Frage von D4nieI, 808

Komme mir vor wie in Momo?

ich weiß nicht wie ich meine Gedanken hier in Worte fassen soll aber ich versuche es mal: Mit kommt es so vor als würden die Menschen um mich herum ständig ein uhrticken im Kopf hören, bei jeder täglichen Aktivität kommt es darauf an sie so schnell wie möglich zu erledigen denn anscheinend ist: Je schneller, desto besser, warum muss man immer besser sein ist das Leben ein Wettkampf? Ich meine können wir unser Leben überhaupt noch ein "Miteinander" nennen? Manchmal kommt es mir vor als wäre es eher ein "Gegeneinander".
Ist das eine natürliche Folge des kapitalismus? Entfremdung, Ausbeutung anderer Menschen und unserer Heimat? Wir werden schon von klein auf darauf getrimmt, dass das Leben ein Wettstreit ist. Manchmal ist mir als würden die Leute vieles um sie herum verpassen, weil sie so darauf gepolt sind alles zu erledigen damit sie ein tolles Leben haben können... irgendwann. In der Schule ist es auch so, sei gut in der Schule, schreibe ein gutes abi und es wird dir gut gehen in deinem Arbeitsleben, aber was nützt mir das wenn es mir jetzt nicht gut geht?

ok, ich habe noch längst nicht alles aufgeschrieben was mir durch den Kopf geht aber ich kann meine Gedanken nicht so schnell aufschreiben wie sie mir in den Kopf kommen, und wenn ich mich gerade einen Gedanken widme verliere ich oft den Faden weil mein Kopf schon weiter ist und ich mich immer wieder zurückrufen muss 😬

Vielleicht mache ich mir irgendwann die Mühe meine Gedanken hier zu ordnen und in einer guten Fassung nochmal aufzuschreiben, dazu fehlt mir grade aber die Zeit und Lust (merkt ihr? Mir fehlt die Zeit.)

Grade interessiert es mich nur ob es Gleichgesinnte gibt oder ob ich mit meinen Wirren Gedanken (die wahrscheinlich davon kommen, dass ich seit 2 Tagen nicht mehr geschlafen habe) alleine bin. Außerdem würde es mich interessieren was ihr davon haltet.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von ilknau, 361

Hallo, D4niel.

Du meinst das nicht nur sondern triffst die richtige Feststellung: Die Uhr tickt: Renn, Mensch, durch dein Leben: Gewinn, mach Konsum, lebe am besten gleich nach Erreichen der Rente ab, damit Vater Staat die sich auf den fetten Wanst schmieren kann.

Gegeneinander ist es nur, lässt man es zu.

Diese Lebenshektik ist keine natürliche sondern beabsichtigte Folge des K., aufbauend auf Darwins lebensfeindlicher Theorie, dass nur der Starke gewinnt = Sozialdarwinismus.

Grins, man kann sich aber durchaus Nischen schaffen.

Ich wandere in freier Zeit gern durch meinen Ort, stehe an einem der vielen Fliesse darin und schaue dem Wehen der Wasserlinsen in der Strömung sowie dem abwartenden Flösseln der Forellen zu, derweil sie regenbogig schimmernd darin treiben.

Auch ein gefundener Cent freut.

Lerne, die kleinen Wunder in der Umgebung zu schätzen und es wird dir besser gehen.

Kommentar von ilknau ,

Auch das ist Miteinander: mein Dank an dich für die Auszeichnung, :-) + LG.

Kommentar von wotan38 ,

Es mag sein, dass viele im Daseinskampf übertreiben, vielleicht sind das auch vom Schicksal Benachteiligte. Den Darwin würde ich aber dafür nicht verantwortlich machen, ihn als Erfinder des hier genannten Sozialdarwinismus hinstellen. Wer die Natur beobachtet, kann feststellen, dass dort der Lebenskampf, wenn auch nicht grundsätzlich, doch sehr oft weit härter abläuft als bei uns Menschen. Nicht jeder hat, wie ich z.B. das Glück, dem Lebenskampf mit Gelassenheit zu begegnen. Ängste, die Anforderungen des Lebens nicht meistern zu können, führen bei vielen Menschen zu einem erhöhten Sicherheitsbedürfnis. Vorbilder, die durch erhöhte Aktivität diesem Kreisprozess entkommen, verleiten viele zur Nachahmung. Jedoch ohne die geeigneten Voraussetzungen scheitern so manche daran.

