Frage von cluforask, 65

Kopfschmerzen nach Lymbalpunktion - Schmerzensgeld möglich?

hallo,

ich habe nach einer Lymbalpunktion Übelkeit, Erbrechen und schwere Kopfschmerzen verbunden mit erheblichem Gewichtsverlust erlitten. Dabei wäre es zu diesen schweren Folgeerscheinungen nach wissenschaftlichem Stand nicht gekommen, wenn ich direkt nach der Punktion einen epiduralen Eigenblutpatch erhalten hätte. Ist es aussichtsreich, in diesem Fall die Klinik auf Schmerzensgeld zu verklagen?

danke,

clu

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von maxim65, 38

Wenn du zweifelsfrei nachweisen kannst das ein Kunstfehler vorliegt, du Lust und Nerven hast und eine Rechtsschutzversicherung die das mitmacht , ja sicher.

Kommentar von Arteloni ,

So etwas wie einen "Kunstfehler" gibt es im juristischen Sinne nicht. Es gibt nur Behandlungsfehler.

Wenn bei einer Prozedur die Häufigsten Nebenwirkungen aufgetreten sind und darüber aufgeklärt wurde ( und das nehme ich jetzt einfah mal an) ist das kein Behandlungsfehhler.

Im geschilderten Fall ist die aussicht auf Erfolg so gering, das würde keine Rechtschutzversicherung mitmachen.

Expertenantwort
von dadamat, Community-Experte für Medizin, 7

Nach einer Lumbalpunktion ist eine mindestens zweistündige strenge Bettruhe im flachen Liegen (Kopfteil nicht anheben) rinzuhalten. Auch danach sollte man bei höchstens 30* Kopfteilhochstellung noch mehrere Stunden im Bett bleiben und nur zur Toilette aufstehen. Hältst du trotz Patsch diese Empfehlungen nicht ein, werden mit Sicherheit Kopfschmerzen auftreten. Auch bei gepatschter Lumbalpunktion wird Liquor entnommen, das allein kann auch schon zu Kopfschmerzen und Übelkeit führen. Diese häufige Nachwirkung wurde dir bestimmt vor der Punktion brschrieben worden, und du hast den Aufklärungsbogen unterschrieben. Dann wirst du kein Schmerzensgeld einklagen können.

Antwort
von Arteloni, 25

Nein, die Aussicht auf Schmerzensgeld besteht nicht.

Die von dir beklagten Sympthome gehören zu den Häufigsten Nebenwirkungen einer Lumbalpunktion (selbst mit Blutpatch). Höchstwahrscheinlich wurdest du darüber aufgeklärt. Wenn das so ist, dann liegt kein Behandlungsfehler vor.

Schmerzensgeld steht dir nur zu wenn dir durch einen Behandlungsfehler ein Schaden entstanden ist. Ein Blutpatch wäre zwar möglich gewesen, gehört abr nicht zum Standard jeder Lumbalpunktion.

Antwort
von Mignon4, 25

Die Frage kann dir hier niemand beantworten. Hier sind weder Mediziner noch Wissenschafter, die sich zu deinem speziellen medizinischen Problem äußern können, noch Rechtsanwälte, die den Fall aufgrund deiner spärlichen Informationen juristisch beurteilen können.

Auf jeden Fall mußt du zweifelsfrei nachweisen können, dass deine Folgeerscheinungen in kausalem Zusammenhang mit der Punktion stehen.

Das wird sehr schwierig werden. Dazu benötigst du ein medizinisches Sachverständigengutachten. Rechne damit, dass die Klinik dann mit einem Gegengutachten aufwartet und dann kommt das Gegengutachten zum Gegengutachten zum Gegengutachten. Soll heißen, so ein Prozess wird Jahre dauern, aufgrund der vielen Gutachten extrem teuer und der Ausgang ist ungewiß.

Du brauchst professionellen Rat von Medizinern und Rechtsanwälten, um deine Chancen in einem etwaigen Schmerzensgeldprozess gegen die Klinik einschätzen zu können. Vergiss nicht, dass trotz positiver Einschätzung der Experten jeder Prozess ein Risiko in sich birgt.

Antwort
von user8787, 29

Du hast eine Einwilligung + Aufklärungsbogen unterschrieben, die Risiken des Eingriffs und die Verhaltenstegel danach wurden dir also umfangreich erklärt. 

Nun ist es deine Aufgabe:

1. - zu beweisen, das du dich nach dem Eingriff korrekt verhalten hast

2. - dem Arzt einen Behandlungsfehler nachzuweisen ( er hat eine umfangreiche Berufshaftpflichversicherung ) 

Hierfür bedarf es zahlreicher medz. Gutachten. Die Kosten hierfür legst du ersteinmal vor, das eine Rechtschutz sich darauf einlässt erlaube ich mir anzuzweifeln ( das müsste wenn explizit versichert sein und Aussicht auf Erfolg haben ).

Die Klinik wird Gegengutachten auffahren, dafür stehen mehrere interne Anwälte bereit. Die Art Verfahren ziehen sich über viele Jahre und kosten eine Menge Geld.

Schmerzen sind rein subjektiv und lassen sich nur sehr schwer beweisen. Die Chance deinen körperlichen Zustand in unmittelbaren Zusammenhang mit der Punktion zu bringen ist sehr wage, schließlich hatte die Anordnung der Punktion einen mediz. Hintergrund und diente somit der Diagnostik.

Kommentar von user8787 ,

Verhaltenstegeln= Verhaltensregeln....sry

Antwort
von beangato, 35

Glaub ich nicht.

Ich hatte auch mal eine Lymbalpunktion. Mir wurde davor gesagt, wie ich mich danach verhalten muss - still liegenbleiben für eine gewisse Zeit (weiß nicht mehr, wie lange). Ich hatte keinerlei "Folgeerscheinungen?

Hast Du Dich an die Verhaltensempfehlungen gehalten?

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