Kommunalwahlen in Niedersachsen. Einige sagen, sie wollen gar keine Partei wählen. Ich habe gehört, man soll stattdessen den Stimmzettel ungültig machen. Warum?

... komplette Frage anzeigen

11 Antworten

Wenn Du den Stimmzettel ungültig machst,am Besten tut man das mit etwas drauf schreiben ,und dem Wort ungültig,damit es unübersehbar ist,dann bekommt keine Partei eine "Wahlkampfkostenpauschale",die sich nach dem Stimmenanteil der Wähler bemisst.Und wenn Du darauf abzielst ist dies völlig legitim.Überlege Dir aber bitte,gerade im kommunalen bereich,wo Du mit den Politikern ganz normal sprechen kannst und diese auch in der Gemeindevertretung,dem Ortsbeirat oder auch dem Kreistag treffen kannst,ob Du nicht doch Dich mit irgend einer Wählerliste,Bürgervereinigung,lokalen Partei anfreunden kannst.Ich denke,in der jetzigen Zeit ist Stimmenthaltung / ungültig auch kein Rezept für die Stärkung der Demokratie.Beste Grüße

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von PatrickLassan
29.08.2016, 14:03

dann bekommt keine Partei eine "Wahlkampfkostenpauschale",

Wenn man sich den Weg zum Wahllokal spart, ist es genauso.

1
Kommentar von alessra
29.08.2016, 14:06

Ich weiß, dass dort Kommunalwahlen sind - mich selbst betreffen diese nicht. Aber ich würde trotzdem gerne wissen, wo der Unterschied zwischen Nicht-Wählen und Ungültig wählen liegt. Vielen Dank, damit kann ich schon was anfangen.

1
Kommentar von clemensw
29.08.2016, 14:07

Über die staatliche Finanzierung (ehemals Wahlkampfkostenerstattung) kannst Du nichts ausrichten, da diese Beträge idR in einer Höhe gedeckelt sind, daß erst bei einer Wahlbeteiligung von unter 50% tatsächlich finanzielle Einbußen auf die Parteien zukommen.

Rest: ACK!

0
Kommentar von alessra
01.09.2016, 01:39

Es war dieser Zusatz-Kommentar (der vorletzte unten in der Reihe) von dir, der für mich ausschlaggebend war: "

Auf dem Papier existiert zwischen ungültig und nicht wählen kein Unterschied. Beides hat die selben Konsequenzen.

Wenn allerdings nach der Wahl der Bericht kommt mit 10 Millionen haben gewählt, 18 Millionen haben nicht gewählt und weitere 20 Millionen Wahlzettel waren ungültig, dann kann man hoffen, dass es in der Politik ankommt, dass die Bürger nicht zufrieden sind.

Die Politiker werden wissen, dass die allermeisten ungültigen Wahlzettel existieren, weil die Leute ihren Ärger ausdrücken wollen. Das ist einfach eine Art von stillem Protest.

1

Wählt man, bringt es meist einem nichts, wählt man nicht, bringt es einem gleichfalls nichts, so mag in einem solchen Fall der Würfel oder die Münze entscheiden.

Ich hab da aber noch ne Idee, villeicht für enttäuschte Wähler das Passende. Wie wär`s denn ihr nehmt eure Wahlbenachrichtigung, schneidet in ihr euren Namen und Wahlnummer raus, dann klebt bzw. heftet sie deutlich sichtbar an einem Platz, der stark frequentiert wird. So führt ihr das ganze Wahlspektakel ad absurdum und erzeugt zudem Nachdenklichkeit bei anderen, ggf. schließen sich da noch weitwere Menschen dem an.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

So wie ich das sehe gibt es keinen Unterschied zwischen "nicht wählen" und "ungültiger Stimme". Es werden grundlegend zur Prozentberechnung nur die gültigen Stimmen herangezogen.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Das kommt auf das Wahlrecht an. Das müsstest du googlen, weil ich mach das nicht für dich.

