Frage von UltraBlondie, 90

Kosten des selbstständigen Lebens?

Moin

ich bin 18 Jahre alt, wohne zurzeit bei meinen Eltern (bzw Mutter und Stiefvater + 3 Geschwister) und fange im Wintersemester diesen Jahres mit dem Studium an. Es gibt eigentlich jeden Tag Streit und wir haben uns ziemlich aufeinander eingeschossen. Nun wurde schon öfter die Möglichkeit angesprochen dass ich ausziehe, am Anfang war mir das natürlich überhaupt nicht recht aber mittlerweile denke ich dass es auch für mich einfach die bessere Option wäre. Meine Frage: Mit welchen Kosten muss ich rechnen? Kosten für ein WG-Zimmer liegen in meiner Gegend zwischen 200-300€ kalt bzw. 250-350€ warm (zumindest wären das die aktuellen Angebote). Welche regelmäßigen Kosten fallen sonst noch, wie viel gebe ich z.B. im Monat für essen aus etc etc? Ich arbeite zurzeit als Aushilfe und verdiene damit 450€/Monat, davon gebe ich 250€ zuhause ab. Sollte ich ausziehen werde ich wohl BAföG beantragen und evtl einen Job suchen in dem ich mehr arbeiten kann.

Über eine mehr oder weniger ausführliche Antwort würde ich mich freuen :) lg Philipp

Antwort
von pascalheute, 31

Ich studiere in Frankfurt Main, wohne in einer WG in Offenbach. Warmiete 840 Euro teilen wir durch zwei. Von den Eltern bekomme ich 600 Euro. Gehe noch auf 450 Euro Basis jobben. Was fällt an? Essenkosten, bist bei 250-300 locker dabei. Die Monatskarte für die Bahn und sonst was ist frei, bekommst von der Uni. Zahlen deine Eltern die Versicherungen für dich? Meine haben zum Glück alles übernommen. Ansonsten gibt's bei Barmer Studententarife, ca 90 Euro im Monat. Ich habe kein Auto, brauche ich auch nicht. Bücher und Lernmaterial, am Anfang vom Semester so an 150 Euro. Semesterbeitrag ca 550 Euro. Der Handy vertrag bin ich bei 29,90 Euro incl Handy dabei. Wenn man keine grossen Sprünge bei Klamotten macht, dann reicht es auch.

Kommentar von UltraBlondie ,

gut, hier in bonn etwas billiger. von meinen eltern bekommen ich wahrscheinlich nichts außer vielleicht mein kindergeld, semestergebühren hier sind ~230€, studi-ticket ist da mit drin, eigene Möbel hab ich und bei Klamotten bin ich eh der Hose-Shirt-fertig typ. welche versicherungen bräuchte ich denn? aber es hört sich für mich so an als würde ich mit 450€ minijob + bafög ganz gut auskommen

Antwort
von venomtashi, 11

Hallo,

versuche zuerst dein BAföG zu beantragen. Ist die Genehmigung später durch, kannst du realistischer kalkulieren. Wenn du jetzt als Aushilfe 450,- Euro verdienst, davon beispielsweise maximal 400,- warm an die Wohnung zahlen musst, wirst du nur sehr schwer durch den Monat kommen. Deine laufenden Kosten beziehen sich auf deinen Lebensstil, gehst du oft auswärts essen? Kochst du gerne und viel? Rechne mal mit ca. 150,- Euro ( Minimum ) pro Monat, wenn du regelmäßig selber kochst und so gut wie gar nicht auswärts essen gehst.

Ich habe damals den Fehler gemacht und bin auch zu schnell von zu Hause ausgezogen, habe mich verschuldet, da ich noch diverses Mobiliar gekauft habe, und hatte fast nichts mehr für den Monat übrig.

Am besten ist es wenn du vorerst alles mit deinem Unikram regelst und schaust, wie du deinen Aushilfejob in dein Studium integrieren kannst. Hast du den zeitlichen Faktor im Überblick, dann kannst du anfangen dir eine Wohnung zu suchen.

Glaub mir, auch ich wollte den Schritt in die Unabhängigkeit schnell hinter mich bringen und ich kann aus meinem Erfahrungswert sagen, dass man dies nicht überstürzen sollte. Denk dran, du möchtest bestimmt auch mal weggehen oder dir Kleidung kaufen.

Ich wünsche dir jedenfalls viel Erfolg auf deinem neuen Lebensweg :-).

Antwort
von JapaneseGeneral, 36

Einmal im Semester Studienverwaltungsgebühren vermutlich um 300€ zu dem musst du dir je nach Studium Bücher kaufen, die mitunter nicht unbedingt billig sein können( Schneiderbautabellen 49,95) Mensaessen circa 3-4 Euro pro Mahlzeit. Mehr fällt mir nicht ein.

Antwort
von Lizazzy, 12

Ich zahle für mein Zimmer 250 Euro, 80 Euro für die Haushaltskasse, etwa 15 für GEZ, Spotify und Sport. Dann kommen immer kleine Sachen dazu, wie ein neues Kleidungsstück hier, eine Tankfüllung da, feiern gehen etc. 

