Frage von Raphaela123, 55

Kollegen für Gewerkschaft "anwerben" Kündigungsgrund?

Hallo zusammen. Gibt es eine juristische Grundlage, nach welcher man neinen Arbeitnehmer, welcher seine Kollegen anstiftet sich einer Gewerkschaft anzuschließen, kündigen kann? Beispielsweise stören des Betriebsfriedens o.ä.

Expertenantwort
von Hexle2, Community-Experte für Arbeitsrecht & Kündigung, 23

Jeder Arbeitnehmer kann versuchen seine Kollegen zum Beitritt in die Gewerkschaft zu gewinnen.

Es sollte aber darauf geachtet werden, dass "Werbung" für die Gewerkschaft nicht während der Arbeitszeit gemacht wird. Das kann der Arbeitgeber verbieten.

Was ein AN allerdings in seinen Pausen tut, geht den AG nichts an. Eine Störung des Betriebsfriedens ist das dann bestimmt nicht und auch kein Kündigungsgrund.

Antwort
von vitus64, 31

Eine solche Rechtsgrundlage gibt es nicht. Auch eine Störung des Betriebsfriedens liegt nicht vor.

Expertenantwort
von DerHans, Community-Experte für Recht, 36

Der Arbeitgeber hat im Betrieb das Hausrecht. Er kann Werbung für die Gewerkschaft (aber auch für politische Parteien) im Betrieb verbieten.

Nach einer Abmahnung kann die Zuwiderhandlung auch zur Kündigung führen.

Kommentar von Familiengerd ,

Die Antwort ist völlig falsch!

Gewerkschaften ist Werbung im Betrieb grundsätzlich erlaubt, daran ändert auch das Hausrecht des Arbeitgebers nichts!

Das betrifft auch den Arbeitnehmer eines Betriebs, der als Gewerkschaftsmitglied neue Mitglieder wirbt.

Antwort
von PeterSchu, 24

Das Wort "anstiften" passt ja nunmal gar nicht hierher. Und die Tatsache, dass die Rechte der Arbeitnehmer gewahrt werden, können den Betriebsfrieden nicht stören. Da müsste schon eine andere Grundlage vorhanden sein.

Antwort
von Mojoi, 29

Nein, nicht direkt für das bloße Anwerben.

Aber wenn du das während der Arbeitszeit machst (wobei ich jetzt besondere Formen der Arbeitszeit nicht meine, wie z.B. Betriebsversammlung), kann das abgemahnt werden.

Anderer bekannter Beispielfall: Ein neuer Mitarbeiter in der Personalabteilung stellt der Gewerkschaft eine Mitarbeiterliste zur Verfügung, damit diese sie anwerben kann. Zunächst fristlose Kündigung wegen Verstoß gegen Datenschutzbestimmungen, nach Gerichtstermin Umwandlung in ordentliche Kündigung.

Antwort
von musso, 27

Da muss erst einmal abgemahnt werden. Und es darf nicht in der Arbeitszeit passieren, denn da soll gearbeitet werden. Aber nach Feierabend vor dem Werkstor kann man das machen

Kommentar von Familiengerd ,

Aber nach Feierabend vor dem Werkstor kann man das machen

Das ist auch auf dem Betriebsgelände und im Betrieb selbst erlaubt (aber durch einen Arbeitnehmer des Betriebs selbstverständlich nicht während der normalen Arbeitszeit)!

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