Frage von dickefettepony, 104

Kontakt mit Nachbarkatzen statt Zweitkatze?

Ich möchte eine Katze aus dem Tierheim adoptieren. Mir ist bewusst, dass fast alle Katzen die Gesellschaft eines Artgenossen zum spielen, toben und sozialisieren bevorzugen, allerdings glaube ich nicht, dass meine Mutter zwei Katzen aufnehmen will. Die Katze dürfte bei mir allerdings raus (wir haben einen Garten und auch sonst gibt es keine stark befahrene Straße in der Nähe) und einige unserer Nachbarn haben Katzen die sich auch draußen aufhalten. Meine Frage ist also ob das ausreichend Kontakt für eine Katze wäre, oder ob sie eher leiden würde (da ich das natürlich keiner Katze zumuten will). Nebenbei plane ich keine Babykatze zu adoptieren, sondern eine (eher jüngere bis mittelalte) Erwachsene Katze.

Expertenantwort
von NaniW, Community-Experte für Katze & Katzen, 32

Hallo dickefettepony,

du hast hier schon viele, tolle Antworten bekommen, denn noch möchte ich dir auch gerne noch einen Denkanstoß geben.

Stell dir bitte einmal vor, du lebst in einer Katzenwelt. Du gehst aus dem Haus, pflegst Kontakte, hast Spaß, kannst toben, Spielen und all das tun, was Katzen eben so tun. Dann kommst du nach Hause. Du als einzigste Katze. Es ist für dich sehr still. Was die Menschen sprechen, verstehst du nicht. Wie würde es dir nach einer Weile wohl gehen ? Na ? Genau so muss sich eine Katze fühlen, die alleine lebt...Einzelhaft ist für Katzen grausam, selbst wenn sie Freigänger ist.

Allgemeininfo zum Thema Einzelhaltung:

Das Katzen Einzelgänger sind, ist leider noch immer ein weit verbreiteter Irrglaube. Studien belegen, das Katzen die Gesellschaft von Artgenossen brauchen. Einzig auf der Jagd, sind sie wirklich lieber alleine. Freilebenden Katzen bilden sogar, freiwillig, große Kolonien in denen sie zusammen leben. Auch Hauskatzen pflegen draußen soziale Kontakte.

Natürlich gibt es vermeintliche Einzelgänger, denen Artgenossen nicht all zu viel bedeuten oder die in einer Gruppe einfach nicht Fuß fassen können. Doch diese haben, meist schon in der Prägezeit, eine sehr tiefe und enge Bindung zu Menschen aufgebaut, oder ein Traumatisches Erlebnis im zusammen leben mit Artgenossen erlitten und sind absolute Ausnahmen. Und selbst diese „Einzelgänger“ pflegen, auf ihre Art und Weise, draußen soziale Kontakte.

Eine Katze in Einzelhaft, vor allem noch schlimmer wenn es eine reine Wohnungskatze ist, wird mit großer Sicherheit auf kurz oder lang, Verhaltensauffällig.
Auch die Meinung, Katzen kann man lange alleine lassen, ist seit Jahrzehnten veraltet. Katzen stumpfen mit der Zeit ab und vegetieren eher vor sich hin, wenn sie zu viel alleine gelassen werden. Selbst wenn der Besitzer viel zu Hause ist, ist es kein Vergleich zu einem Spielgefährten mit dem man raufen, toben und spielen oder auch mal Kräftemessen kann.

Das was Katzen untereinander teilen, können wir Menschen ihnen niemals geben. Bitte ermögliche deiner Katze Gesellschaft durch einen Artgenossen !

Alles Gute

LG

Antwort
von Meowstic, 38

Das ist vollkommen in Ordnung. Die Regel mindestens zwei Katzen zu holen bezieht sich primär auf Wohnungskatzen.

Da du der Katze aber Freigang bieten kannst und bekannterweise auch Artgenossen in der Nähe sind, ist es in Ordnung nur eine zu holen. Zwei Katzen schaden natürlich nie, aber Freigänger leiden nicht, sie suchen sich ihre Kontakte draußen.

