Kondenswasser, Sommerfeuchte im gesamten Keller, Maßnahmen?

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10 Antworten

Fünf Jahre lang gab es bei der Vorbesitzerin keine Probleme, nun nachdem ihr das Haus gekauft habt, ist der Keller plötzlich feucht.

Nun wird wild spekuliert, woher die Feuchte kommt. Vielleicht betrachtet man mal die Realitäten genauer.

Hat der Keller Verbindung zu den Wohnräumen oder nur einen Zugang von Aussen? Hat die Eigentümerin zuvor alleine im Haus gewohnt? Bewohnen nun mehrere Personen, ggf. noch Haustiere das Haus?

Sicherlich hat sich die Anzahl der Feuchtequellen im Haus erhöht und die Anzahl der Lüftungen konnte die Feuchtigkeit nicht im ausreichenden Maße abführen. Vermutlich stieg damit die durchschnittliche Raumluftfeuchte an, die Wände übernehmen das gestiegene Feuchteniveau und damit gibt es eine gewisse Beständigkeit der höheren Feuchte im Haus.

Steht der Keller nun mit den Wohnräumen in Verbindung so findet auch hier ein Luftaustausch der nunmehr feuchteren Luft statt. Die Warmluft steigt nach oben, kalte Luft sinkt nach unten. Im Keller sammelt sich die kalte, feuchte Luft denn der Keller ist in der Regel unbeheizt.

Kühlt sich Luft ab, so verringert sie ihr Volumen. Die Luft wird (volumenbezogen) schwerer und sinkt nach unten. Der Anteil an Wasserdampf in der Luft bleibt aber gleich. Damit steigt in sich abkühlender Luft die rel. Luftfeuchte an, unter Umständen bis zum Taupunkt.

Das ist sehr gut an der kalten Getränkeflasche im sommerlichen Biergarten zu beobachten. Innerhalb kürzester Zeit hat sich Kondensat aus der warmen Umbebungsluft an der Flasche abgesetzt, da sich die Umgebungsluft an der Oberfläche der Flasche abkühlt und sich in der oberflächennahe Luft die rel. Luftfeuchte bis zum Taupunkt erhöht.

Das Gleiche geschieht auch im Keller. Die warmfeuchte Wohnraumluft oder auch die tagsüber hereingelüftete warmfeuchte Sommerluft kühlt an den kalten erdberührten Kellerwänden aus. Da sich unten die kalte Luft im Keller sammelt, kommt es in den unteren Wandbereichen zuerst zur Kondensation und zu Feuchteproblemen.

Gibt es das Feuchteproblem überall im Keller an den Aussenwänden, so ist eine undichte Wanne (oder was auch immer) höchstwahrscheinlich NICHT die Ursache für die Feuchte.

Aufsteigende Feuchte durch Undichtigkeiten verursachen scharfe, wolkenartige Abgrenzungen zwischen dem feuchten Bereich der Kellerwand und der darüber befindlichen trockeneren Kellerwand. Oft findet man in dem Grenzbereich auch Salzausblühungen, weil das Wasser an der Stelle verdunstet und das aus dem Erdreich mitgeführte Salz (Streusalz, Dünger, etc.) zurück lässt.

Kondensat verdunstet nicht an einer "Grenzlinie". Es gibt bei Kondensatfeuchte KEINE scharfe Abgrenzung und KEINE Salzausblühungen, weil Kondensat NICHT aus der Wand kommt und damit kein Salz durch die Wand transportiert, was sich in Folge der Verdunstung an der Oberfläche ablagert. Kondensatfeuchte bildet einen "fließenden" Übergang vom feuchten Wandbereich zum trockenen Wandbereich.

Gegen Kondensat im Keller hilft es die wandoberflächennahe Luftfeuchte zu veringern. Die Stoßlüftung des Kellers wenn es draussen (noch) kalt ist ist eine sinnvolle Maßnahme. Man sollte verhindern, das die feuchtebelastete Wohnraumluft in den Keller eindringt, auch wenn es im Keller 75% rel. Luftfeuchte gibt und in den Wohnräumen nur 65%. Die Wohnraumluft ist wärmer als die Luft im Keller. Kühlt sich diese dann im Keller einige Grad Celsius ab, so hat man schnell mehr als 75% rel. Luftfeuchte im Keller.

Im Mollier-h-x-Diagramm (bitte mal googeln) kann man die Luftfeuchteerhöhung bei Temperaturabsenkung gut ablesen. Auch kann man mit dem Diagramm ermitteln, ob die Voraussetzungen für die Kondenstbildung im Keller gegeben sind. Man braucht die Oberflächentemperatur der Kellerwand (unten), die allgemeine Raumlufttemperatur und die rel. Luftfeuchte in der Raummitte gemessen.

