Frage von Yasminkapla0789, 36

Konsum vor einer Vollnarkose?

Hallo, ich werde in ein paar Tagen operiert und das in Narkose auf dem Bogen den ich ausfüllen sollte steht drauf ob ich Alkohol trinke oder Drogen nehme bei Alkohol habe ich ja angekreuzt und bei Drogen bin ich mir unsicher ob ich das angeben soll oder nicht ich nehme keine Drogen aber ich habe in letzter Zeit paar mal an nem joint gezogen zuletzt vor einer Woche jetzt hab ich ein wenig Angst ob sich das auf meine Operation auswirken kann ?

Antwort
von Zanora, 14

Sei komplett ehrlich. Mit ner Vollnarkose ist nicht zu Spaßen!
Es wird schon seine Gründe haben warum er fragt.
Vor allem wenns Komplikationen gibt muß er über Dich Bescheid wissen.

Antwort
von Panazee, 18

Dem Anästhesisten ist es moralisch gesehen vollkommen egal was du dir rein pfeifst. Die Polizei wird davon auch nichts erfahren. Der will es nur wissen, weil es unter Umständen wichtig für die Dosierung des Narkosemittels ist.

Ich würde immer die komplette Wahrheit sagen, wenn es um das Thema Drogen und Vollnarkose geht. Ein paar mal am Joint gezogen wird keine großen Auswirkungen haben was die Narkose angeht, aber wenn irgendetwas schief geht, dann wird das vermutlich auf deinen von dir nicht erwähnten Marihuanakonsum geschoben werden, so dieser denn entdeckt wird.

Antwort
von ede45, 8

Es gibt viele Gründe warum man dem Anästhesisten sagen sollte, dass man raucht, Alkohol trinkt oder Drogen nimmt.

1.) Die Narkoseeinleitung und die Intubation könnte schwieriger werden weil die erforderliche Tiefe der Narkose für eine Intubation möglicherweise nicht erreicht wird. Der Pat. könnte wieder aufwachen während der OP. Weiterhin besteht erhöhte Aspirationsgefahr weil beim Rauchen die Magensäureproduktion gesteigert wird. Das heißt, der Pat. ist nicht nüchtern. Man sollte mindestens 6 Std. vor der Narkose nicht mehr rauchen.

2.) Unabhängig davon schwächt rauchen das Immunsystem und schädigt alle Organe vor allem die Lunge. Darum erhöhte Gefahr einer Lungenentzündung nach der OP wegen der künstlichen Beatmung während der Narkose. Weiterhin sind die Bronchien eines Rauchers verschleimt weil Nikotin die Flimmerhärchen lähmt die den Schleim abtransportieren sollen. Auch deswegen ist die Lunge anfälliger für eine Lungenentzündung.

3.) Falsche Werte bei der Sauerstoffanzeige weil dass an Hb-gebundene Kohlenmonoxid fälschlicherweise miterfasst wird. Es gaukelt eine falsche Sauerstoffsättigung vor. Es zeigt 99% an, ist aber in Wirklichkeit niedriger weil Kohlenmonoxid fälschlicher Weise auch als Sauerstoff gemessen wird.

4.) Minderdurchblutung des OP- Gebietes bzw. des ganzen Körpers auf Grund der Gefäßverengenden und Gefäß schädigenden Wirkungen des Nikotins. Auch Alkohol schädigt die Gefäße. Daraus resultieren Wundheilungsstörungen u. Infektionen.

5.) Raucher u. Alkoholiker (wenn die Leber noch nicht geschädigt ist) benötigen mehr Narkosemedikamente. Die Toleranz für diese Med. ist größer. Bei längeren Genuss von Alkohol oder Drogen passt sich die Leber an und kann diese Gifte immer schneller und besser abbauen. Das bedeutet, dass diese Menschen mehr Narkosemedikamente benötigen weil auch die Narkosemedikamente schneller abgebaut werden. Sonst könnten diese Pat. während der Narkose plötzlich aufwachen.