Bei Bundestagswahlen bspw. ist es so, dass ungültig wählen quasi das Selbe wie Nichtwählen ist, da die ungültigen Stimmen nicht gezählt werden.

 Bei Abgeordnetenhauswahlen in Berlin bspw. ist es so, dass die ungültigen Stimmen eben als ungültige Stimmen gezählt werden, das heißt alle Parteien weniger Stimmenanteile bekommen.

Ich wähle, aber ich finde es legitim, wenn Leute nicht wählen. Man sieht auch an gestiegener Wahlbeteiligung in bspw. Sachsen-Anhalt bei gleichzeitigem riesigen Anstieg der Anteile für die AfD in Sachsen-Anhalt, dass eine hohe Wahlbeteiligung nicht immer zu Lasten von rechtsextremen Parteien geht.


Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von alessra
29.08.2016, 14:10

Darüber muss ich noch nachdenken...

0
Kommentar von oelbart
29.08.2016, 14:54

Das heißt, wenn genügend Leute ungültig wählen, bleiben die entsprechenden Sitze frei?

0

Damit will man die Unzufriedenheit mit der Politik ausdrücken UND das keine Partei mir Chancen, diese verändert
Das heißt man geht wählen und zählt sich zum Lager der Wähler, allerdings die der ungültigen, damit 'die da oben checken, die machen was gewaltig falsch'
Bei 2-3% der ungültigen Stimmen ist das echt sinnlos. Mehr Sinn macht es bei 10-15%, wenn es dann mehrere Leute und mehrere Bevölkerungsschichten betrifft

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Bei jeder Wahl kann man sich der Stimme enthalten, dh wer seinen Stimmzettel abgibt ohne sich für eine Alternative zu entscheiden hat letztlich eine Wahl getroffen. Wer nicht zur Wahl geht kann jedoch von jeder Wahlalternative (Partei) als schweigende Zustimmung vereinnamt werden.

Für die Beurteilung eines Wahlergebnisses ist durchaus bedeutsam ob 50, 75, 80 oder 85 Prozent der Berechtigten abgestimmt haben. Bei der Verteilung werden allerdings nur gültige Stimmen berücksichtigt. Trotzdem schwächt man die Position der "Wahlgewinner", der tatsächliche Anteil an den abgegebenen Stimmen sinkt, eine scheinbare Mehrheit (der abgegebenen gültigen Stimmen) kann so zu einer Drittelmehrheit ( der Wahlberechtigten) werden.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von alessra
29.08.2016, 14:34

Deine Antwort... ich glaube, das ist die Antwort, nach der ich suche!... Pause ist vorbei, aber ich schau heute abend nochmal hierher!!!

0
Kommentar von oelbart
29.08.2016, 14:55

Ich habe noch nie irgendwo gesehen, dass der Anteil der ungültig abgegebenen Stimmen noch mal gesondern dargestellt wurde...gibts das denn?

0

Wirklich bringen tut es nichts.

Wenn viele ihren Stimmzettel ungültig machen, wollen sie zeigen, dass sie mit der allgemeinen politischen Situation unglücklich sind. Einen richtigen Einfluss auf die Politik wird das nicht haben.

Finde ich auch nicht sonderlich intelligent. Wenn man mit gar keiner Partei zufrieden ist, dann sollte man sich gefälligst selbst darum bemühen, eine Partei zu eröffnen, die alles besser macht. Nicht zu wählen heißt, dass ein größerer Teil der Wahlprozente an die unliebsamen Braunen gehen.

Wenn z.B. 10 Leute wählen, davon 4 Stimmen für SPD, 4 Stimmen für CDU, 1 für AFD und 1 für NPD sind, ist das eine Verteilung von 40% SPD, 40% CDU, 10% AFD und 10% NPD.

