Frage von Zulla, 85

Kopf- Körperschaukeln im Schlaf bei einer 25jährigen. Wodurch kommt so etwas zustande. Psychisches Problem?

Hallo zusammen,

ich hoffe unter euch sind vielleicht welche, die mir mit meiner Frage weiterhelfen können. Ich bin 25Jahre alt und kullere (Kopf- Körperschaukeln) nachts inzwischen wieder. Ich möchte das Kullern mal etwas näher beschreiben, von meiner Mutter und meinem jetzigen Partner weiß ich dass ich mir dabei die Decke fest über das Gesicht ziehe und mit dem Oberkörper und Kopf wiederholt von rechts nach links schaukel. Das kann über eine Stunde gehen, wenn mich keiner weckt. Wenn ich dabei mit dem Ellenbogen gegen die Zimmerwand knalle, werde ich davon nicht wach.

Im Alter von ca. 5 Jahren fing es an, manchmal kam es einige Nächte hintereinander, manchmal blieb es wochenlang aus. Mit dem steigenden Alter wurde es immer etwas weniger, ganz weg ging es erst in meiner ersten Beziehung mit 18 Jahren. Wenn ich nicht allein im Bett lag, blieb das Kullern aus, 4 Jahre lang, solang die Beziehung ging. Nach der Trennung kam das Kullern wieder. Jetzt bin ich wieder seid 1 1/2 Jahren in einer Beziehung, bis vor 4 Wochen war das Kullern wieder verschwunden. Seit 4 Wochen kuller ich wieder, einmal waren es 4 Nächte hintereinander, es fing jedes Mal plötzlich mitten in der Nacht an, mein Freund hat mich erschrocken geweckt und ich war wie immer ganz verdutzt.

Ich dachte es würde wegbleiben wenn ich mir länger das Bett mit jemanden teile, aber das scheint doch nicht die Lösung zusein. Ich bin jetzt 25 und habe es Leid, mal ganz von den Kopfschmerzen danach abgesehen.

Beim googeln, bin ich dabei öfters auf Hospitalismus gestoßen. Das Kullern könnte eine Begleiterscheinung davon sein. Hospitalismus bekommt man unter anderen, wenn man als Säugling einen längeren Krankenhausaufenthalt hat, das wäre bei mir mein erstes Lebensjahr. Ich war ein Frühchen, hatte 2 Leistenbrüche und einen Nabelbruch, dadurch war ich dann ein ca. um ein Jahr im Krankenhaus. Könnte es tatsächlich daher kommen? Sonst passen keine Symptome vom Hospitalismus, außer 2 Jahre leichtes selbstverletzendes Verhalten und 4 Jahre Bindungsängste (wenn man das im Alter von 15 bis 19Jahren überhaupt so nennen kann..) und eine leichte Konzentrationstörung, die ja aber viele einfach so haben.

Ich gebe die Infos damit ein Außenstehender besser einschätzen kann woher es kommen könnte, vielleicht weiß auch jemand wie man es loswerden kann (ohne Besuch beim Psychiater) oder hat von ähnlichem gehört.

Ich hatte sonst eine schöne, lange Kindheit. Außer lautere Streitereien von meinen Eltern und cholerischen, plötzlichen Wutanfällen von meinen Vater kam nichts schlimmes vor, nur normal schlimme Dinge, durch die man aber nicht traumatisiert sein muss.

Okay, vielleicht kann mir dazu ja jemand etwas sagen.

Liebe Grüße - P.s. So lang sollte der Text gar nicht werden.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von JaniXfX, 48

Hallo,

so etwas ist von außen natürlich schwierig einzuschätzen. 

So ganz rosarot scheint die Vergangenheit nicht zu sein, wenn Du schon von leichtem SVV schreibst sowie Bindungsängste. Dazwischen wird sich auch ein Zusammenhang auftun. Das muss nicht zu einem Psychiater (Psychiater = Arzt = Medikamentöse Behandlung), sondern eher in Richtung Therapie (Psychoanalytisch, Tiefenpsychologisch würde ich wählen). Das klingt für Fragende hier immer sehr heftig, wenn man einen Therapeuten empfiehlt - aber ich mein bei einer Grippe geht man auch bedenkenlos zum Arzt. Außerdem kannst Du das auch wie ein Coaching verstehen: Es ist keine heftige Störung, sondern etwas, was Du sicher gut in den Griff bekommst.

Womit genau das schaukeln zu tun hat, wirst Du in einer solchen Therapie mit rekonstruieren. Oft hat es damit zu tun, Schaukeln aus Kinderzeiten nachzuholen. Auch das umschließen der Beine, häufig als Fötus-Haltung bekannt, ist ein Zustand, den viele Betroffene mit Kinderwagen-Situation und Fürsorge der Mutter zusammenbringen. Nach einer traumatischen Situation (z.B. Autounfall) verfallen Personen im Schockzustand häufig in solch regredierte Haltungen zurück... So viel vorab. Was aber in Deinem Fall darin steckt, würde ich auch in Kontext der anderen, älteren Sachen betrachten.

Kommentar von Zulla ,

Vielen Dank, dass du dich mit meinem Text/Frage auseinander gesetzt hast. LG


Antwort
von Bliss77, 35

Hallo Zulla,

bin Psychologin und gehe auch davon aus, dass das eine Folge von einer traumatischen Situation sein könnte.. Machmal werden wir als Kinder durch etwas traumatisiert, was wir mit unserem erwachsenem Verstand als Kleinigkeit empfinden. Kann schon ein kleiner Streit der Eltern sein. usw.

Ja eine Therapie wäre am naheliegendsten: Jedoch ist schwer zu sagen, inwieweit die dir helfen könnte - der Auslöser liegt ja vor dem 5. Lebensjahr. Und an sowas kommt man in der Gesprächstherapie nicht immer gut heran. Geeigneter wäre da eher eine Hypnosetherapie ( da kommt man an die unbewussten Inhalte am besten heran). Was mir dazu noch einfällt ist Gestalttherapie und Körpertherapie.

Ja es gibt Möglichkeiten an solche Erlebnisse außerhalb einer herkömmlichen Psychotherapie heranzukommen .

Was du alleine machen könntest:

Kauf dir das Buch "Emotions Code" von Bradley Nelson - Er geht davon aus, dass wir im Laufe unseres Lebens eingelagerte Emotionen ins uns ansammeln, die zur Entstehung von seelischen und körperlichen Problemen beitragen. Traumatische Erlebnisse hinderlassen jede Menge solcher eingeschlossenen Emotionen. Lösen wir diese Emotionen auf - verschwinden die Erkrankungen/Symptome. Hiermit habe selbst tolle Erfolge gehabt und kann die Methode wärmstens empfehlen!

Zudem empfehle ich dir das Buch  "The Journey" von Brandon Bays: Diese Methode  wurde entwickelt, um traumatische Erlebnisse und die damit zusammenhängende negative Gefühle,die in unseren Zelle gespeichert sind, aufzulösen. Es kann dich jemand mithilfe des Buches durch den Prozess begleiten. Oder du nimmst die Meditation auf dein Handy auf und machst die eführte Meditation alleine.

Am besten wäre, du würdest die erste Reise mit einem Journey Practitioner machen, weil die recht intensiv sein kann.

Ansonsten wie gesagt, kannst du dich bei einem Hypnosetherapeuten oder Traumatherapeuten erkundigen.. Oder du suchst dir einen Therapeuten aus dem Bereich energetische Psychologie, der mit EFT oder MET arbeiten - kann auch sehr hilfreich sein.

Such dir davon was aus :) Viel Erfolg!



Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community