Frage von Buddelwurz, 40

Kollision zwischen Einfahrtstor und Pkw. Trotz ungeklärter Schuldfrage bezieht der Vermieter Leistung aus der Versicherung des Pkw-Besitzers. Ist das Rechtens?

Vermieter kümmert sich trotz mehrmaliger Benachrichtigungen nicht um die ordnungsgemäße Funktion eines einflügligen, elektro-hydraulisch betriebenen Einfahrtstores. Es kommt beim Verlassen der Einfahrt zu einer schweren Beschädigung eines Fahrzeugs, weil das Tor einfach plötzlich schließt. Das Tor selber erlitt nur leichte Schäden in Form von 3 abgefallenen Zaunlatten, die durch den Mieter und gleichzeitig auch Fahrer wieder angebracht werden. Danach ist das Tor wieder visuell als auch funktional, bis auf die schon vorher bestandenen Fehlfunktionen, intakt.

Tage später versagt das Tor komplett den Dienst, der Vermieter lässt dieses reparieren und stellt, ohne Wissen des zuvor geschädigten Mieters, die Kosten der Kfz.-Haftpflicht des Mieters in Rechnung. Ohne Klärung der eigentlichen Schuldfrage und trotz Anhörung mit Bildmaterial, welches deutlich den kausalen Zusammenhang widerlegt, zahlt die Versicherung den eingereichten Schaden der Gegenseite ohne weitere Prüfung und verlangt die nun die Erstattung des Betrages, soll der Schadenfreiheitsrabatt nicht berührt werden.

Nun eigentlich zwei Fragen: Wie sieht in dem Fall an sich die Schuldfrage aus und kann/darf die Versicherung ohne Prüfung oder weiterer Rücksprache einfach so zahlen?

Antwort
von peterobm, 40

das kann schon im Bereich Versicherungsbetrug sein. Die Versicherung kannst leicht über den Zentralruf mittels Kennzeichen bekommen. Was hat er bei der Versicherung angegeben? Das wäre zu klären! Anhand deiner Schilderung wäre nämlich der Vermieter für die Regulierung zuständig. Du hättest aber eine Information seitens deiner Versicherung bekommen müssen.

Kommentar von Buddelwurz ,

Von meiner damaligen Kfz.- Versicherung erfuhr ich nur, dass er eine Schadensmeldung seitens meines Vermieters vorliege. Über Höhe und Umfang des Schadens wurde ich nicht informiert. Erst jetzt, 10 Monate später erhielt ich die Schadenssumme, weiß aber immer noch nicht für was. Mittlerweile hatte ich auch den Versicherer gewechselt, was die Sache auch nicht leichter macht.

Kommentar von peterobm ,

dass er eine Schadensmeldung seitens meines Vermieters vorliege.

genau dann hätte man gleich Rücksprache mit der Vers. halten müssen und die Sachlage klären und die genaue Situation schildern können.

Kommentar von Buddelwurz ,

Ich habe der Versicherung nicht nur eine detaillierte Beschreibung aus meiner Sicht geschrieben, sondern auch noch entlastendes Fotomaterial mitgesandt. Dann war monatelang Ruhe. Es gab keine Rückfragen, keine Nachrichten - nichts. und plötzlich erfahre ich, dass ein "Schaden" beglichen wurde, den es meiner Meinung nach nicht ("mehr") gab und wo die Schuldfrage grundsätzlich noch ungeklärt war und zurzeit noch ist.

Antwort
von Herb3472, 29

In dem von Dir geschilderten Fall geht es vordergründig einmal darum, Rechtssicherheit herzustellen. Das kann wohl nur ein Rechtsanwalt, der sich mit derlei Fällen schon befasst hat. Dass hier um kurz nach 4 Uhr ein solcher Rechtsanwalt zufällig anwesend wäre, ist genauso wahrscheinlich wie ein Sechster im Lotto.

Laienhaft würde ich das Verhalten der Versicherungsgesellschaft als zumindest grob fahrlässig betrachten und in einem ersten Schritt von dem mit dem Fall betreuten Schadensreferenten eine Stellungnahme einfordern.

Kommentar von Herb3472 ,

Korr. "Sechser" (sorry, Autokorrekturfehler)

Kommentar von Buddelwurz ,

Nun ja, wegen der Uhrzeit lässt sich nur so viel sagen, dass ich die Zeiten so nutze, wie sie gerade anfallen. Die Gretchenfrage war im Prinzip:

Kann bzw. darf eine Versicherung einfach so eine Leistung erbringen ohne vorher zu prüfen?

Ich werde mir diesbezüglich wohl nun anwaltliche Hilfe holen müssen und es stellt sich auch die Frage, ob ich dann auch meinen Schaden mit anbringen sollte. Denn bisher hatte ich von eigenen Ansprüchen abgesehen, um das Mietverhältnis zu schonen. Die Wohnung ist ansonsten recht günstig.

Doch inzwischen hat mein Vermieter, obwohl ich wirklich immer auf Deeskalation aus war, mir die Wohnung nach § 573a BGB gekündigt.

Anders als in anderen Ländern werden bei uns Anwälte nach Streitwert vergütet. Insofern habe ich Bedenken gegenüber einer sinnigen Vertretung und eine Rechtschutzversicherung habe ich, außer einer ADAC-Mitgliedsschaft (da es hier die Kfz.-Versicherung betrifft), nicht.

Somit muss ich mich doch entscheiden, ob ich „nur“ den Schadensbetrag der Versicherung abwehren oder auch für meinen Schaden Ersatz fordern sollte, immerhin über 4.500,- €.

Ich hatte bereits nach ähnlichen Fällen oder Urteilen gesucht, leider vergeblich.

Antwort
von Versichfachwirt, 13

Der Versicherer beurteilt den Sachverhalt aufgrund der Aussagen seines Kunden und des Geschädigten. Dabei ist der Versicherer vermutlich zu dem Schluß gekommen, dass das Schadenbild doch dafür spricht, dass der Schaden durch das Auto verursacht wurde. Die Haftpflichtversicherung hat die Aufgabe, berechtigte Ansprüche zu befriedigen und unberechtigte Ansprüche abzuweisen. Wenn der Versicherer Deiner Meinung nach seine vertragliche Verpflichtung (auf Abweisung des Schadens) nicht erfüllt hat, dann kannst Du den Versicherer darauf hinweisen und Entlastung des SFR verlangen. Vermutlich wird das den Versicherer nicht umstimmen, so dass Du ihn notfalls verklagen mußt. Dann wird ein Richter entscheiden, welche Sichtweise richtig ist.

Antwort
von Max1975gj, 4

Das war bestimmt ein Faac Antrieb. Mit diesem Gatecoder haben die richtig Probleme. Da passiert dann so etwas. Finger weg....

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