Frage von amo1105, 218

Kosten Schaden Fahrerflucht?

Kuriose Frage:

Vor ca 1,5Jahren ist jemand beim Einparken an meinem Auto hängen geblieben. Danach ist er weggefahren. Einige Passanten haben das aber beobachtet und sich das Nummernschild gemerkt. Der Lackschaden hätte mich nach Gutachtermeinung ca 800€ gekostet. Da das Auto nur Teilkasko hat, war das für mich nicht realisierbar als Student. Ich habe den Schaden der Polizei gemeldet, welche nach dem Täter fahnden wollte. Seitdem hatte ich über 1Jahr nichts mehr von der Polizei gehört. In der Zwischenzeit habe ich mein Auto mit Preisnachlass aufgrund des Lackschadens verkauft. Nun kommt es aber plötzlich doch zum Gerichtsverfahren, da der Täter ermittelt wurde.
Bekomme ich num die Verlustkosten durch den Verkauf erstattet oder verfällt dies durch die Tatsache des verkauften Autos?

Danke im Voraus :)

Expertenantwort
von Dommie1306, Community-Experte für Polizei, 116

Hallo,

die Verhandlung ist jetzt rein strafrechtlich. Selbst wenn der Unfallverursacher zu 100.000 € Strafe verurteilt wird, bekommst du davon nichts.

Jedoch kannst du über eine Zivilklage das Geld zurückbekommen (und das wirst du auch, egal ob das Auto schon verkauft ist oder nicht).

Hierfür musst du jedoch den Zivilweg bestreiten. Das tust du wie folgt:

Du holst dir einen Zivilrechtsanwalt. Dieser beantragt Akteneinsicht bei der zuständigen Staatsanwaltschaft. Damit hat er die Personalien des Unfallverursachers + dein Gutachten (welches ja den Unterlagen beiliegt) + mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit bereits ein Urteil.

Mit diesem Material kann er eine Forderung beim Unfallverursacher stellen. 

Den Anwalt musst du erstmal in Vorkasse übernehmen. Diesen Betrag fordert er dann aber vom Unfallverursacher ebenfalls ein.

Rechenbeispiel: Du zahlst dem Anwalt 150€, dafür dass er deine Sache vertritt. Er fordert anschließend vom Unfallverursacher ~980 € ein (150 deine Anwaltskosten, 800€ der "Weniger-Wert" deines Autos, ~30€ Zinsen auf die 800€ (ist ein sehr hoher Zinssatz, ca 4-5%...)

Expertenantwort
von Hamburger02, Community-Experte für Auto, 145

Das eine ist die strafrechtliche Verhandlung wegen Fahrerflucht.

Das andere ist die Geltendmachung des Schadens, der dir objektiv entstanden ist. Um eine entsprechende Forderung zu stellen, muss der Schaden exakt in der Höhe benannt werden, also auf Euro und Cent. Dazu könntest du den KVA für die Lackierung nehmen oder den Verlust, den du durch den Verkauf mit Schaden erlitten hast. Ich würde die höhere von beiden Summe ansetzen.

Kommentar von amo1105 ,

die polizei hat den kva bereits von mir erhalten.

Kommentar von Hamburger02 ,

Da nützt er nix, weil die den nur für die Höhe der Strafe brauchen. Je größer der Schaden, umso höher das Urteil.

Um an dein Geld zu kommen, musst du die Forderung an die Versicherung des Flüchtenden zusammen mit dem KVA schicken. Da kannst du auch einen RA beauftragen, denn der stellt seine Kosten dann gleich mit in Rechnung, die gegnerische Verischerung muss bezahlen. Kann gut sein, dass die das Geld wieder vom Verursacher holen, aber das ist dann nicht dein Problem. 

Das solltest du alles ziemlich zügig erledigen, um keine Fristversäumnis zu begehen. Als erstes würde ich den Schaden dem Zentralruf der Autoversicherer melden mit Angabe der Personalien des Täters.

Antwort
von Still, 97

Du solltest dem Verursacher jetzt den Kostenvoranschlag präsentieren, da es sich vor Gericht für ihn bedeutend besser macht, wenn das Schaden bereits reguliert wurde. Außerdem ist es schwer an die Kohle zukommen, wenn er frei gesprochen würde.

Antwort
von gerd1011, 97

Du dürftest die 800 € vom Gutachten jetzt noch bekommen

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community