Frage von littlejacobx, 265

Kontaktverbot durch Betreuer?

Meine Freundin (15) befindet sich seit gestern auf der geschlossenen Station der Kinder-undJugendpsychiatrie, aufgrund eines vermeintlichen Selbstmordversuchs.

Nun habe ich sie vorhin besucht (eine Stunde begleiteter Besuch, ärztlich angeordnet) und habe mich nach dem Besuch noch einige Zeit vor dem Fenster ihres Zimmers aufgehalten. Als ich eben auf der Station anrufen wollte, wurde mir gesagt, dass die Betreuer ein Kontaktverbot (schließt Telefonate und Besuche ein) verhängt haben.

Ist das erlaubt? Was kann ich dagegen tun? Die Mitarbeiter der Station möchten, dass ich mich mit einem "ich diskutiere jetzt nicht darüber" zufrieden gebe.

Hilfe wäre sehr nett.

Antwort
von fraschi, 27

Die Regeln in einer solchen geschlossenen Abteilung sind wirklich besonders hart und lassen so gut wie keinen Spielraum zu.

Da nutzen auch keine Einwände von außerhalb.

Man möchte damit erreichen, daß die Patienten Ruhe und Abstand zur aktuellen Situation gewinnen.

Du hast es bestimmt gut gemeint, aber nun muß deine Freudín die Konzequenzen daraus tragen, die z.B. eine Verlängerung ihres Aufenthaltes in der geschlossenen Abteilung nach sich ziehen kann.

Das Personal läßt sich auf keine Diskussion ein, denn werden die Regeln einmal gebrochen, müssen sie es auch bei den anderen Patienten so handhaben.

Aber..keine Sorge...denn nach einer bestimmten Zeit ihrer Bewährung b.z.w. wenn es ihr wieder gut geht, wird deine Freundin in die offene Abteilung verlegt.

Dort kann man sie besuchen, aber auch dort darf sie zunächst für 30 Minuten in Begleitung raus...später alleine und auch länger.

Es kommt wirklich auf ihr Verhalten an, denn das Personal beobachtet ihr Verhalten ziemlich genau.

Kommt sie z.B. mehrere Male zu spät zurück, wird ihr der Ausgang gekürzt oder sogar mal ganz gestrichen.

Die Ärzte sagen immer " Spielregeln " zu ihrem Regelwerk, obwohl das alles andere als ein Spiel ist.

Ist ein Betreuer integriert, finden in aller Regel Absprachen zwischen diesem und dem Personal statt, wie z.B. bei deinem Besuchsverbot.

Leider ist dagegen nichts zu machen, denn der Betreuer ist in dem Moment auch erziehungsberechtigt.

Also...nicht verrückt machen und abwarten, bis deine Freundin in eine offene Abteilung verlegt worden ist und denke daran, daß es für sie noch schwerer ist als für dich.....es ist für einen Patienten ein richtiger Kampf....gegen sich selbst und den eigenen Gewohnheiten.

Liebe Grüße,

fraschi

P.S.: Male ihr doch mal eine schöne Postkarte...oder soetwas...die kann sie an die Wand hängen und sich immer darüber freuen....mal so als Idee.

Antwort
von SimonG30, 141

auf einer geschlossenen Abteilung sind die Regeln sehr eng & streng gefasst. Und das ist auch richtig so, gerade wenn die Patienten "frisch" dort sind & das Fachpersonal die Lage erst mal  sondieren muss.

Da reicht schon ein (vermeintlich) kleiner Regelverstoß für Konsequenzen.

Die Betreuer sind die Pflegekräfte, die Leute die das eigentlich
entscheiden (also Ärzte, psychologisches Fachpersonal) sind erst Montag
da

Und genau so müssen sich die Pflegekräfte auch absichern! Im Zweifelsfall erstmal auf Nummer Sicher.

Es gab eine klare Ansage & Vorgabe, an die Du Dich nicht gehalten hast. Jetzt muss am Montag erstmal ein verantwortlicher Arzt entscheiden, wie & in welcher Form Du in nächster Zeit Kontakt haben darfst.

Antwort
von Turbomann, 149

@ littlejacobx

Das ist der übliche normale Vorgang, wenn jemand auf der Geschlossenen liegt, dass vorläufig kein Kontakt gestattet wird. Das gehört zur Therapie.

Wenn sie einen Betreuer hat, dann kannst du dich doch mit ihm in Verbindung setzen, wann du sie besuchen darfst.

Nach einer gewissen Zeit wird sie sicher so weit sein, dass man sie mal besuchen darf. Aber das liegt im Ermessen der Ärzte.

Die Mitarbeiter der Station möchten, dass ich mich mit einem "ich diskutiere jetzt nicht darüber" zufrieden gebe.

Die Mitarbeiter handel nicht von sich aus so, sondern sie haben dann die Anweisung von den Ärzten bekommen, dass niemand zu deiner Freundin darf. (vorläufig).

Leider kannst du da nichts machen. Aber sie wird ja irgendwann wieder nachhause kommen.

Kommentar von littlejacobx ,

Ich durfte sie ja bereits besuchen und der Kontakt wurde auch nur aufgrund eines kleineren Vorfalls eingeschränkt

Kommentar von Turbomann ,

Genau deshalb soll der Kontakt ja im Moment eingeschränkt werden, damit sie sich voll auf ihre Behandlungen einlassen soll.

Bei Kontakten in solchen Fällen, bringen Besucher immer mal Nachrichten oder andere Dinge von zuhause mit, die eine Therapie beeinrächtigen könnten.

Expertenantwort
von DerHans, Community-Experte für Recht, 164

Gerade bei einer Psychotherapie ist es erst einmal erforderlich, dass der Patient sich mit sich selbst beschäftigt. Dabei sind äußere Einflüsse unerwünscht und eher schädlich.

Kommentar von littlejacobx ,

Aber wir durften ja bereits Kontakt haben, der nur eingeschränkt wurde, weil ich mich länger auf dem Gelände, in der Nähe ihres Zimmers, aufgehalten habe als ich sollte. Ist das nicht eigentlich ein ziemlicher Eingriff in ihre Freiheit?

Kommentar von DerHans ,

Diesen Eingriff habt ihr ja selbst erforderlich gemacht.

Kommentar von littlejacobx ,

Aber ist das wirklich eine vernünftige Grundlage für einen eher schweren Eingriff?

Kommentar von DerHans ,

Es geht ja gerade darum, dass sie ABSTAND gewinnt. Da sind Besuche eher kontraproduktiv

Antwort
von peterobm, 139

es gibt da leider keine Hilfe, der Betreuer hat angeordnet und die Pflegekräfte müssen sich daran halten. 

Kommentar von littlejacobx ,

Die Betreuer sind die Pflegekräfte, die Leute die das eigentlich entscheiden (also Ärzte, psychologisches Fachpersonal) sind erst Montag da

Kommentar von peterobm ,

ein Betreuer ist eine Person, die vom Amtsgericht als Betreuer bestellt wird. Mit der Klinik hat das nüscht zu tun. Falscher Ausdruck in der Frage. 

Die Frage hast dir selber beantwortet, du hast dich eben nicht an Anweisungen gehalten.

Antwort
von Brot454, 123

Ja ist in Ordnung. Es ist nunmal eine geschlossene Station, die Menschen die da sind sind ja nicht ohne Grund.

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