Frage von Devrim34, 25

Kontrollfreak - 1?

Mein Denken funktoniert glaube ich etwas anders als bei anderen:

Wenn ich eine Aufgabe lösen oder etwas bestimmtes für irgendwann fertigstellen oder bearbeiten muss, dann ziehen sich in meinem Kopf mehrere Linien mit verschiedenen Verläufern, wann und wie ich etwas fertigstelle:

Es gibt verschiedene Enden, dabei suche ich mir die Option aus, die am Effizientesten endet.

Außerdem denke ich immer im Voraus, ich versuche also immer auf bestimmte Hindernisse oder schlechte Entscheidungen vorbereitet zu sein und umgehe sie dementsprechend: Das geht soweit, dass ich wirklich bis ins kleinste Detail "plane", ohne Mühe, ich ziehe diese "Linien" und meistens treffe ich die richtige Entscheidung. Das betrifft schon das Kaffee machen.

Nun ist es so, dass ich manchmal Entscheidungen treffe, wo andere Menschen einkalkuliert sind, weil ich sie für etwas bestimmtes brauche: Und sie machen Fehler.

Und mir ist aufgefallen, dass mich das innerlich unglaublich wütend macht, weil ich mich frage, warum Menschen einfache Aufgaben nicht lösen können, die man ihnen gibt: Ich sage Person A, er soll NUR dies und jenes machen, er macht alles andere, nur nicht das, was ich ihm auftrage und schon bin ich auf 180:

Wieso genau habe ich diese Kontrollsucht? Ich merke, dass das nicht gut ist, weil ich auf die Person unglaublich wütend bin, weil sie die Ernsthaftigkeit der Sache für mich nicht versteht, wenn etwas nicht nach meinem "Plan" verläuft, muss ich umdenken und gerate unter Stress. Und ich bin kein Chef oder so, liest sich ja fast schon so.

Das Ganze hat sich bei mir erst entwickelt, als ich mehr auf mich allein gestellt war und früher auch oft dumme Fehler gemacht habe.

Antwort
von ChloeSLaurent, 3

Hey Du.

Das nennt man Überperfektionismus. Ist tatsächlich ein psychologisches Problem. Sowas entwickelt sich in bestimmten (Lebens-)Situationen zum Beispiel, wo man zwangsläufig zwanghaft sich an gewisse Dinge oder Regeln halten muß, was anderen nicht bekannt oder passiert ist, die das dann nicht nachvollziehen können und dementsprechend aus deinem Blickwinkel alles falsch machen.

Womit Du wahrscheinlich noch nicht mal ansatzweise Unrecht hast, wenn Du an die Decke gehst. Deine Sichtweise und Umgang mit allen möglichen Situationen, hat sich durch deine eigene gewissermaßen unfreiwillig entstandene Lebenssituation (auch kurzfristig/ kurzzeitig) entwickelt und mittlerweile übermäßig ausgeprägt.

Wenn hinzu kommt, daß Du weiterhin vielleicht auch kein für Dich passendes kein Ventil hast - Hobby, Sex, Glücksmomente, Erfolgserlebnisse etc - steigert sich das, ohne, daß Du das möchtest. Dann fährst Du nicht auf 180 hoch, sondern auf 367 und alle um Dich herum denken, Du bist bissl bekloppt. Dabei hast Du aber womöglich tatsächlich Recht, wenn Du nen kleinen Makel ansprichst, übertreibst aber eben mit und in der Form deiner Überreaktion. 

Innerhalb von Überperfektionismus kann sich auch eine extrem gesteigerte Form von Sensibilität entwickeln. Du siehst alles aus mehreren Blickwinkeln und Sichtweisen, weil auch gewisse Erfahrungswerte/ eigens gemachte Erfahrungen da dann mit hineinspielen. Kopf-Netzwerk.

Weiterhin kommt dadurch eine eigens konzipierte Form von Logistik ins Spiel. Welche aber sehr gut funktionieren kann.

...ich höre aber jetzt wohl besser erstmal auf, oder?

LG

Antwort
von Blastaz145, 7

Vieleicht brauchst du einfach ein Antiagressionstraining und musst dein Stress ihrgendwo anders abbauen

Antwort
von Mr0programm, 10

Asperger Syndrom, Glückwunsch ! 

Kommentar von Devrim34 ,

Ich denke, dass ich das im Alter von 20+ schon wüsste.

Außerdem bin ich ja ein sozialer Typ, nur bei sowas verstehe ich keinen "Spaß". 

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