Frage von tommy40629, 85

Kontofändung, egal wie viel auf dem Konto ist?

Hey!

Es gibt ja diesen Streß mit der GEZ und Anderen.

Angenommen ein Konto wird gepfändet, dann hat man quasi kein Konto mehr oder?

Man kann keine Miete, Essen usw. mehr bezahlen.

Wenn jemand nur 500€ auf seinem Konto hat und er soll 150€ bezahlen, die er aber nicht zahlt, werden ihm dann die 150€ einfach abgezogen?

Und was ist, wenn jemand 0€ oder Schulden auf dem Konto hat?

Danke!

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Antwort
von clemensw, 34

Zuerst einmal: Es gibt gar keinen Stress, wenn man seine Schulden rechtzeitig bezahlt. Vor einer Pfändung kommen idR erst Mahnungen, dann ein Mahnbescheid, dann die Androhung der Vollstreckung und zuletzt der Vollstreckungsbescheid. Kurz: Jede Menge Zeit, um die Schulden zu bezahlen, eine Ratenzahlung zu vereinbaren etc.

Wenn man es wirklich zu einer Pfändung kommen lässt, dann wird nicht das Konto gepfändet, sondern das Guthaben auf dem Konto. 

Die Bank wird dann das Konto sperren (d.h. es sind keine Auszahlungen oder Überweisungen möglich), bis der Kontostand ausreicht, um die geforderte Summe zu befriedigen.

Ein Ausweg in dieser Situation kann die Umwandlung des Girokontos in ein P-Konto sein. Ein solches Konto ist bis zu einem Guthaben von 1073,88€ vor Pfändungen geschützt. Was darüber hinaus geht, darf gepfändet werden.

Der Kontoinhaber hat ein Anrecht auf diese Umwandlung, d.h. die Bank muss ein bestehendes Girokonto in ein P-Konto umwandeln.

Mehr Infos: http://www.p-konto-info.de/

Grundsätzlich sollte man bei drohenden Pfändungen aber seine finanzielle Lage prüfen - evtl. kann eine Privatinsolvenz ein Weg aus den Schulden sein.

Antwort
von BurgN, 12

Hallo,

bei einer Pfändung hat man schon noch ein Konto, es ist allerdings erst einmal eingefroren bzw. gesperrt.

Wenn eine Pfändung eingeht kannst Du:

1. Den Betrag bezahlen

2. ggf. mit der Bank verhandeln, dass Sie lediglich den Pfändungsbetrag sperrt und die anderen 3 Mio auf dem Konto trotzdem für den Zahlungsverkehr freigibt, wobei sie den Pfändungsbetrag dann nach 4 Wochen auskehren muss.

3. Das Konto in ein P-Konto umwandeln, damit sind gewisse Geldeingänge im Monat vor Pfändung geschützt.

4. Mit dem Gläubiger eine Ratenzahlungsvereinbarung ausmachen und darum bitten die Pfändung ruhend zu stellen.

Und wo nix ist kann man auch nix Pfänden, das ist wie mit dem Nakten und dessen Taschen in die man nicht greifen kann.

Schöne Grüße

Antwort
von haufenzeugs, 4

wenn du einkommen hast, dann wird gepfändet. wer immer seine zahlungen pünktlich macht, der hat solche probleme überhaupt nicht.

Antwort
von Rechtsgelehrter, 29

Wird das Konto gepfändet, muss man dieses innerhalb von 4 Wochen ab Eingang der Pfändung in ein Pfändungsschutzkonto ( P-Konto ) umwandeln lassen.

Bei diesen ist ein monatlicher Mindest Freibetrag von 1.073,88 € geschützt. Egal, was man für Einkommen erhält.

Wenn man nur 800 € monatlich verdient, dann kann man natürlich auch nur über 800 € verfügen.

Mit dem P-Konto kann man alle Funktionen wie bisher nutzen. Nur ein Dispo und die Kreditkarte dürfen gekündigt werden. Alles andere muss gleich bleiben.

Kommentar von BurgN ,

Es besteht doch keine gesetzliche Pflicht, dass man als Kontoinhaber das Konto in ein P Konto umwandeln muss oder habe ich hier etwas falsch verstanden.

Kommentar von Rechtsgelehrter ,

Diese gesetzliche Umwandlungsfrist besteht für die Bank. ( § 850k ZPO )

Wenn der Kunde es wünscht, dass sein normales Girokonto in ein P-Konto umgewandelt werden soll, dann muss die Bank dem nachkommen.

Wenn der Kunde sein Konto nicht innerhalb von 4 Wochen nach Eingang der Pfändung umwandeln lässt, ist alles Guthaben bis zur Höhe der Pfändung weg.

Antwort
von qugart, 49

Kontopfändung bedeutet im Grunde, dass man auf das Konto nicht mehr zugreifen kann. Egal, wieviel Geld da drauf ist oder um welchen Streitwert es geht.

Dafür gibt es pfändungssichere Girokonten (im Volksmund P-Konto genannt). Da gibts dann einen Freibetragb von 1.073,88 Euro pro Kalendermonat, der nicht gepfändet werden kann.

Kommentar von tommy40629 ,

Muss jede Bank so ein P-Konto einrichten?

Kommentar von qugart ,

Ja. Jede Bank, bei der man auch ein Girokonto bekommt muss das machen. Und das darf nach Beantragung längstens 4 Tage dauern, bis das Girokonto in ein P-Konto umgewandlet wird.

Kommentar von mepeisen ,

Da gibts dann einen Freibetragb von 1.073,88 Euro pro Kalendermonat, der nicht gepfändet werden kann.

Und wenn man Unterhaltsverpflichtete hat (Ehepartner/Kind), ist das nochmal höher. Aber ansparen auf P-Konten funktioniert nicht. Das nur als Ergänzung.

Antwort
von archibaldesel, 29

Nicht das Konto sondern das Guthaben wird gepfändet. Und ja, wenn ein sogenannter Pfändung- und Überweisungsbeschluss bei der Bank eingeht, und ausreichend Guthaben vorhanden ist, wird der Betrag überwiesen.

Antwort
von martinzuhause, 42

wenn nichts auf dem konto ist kann auch nichts abgebucht werden. dann waret der gläubiger bis was kommt. der schuldner mach dann ein p-konto daraus und dann darf der gläubiger warten ob es irgendwann was zu holen gibt

Kommentar von tommy40629 ,

Aha, danke!

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