Frage von IchLiebeKakao, 41

Konnten im Mittelalter die Fürsten im Heiligen Römischen Reich (Herzöge, Grafen) eigene Truppen halten?

Expertenantwort
von ArnoldBentheim, Community-Experte für Geschichte, 11

Das Wort "Truppen" ist interpretationsbedürftig.

Im Früh- und Hochmittelalter gab es keine "Truppen" im Sinne von stehenden, kasernierten Heeren wie heute z. B. die Bundeswehr. Herzöge wie Grafen hatten Lehnsleute, die für sie u. a. mit Waffen Dienste leisten mussten und dafür ein Einkommen oder ein Stück Land als Lehen erhielten. Weil sie ebenso wie der König/Kaiser zunehmend unfreie Dienstleute (Ministerialen) einsetzten, konnten sie relativ rasch eine (meist kleine) Anzahl Krieger aufbieten. Der Ritterstand entwickelte sich aus solchen freien und unfreien Kriegern.

Erst seit dem Hoch-, dann besonders dem Spätmittelalter wurden mehr und mehr Krieger gegen Bezahlung angeworben, Söldner, die das Lehnsaufgebot ergänzten, später ganz ersetzten und nur solange im Dienst blieben, bis ein Feldzug beendet war. Dann mussten sich die Söldner einen neuen Dienstherrn, einen neuen Krieg suchen.

MfG

Arnold

Antwort
von wfwbinder, 21

Sie konnten nicht, sie mussten, denn sie waren König/Kaiser zur Stellung von Truppen im Kriegsfall verpflichtet.

Kommentar von IchLiebeKakao ,

War das in Frankreich bzw. England auch so?

Kommentar von wfwbinder ,

Das war überall so und einige Försten/Herzöge hatten sogar größere Heere als der Landesherrscher, z. B. der Herzog von Buckingham zur Zeit von Heinrich dem VIII. Was ihn den Titel kostete, weil er mit einer konstruierten Anklage vor dem Gericht landete.

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