Komischer Herzrythmus, zum Arzt?

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2 Antworten

Hey,

so wie du von den Rhythmusstörungen berichtest, klingt es verdächtig nach sogenannten Extrasystolen (ES). Dabei handelt es sich um Herzschläge, die in die normale Herztätigkeit einfallen und ein mehr oder minder unangenehmes Klopfen verursachen, welches dann von einer Pause gefolgt ist.

ES entstehen, wenn eine Herzzelle "aus Übereifer" selbstständig und ohne das Zutun des normalen Erregungszentrums einen zusätzlichen Impuls generiert und aussendet. Sind die anderen Herzzellen in dem Moment bereit, wieder erregt zu werden, löst ein zusätzlicher, im Vergleich zum normalen Rhythmus unregelmäßiger Herzschlag aus. Häufig ist diese Extrasystole mit einem geringeren Blutauswurf als ein normaler Herzschlag verbunden. Dies liegt daran, dass die passive und aktive Blutfüllung der Herzkammer während der Diastole noch nicht ganz abgeschlossen ist, wenn die Extrasystole einsetzt. Grob gesagt kann, je nach Zeitpunkt der Extrasystole, die Herzkammer z.B. nur zur Hälfte mit Blut gefüllt sein. Davon wiederum wird auch nur ein Anteil, sagen wir 60% ausgeworfen. Dies ist dann nur eine sehr geringe absolute Menge an Blut. Gefolgt wird die Extrasystole stets von einer Pause, der sogenannten postextrasystolischen Pause. Diese Pause hat die doppelte Dauer von zwei aufeinanderfolgenden normalen Herzschlägen. Dies scheint auf deine bildliche Beschreibung sehr gut zuzutreffen. Extrasystole und postextrasystolische Pause können zu kurzzeitigem Schwindel und leichten Atembeschwerden führen. Wenn keine weiteren ES auftreten, gehen diese Symptome jedoch innerhalb kürzester Zeit wieder vorüber.

Normalerweise sind ES, sofern sie vereinzelt und selten auftreten, harmlos. Gehäufte ES bedürfen einer ärztlichen Abklärung, ggf. durch einen Kardiologen. ES können z.B. auch gruppiert oder mit einer Regelmäßigkeit auftreten. Die regelmäßige Abfolge "normaler Herzschlag - ES" wird als Bigeminus bezeichnet. Zwei aufeinander folgende ES nennt man Couplets, drei aufeinanderfolgende ES nennt man Triplets, eine Folge von 4-7 ES wird Salve genannt.

ES können unter bestimmten Voraussetzungen auch gefährlich sein. Dies ist unter anderem der Fall, wenn eine sogenannte akzessorische Leitungsbahn besteht (z.B. beim WPW-Syndrom). Fällt die Extrasystole in eine bestimmte Phase (die vulnerable Phase) der Herztätigkeit (man spricht in dem Fall von dem "R-auf-T-Phänomen"), können plötzliche schwere und lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen entstehen.

Extrasystolen werden mit einem Lown-Grad klassifiziert, dieser stellt eine Art Schweregrad dar. Bestehen häufige Extrasystolen und verursachen auch schwere Herzrhythmusstörungen, wird zunächst versucht, die ES medikamentös zu unterdrücken. Bringt dies keinen Erfolg, kann mit einer Herzkatheteruntersuchung das Areal, welches die ES auslöst, ausgemacht und daraufhin inaktiviert werden.

Ich hoffe, ich konnte dir damit einigermaßen helfen. Falls du wissen möchtest, was für eine Herzrhythmusstörung dich plagt, mach einen Termin bei deinem Hausarzt, er wird dann vermutliche ein 24-Stunden-EKG mit dir machen und dich ggf. zum Kardiologen überweisen.

Falls noch Fragen offen sind, gerne!

Lieben Gruß :)

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Kommentar von Say9009
14.12.2015, 18:39

Alles klar, manchmal  tut es in der Brust beim einatmen etwas weh. Aber ich denke das ich sowas dem Arzt nicht sagen muss. Hab wahrscheinlich  eine Schilddrüsenunterfunktion und da ist Herzstolpern nicht unnormal ^^

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aber sowas von SOFORT zum arzt

herzrythmusstörungen sind ähnlich gefährlich wie ein herzinfarkt. wenn aus dem

b__b_b_b_____b___b

mal

b__________________________________________________________

wird, bist du tot. noch fragen?

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Kommentar von Say9009
14.12.2015, 15:16

Oh... also kann man sagen das ich (bis jetzt noch) leichte Herzrythmusstörungen hab?

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