Frage von Plastiktasche, 14

Komische Unruhe?

Ok, ich weiß, dass das jetzt vielleicht nicht viel Sinn ergibt, aber ich versuche zu schreiben, was ich fühle.

Erstens, weiß ich nicht wer ich bin. Das ist nicht ganz allgemein gesagt, sondern ich weiß es wirklich nicht. Ich richte mich wie ein Chamäleon nach dem, was ich als letztes erlebt habe. Habe ich Kühe gesehen? Ich will Bauer werden! Habe ich ein Referat auf? Ich will wissenschaftliche Arbeiten schreiben! Habe ich einen Strickpullover gesehen? Ich entdecke Stricken als mein neues Hobby (nur solange ich nichts Neues mitkriege). Es ändert sich von Tag zu Tag, von Peak zu peak sozusagen, und es ist anstrengend.

Dann überkommt mich manchmal das Gefühl, dass ich auf irgendetwas warte. Letztens denke ich öfters, dass dieses Etwas ist, verrückt zu werden. Wie wenn so ein Fernsehbösewicht anfängt irre zu lachen und dann plötzlich weint und dann beides. Ich habe das Gefühl, bald aus meinem Körper auszusteigen und irgendwo in meinem Kopf rumzuschweben. Bildlich gesprochen. Dass ich auch anfange, irre zu lachen. Ich bin kurz davor. Kurz davor durchzudrehen, denke ich oft. Aber das ist nun schon sehr lange so, ein paar Jahre, und immer noch ist nichts passiert. Ich lebe mit der Erwartung. Und es wäre irgendwie eine Erlösung. Eine Auflösung.

Auf der anderen Seite spüre ich dann das Gegenteil. Die vollkommene Kurzsichtigkeit, die Verpeiltheit. Ich gehe irgendwo entlang, und sehe nichts um mich herum. Als wären meine Augen nur halb so stark, sehe ich nur den Boden vor mir, und ja, ich sehe die Wolken, die Bäume. Aber falls ein Bekannter vor mir steht und vor meiner Nase rumwinkt- ich sehe ihn nicht. Es sind Scheuklappen, oder ein Nebel.

Ja, also Leben zwischen Nebel und Durchdrehen.

Hat jemand ähnliche Erfahrungen und weiß, was das ist?

Antwort
von mychrissie, 11

Diese Erfahrungen haben alle Menschen auf dieser Erde gemacht, die durch die Pubertät gegangen sind.

Du eckst also mit Deinen Problemen an, weil andere sie läppisch finden, obwohl sie für Dich sehr ernst sind.

Das ist so, wie wenn sich zwei Kindergartenkinder darüber streiten, wer den Achter- und wer den Sechser-Duplostein kriegt. Für sie ist das weltbewegend, Du lächelst nur darüber.

Tröste Dich damit, dass das alles vorbei geht. Mach es nur nicht wie ich und schleppe Deine Unstetheit ins Erwachsenenleben hinein, ich habe erst Architektur studiert – abgebrochen, dann Medizin – nach 8 Semestern abgebrochen, dann Germanistik – Doktorarbeit abgebrochen, und schließlich Quereinstieg in die Werbung.

Oft resultiert diese Unstetheit nicht daraus, dass man oberflächlich ist, sondern kommt daher, dass man sich für zu viele Dinge interessiert. Übrigens kannst Du gut, lebendig und fehlerfrei schreiben (bei GF eine Seltenheit). Denk doch mal an Journalismus oder überhaupt Kommunikationsmedien. Da gibt es heute ein weites Feld von Berufsmöglichkeiten.

Antwort
von uknown, 14

Klingt für mich ganz stark nach Pubertät sowas hatte ich vor einigen Jahren auch , ich dachte ich sei psychisch krank oderso. Hab dann mit meiner besten Freundin gesprochen die genau das gleiche erlebte. Mach dich nicht verrückt , ist eben eine zeit der selbstfindung

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