Schon im Altertum gab es Leute, die diesem Stress entkommen wollten, Diogenes sei als Beispiel genannt. Doch als praktikable Lösung zur Nachahmung kann sein Verhalten nicht ernsthaft überzeugen.

Antwort
von Sophilinchen, 271

Michael Ende hat eben schon damals gemerkt, dass alles immer schneller und "kälter" wird. Ich liebe dieses Buch immer noch. Es ist einfach so wahr. Ich versteh dich sehr gut^^

Aber ein gutes Abi/gut in der Schule sein ist auch nicht alles. Später hilft dir das wenig weiter. Streng dich an so viel du kannst und so viel wie du es für dich noch gesund findest. Ich finde man muss nicht übertreiben. Bleib dir selbst einfach treu( Gott klingt das abgedroschen, ist aber so). Sei einfach offen, nett und hilfsbereit, damit kannst du schon viel erreichen. 

Antwort
von makesnosense, 197

Mir geht es oft genauso, du bist also schonmal nicht ganz alleine. Mir schwirren permanent haufenweise Gedanken im Kopf herum, ich nenne das immer das Hintergrundrauschen^^

Aber ich habe inzwischen die Einstellung entwickelt, mich einfach nicht mehr stressen zu lassen. Zum runterkommen spiele ich dann meistens Klavier oder höre Two Steps from Hell, das hilft mir, wenn ich doch mal gestresst aus der Schule kommen sollte, was leider viel zu oft passiert. Zum Thema Schlaf: ich gehe eigentlich ziemlich regelmäßig ins Bett und zocke/feiere eigentlich nie die Nacht durch, weil ich der Meinung bin, dass man den Schlaf unbedingt braucht, um in der rasanten Welt von heute mithalten zu können.

Ich habe da immer meine Lebensweisheit parat: Keine Bladde machen (ok, das versteht wahrscheinlich nur ein richtiger Sachse, heißt soviel wie: mach dir keinen Kopp, das wird schon alles).
Versuch einfach, dich nicht stressen zu lassen, indem du Prioritäten setzt, was wichtig ist und was eigentlich nicht.

Good Luck ;)

Antwort
von Maimaier, 163

Ja, Momo beschreibt die Wirklichkeit. ROI = franz. König = Return On Investment, die oberste Kennzahl für einen Investor, es geht nur noch um den größten Gewinn, egal wie schrecklich die Folgen sind. Und der Investor ist eben der Chef, aber eben nur solange er Gewinn macht, auch er hat keine Wahl. Ein Teufelskreis.

Nein, du bist nicht allein, es gibt Gleichgesinnte. Volker Pispers ist recht gut, oder Sahra Wagenknecht, oder Lukas/Johannes/Nicodämus-evangelium (neben Momo).

Antwort
von Invictu520, 131

Deine Frage hab ich mir auch schon oft gestellt. Man kommt in die Schule und wehe man kann nicht mithalten, man macht seinen Abschluss und dann aber sofort in die Uni oder Ausbildung damit man auch ja schnell fertig ist um als Arbeitskraft verfügbar zu sein. Wer nicht mithalten kann ist ziemlich schnell weg vom Fenster. 

Und wofür machen wir das Ganze eigentlich? Wenn man sich für nichts mehr Zeit nimmt oder keine Zeit mehr hat bringt einem das Ganze auch nichts mehr.

Man merkt es ja oft genug viele Menschen sind ständig gestresst und ich frage mich viel zu oft, wiso eigentlich? Teilweise machen sich Menschen den Stress selbst in Momenten in denen sie eigentlich gar keinen hätten. 