Kommentar von dickefettepony ,

Danke. Ich hätte auch kein Problem zwei Katzen aufzunehmen, allerdings wohne ich noch zu Hause, und meine Mutter ist schon wenig fasziniert überhaupt ein Tier langfristig ins Haus zu lassen, deshalb wollte ich sichergehen, dass ich weder ihr noch einer potenziellen Katze zu viel zumute :)

Antwort
von Realisti, 53

Wir haben uns eine ca. 1 Jahr alte Katze aus dem Tierheim geholt. Zuerst hatte sie eine Prägezeit auf uns von ca. 3 - 4 Wochen. Danach ging sie das erste mal hinaus. Ich glaube sie war vorher nie draußen gewesen. Sie hatte vor allem Angst, vor Gras, vor Insekten, vor Wind.... Sie umkreist unser Haus immer wie ein Sattelite und ist nie weit weg.

Abends gegen 20:00 Uhr wird sie immer unruhig und will raus. Morgens gegen 07:00 Uhr taucht sich wieder auf und will rein. Im Sommer lebt sie fast ganz draußen (kommt nur zum Essen), nur im Winter verbringt sie viel Zeit im Haus.

Schon nach ein paar Tagen als Freigänger hatte sie ein geschlitztes und ein gekapptes Ohr. Sie bringt auch ab und an mal streunende Katzen mit und will, dass sie auch versorgt werden. Die verschwinden aber immer wieder und lassen nur ihre Flöhe bei ihr.

Antwort
von melinaschneid, 36

Auf deine Frage ob eine oder 2 Katzen hast du ja schon viele Antworten bekommen.

Eines möchte ich noch einwerfen. Du sagst du wohnst noch Zuhause und deine Mutter ist von der Idee eine katze zu holen nicht befristet. Weist du wie lange du dort noch wohnen wirst? Gerade mit Freigängern ist es schwierig eine geeignete Wohnung zu finden. In Städten ist es auch viel zu gefährlich. Man sollte auch an die Zukunft denken. Nicht das du dann ausziehst und die Katze evtl. Nicht mitnehmen kannst.

Kommentar von melinaschneid ,

begeistert soll das heißen nicht befristet.

Kommentar von dickefettepony ,

Das ist mir natürlich auch bewusst, und ich weiß auch, dass eine Katze recht alt werden kann. Allerdings bin ich mir relativ sicher, dass ich noch einige Zeit hier wohnen werde (da ich vermutlich ein Fernstudium machen werde/die Arbeitsmöglichkeiten recht gut sind, da ich 10 min von Wien lebe). 

Außerdem ist das 'Problem' meiner Mutter der Geruch/die Haare und nicht das Tier selbst (außerdem habe ich auch schon oft auf Tiere hier aufgepasst und weiß, dass sie sich meistens recht schnell in das Tier verliebt. 

Zudem gehört das Haus uns, also kein Miethaus, wodurch man ausschließen kann, dass wir das Grundstück nicht zur Verfügung haben. 

Also selbst wenn ich ausziehen sollte und keine geeignete Wohnung mit Freilaufmöglichkeit finde, bin ich mir sicher, dass die Katze hier noch ein zuhause hätte.

Aber danke für den Denkanstoß, ich bin mir sicher, dass das etwas ist was viele Menschen mit Tierwunsch leicht übersehen, und dadurch später in eine missliche Lage geraten.

Antwort
von fienchen07, 21

Also ich habe auch nur eine Katze und alle in der Nachbarschaft auch :) die begegnen sich immer draußen und das ist auch völlig ausreichend :) nur Wohnungskatzen sollte man immer zu zweit halten :)

Antwort
von mychrissie, 15

Hallo, als erstes ein Kompliment: Du orientierst Dich darüber, was gut für Deine Katze ist. Das tun viele nicht, obwohl es ihnen gut täte, sich vor dem Gang ins Tierheim ein wenig über das artgerechte Verhalten ihres zukünftigen Hausgenossen zu informieren.

Nun zur Frage: Wenn Deine Katze Kontakt zu anderen Katzen hat und jederzeit rauskann (Katzenklappe), dann ist das für sie in Ordnung. Zwar wird es erstmal eine Zeit des Geschreis und der Revierkämpfe geben, aber das geht vorbei. In ihrem Revier ist jede Katze dominanter als selbst körperlich überlegene fremde Katzen.

