Frage von AlicBa,

Konnte die Lehrerin wirklich verlangen, dass ich in der 8.Klasse ....

... die Lehren des Thomas Hobbes verstehe?

Wie alt ist man da? 14? oder so? Ich meine, manche Leute verstehen dessen Lehren noch nichteinmal mit Mitte 30. Heute, bin Mitte 20, habe ich verstanden was er sagt. Aber ist es denn überhaupt zu verlangen, dass einer in der 8. Klasse das versteht? Es war im Religionsunterricht; die Lehrerin gab uns einen langen Text, wo etwas über seine Lehren geschrieben stand. Das mussten wir zu Hause lesen und dann sollte darüber gesprochen werden. Ich hatte den Text damals nicht verstanden und das Gespäch in der Unterrichtsstunde war auch nicht aufschlussreich. (Vielleicht hatte sie darüber auch einen Test geschrieben - das weiß ich aber nicht mehr genau.) Jedenfalls bin ich heute der Ansicht, dass dies für jemanden in dem Alter nicht zu verstehen war. War ich nun zu blöd oder war es von der Lehrerin zu viel verlangt? Was meint Ihr?

Antwort von Tobias87,
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Das Grundprinzip ist doch ziemlich simpel: Wenn die Menschen machen können, was sie wollen, schlagen sie sich gegenseitig den Schädel ein, und damit das nicht passiert, muss man einen Staat gründen, der die Menschen voreinander schützt. Das kann man auch als Achtklässler verstehen.

Es hängt also davon ab, was sie im einzelnen verlangt, wie euch der Stoff vermittelt wurde usw.

Antwort von Astroprofiler,
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Nun verlangen sowieso nicht, erwarten das man seinem Untericht etwas folgt vielleicht, dabei stellt sich immer die Frage wer Hobbes als Thema verwendet, sollte die Grundlagen der Geschichts- Vermittlung beherrschen, erst recht bei 14 jährigen.

Nein musst Du nicht, da gibt's auch nicht viel zu diskutieren, er hat nur den jetzt Zustand, der Gesellschaft, schon in seiner Generation (Zeit) beschrieben. Wenn Lehramtsträger nicht kreativ genug sind, auf die wirklichen Probleme der Gesellschaft einzugehen, greifen Sie gerne in die Schublade der Geschichte, um diese wieder aufzuwärmen und nennen es auch noch hochtrabend Fortschritt.

:-))))

Antwort von susicute,
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Ich denke man kann auch in der 8. Klasse Hobbes lesen und etwas aus seinen texten mitnehmen. Das man sich die Texte mit 20 im Politikstudium nochmal völlig anders erschließen kann ist klar. Es wird auch keiner von einem 8 Klässler verlangen eine wissenschaftliche Arbeit über seine Staatsphilosophie zu schreiben. ;) Aber generell finde ich es gut, dass man früh gefordert wird. Oft versteht man etwas nicht vollkommen, aber wenn die Thematik später nochmal in einem anderen Kontext auftaucht hat man, wenn man es früher bereits gehört hat, einen besseren Bezug dazu und reflektiert warum man den Text heute möglicher Weise anders versteht. Solange man nicht konstant überfordert wird, ist es nicht tragisch, wenn man in der Schule auch mal Texte lesen muss, die möglicher Weise etwas mehr Vorwissen erfordern. Andersrum finde ich es bei manchen Abiturienten erschreckend wie wenig sie in den 12/13 Jahren gelesen haben und kaum einen bedeutenden Autor nennen können. Da ist es doch schöne, wenn man mit Hobbes aus der 8. Klasse aufwarten kann. ;)

Antwort von Injure,

Sicher hat sie nicht verlangt, dass du die ganze Hobbes-Lehre verstehst und darlegen kannst. Aber den groben Rahmen begreifen und die Richtung ,in die es läuft.

Wir haben in der achten Klasse auf einer hessischen Gesamtschule Auszüge der Werke von Erich Fromm, Ernst Bloch und Albert Schweitzer bearbeitet in Gesellschaftslehre ( in diesem Fach wurde die ganze Klasse, bestehend aus Hauptschülern, Realschülern und Gymnasiasten zusammen unterrichtet) und mit dem nötigen Feingefühl und der Begeisterung, die unser Lehrer selbst für diese Gedanken hatte, ist jeder durchgestiegen.

Und wir waren eine "ganz normale" Klasse.