Mit den beiden letzteren Werten (allgemeine Raumlufttemperatur und allgemeine rel. Luftfeuchte) sucht man sich den Schnittpunkt der waagerechten Temperaturlinie und der schrägen Luftfeuchtelinie im Diagramm. Von diesem Schnittpunkt (1.Punkt) aus geht man senkracht nach unten bis zur waagerechten Temperaturlinie der Oberflächentemperatur der Kellerwand und kann dort im Schnittpunkt mit der schrägen Linie (2.Punkt) die herrschende Luftfeuchte im Oberflächenkontakt mit der Kellerwand ablesen. Liegt dieser 2.Punkt jedoch zu weit unten rechts - bereits ausserhalb der Linien (über 100% rF) - so gibt es Kondensat an der Wandoberfläche.

Alle Abdichtungsmaßnahmen (auch überwiegend alle Dämmaßnahmen), Injektionen, Kästchen mit elektromagnetischen Schwingungen und sonstwas bringen keine Trockenheit zurück, wenn die Feuchte aus der Raumluft an der kalten Wand kondensiert. Solche Maßnahmen füllen nur das Portemonnaie der Gutachter und Sanierungsfirmen.

Durch eine verbesserte Lüftung (den unbeheizten und kühlen Keller nie mit feucht-heißer Sommerluft fluten oder mit der Wohnraumfuft befeuchten!) sollte das Feuchteproblem mittelfristig zu beheben sein. Es geht nicht von heute auf morgen. Es dauert einige Wochen.

Zur Senkung der Wohnraumfeuche sollte geprüft werden, ob man oben an allen Fenstern das Hauses etwas Dichtgummi (10-15cm) entfernen kann. Die Kontrolle auf unangemessene Zugluft erfolgt mit der Kerzenflamme. So schafft man sich eine leichte permanente Lüftung im Haus, die die Wohnraumfeuchte ständig (!) mit dem leichten Luftwechsel nach aussen abführt.

So kommt es gar nicht zu Feuchtespitzen, denn diese Feuchtespitzen lagern sich in Möbeln und Wänden ein und befeuchten die Luft nach der Stoßlüftung schnell wieder. Stoßlüftung ist immer nur die zweitbeste Lüftungsvariante. Eine leichte permanente Grundlüftung ist die erste Wahl, um eine möglichst geringe durchschnittliche Luftfeuchte in den Wohnräumen zu erhalten.

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Ich habe so verstanden, dass das Haus in einer Wanne im Grundwasser steht. Leider ist da immer ein großes Risiko. Der kleinste Fehler, zum Beispiel eine schlechte Verdichtung an einer Stelle, kann große Folgen haben.  Eure Baufirma hätte bei einem solchen Untergrund, bei dem keine Drainage möglich ist,  den Keller unbedingt weglassen sollen und das Haus auf  Pfeiler oder ein Streifenfundament stellen sollen.
Ihr wedet sicher bei diesen Umständen immer ein Problem haben. Am Besten wäre es, es mitgenügender Dauerentlüftung in jedem Raum zu versuchen. Getrennte 400 mm Zu- und Abluftrohre, wobei das Zuluftrohr bis zum Boden geführt werden muss. Kleinere Rohre schaffen den nötigen Luftdurchsatz nicht.

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Kommentar von Mirjamka
27.06.2016, 11:33

Man darf sich hier keine "Wanne" in dem Sinne vorstellen. Es ist ein spezieller weißer Beton, der wasserundurchlässig ist. In diesem Wohngebiet/Neubau wurden 2010 über 30 Häuser mit Keller gebaut. Niemand hat dieses Problem.

Seit 5 Jahren gab es kein Problem und jetzt im 6. Jahr gibt es Probleme. Das kann doch nicht sein?

Wenn ich nun heute Abend, wenn es draußen kälter ist als drin, alle Türen öffne im Keller sowie Fenster und für ein paar Stunden evtl. sogar die ganze Nacht durchlüfte, hat das Sinn?

Kann es dann nicht passieren, dass die Feuchtigkeit ins EG oder OG hochzieht?

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Kommentar von FordPrefect
27.06.2016, 12:28

Ich habe so verstanden, dass das Haus in einer Wanne im Grundwasser steht.

So ist das wohl gemeint, ja. Ist eine hunderttausendfach bewährte eund eingesetzte Bauweise, die allerdings beträchtliche Mekrkosten verursacht.

Eure Baufirma hätte bei einem solchen Untergrund, bei dem keine Drainage möglich ist,  den Keller unbedingt weglassen sollen und das Haus auf  Pfeiler oder ein Streifenfundament stellen sollen.

So ein Unfug. Wenn man die WW richtig und sachgemäß konstruiert, ist das gar kein Problem. Und wer will schon ein Haus ohne Keller - noch dazu dort, wo die örtliche Satzung respektive BauO nur eine bestimmte Bauhöhe zulässt?

Ihr wedet sicher bei diesen Umständen immer ein Problem haben.

Solange die Ursache für das Eindringen von Sickerwasser in die Wanne nicht erkannt und behoben wurde, allerdings.