Wenn einer von denen, die CDU gewählt haben, die CDU gewählt hat, damit die Rechten weniger Prozente bekommen haben, hat er das gut gemacht. Hätte er dagegen nicht gewählt, läge die Verteilung bei

44,4% SPD, 33,3% CDU, 11,1% AFD und 11,1% NPD. Somit haben die Rechten indirekt eine Stimme (Bzw. Stimmanteile) mehr bekommen und man hat sie damit unterstützt.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von ThommyGunn
29.08.2016, 14:13

Die Linken haben aber genauso profitiert, das gleicht sich am Ende aus.

0
Kommentar von alessra
29.08.2016, 14:16

Mir hat jemand geschrieben, dass er mit Nichts zufrieden ist, mit keiner Partei, und deswegen überhaupt nicht zur Wahl gehen will.

Ich lese aber immer wieder, dass man dann besser ungültig wählen soll. Ich weiß nur nicht, wo da der Unterschied ist. Ich würde es so gerne endlich mal wissen.

0
Kommentar von atzef
29.08.2016, 14:45

Wirklich realistisch betrachtet, werden bei diesen Kommunalwahlen vor allem rechte Wähler in die Gruppe der Nicht- oder Ungültigwähler eingehen, da hier wede die Neonazis noch ihre alternaiven Schmuddelkameraden antreten. In Osnabrück z.B. hat es die AfD nicht geschafft, die nötigen Unterstützerunterschriften für eine Kandidatur zusammenzubringen...

0

"Nur die dümmsten Kälber wählen ihren Schlächter selber." Edmund Stoiber (CSU)

Wenn die Wahlbeteiligung kleiner 50% ist, geht die demokratische Legitimation verloren.

"Wenn das Volk nicht will, dann geht es eben nicht." Oscar Lafontaine (Die Linke)

Ganz anders, die Herrschaften von der neoliberalen SPD: "Es ist eine Frechheit Politiker nach ihren Wahlversprechen zu beurteilen." Franz Müntefering (SPD)

Es hieße ja auch nicht Versprechen, wenn es kein Versprecher gewesen wäre, oder.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Beides ist Unsinn.

- Wer nicht wählt, stimmt der Meinung der wählenden Bevölkerung zu.

- Wer ungültig wählt, verändert das Ergebnis der Wahl auch nicht - weder in Prozent noch in Sitzverteilung.

- Die einzig sinnvolle Möglichkeit für Protest ist die Wahl einer kleinen, nicht etablierten Partei.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von alessra
29.08.2016, 14:37

Vielen Dank, kurz und prägnant. Aber

 "Wer ungültig wählt, verändert das Ergebnis der Wahl auch nicht - weder in Prozent noch in Sitzverteilung." 

Ist das definitiv wahr?

1

Das bedeutet nichts wirkliches...

Allenfalls ist das ein symbolischer Akt, mit dem man seine Unzufriedenheit über das Parteienangebot zum Ausdruck bringen möchte.

Dafür könnte man aber auch mindestens ebensogut komplett auf den urnengang verzichten.

Ich z.B. habe zeitweilig mal gedacht, ungültige Stimmen kämen daher, dass manche zu blöd und/oder besoffen sind, eine ordentliche Stimme abzugeben. Als Protest würde ich die auch heute kaum wahrnehmen.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

wessen stimmzettel nach wahlschluß für ungültig erklärt wird , der geht trotzdem mit ein in die % der wahlbeteiligung .

in dem stimmlokal waren 72% wahlbeteiligung , auch wenn nur 49 % gültig waren.  das signalisiert die unzufriedenheit mit den kandidaten bzw. parteien .

denn auch ungültige stimmzettel werden gezählt und abgeheftet in den archiven.


Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von alessra
29.08.2016, 14:39

Wird denn auch offiziell verkündet, wieviel ungültige Stimmen abgegebeen werden? Habe das im Moment nicht auf dem Zetel und bin so in Eile...

0