Antwort von affeaffeente,

Ich glaub das war nicht so gut von deiner Lehrerin. In dem Alter beherrschen viele noch nicht unvoreingenommen zu denken und sich ein eigenes Bild von der Wirklichkeit zu verschaffen.

Ihr hättet im besten Fall all das "auswendig lernen" können was sie euch gesagt hat. Aber im Ethikunterricht ist das absolut falsch, da man sich ja schließlich ein eigenes Bild verschaffen muss.

In dem Alter ist man ehrlich gesagt mit wichtigerem beschäftigt :D

Antwort von nightingale,

Na, das kommt jetzt ganz auf die Schulart drauf an...

Antwort von omikron,

Nun, der eine versteht in der 8. Klasse Hobbes nicht, der andere kapiert den Satz des Pythagoras nicht oder weiß nicht, was er mit der Endosymbiontentheorie anfangen soll.

Antwort von user1245,

Abgesehen davon, dass ich von Namen her, noch nie was von diesem scheinbar so wichtigen Menschen gehört habe....kenne ich auch seine Lehren nicht...kann sein, dass ich an dem Tag gefehlt habe... ;-)

Hab mal kurz auf die Site geschaut....öhm...neee...ich glaub nicht, dass man es verstehen und erklären müssen kann mit 14...schon gar nicht heutzutage...

Aber ich kann dir eins sagen...wenn es ein Lehrer nicht "rüberbringen" kann, dann versteht man es auch nicht. Ich weiß nicht, ob und wieviele es bei euch nicht verstanden haben (oder nur für den Test gelernt haben?) aber es ist vollkommen normal, dass Jugendliche nicht alle gleich lernen. Der eine hat halt mehr Zugang zu theoretischem Wissen und der andere zur Praxis.

Und ganz ehrlich...mir ist es nicht wichtig, ob ein Heizungstechniker auch die Lehren des Thomas Hobbes verstanden hat...Hauptsache er kann im Winter meinen Popo wieder warm machen! ;-)

Kommentar von Astroprofiler,

Hobbes war der David Precht seiner Zeit. Kein "Philosoph" nur ein philosophierender.

Kommentar von user1245,

;-) Bin bisher ganz gut ohne beide ausgekommen....die haben mir nicht gefehlt!

Und ich kann mich auch selbst ernähren und liege dem Staat nicht auf der Tasche...muß wohl doch nicht so wichtig gewesen sein, die zu kennen....

Ich bezweifel, dass mir die beiden zu einem Job verholfen hätten, wenn ich sie gekannt hätte....wohl eher das Gegenteil....weil arbeiten muß man können, nicht schwaffeln!

Antwort von Balthazar,

Bin jetzt in der 9. Klasse und habe noch nie was von dem gehört bin ich hier der einzige ?

Antwort von DerTroll,

Es verlangt kein Lehrer, dass man sich einen seiner Texte durchliest und sofort alles verstanden hat. Aber man kann erwarten, dass sich Schueler das durchlesen und mit diesem Text arbeiten und versuchen zu erarbeiten, was damit gesagt werden soll und das mit den anderen christliche Lehren und dem theologischem Verstaendnis zu vergleichen. Gerade im Alter von 14 sollte man sich langsam mal selber mit dem Glaubenauseinander setzen. Bisher ist man ja eher in der Kirche, weil man als Kind getauft wurde, so mit der Firmung (die ja je nach Gemeine zwischen 14 und 18 stattfindet) sollen sich junge Leute selber entscheiden, ob und was fuer einen Glaubensweg sie gehen werden. Und dazu muss man sich nun auch einmal mit solchen komplizierten Texten und Gottesbeweisen und aehnlichem auseinandersetzen. Und im Vergleich zu manchen Texten, die man an der Oberstufe im Religionsunterricht zu lesen kriegt, ist Thomas Hobbes ja noch relativ einfach.

Kommentar von AlicBa,

Interssante Meinung. Aber bei Thomas Hobbes geht es nicht um Religion, sondern um Politik, Philosophie und Recht! Deshalb können Deine Schlussfolgerungen nur bedingt richtig sein (Bezug zur Glaubensentscheidung).

Antwort von WasNur,

du hast eines nicht verstanden .. was die kiddis denken, verstehen oder was für eine meinung sie haben ist den lehrern doch egal. leher wollen das die schüler nur das wiedergeben was der lehrer für richtig hält

Kommentar von AlicBa,

Wenn ich es nicht verstanden habe, kann ich es auch nicht wiedergeben .... !?

