Frage von 10Lauraa09, 126

Konnten Bauern im Mittelalter Latein?

Expertenantwort
von Willy1729, Community-Experte für Latein, 65

Hallo,

eher nicht, Latein war die Sprache des Klerus und der Gelehrten. Allerdings gab es Zeiten, in denen nicht einmal die Priester ein anständiges Latein beherrschten. Dem allgemeinen Verfall der Bildung und der Kultur setzte Karl der Große im Frühmittelalter die sogenannte Karolingische Reform entgegen, in deren Zuge auch ein neuer Schrifttyp entwickelt wurde, die leicht lesbare karolingische Minuskel.

Der einfache Bauer sprach thiudisc, wie es im Altsächsischen heißt, also volkstümlich, allgemein, sogar heidnisch (diese Bedeutung hat es im Gotischen). Aus thiudisc ging das Wort 'deutsch' hervor.

Herzliche Grüße,

Willy 

Antwort
von TT1006, 70

Nein. Latein war seit dem Untergang des römischen Reiches nur noch eine Elitesprache, bis sie durch Französisch ersetzt wurde. Lediglich Geistliche und einige Adlige (lange nicht alle) konnten Latein, hinzu kamen noch einige Privatlehrer, die der Sprache mächtig waren.

Bauern im Mittelalter waren wirklich sehr arm und lebten sehr einfach. Sie lebten um zu überleben und hätte man ihnen nicht ständig etwas von der Erlösung gepredigt, hätten sie keinen Lebenssinn mehr gehabt. Sie hatten also weder die Zeit noch das Geld um Latein, Lesen, Schreiben oder Rechnen zu lernen. Insbesondere die Kirche war aber auch gar nicht interessiert daran, auch der einfach Bevölkerung Latein beizubringen - dann hätten sie ja plötzlich selbst in der Bibel lesen können und hätten erkannt, dass vieles, was ihnen gepreditgt wurde, gar nicht stimmte.

Kommentar von MaggieundSue ,
Kommentar von TT1006 ,

Klar wird aber auch da: Bildung kam zwar langsam auch zu den einfachen Bevölkerungsschichten durch, aber es zog sich und Latein bzw die Lateinschulen blieben den Bewohnern der Städte (also keine Bauern) vorbehalten. Wie es auch heute in vielen armen Ländern üblich ist, halfen die Kinder schon damals viel bei der Arbeit ihrer Eltern mit, sodass sie keine Zeit hatten, um eine Schule zu besuchen. Gerade Karl der Große hatte, was die Bildung der gemeinen Bevölkerung anging, sicher sehr ehrgeizige Ziele. Doch um diese auch umzusetzen bedurfte es nicht nur der Lehrer - die es durch die Mönche zur genüge gab -, sondern auch bzw vor allem den Willen der Menschen. Und zur damaligen Zeit nützte es einem Bauern kaum etwas, wirklich gebildet zu sein. Ein wenig rechnen, wenn es ums Geld geht reichte, was sollte ein Bauer mit Latein anfangen? Und an einen Aufstieg in einen höheren Stand war damals undenkbar.

Antwort
von tryanswer, 57

In der Regel nein, doch gab es auch dabei Ausnahmen. Es gab durchaus auch reiche Bauern, die ihre Kinder auf eine Lateinschule schicken konnten. Das wiederum war jedoch davon abhängig ob wir es mit freien Bauern oder Leibeigenen zu tun haben.

Antwort
von JBEZorg, 20

Nein, arummeinst hat Luther die Luther-Bibel geschrieben? Das war das Ziel, Texe, die sonst nur auf Latein zugänglich waren auch der Unterschicht verständlich zu machen.

Tja, die Motive dahinter waren aber viel tiefgründiger und negativer als man gemeinhin denkt. 

Antwort
von ThomasAral, 36

Nein. Nur Kirchenleute und Ausnahmen.  Karl der Große konnte z.B. Latein (war noch vor dem Mittelalter aber auch ungewöhnlich). Er hat aber nicht etwa Latein als Sprache für das Volk (also auch den Gelehrten) einfeführt sondern "Lingua Tedescum" aus dem jetzt Deutsch geworden ist.  Im heutigen Frankreich hat sich das nicht durchgesetzt--- da war Latein weiter Sprache der Gelehrten. Dann gabs da nen eigenen König der dann mehr oder weniger seine eigene Sprache (Dialekt) zu Landessprache machte. Deshalb hört sich heute Französisch so total anders an als Deutsch.


Kommentar von Clarissant ,

Deshalb hört sich heute Französisch so total anders an als Deutsch.

Wie meinst du das? Französisch ist eine romanische, Deutsch eine germanische Sprache. Ist doch klar, dass sich das anders anhört. Oder worauf wolltest du hinaus? 

Kommentar von ThomasAral ,

Deutsch ist eine künstliche Sprache (sowas wie Esperanto). Französisch ist aus einem lebendigen Dialekt entstanden. Der Grund: auf dem Gebiet von Deutschland gab es viel zu viele Dialekte und keiner war Herr über alle anderen ... da musste was her damit alle was verstehen.  In Frankreich hat sich ein Einheimischer zum König erhoben und so seinen Dialekt durchgesetzt.

aber nicht von anfang an --- anfangs gabs Latein in Frankreich ... und das Lingua Tedescu schon in Deutschland. 

Antwort
von elenano, 32

Nein.

Lesen und Schreiben konnten überhaupt nur Adlige und Kirchenangehörige.

Nonnen und Mönche konnten Latein, aber die breite Masse der Bevölkerung nicht.

Viele haben deshalb auch nicht verstanden, was in der Bibel steht (damals in lateinischer Sprache).

Erst Luther hat die Bibel dann ins Deutsche übersetzt, sodass alle Leute verstanden haben, was darin steht.

Mit der lateinischen Fassung konnte kaum jemand etwas anfangen.

Antwort
von voayager, 18

von wegen, die meisten Bauern konnten noch nicht mal lesen und schreiben, geschweige Latein

Antwort
von TorDerSchatten, 45

Nein, sie konnten auch nicht lesen und schreiben.

Das konnten meist nur die Mönche und Nonnen im Kloster.

Antwort
von EP2fan, 50

Unwahrscheinlich, da die Sprache seit dem Ende des Römischen Reiches nur noch von der Kirche aktiv gebraucht wurde.

Antwort
von Tomatensaft129, 46

Höchstens ganz selten, aber dann nur ein paar Wörter.

Antwort
von Dahika, 28

Nein, die konnten nicht mal lesen.

Antwort
von Flintsch, 43

Nein.

Antwort
von MilkaWay, 26

Neein

Antwort
von BertSchneider55, 34

Nein, sie konnten weder lesen noch schreiben. Das war den Adeligen vorbehalten.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community