Das beginnt bei absoluten Kleinigkeiten im Alltag. Zum Beispiel wenn ich Auto fahre und meine Mutter neben mir sitzt, regt Sie sich total oft auf, wenn eine Ampel mal länger Rot bleibt oder auch wenn ich mal bei einer gelben Ampel einfach abbremse und nicht wie ein gestörter noch drüber heize. 

Wiso meine Mum immer so gestresst ist, wenn wir irgendwohin fahren versteh ich nie, oft ist es nichtmal wichtig und ob man 10 minuten früher oder später da ist spielt absolut keine Rolle. Und trotzdem ist da dieser komplett unnötige Zeitdruck. 

Ich kenne das aber auch, zum Beispiel manchmal hetze ich geradzu durch die Stadt um etwas zu erledigen obwohl ich alle Zeit der Welt habe.

Also ja es gibt Gleichgesinnte, ich wusste auch nicht so richtig was ich schreiben sollte bzw ich dieses Gefühl beschreiben sollte. Aber du hast es Ganz gut getroffen. 

Antwort
von Manuel129, 78

da liegst du vollkommen richtig! =P und wir alle müssen sehr unter diesen zuständen leiden.. zum Glück kannst du, sofern du stark genug bist, etwas dagegen unternehmen. Ich habe mir auch jahrelang eingeredet, ich müsste irgendwie besser sein als andere, mehr leisten, am besten Professor werden, forschen, Anerkennung durch meine Arbeit bekommen. Alles was ich angefangen habe, sei das zeichnen, ein Computerspiel, Sport, Mathematik, wurde automatisch ein Mittel um mein Geltungsbedürfnis zu befriedigen. Ich wollte überall gut sein, nicht weil es mir Spaß gemacht hat, sondern einfach weil ich besser als andere sein wollte.

Jetzt weiß ich, dass es so nicht funktioniert. Du wirst von anderen nicht geschätzt und geliebt, weil du viel verdienst, besonders intelligent bist, irgendetwas auf besonders hohem Niveau kannst etc. Klar erntest du neidvolle Blicke ab und an und Leute sagen dir wie gut du bist, aber das ist ein sehr kurzweiliger Ruhm und es einfach nicht wert. Im Wettkampf mit anderen zu sein stresst einen nur.. Wenn ich dagegen einen Menschen treffe, der offen, freundlich, vielleicht nicht allzu intelligent oder reich, dafür aber unglaublich nett und fürsorglich ist, schmelze ich dahin.

Mit solchen Menschen, Menschen, die sich wirklich um einen kümmern, sich für einen freuen können, möchte ich mich umgeben, mit solchen lohnt es sich Zeit zu verbringen und zu so einem Menschen möchte ich werden, jemand, der es einfach schafft Liebe an seine Mitmenschen zu verschenken. Jeder der das schon einmal wirklich gemacht hat, weiß, dass es das schönste Gefühl auf der Welt ist, wenn es anderen wirklich Spaß und Freude macht Zeit mit einem zu verbringen, es sie beruhigt, ihnen Hoffnung schenkt.

Das Leben ist viel zu kurz um zu planen.. lass dich einfach etwas treiben.. ach ja ein Buch, welches ich dir nur wärmstens empfehlen kann, "Narziss und Goldmund" von Hermann Hesse, das passt auf jeden Fall sehr gut zu deiner Frage und sollte sie um einiges besser beantworten können, als ich das hier in meinem schlecht geschriebenen Text ausdrücken kann..^^ bitte ließ es doch einmal, es wird dir garantiert helfen, ich versprechs dir =)

Antwort
von safur, 69

Momo - war das nicht dieses hässliche lockige Mädchen? :-)

Nun es kommt wohl auf deine Motivatoren an. Wenn du stark zeitgetrieben bist, dann ist das natürlich dein Ziel. Wer denkt hier an "Miteinander"? Ich glaube dann hast du das mit den pers. Motivatoren nicht verstanden. Es geht darum zu funktionieren! Es geht darum schnellstmöglichst das Ziel mit einer angemessenen Qualität - oder deiner eigenen Überzeugung - zu erreichen.

