Kraftlosigkeit durch Depressionen?

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4 Antworten

Um es vorneweg zu nehmen. Ich bin kein Arzt. Niemand in diesem Online-Forum wird dir deine Frage abschliessend beantworten können. Meine Zeilen sind also als Denkanstoss zu deuten...

Was du beschreibst sind klassische Symptome einer Depression. Antriebslosigkeit (das geht soweit, dass man nicht mal mehr seinen Alltag bewältigen kann) ist eines der zentralen Probleme dieser Krankheit. Schlafstörungen kommen ebenfalls sehr häufig vor. Hinzu kommen meist Symptome wie Hoffnungslosigkeit, Freudlosigkeit, das "Gefühl der Gefühlslosigkeit" usw. Eine Übersicht über die Diagnosekriteren gemäss dem internationalen Diagnoseverzeichnis (ICD-10) findest du hier: http://www.deprohelp.com/symptome-einer-depression/

Ich war nicht mal mehr fähig zu duschen. Ich war tot müde und konnte dennoch nicht schlafen. Absolut nichts vermochte meine Stimmung aufzuhellen. Der absolute Horror.

Du sagst, du seist "therapieresitent". Die Frage lautet also automatisch "wie weiter"?

Grundsätzlich setzt eine therapieresistenz voraus, dass du diese Diagnose von einer Fachperson erhältst. Von therapieresistenz spricht man, wenn eine Depression länger als 6 Monate dauert, Psychotherapie nichts bringt (vorbei dieser Punkt kritisch gesehen werden muss, da es bei einer Psychotherapie meist mehrere Monate wenn nicht Jahre dauert bis sie greift) und min. 2 Medikamente jeder Klasse probiert wurden.

Was du tun kannst:

- Sport: Sport (20-30min täglich Ausdauertraining) ist gemäss diversen wissenschaftlichen Studien bei leichten und mittelschweren Depressionen gleich effektiv wie Medikamente. Auch bei schweren Depressionen kann Sport zur linderung beitragen. Das Problem ist allerdings offensichtlich: Wer keine Energie hat treibt auch kein Sport. Da hilft nur einserner Wille. Bis Sport wirkt dauert es einige Wochen.

- Psychotherapie: Mache unbedingt eine Psychotherapie. Mit Psychotherapie meine ich eine richtige Therapie (z.B. analytisch) und nicht das Gespräch beim Arzt der einfach Medikamente verschreibt. Dies dauert lange doch wer eine richtige Therapie macht profitiert längerfristig meist davon. Eine Übersicht über die verschiedensten Therapieformen findest du hier: http://www.deprohelp.com/formen-der-psychotherapie-2/

- Medikamente: Wenn es nicht anders geht versuche es mit Medikamenten. Antidepressiva machen nicht abhängig. Bis diese wirken dauert es leider ca. 2-4 Wochen (täglicher Einnahme). Es gibt verschiedenste Medikamentengruppen. Zuerst werden vor allem die Medik der Klasse der SS(N)RI eingesetzt. Wenn ein SSRI (z.B. Sertralin) nichts hilft versuche es mit einem SSNRI (z.B. Duloxetin). Hilft das auch nicht kommen meist ältere Antidepressiva zum Einsatz. Diese haben stärkere und vielfältigere Nebenwirkungen (absolut besch***) wirken jedoch besser. Ich schreibe ohnehin zu viel also informiere dich einfach hier: http://www.deprohelp.com/medikamente2/ (PS: Ketamininfusionen können auch helfen).

- EKT: Eine Elektro-Krampf-Therpie (EKT) kommt zum Einsatz, wenn alle anderen Massnahmen über längere Zeit nicht geholfen haben. Sie ist dass mit Abstand effektivste Mittel um Depressionen zu bekämpfen. Selbst 70% aller Menschen welche nicht auf Medikamente angesprochen haben sind nach einer EKT (bzw. 6-12 Sitzungen) nahezu symptomfrei. Das Problem ist, dass es ein massiver Eingriff ist und jeweils unter Vollnarkose geschieht.

Ich hoffe dir ein bisschen weitergeholfen zu haben... alles Gute!

PS: Ich habe alles durch, bis und mit EKT ;-)

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Kommentar von TheKn0wledge
09.06.2016, 22:19

Sport geht nicht. Dazu fehlt mir der Wille. Den habe ich nämlich auch nicht mehr. Außerdem ist Sport zu anstrengend, macht keinen Spaß, etc. Ich habe allgemein schon eine Aversion gegen Sport und die Depressionen machen es nicht besser. Psychotherapie geht nicht, aus verschiedenen Gründen, aus denen ich auch keinen Zugriff auf Medikamente habe und auch keine Möglichkeit auf EKT. Aber trotzdem danke dafür dass du es versucht hast mir zur helfen. Bin nur leider ein schwieriger Fall...