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Das kann man nur vor Ort beurteilen. Wenn duie Feuchtigkeit allerdings nur im unteren Bereich ist, schließe ich Kondenswasser aber eher aus. Ein Heizgerät mit Gas würde ich nicht verwenden, da dieses beim Verbrennungsvorgang auch wieder Feuchtigkeit produziert.

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Kommentar von Onki73
28.06.2016, 11:50

Warum schließen Sie Kondenswasser aus, wenn die Feuchtigkeit nur im unteren Bereich zu finden ist?

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dringend für gute Durchlüften sorgen, damit die stehende Feuchtigkeit abziehen kann 

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Auf keinen Fall lüften, sondern Raumentfeuchter laufen lassen, bis die Feuchte raus ist. Die feuchtwarme Außenluft führt zur Kondensierung an den kühlen Kellerwänden!

Sobald wieder kühlere Temeraturen außen vorherrschen, kann dan auch kräftig durchgelüftet werden.

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Die Räume sind natürlich unverzüglich durch geöffnete Fenster wieder zu trocknen. Allerdings halte ich die Behauptung "Er sagte uns, es sei Kondenswasser sog. Sommerfeuchte. Die letzte Woche war es sehr heiß." in Anbetracht der meteorologischen Gegebenheiten für völligen Unsinn. Wegen ein paar warmen Tagen bildet sich nicht einseitig in einem Haus plötzlich ein derartiger Feuchtigkeitsstau. Dafür müsste die Hitze schon Wochen andauern. 

Die Nachbarn nebenan haben Baugleich über den selben Bauherren gebaut und haben nichts.

Das sagt nun per se rein gar nichts darüber aus, ob es sich um eindringende Feuchtigkeit von außen handelt oder nicht. Wenn die WW der Nachbarn intakt ist, tritt dort logischerweise ja eben kein Problem auf.

Wir haben ebenfalls eine "weiße Wanne" bzw. den WU-Beton (wasserundurchlässiger Beton). Wir dachten zuerst es kam durch den starken Regen die letzten Wochen, da wir direkt im Grundwasser stehen.

Das dürfte m.E. auch der Fall sein; die Beschreibung würde exakt dem Schadensbild entsprechen, wenn die WW voll läuft, und die Mauern entsprechend tief im Wasser stehen. Hier muss ein Gutachter her.



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Ich würde vorschlagen, dringend ausreichend zu lüften. Erst wenn die Feuchtigkeit weg ist, zeigt es sich , ob es Schimmel ist.

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hi

den Vorschlag vom Bauherrn würde ich auch befolgen.abends um 22Uhr die Kellerfenster öffnen und um 6Uhr am Morgen wieder schließen.

und ich glaube auch nicht, dass Dann die Feuchtigkeit hochzieht.entweder du lüftest es raus oder es passiert eben nix.

im 2.Fall würde ich einen Fachmann zu Rate ziehen, das kostet aber ne Menge.daher versuch erstmal den kostenlosen Tipp mit Lüften.

viel Erfolg


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Es zieht sich vom Boden ca. 30 - 50 cm nach oben

Das sieht aber nicht nach Kondenswasser aus. Eher so, als ob Wasser von unten und oder seitlich eindringt. Wenn keine Drainage vorhanden ist, wuerde ich erst mal damit versuchen.

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Kommentar von Onki73
28.06.2016, 11:47

Klar, die wahrscheinlichste Ursache - das Kondensat - ausschließen und pauschal die teuerste "Sanierungsmethode" empfehlen.

Sicherlich leiten Sie eine Baufirma.

Wenn es nach der Verlegung der Drainage feucht im Haus bleibt, dann war es wohl doch Kondensat...

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So ein Entfeuchtungsgerät kostet heute nicht mehr alle Welt. Sogar Aldi bietet welche an. Da ist noch ein Hygrometer eingebaut, welches die Feuchtigkeit in der Luft misst. Sobald es trocken ist schaltet das Gerät ab. So braucht es wenig Strom.

Falls ein Gerät nicht ausreicht, würde ich eben noch ein 2. hinstellen und alle Türen offen halten. So ist dein Keller im Nu trocken. Dann kann auch kein Schimmel entstehen. Alle Fenster schliessen und das Problem ist schnell gelöst. Du wirst staunen, wieviel Wasser anfangs zusammen kommt.

Einen Heizlüfter kaufen finde ich falsch. Diese Geräte verbrauchen viel Strom und zudem lösen sie dir das Problem nicht.


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Kommentar von Mirjamka
27.06.2016, 11:09

Das Heizungsgerät/Standgerät ist bereits in Besitzt meiner Eltern und müsste somit nicht mehr angschafft werden. Es funktioniert mit Gas. Von den Kosten her auch nicht die Welt. So wie jedoch bis jetzt alle kommentieren, sollte es mit Lüften funktionieren.

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