6.) Alkoholiker und Kiffer haben mehr Rezeptoren bzw. die Rezeptoren werden unempfindlicher an denen auch die Narkosemed. andocken. Darum benötigen sie mehr Narkosemedikamente bis alle Rezeptoren besetzt sind bzw. Wirkung zeigen. Diese Aussage trifft aber nur zu, wenn vor der OP kein Alkohol oder THC/CBD-Spiegel vorhanden war. War ein Spiegel vorhanden, verstärken sie die Wirkung der Narkosemedikamente (additive Wirkung). Dies führt zu einer tiefen Narkose bzw. die Hirntätigkeit wird stark gedämpft und kann das Aufwachen verzögern sowie die Atmung beeinträchtigen (Atemdepression) und den Blutdruck gefährlich senken (Hypotonie). Dies kann Lebensbedrohlich werden.

7.) Bei Rauchern ist vor allem durch die vorgeschädigte Lunge die Sauerstoffaufnahme in den Lungenbläschen reduziert. Wenn zur Aufrechterhaltung der Narkose ein Gas verwendet wird, benötigen Raucher eine höhere Konzentration an Gas um die gewünschte Wirkung zu erzielen weil der Gasaustausch durch die geschädigten Lungenbläschen beeinträchtigt ist.

8.) Bei Rauchern kann das Narkosegas eine spastische Reaktion in den unteren Atemwegen hervorrufen und im schlimmsten Fall eine Beatmung unmöglich machen. Im Zweifel wählt der Anästhesist eine TIVA.

9.) Nikotin und Alkohol lösen im gesamten Körper Stress aus. Darum haben sie einen erhöhten Stoffwechsel, Bluthochdruck und mehr Adrenalin im Blut. Durch den erhöhten Stoffwechsel und den hohen Adrenalinspiegel werden auch Narkosemedikamente schneller verstoffwechselt bzw. abgebaut. Auch darum benötigen solche Pat. mehr Narkosemedikamente damit sie während der OP nicht aufwachen (Awareness). Auch sehr ängstliche bzw. aufgeregte Pat. haben einen erhöhten Adrenalinspiegel bzw. ein erhöhtes HZV. Dadurch fließt ein geringerer Anteil Blut also auch weniger Sauerstoff und Narkosemed. zum Gehirn. Darum benötigen aufgeregte, ängstliche Patienten auch mehr Hypnotikum und Schmerzmittel.

10.) Alkohol schädigt jede Körperzelle. Aber besonders Leber, Gehirn, Herz und Knochenmark. Durch die giftigen Abbauprodukte des Alkohols (Acetaldehyd etc.) werden die Leber und das Gehirn besonders geschädigt. Daraus resultiert nach längerem Genus: Sodbrennen, Gastritis, Pankreatitis, Hypertonie, Leberzirrhose, Aszites, Ösophagusvarizen, Blutungen, Nierenschäden, Eiweißverlust, Arteriosklerose, Peritonitis, Schädigung der Herzzellen u. Herzkranzgefäße. Folgen: Herzschwäche, Herz-Rhythmus Störungen, Herzinfarkt.

11.) Durch Alkohol wird der Tonus des unteren Speiseröhrenschließmuskels herabgesetzt sowie die Peristaltik der Speiseröhre (Aspirationsgefahr) und
die Leber hat einen erhöhten Sauerstoffverbrauch (Abbau von Alkohol, Fetten etc.). Die Durchblutung von Organen verändert sich. Eine Sauerstoff- Unterversorgung des empfindlichen Gehirns im Rahmen einer Narkose könnte die Folge sein.

12.) Durch die Schädigung der Leber kommt es zu Gerinnungsstörungen. Dadurch kann es zu Blutungen bzw. Nachblutungen kommen.

13.) Bei Rauchern kann es zu Adhäsionen von Blutzellen kommen. Das heißt, Blutzellen können verklumpen und so eine Thrombose, einen Schlaganfall, einen Herzinfarkt oder eine Lungenembolie auslösen. Also unbedingt alles angeben. Hierbei ganz wichtig! Ein Anästhesist mit viel Erfahrung der die ganzen Komplikationen ausreichend beherrscht bzw. angemessen entgegen wirken kann! LG

Antwort
von noname68, 18

der anästhesist will nur wissen, ob er deine dosis höher ansetzen muss, weil du ggf. durch alkohol oder rauschgift "vorgeprägt" bist.  ein paar mal gekifft ist unerheblich.

Antwort
von Blastaz145, 17

Wenn du vor 1 Woche 1x am Joint gezogen hast dann wird das schon weg sein..

brauchst dir keine sorgen machen.. Rauch oder Trink einfach nicht vor der OP

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