Frage von ZellSoma, 18

Komplexe Mehrfachbehinderung - Wie kann ich mein Leben verbessern?

Ich bin männlich und mitte dreißig. Ich habe körperliche und psychische Behinderungen. Ich habe eine Partnerin und zwei männliche Freunde. Ich lebe isoliert. Ich habe schon viele Therapien absolviert. Ich gehe seit 15 Jahren zu meiner Psychiaterin. Meine Behinderungen schränken mich in meiner Mobilität ein. Ich habe versucht zu studieren. Leider habe ich zwei mal abgebrochen. Bisher habe ich nur im Zivildienst gearbeitet. Finanziell bin ich durch eine Erbschaft von meiner Mutter abgesichert. Ich frage mich, ob es so isoliert weiter gehen wird. Oder ob ich den Weg aus dem Schneckenhaus wieder raus finde. Ich hatte in meiner Kindheit und Jugend keine engen Freunde. In sofern war ich immer recht stark an meine Mutter gebunden. Mein Vater lebt noch, aber er scheint zu mir keinen Kontakt haben zu wollen. Zu meinen Verwandten habe ich keinen Kontakt. Ich hatte schwere existentielle Krisen und mache mir sorgen wegen meiner gesundheitlichen Zukunft. Das Abitur habe ich geschafft und ich lese auch gerne. In den Bereichen Psychologie, Philosophie, Neurowissenschaft und Populärwissenschaft. Leider verstehe ich Mathematik und Programmieren nicht so gut. Deswegen habe ich das Informatik Studium nicht geschafft. Ich denke das ich einen durchschnittlichen IQ habe (irgendwas zwischen 90-110). Ich fände es toll wenn man den IQ steigern könnte, um mehr zu verstehen. Aber solche transhumanistischen Technologien gibt es ja noch nicht (Neuro-Implantate mit denen man in sekundenbruchteilen große Mengen Wissen herunter laden kann und mit denen man die Rechenleistung des eigenen Gehirns steigern kann). Wenn ich es mir aussuchen könnte und die Biologie mich nicht beeinträchtigen würde, dann hätte ich gerne einen IQ von 160. Leider kann man sich das nicht aussuchen. Ich denke mit einem solchen IQ könnte ich wesentlich mehr verstehen. Wichtig währe für mich auch die Emotionale Komponente. Ich wäre gern sozialkompetenter und würde mich gerne durchgehend harmonisch und friedlich verhalten. Konflikte in der Partnerschaft gibt es leider. Durch Paarberatung sind diese allerdings schon besser geworden. Ich frage mich, was ich noch an Therapien machen kann oder ob ich auch den Zugang finden kann, zu Menschen die nicht beeinträchtig sind. Normale Menschen, falls es so etwas überhaupt gibt. Ich denke mal die Vielfalt der Menschen ist unglaublich komplex und differenziert. Adipositas und Binge Eating abbauen, Menschen kennen lernen, eine Bildungsperspektive aufbauen und vielleicht doch noch die Möglichkeit bekommen, zu arbeiten. Auf eine Weise die sich mit meinen Handicaps vereinbaren lässt. Leider bin ich auch an Schizophrenie und Depression erkrankt. Aber wenigstens kann ich etwas denken. Es könnte noch schlimmer sein. Auch wenn es schon schlimm gewesen ist. Über eine Einfühlsame Rückmeldung würde ich mich freuen. Herzliche Grüße ZellSoma

Antwort
von Mirarmor, 13

Hallo,

du hast auch Positives im Leben, finanzielle Sicherheit, eine Partnerin, Freunde.

Viele Behinderte wünschen sich das.

Du machst ja schon eine Therapie und Paartherapie. Da hab ich auch keine besseren Tipps, um sozialkompetenter zu werden. Du könntest in einen Verein eintreten oder einen VHS-Kurs machen, um regelmäßig mehr Menschen zu treffen.

Wenn Übergewicht dich stört, vielleicht würde dir die Paleo-Ernährung helfen. Kannst mal auf http://www.urgeschmack.de/ schauen, ich finde die Infos dort recht ausgewogen und vernünftig.

Alles Gute.

Antwort
von DODOsBACK, 10
  • Du hast eine Partnerin und zwei Kumpels. Aber du fühlst dich isoliert.
  • Du hast Abitur - aber du wärst gern intelligenter.
  • Du hast schon 15 Jahre Therapie hinter dir, aber es reicht dir immer noch nicht.
  • Du bist finanziell abgesichert und könntest tun, wozu du Lust hast - aber du willst weder studieren noch einen "normalen" Job annehmen, solange es keine 200%ige "Erfolgsgarantie" gibt...

Ganz spontan würde ich sagen, du stehst dir einfach selbst im Weg! Soziale Kompetenzen erwirbt man nicht durch Therapien, sondern indem man unter Menschen geht, sich ausprobiert, Fehler macht und daraus lernt. Und genauso kommt man auch beruflich weiter.

Das erfordert aber Mut - und den hast du anscheinend verloren, indem du immer nur "was wäre, wenn..." gespielt und dich hinter deinen Krankheiten versteckt hast...

Du willst Leute kennenlernen? Dann geh irgendwo hin, wo das passiert! Du könntest z.B. einen VHS-Kurs belegen - Zeit und Geld hast du ja. Oder such dir eine ehrenamtliche Beschäftigung.

Mach Pläne. Nicht "irgendwann, vielleicht, möglicherweise", sondern "morgen mache ich einen Termin bei der Berufsberatung, bis Ende des Monats bewerbe ich mich xmal, ich google mir noch heute passende Selbsthilfegruppen..."

Erfüll dir deine Wünsche, statt immer weiter nach Gründen zu suchen, warum es schiefgehen könnte.

Wenn du hier Ferndiagnosen bekommst, was für dich möglich ist und was nicht - vergiss sie einfach!

Von Mathe über Selbstbeherrschung bis zu einem vernünftigen Essverhalten kann man erstaunlich viel lernen! Wenn man sich hinsetzt und aufhört, sich selbst leid zu tun... Und auch mal mit dem zufrieden ist, was man erreicht.

Du wirst höchstwahrscheinlich nie so klug wie Einstein, nie so "sozialkompetent" wie Schwester Stefanie und nie so attraktiv wie Brad Pitt sein - na und? Willst du deswegen unglücklich bleiben?

Du hast nur dieses eine Leben, und das erste Drittel davon hast du schon weitgehend "verpennt". Warte nicht darauf, dass dich irgendwer an der Hand nimmt oder dir den Weg zeigt - mit Mitte 30 solltest du selbst die Verantwortung übernehmen und endlich losmarschieren!

Antwort
von Fuzzyhead89, 8

Hi,

Leider kann ich dir in der Hinsicht nicht Helfen :(

Was ich dir aber anbieten kann ist das Projekt ( www.kohler.in )

Da ich hier selber lebe... wir sind zwar nur zu dritt und noch im Aufbau..aber ich bin in guter Zusicht das wir zusammen alles schafen werden !!

LG und hoffe ich bekomme ne Antwort, Chris

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