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Hallo TheKn0wledge,

Kraftlosigkeit, mangelnde Energie und Schlafstörungen sind sogar typische Anzeichen einer schweren Depression. Wenn Du schreibst, Du seist "therapieresistent", nehme ich mal an, dass Du schon einige Therapien hinter Dir hast. Hast Du denn auch schon einmal Medikamente gegen Deine Depressionen bekommen? Falls nicht, so könnte hier ein entscheidender Punkt liegen.

Vielen fällt es zwar schwer, sich auf Medikamente einzulassen, doch im Fall einer schweren Depression kommt man daran meistens nicht vorbei. Ich persönlich kenne mehrere Fälle, bei denen Antidepressiva sehr gut angeschlagen haben und nach kurzer Zeit die zuvor sehr schlimmen depressiven Symptome verschwanden.

In der Regel verschreibt der Arzt Antidepressiva, die stimmungsaufhellend und antriebssteigernd wirken und nicht abhängig machen. Besonders in der ersten Einnahmephase muss man mit Nebenwirkungen rechnen, die in der Regel jedoch nach 2-3 Wochen abnehmen. Viele empfinden die Einnahme eines Antidepressivums als sehr wirkungsvoll, da es außerdem dabei hilft, Konzentrationsprobleme zu überwinden und zu einem ausgeglichenen inneren Gefühl beiträgt.

Beachte bitte: Die medikamentöse Behandlung sollte am besten von einem Facharzt (Nervenarzt oder Psychiater) durchgeführt werden, da er sich gut mit der Wirkung und Anwendung von Psychopharmaka auskennt. Es kann auch sein, dass nicht gleich das erste Medikament anschlägt und auf ein anderes gewechselt werden muss. Daher ist es es wichtig, dem Arzt immer wieder Rückmeldungen zu Wirkung und Nebenwirkungen des Medikaments zu geben. Solltest Du Dich mit einem bestimmten Medikament absolut nicht wohlfühlen, dann ist die Rücksprache beim Arzt unbedingt notwendig. Alles Weitere kann er dann entscheiden.

Was bei leichten bis mittelschweren Depressionen als pflanzliches Mittel sehr gut hilft ist Johanniskraut. Es ist nebenwirkungsarm und wird von den meisten gut vertragen. Allerdings sollte man sich ein entsprechend hochdosiertes Präparat vom Arzt verschreiben lassen - die frei verkäuflichen Präparate in Drogeriemärkten sind dagegen zu schwach in der Dosis.

Über die eben beschriebenen fachlichen Hilfen hinaus, kannst Du selbst einiges tun, um Deine Depression zu überwinden. Ich kann mir allerdings vorstellen, dass es nicht leicht für Dich ist, aktiv zu werden, da die Depression Deine Kräfte lähmt. Sich überhaupt zu irgendetwas aufzuraffen erfordert enorme Kraftanstrengungen, doch Du wirst sehen, es lohnt sich! Es gehört eben zum Wesen einer Depression, das Gefühl zu haben, nicht in der Lage zu sein, in irgendeiner Weise aktiv zu werden. Doch höre nicht auf Dein Gefühl! Dieses Gefühl betrügt dich, da es Dich nur noch tiefer in die Depression treibt. Fang doch mit ganz kleinen Schritten an, z.B. mit einem kurzen Spaziergang.

Es ist ganz verständlich, dass Du so schnell wie möglich wieder aus Deiner Depression herauskommen willst und Du machst Dir womöglich Vorwürfe, dass Du nicht mehr so leistungsfähig bist wie früher. Vielleicht sagst Du Dir innerlich immer öfter: "Ich bin doch zu nichts mehr zu gebrauchen". Doch mit solchen Selbstvorwürfen raubst Du Dir nur Dein Selbstwertgefühl und Du verschlimmerst Deine Depression.

Ganz wichtig ist es gerade jetzt, dass Du nachsichtig und geduldig mit Dir selbst bist. Mach Dir immer wieder klar, dass es eben Zeit braucht, aus Deinem Tief wieder herauszukommen und dass eine Depression nicht ewig dauert. Du kannst sie überwinden und wieder völlig gesund werden! Vergiss das nie!

Da die Depression vorübergehend Deine Leistungsfähigkeit hemmt, solltest Du Dir nie zu viel an einem Tag vornehmen. Lerne es, immer nur kleine Aktivitäten durchzuführen und belohne Dich , wenn Du sie geschafft hast.

Wenn man eine Depression hat, dann saugt man negative Gedanken quasi wie ein Staubsauger in sich auf. Außerdem drehen sich Deine Gedanken wahrscheinlich ständig um Deine eigene schlimme Situation und immer wieder kommt Dir Negatives in den Sinn. Was könntest Du gegen die Negativspirale tun, in der Du gefangen bist?

