Frage von Cliche, 52

Kommt es in die Strafakte, wenn man sich selbst anzeigt?

und kommt es in die Strafakte, wenn man vor Gericht angeklagt wurde, aber nicht verurteilt und wer kann diese Akte einsehen?

Muss man den Arbeitgeber darüber informieren, dass man mal vor Gericht musste ( ohne verurteilt zu werden )?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von TheGrow, Community-Experte für Polizei & Recht, 32

Hallo Cliche,

die Frage ist ja, was Du unter Strafakte verstehst.

Es gibt ja die folgenden Möglichkeiten, wo Einträge erfolgen können.

  1. im polizeilichen Vorgangssystem
  2. im Bundeszentralregister
  3. im Erziehungsregister
  4. im Führungszeugnis
  5. im erweiterten Führungszeugnis
  6. im Führungszeugnis für Behörden

Bezüglich Deiner Frage gilt, dass nur ein Eintrag in das polizeiliche Vorgangssystem erfolgt, wenn es zu keiner Verurteilung, sondern zu einem Freispruch kommt.

Wenn Du Dich bewerben willst, kann der Arbeitgeber von Dir lediglich ein Führungszeugnis verlangen. Dort erfolgt aber wie gesagt kein Eintrag.

Wenn Du ein Führungszeugnis beantragst, wird dieses wie folgt aussehen:

http://regionalwolfenbuettel.de//wp-content/uploads/2013/03/fuehrungszeugnis.jpg

Du darfst Dich dementsprechend auch als "NICHT VORBESTRAFT" bezeichnen.

Schöne Grüße
TheGrow

Kommentar von Cliche ,

Beste Antwort!

Antwort
von Messermephisto, 20

Zunächst mal: eine "Strafakte" als solche gibt es nicht. Was du meinst, ist das Bundeszentralregister, in dem Vorstrafen ab einer gewissen Schwere vermerkt sind (https://de.wikipedia.org/wiki/Bundeszentralregister).

Wenn du freigesprochen wurdest bzw. das Verfahren aus einem anderen Grund eingestellt wurde, bleibt dein Register "sauber". Allerdings bleibt der Vorgang intern bei der Staatsanwaltschaft gespeichert (darf nicht herausgegeben werden). Außer Behörden kann niemand deinen Registereintrag sehen, ohne dass du dein Einverständnis gibst. Manchmal wollen Arbeitgeber wissen, ob du Vorstrafen hast. Dann kannst du einen Auszug aus deinem (hoffentlich sauberen) Register verlangen, um ihn dem Arbeitgeber vorzulegen.

Für den Fall, dass du verurteilt wirst, spielt es schon eine Rolle, ob du dich selbst angezeigt hast oder nicht, besonders bei der Höhe der zu erwartenden Strafe. Das wird durchaus strafmildernd angerechnet. Ist die Strafe hoch genug für einen Registereintrag, sieht man dort aber nicht, ob du dich selbst oder jemand anderes dich angezeigt hat.

Deinem Arbeitgeber musst du idR nicht mitteilen, wenn du Probleme mit dem Gesetz bekommst, solange nicht ein Zusammenhang mit deiner Arbeit besteht (z.B.: arbeitest du bei einer Bank, interessiert es deinen Arbeitgeber natürlich schon, wenn du wegen Diebstahl o.ä. verurteilt wurdest).

Antwort
von Waffelkopf14, 21

Ob das in der Akte auftauch weis ich nicht aber den Arbeitgeber sollte man darüber informieren und die Sache erklären.

:D LG

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