Kommentar von WasNur,

bei uns hat die lehrerin gesagt was richtig ist und wir mussten es nur wiederholen. wenn man es gewagt hatte seine ansichten zu äussern wurde man (kein scherz) vor die tür geschickt oder fertig gemacht

Kommentar von AlicBa,

Ja. Bei dem was Du sagst ist schon was dran. So drastisch wie Du es schreibst habe ich es nicht erlebt. In Bezug auf Thomas Hobbes und meine Frage passt Deine Antwort nicht so ganz (meine Meinung).

Aber etwas nachzuplappern hat mich in der Schule schon immer aufgeregt. Ich habe mir oft eine eigene Meinung gebildet und wurde dafür abgestraft. Wie soll man denn Menschen mit eigenen Persönlichkeiten erschaffen, die alles nur nacherzählen sollen?! Nein! Jeder muss sich eine eigene Meinung bilden dürfen; natürlich mit dem entsprechenden Hintergrundwissen. Noch heute regen mich Leute auf, die sich keine eigene Meinung bilden, sondern irgendetwas nachquatschen - was sie irgendwo aufgeschnappt haben. Das merke ich sofort. Naja - Gott sei Dank leben wir in einer Demokratie und bekommen unsere zu habende Meinung nicht von der Politik diktiert (zumindest theoretisch) ...

Kommentar von WasNur,

ich wollte damit eigentlich sagen das schüler einfach nur aufpassen müssen. so finden sie herraus was der lehrer gerne hören möchte...

leider leider ist das heute so. ausnahmen sind selten, die meisten achten nur auf den plan und notenschnitt

Kommentar von AlicBa,

Bist Du Lehrer? Und bist Du der Ansicht, dass man Hobbes in der 8. Klasse verstehen muss?

Kommentar von WasNur,

nein ich bin kein lehrer (was man an meiner legastenie erkennen sollte)

hmm ich weiss es ehrlich gesagt nicht. ich bin mir nichtmal sicher ob ich ihn jetzt wirklich vertstanden habe (war kein lehrstoff). es gibt durchaus ausnahmetalente, aber ich kann mir einfach nicht vorstellen das ein normaler 14jähriger das packt.

Kommentar von Barney123,

Wasnur,

Bist Du in Bayern in die Schule gegangen? I ging in BW in die Schule und in den Siebzigern wurden wir beschimpft, weil wir im vergleich zu den 68ern "ein lahmer, friedvoller Haufen" waren.

Bei uns wollten die Lehrer Widerspruch, damit sie was zum Diskutieren hatten.

Kommentar von WasNur,

neee nicht ganz bayern .. niedersachsen (einem ort wo man ähnliche trachten trägt wie in bayer o_O) und nrw

in nrw lag es wohl daran das die hälfte fast kein deutsch sprach. also hätte die lehrerin mehr arbeit und mühe investieren müssen. ich habe nichts gegen ausländer oder deutsche mit migrationshintergrund .. sorry aber das was ich erlebt habe ging zu weit, warum soll ich meine zukunft versauen weil ein großer teil kein interesse zeigt deutsch zu lernen oder sich etwas anzupassen????

Antwort von Martin2013,

hat man mit 8 jahren eine religioin(ich hasse relegion) einzubläuen ist ne krasse sache...gibt es gott sei dank nur im im westen und dann auch nur vereinzelt....Ich als Eltern teil würde das nicht zu lassen....mit 14 kriegt man ne Konformation...wo für?um Geld zu sammeln?Ich stell nicht viel in Frage aber das regt mich auf.

Kommentar von Martin2013,

Ich liebe Kirchen aber der rest bleibt mir gestohlen...

Kommentar von AlicBa,

... 8. Klasse!

Antwort von FRKWD,

Ist das nicht lehrplanabhängig? Wenn das im Lehrplan steht, kann die Lehrerin kaum etwas dafür. Abgesehen davon muss Ich ganz ehrlich sagen, dass Hobbes in der 8. Klasse ein wenig übertrieben ist. Ich war bis zur 10. Klasse auf einer Realschule und hatte erst in der 11. Klasse das Vergnügen ein allgemeines Gymnasium zu besuchen - Hobbes wurde in der 11. Klasse in Ethik durchgenommen.

Kommentar von AlicBa,

Also wenn das im Lehrplan steht .... ! Schön, dass Du meiner Sicht der Dinge mit mir teilst.

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