Antwort
von sukueh, 50

Durch den Freigang hat die Katze ja Möglichkeiten zur Kontaktaufnahme mit anderen Katzen - deshalb ist meiner Meinung nach eine eigene zweite Katze nicht unbedingt notwendig. Als wir zwei Freigänger-Katzen hatten, sind die sich sogar eigentlich immer eher aus dem Weg gegangen, wenn sie mal zufälligerweise gleichzeitig zu Hause waren. 

Bei reinen Hauskatzen ist das was anderes. Die haben ja nirgends die Möglichkeit zur Kontaktaufnahme mit anderen Katzen, wenn sie nur bei dir in der Wohnung gehalten werden. Da ist eine Zweitkatze schon gut. 

Kommentar von dickefettepony ,

Danke. Wie gesagt kommt für mich reine Wohnungshaltung sowieso nicht in Frage, da ich ja die Möglichkeit habe der Katze Freigang zu gewähren

Antwort
von Bitterkraut, 49

Wenn die Katze Freigang bekommt, sucht sie sich ihre Kontakte draußen. Du solltest aber kein Katzenkind holen, die müssen zu zweit aufwachsen und die dürfen lange nicht raus, sondern eine Katze ab einem Jahr, kastriet, geimpft und gechipt. Dann spricht nach einer Eingewöhnungszeit von einigen Wochen nichts gegen Freigang und ein schönes Katzenleben.

In der Eingewöhnungszeit, die ich Bestechungszeit nenne, solltest du die Katze an einen Rückruf gewöhnen/konditionieren. Finde raus, was ihr Lieblingsleckerli ist und gewöhn sie dran, daß sie 1 Stück davon bekommt, wenn sie auf das Dosen/Schachtelgeklapper hin kommt. Und nur dann. Dann kannst du sie mit der Klapperschachtel auch von draußen reinrufen und ne gute Bindung herstellen.

Kommentar von dickefettepony ,

Ich habe sowieso vor eine 1 bis 3 jährige Katze aufzunehmen, also sollte das kein Problem sein. Dass man jüngere Katzen nicht alleine halten soll weiß ich, ich denke, dass ich mich auch sonst recht gut informiert habe. Nur das hat mir noch etwas zu schaffen gemacht da meistens gesagt wird, dass man Katzen nicht alleine halten soll (allerdings schienen die meisten Artikel so, also ob sie über Wohnungskatzen geschrieben wären, deshalb auch die Fage). Danke für die Antwort :)

Antwort
von mimi142001, 39

Eine eigene zweit Katze ist schon etwas anderes
Und zu empfehlen

Antwort
von Maimaier, 47

Wildkatzen sind Einzelgänger, keine Rudeltiere. Deswegen sind Katzen auch so eigensinnig und lassen sich nicht abrichten. Wenn sie raus kann wird ihr auch nicht langweilig.

Kommentar von Bitterkraut ,

Erstens ist hier nicht von Wildkatzen die Rede, zweitens stammen unsere Hauskatzen nicht von ihnen ab und drittens sind sie auch keine Einzelgänger. leider weißt du gar nix von Katzen.

Jedenfalls nichts von Hauskatzen, die von afrikanischen Katzen abstammen und die keine Einzelgänger sind, Katzen haben druchaus soziale Kontakte und Hauskatzen bilden Weibergruppen mit ihren Jungen, säugen die sogar gegenseitig, und bilden Kindergärten, während die geschlechtsreifen Kater eigene Gruppen bilden. Aber auch Katze und Kater läßt sich zusammen halten.

Katzen, Hauskatzen, sind Einzeljäger, aber keine Einzelgänger.

Kommentar von mychrissie ,

Hallo Bitterkraut, halt die Ohren steif! Es ist nun mal unser Schicksal, dauern mit Leuten diskutieren zu müssen, die glauben, alles besser zu wissen, obwohl sie nur halbverstandenen Unsinn absondern, den sie irgendwo im Web aufgeschnappt haben.

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