Es ist wohl eine pers. Auffassung was für dich Glück bedeutet. Wenn die Gesellschaft / Kultur dir diese Werte suggeriert und behauptet nur dann kannst du glücklich sein, liegt es auch an dir ob du diese Werte für dich übernimmst.

Bist du stolz? Bist du glücklich? Oder hast du nur funktioniert? (Abi=fertig)
Du klingst gefrustet. Du hast funktioniert, hast dich angepasst und nun bist du leer. Weshalb hast du dich nicht schon mal auf der Strecke selbst gemacht - Was tue ich hier?

Antwort
von TimeosciIlator, 75

Gerade in seinem Job wird man schnell zu einem anderen Menschen "gehirnwäscht". Und es existiert dort auch keine Demokratie sondern nur eine Monarchie - denn dort hat nur einer immer recht: Der Big Boss! Jeder wird sich, sobald er das Arbeitsleben betritt, über die Sprüche der dortigen Angestellten schon mal gewundert haben: "Immer schnell sein, damit Chef sieht..." tönt es doch überall uns zunächst Unerfahrenen entgegen. Klar, dass solch ein erwartetes Verhalten bis ins Privatleben abfärben kann. Auch mein Vater brachte mir von früh auf bei, immer "Geschwindschritt" bei der Arbeit zu halten.

Sicherlich ist es gut, wenn ein Arbeiter viel leistet und die Produktion floriert. Aber muss dies um alles in der Welt überall und ewig so sein ? Wir sind Menschen und keine Maschine, die man zu jeder Zeit nach Belieben auf der höchsten Leistungsstufe betreiben kann !



Antwort
von NoahCarpenter, 22

82 Jahre sind nicht gerade so viel. Und noch wichtiger: du wirst nie wieder so jung sein wie du jetzt gerade bist. Wer weiß was nächstes Jahr ist? Natürlich hört jeder ein Ticken im Kopf, weil es eben leider da ist! Nur manche von uns scheinen das Ticken nicht wahrzunehmen. 

Antwort
von ImInTheClear, 78

Ah immer dieses pseudokritische Gelaber und eigentlich kommt sowiso nichts dabei heraus. Was sollen Menschen denn sonst machen als versuche ein "tolles" Leben zu haben? Die Schule schmeißen und den ganzen Tag meditieren? Irgendwas müssen sie ja essen und irgendwo müssen sie ja auch wohnen. 

Alles andere ist einfach. Wir sind Tiere und dadurch sehen wir andere als Konkurrenz an. Fertig. Leider wahr und schmerzvoll.

Kommentar von randomhuman ,

Ich glaube du hast den Sinn dieser Frage nicht verstanden. Es geht nicht darum die Schule zu schmeißen und den ganzen Tag zu meditieren. Es geht einfach um uns Menschen mit unserem jetzigen Lebensstil, auch um ein Gesellschaftsproblem. Kann man das nicht hinterfragen oder mit anderen Menschen darüber diskutieren.

Deswegen finde ich es schade, dass du, verzeih mir diesen Ausdruck, solch eine dumme und auch noch falsche Antwort gegeben hast. 

Alles andere ist einfach. Wir sind Tiere und dadurch sehen wir andere als Konkurrenz an. Fertig. Leider wahr und schmerzvoll.

Man kann mehr aus sich machen, als einfach nur zu akzeptieren, dass etwas so ist, wie es ist. Das Tolle an uns Menschen ist, dass wir, nicht wie die Tiere, mehr aus uns machen können. Wir können andere Wege einschlagen, wir können anders sein als die Masse. Das ist der Unterschied und das unterscheidet uns Menschen in diesem Punkt von den Tieren. Wir sind nunmal sehr individuell. 

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