Frage von Sonne0512, 52

Kosten für Studium von erwachsener Tochter bei Steuererklärung absetzbar?

Hallo, ich würde gerne wissen, inwieweit die Kosten für das Erst-Studium meiner 25jährigen Tochter bei unserer EKSt-Erklärung berücksichtigt werden können. Sie wohnt noch im Elternhaus und wird von uns unterstützt (allgemeiner Lebensunterhalt, Bücher, PC, Semestergebühren, Auto und seit Vollendung des 25. Lebensjahres auch die Krankenversicherung). Sie selbst hat neben dem Studium einen 450-Euro-Job. Für Antworten herzlichen Dank!

Antwort
von Steuerbaer, 25

Da Ihre Tochter das 25. Lebensjahr vollendet hat, ist sie steuerrechtlich kein "zu berücksichtigendes Kind" und somit müsste Ihre Tochter selbst eine Einkommensteuererklärung einreichen. Lediglich wenn sie in der Vergangenheit befreiende Tätigkeiten (wie z.B. Bundesfreiwiligendienst, Tätigkeit als Entwicklungshelferin) ausgeübt hat, kann die Dauer der Berücksichtigung als Kind um den Zeitraum dieser Tätigkeit über das 25. Lebensjahr hinaus verlängert werden. Dann hätten Sie weiterhin Anspruch auf Kindergeld / Kinderfreibetrag und könnten z.B. auch die übernommenen SV-Beiträge in Ihrer eigenen Steuererklärung geltend machen.

Diese Kosten für das Studium werden generell bei Ihrer Tochter berücksichtigt. Auch wenn sie keine derzeit eigenen Einkünfte erzielt, kann sie in ihrer Einkommensteuer die Kosten für das Studium als Werbungskosten angeben und somit die Feststellung eines vortagsfähigen Verlustes bewirken. Die Gesetzeslage verneint zwar gegenwärtig die Vortragsfähigkeit von Kosten für ein Erststudium, da diese nur als Sonderausgaben anerkannt werden. Es ist aber derzeit ein Verfahren beim Bundesverfassungsgericht (Az.: 2 BvL 22-27/14) anhängig, welches aufgrund der Ungleichbehandlung von Erststudium / Erstausbildung und Weiterbildungen möglicherweise zu einer Änderung der Gesetzeslage führen wird.




Antwort
von AKappi, 15

Hallo Sonne,

Du kannst einen Teil der Kosten als "außergewöhnliche Belastung" in Deiner Steuererklärung angeben. Ein Abzug von bis zu 8354 Euro (ggfls erhöht um übernommene Kranken- oder Pflegeversicherungsbeiträge) ist hier möglich. Allerdings übersteigen die Einkünfte Deiner Tochter den Freibetrag von 624 Euro im Jahr, deshalb wären diese Einkünfte abzuziehen.

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