellst, stimmt es auch nicht.
Antwort von schildi,

glaube schon

Kommentar von truxumuxi,

Nein !!!!

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