Dabei lande ich etwa bei 550-700 Euro im Monat, ich esse aber auch mindestens an fünf Tagen in der Mensa (2-4 Euro). 

Antwort
von kenibora, 19

Hängt von Deinen Ansprüchen ab. Nebenkosten der Wohnung, Strom, Wasser, Telefon/Internet, Lebensmittel, Auto....schwer Dir hier auf Dich bezogen Kosten zu nennen.....wird auf alle Fälle teurer wie zuhause

Antwort
von noerm, 8

Kommt immer auf deine Wünsche und Anforderungen an, es gibt also keine perfekte Kalkulation für dich. Hier mal ein paar Anhaltspunkte:

Miete 350,- (deine Angabe), Strom, Internet etc ca. 60,- (wenn das schon enthalten ist - umso besser), Handy ca 40,-, Essen/Trinken ca 150,-, Versicherungen (die wichtigsten - Haftpflicht, Rechtschutz) ca 20,-, ggf Monatskarte 45,-. 

Dann sind wir schon bei 665,- ohne sonstige Ausgaben für Freizeit, Klamotten, Zigaretten, .... Nicht zu vergessen, dass du das Zimmer ja auch einrichten musst (außer du hast alles was du brauchst), Handtücher, Hygieneartikel, Studiengebühren, GEZ,....

Du siehst da kommt einiges zusammen.

Antwort
von indeependen5, 52

Du musst Lebensmitel bezahlen, deine Fahrkarte oder dein Benzin je nachdem was du nutzt um zur Uni zu kommen, außer du fährst Rad. Du musst deine Handy Rechnungen übernehmen, wenn du da Verträge hast und natürlich auch deine Klamotten bezahlen. Du müsstest schauen, was in der WG da ist sonst brauchst du auch Möbel. Im Monat kannst du schon mit zusätlichen Ausgaben von 150-200 Euro rechnen neben der Miete.

Antwort
von Irgendwerxyz, 29

Hi,
Wow 250€ gibst Du ab? Und das Kindergeld behalten Deine Eltern auch? Die verdienen ja richtig an Dir.

Also wenn Du ausziehst gehört das ja schon noch zusätzlich Dir. Die 250€ und auch das Kindergeld. Damit und den 200€, die Du jetzt noch übrig hast kommst Du auf jeden Fall über die Runden. 

Ich hab damals den Höchstsatz Bafög bekommen. Mein richtiger Vater ist tot und nur das Gehalt, was normal ist, von meiner Mutter zählte. Darum war das kein Problem. Bekommst Du von Deinem richtigen Vater Unterhalt? Das würde auch auf jeden Fall vollständig Dir gehören, wenn Du ausziehst. Wenn nicht zählt auch nur das Gehalt von Deiner Mutter, sofern der Stiefvater Dich nicht adoptiert hat. 

Je nachdem wo Du einkaufst, wie oft Du frisch kochst und was Du für Ansprüche hast fällt dann das Kostgeld aus. Mit 200€ im Monat könntest Du aber schon für Essen und Kosmetik hin kommen, wenn Du normal einkaufst. 

Ich kann Dir den Tipp geben zeitig nach einem Zimmer zu suchen bzw. einen Mietvertrag zu unterschreiben. Die sind bei uns immer schnell weg.

Ich wünsche Dir ne tolle Studienzeit. Das ist ein ganz toller Abschnitt im Leben.

Kommentar von Irgendwerxyz ,

Ach so weil ich das hier gerade lese. Die Krankenkasse wurde auch vom Bafög bezahlt. Man bekommst da einen Studententarif bei der Kasse. Bus und Bahn konnte ich mit dem Semesterticket bezahlen. Die Studiengebühren von 250€ pro Semester konnte ich immer irgendwie zur Seite legen. Ich hab neben dem Bafög auch noch gearbeitet. Aber nicht weil es nötig war sondern weil ich mir auch mal was gönnen wollte.

Antwort
von SirKermit, 25

Nur noch eine kurze Anmerkung, da ich wenig Zeit habe: Was ist mit Kindergeld? Als unsere beiden Nachwüchse ausgezogen sind, haben wir denen das Kindergeld gegeben, das sind so 190 Euro pro Kopf .

Aus unserer Sicht gehörte das Geld ihnen, was manche Eltern allerdings anders sehen.

Antwort
von cappuccino1809, 16

Rechnung für Wohnen und Lebensunterhalt in eigener Wohnung:

Miete + sämtlichen Nebenkosten, wie Strom, Heizkosten, etc.. 500.- €

Telefon und DSL 50.-€

Essen + Trinken monatlich 200.- €

Kleidung und sonstige Bedürfnisse 100.- €

Fahrtkosten zur Arbeit 100.- €

Taschengeld 200.- €

Gesamt: 1150,- €

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Das ist zwar großzügig kalkuliert, aber am Hungertuch nagen, oder am Leben nicht mehr teilhaben zu können, will ja auch niemand. Und es fallen immer irgendwelche Zusatzkosten an, wenn man für alles alleine aufkommen muß.

Resultat: Unter einem monatlichen Einkommen von 1000.- € würde ich nicht in die Selbstständigkeit starten. Du willst diesen Schritt ja nicht irgendwann bereuen.

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