Versuche doch einmal ganz bewusst über Folgendes nachzudenken: Gibt es etwas in Deinem Leben, wofür Du dankbar sein kannst? Welche Menschen sind für Dich da und lieben Dich? Gibt es weitere Menschen, die Dir helfen könnten? Gibt es etwas, was Dir guttun würde, um Dich für eine gewisse Zeit von Deinen negativen Gedanken abzulenken?

Manchen hilft es, wenn sie im Laufe des Tages mehrmals etwas Schönes und Angenehmes tun und es ganz bewusst wahrnehmen. Ein Beispiel: die geliebte Tasse Tee oder Kaffee in Ruhe trinken und versuchen, die damit verbundene Freude bewusst wahrzunehmen. Oder: In einer sonstigen angenehmen Situation verweilen und das Schöne daran eine ganze Zeitlang bewusst auf sich wirken lassen. Das wirkt wie Streicheleinheiten für Deine Seele! Probiere es doch einmal aus!

Bei der Behandlung einer Depression hat es sich sehr bewährt, sich möglichst mehrmals am Tag körperlich zu bewegen. Anfangs kann das ein kurzer Spaziergang sein, den Du im Laufe der Zeit etwas ausdehnen könntest. Das Laufen schafft das Gefühl, etwas geleistet zu haben und baut Dein Selbstwertgefühl auf. Ganz abgesehen davon, was die frische Luft und das Licht in Deinem Körper bewirken, wirst Du feststellen, dass beim Laufen Deine Grübeleien über Negatives nachlassen oder sogar ganz verschwinden. Andere Möglichkeiten der Bewegung wären z.B. Radfahren, Schwimmen oder Gartenarbeiten. Auch wenn es Dich anfangs große Überwindung kostet Dich in Bewegung zu setzen, wirst Du feststellen, dass sich Deine Stimmung mehr und mehr aufhellt.

Wenn man depressiv ist, dann sucht man verständlicherweise Hilfe und Trost bei anderen. Leider sind in unserer hektischen Zeit viele mit ihren eigenen Problemen und Sorgen beschäftigt und haben nicht immer die Gedanken frei, einem anderen mitfühlend und geduldig zuzuhören. Wenn Du das schon erlebt hast, dann kann das für Dich sehr verletzend sein.

Da ich in meinem Leben auch schon viele schlimme Dinge erlebt habe und nicht immer jemand da war, der mir hilfreich zur Seite stand, konnte ich  erfahren, dass es dennoch jemanden gibt, der um den Schmerz des Herzens weiß und auf jeden Fall mit den Leidenden mitfühlt. Ja, ich spreche von Gott. Heutzutage haben viele den Gedanken an ihn verloren und erwarten keine Hilfe aus dieser Richtung. Wenn man sich jedoch mit seinem Wort, der Bibel, ein wenig beschäftigt, findet man dort viele sehr trostreiche Gedanken, die einem echt wieder Auftrieb geben können. Ein Text, der mir besonders gut gefällt und mir sehr zu Herzen geht ist dieser: "Fürchte dich nicht, denn ich bin mit dir. Blicke nicht gespannt umher, denn ich bin dein Gott. Ich will dich stärken. Ich will dir wirklich helfen. Ja, ich will dich festhalten mit meiner Rechten der Gerechtigkeit" (Jesaja 41:10). Sich Gott immer wieder im Gebet anzuvertrauen hat schon vielen in schwierigen Lebenslagen geholfen und ihnen das Gefühl gegeben, mit ihren Problemen nicht ganz allein dazustehen.

Ich wünsche Dir von Herzen, dass Du es schaffst, irgendwann Deine Depressionen zu überwinden und dann nach und nach auch wieder Freude in Dein Leben zurückkehrt!

LG Philipp

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Ja, das sind typische Symptome einer Depression!

Was heißt "therapierresisstent?

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Kommentar von TheKn0wledge
09.06.2016, 17:41

Es gibt eine Vielzahl an Gründen warum ich nicht therapiert werden kann.

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Kommentar von TheKn0wledge
09.06.2016, 22:23

Verschiedene Gründe. 1. Keine Motivation mich in Therapie zu begeben (ja, so kraftlos und motivationslos bin ich), 2. Meine Eltern, 3. Keine Zeit, 4. Weiß ich dass ich MINDESTENS in die Tagesklinik kommen würde und da ich weiß wie das da abläuft habe ich NOCH weniger Bock, und 5.: ich kann mich eh nicht öffnen. Jedes gute Zureden, alles was ich sage oder höre, das berührt mich nur äußerlich. Meine eiserne Maske schirmt mich ab und ist mit meinem Gesicht verschmolzen. Ich war schon ein Mal in Therapie - hat nichts bewirkt, und nach 3 Jahren wurde mir das zu blöd und da habe ich einfach meine Genesung vorgespielt.

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Ich verstehe da was nicht. Woher weißt du das du Depressionen hast? Woher weißt du das du nicht Therapierbar bist? Wenn man weiß das man Depressionen hat kennt man auch die typischen Symptome wie eben Antriebslosigkeit.

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