Frage von WillibergiUsermod Junior, 86

Könnten Schüler gegen einen Punktabzug in einer Arbeit vorgehen, wenn der entsprechende Fehler auch im Lehrbuch gemacht wurde?

Angenommen, in den Erklärungen im Lehrbuch existiert ein Fehler. Ein Schüler lernt mit dem Buch und lernt den Fehler mit. Diesen Fehler macht er dann in einer Arbeit und bekommt deswegen Punktabzug.

Könnte er sich dagegen wehren?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von woflx, 25

Entweder ist der Lehrer im Unterricht auf den Fehler im Buch eingegangen, dann kann man sich nicht auf das Buch berufen (es sei denn, der Schüler war in der Stunde nicht anwesend und hat mit dem Buch den Stoff nachgeholt).

Oder der Lehrer geht nicht darauf ein, dann stellt sich die Frage, auf welcher Grundlage er in der Prüfung diesen Fehler ankreidet.

Wahrscheinlich hat der betreffende Schüler einfach auf die Erklärungen des Lehrers nicht geachtet, dann ist der Punktabzug durchaus berechtigt.

Kommentar von Willibergi ,

Es gibt keinen "betroffenen Schüler". ;-)

"Oder der Lehrer geht nicht darauf ein, dann stellt sich die Frage, auf welcher Grundlage er in der Prüfung diesen Fehler ankreidet."

Angenommen, im Buch steht:

"√4 ist eine irrationale Zahl."

(weiterhin nehmen wir natürlich an, dass der Lehrer nicht ausdrücklich auf den Fehler im Buch hingewiesen hat)

Und in der Arbeit gibt es eine Aufgabe, in der irrationale Zahlen markiert werden müssen. Der Schüler markiert √4.

Was passiert nun? Der Schüler hat mit dem Buch gelernt und sich falsche Fakten gemerkt.

Oder es ist ein Zahlendreher im Geschichtsbuch:

"Die französische Revolution war 1798."

Der Schüler schreibt das in der Arbeit.

Wo liegt die Grenze zwischen "der Schüler ist schuld" und "der Schüler kann nichts dafür"?

LG Willibergi

Kommentar von woflx ,

Ich kenne diese Fälle eigentlich nur in der Variante, daß der Lehrer sagt: "In eurem Buch steht dies und jenes, streicht das bitte durch, das ist Blödsinn. In Wirklichkeit ist...". In diesen Fällen ist der Punktabzug völlig gerechtfertigt. Hat der Lehrer den Fehler im Buch übersehen (weil er vielleicht in der neuen Auflage reingerutscht ist) und taucht er tatsächlich erst nach Korrektur der Prüfung auf, sind dagegen die Chancen durchaus gut, den Lehrer zu überzeugen.

Wenn die Französische Revolution im Unterricht noch gar nicht dran war und der Schüler kommt in der Arbeit mit der Jahreszahl 1798, dann bekommt er für diese Weisheit natürlich deshalb keine Punkte, weil es gar nicht zum Prüfungsstoff gehört.

Kommentar von AalFred2 ,

Im ersten Fall gäbe es selbstverständlich Punktabzug, weil ja offensichtlich das Prinzip nicht verstanden wurde.

Im zweiten hätte der Schüler wohl eine Chance.

Antwort
von Gina1230, 29

Lehrbücher sind u. a. dazu da, dass man sich selbst den Unterrichtsstoff erarbeitet. Das ist insbesondere notwendig, wenn man den Unterrichtsstoff während der Schulstunde nicht ganz verstanden hat.

Auf ein Schulbuch muss man sich verlassen können. Wenn das nachweislich nicht der Fall ist und der Punktabzug entscheidend für deine Note war, solltest du dich an einen Vertrauenslehrer wenden.


Kommentar von Willibergi ,

Absolut meine Meinung! ;)

Auch wenn es in der Frage nicht um mich geht - ich würde mich (nachdem ich mich an den Lehrer des entsprechenden Fachs gewendet habe) an die Fachschaft wenden.

Wie wichtig der eine Punkt jetzt wirklich war, ist dann auch egal - er stünde mir zu!

Vor allem in der Oberstufe, wenn es keine Noten mehr, sondern Punkte gibt, ist ein Punkt mehr oder weniger definitiv wertvoll.

LG Willibergi

Antwort
von MasterNervy, 45

Du musst ihm beweissen, das du falsch gelernt hast und er muss dir von zb. 20 punkten gesammt, 19 Punkte gesammt rechnen. Habt ihr es aber im Unterricht besprochen, und auf was raufgeschrieben ist das nicht das Problem des Lehrers.

Antwort
von Crysali, 33

Wenn es sich um dein Schulbuch handelt, bestimmt. Falls es aber um ein eigens angeschafftes Buch handelt, also das nicht direkt von der Schule zur Verfügung gestellt wurde, dann eher nicht.

Antwort
von minecrafter340, 36

Naja wenn der Lehrer es euch richtig erklärt hat und ihr es euch richtig aufgeschrieben habt würde es nicht klappen, da der Lehrer euch es ja richtig gesagt hat und du aus deinen Aufzeichnungen lernen konntest. Sollte das aber nicht der Fall seien könntest du das schon probieren.

Kommentar von Willibergi ,

Prinzipiell stimme ich dir zu, aber die warum sind die Aufzeichnungen relevant?

Schüler, die lieber mit dem Buch lernen, sollten das doch tun können, ohne alles mit den Unterlagen abgleichen zu müssen?

LG Willibergi

Antwort
von holgerholger, 31

Könnte er. Es sei denn,  im Unterricht wurde darauf hingewiesen. 

Antwort
von Regihx3, 47

Ich denke, dass das weitaus gerechtfertigt wäre. Insbesondere, wenn dieses Lehrbuch vom Lehrer empfohlen worden ist

Kommentar von Willibergi ,

Lehrbücher werden nicht von der Lehrkraft, sondern von der Schule bestimmt.

Danke für deine Antwort. :)

Kommentar von Regihx3 ,

Ich denke, dass du auf jeden Fall recht hättest, wenn du dich beschweren würdest. Immerhin bist du als Schüler nicht qualifiziert, um zu beurteilen, ob die Informationen in einem Lehrbuch korrekt sind.. Dir soll ja gerade durch das Lehrbuch beigebracht werden, was richtig und was falsch ist..

Antwort
von Liesche, 26

Ich denke schon, wenn er es mit dem zugelassenen Lehrbuch beweisen kann.

Antwort
von perledersuedsee, 32

Nur, wenn der Fehler auch so durch die Lehrkraft weitergegeben wurde. Das zu beweisen ist nahezu unmöglich, wenn nicht in der Klasse ALLE diesen Fehler gemacht haben.

Kommentar von Willibergi ,

Nicht alle Lehrkräfte arbeiten mit den Erklärung im Lehrbuch.

Daher ist es imho unerheblich, ob die Lehrkraft den Fehler so auch selbst vermittelt hat.

Und zu beweisen, dass das Lehrbuch einen Fehler enthält, ist nicht schwierig.

Die Aufgabe müsste dann außer Wertung genommen werden, richtig?

LG Willibergi

Kommentar von perledersuedsee ,

Nein. Es ist tatsächlich maßgebend, was der Lehrer vermittelt hat. Und es müssten noch mehrere Schüler die Aufgabe in genau diesem Punkt falsch haben.

Kommentar von Willibergi ,

"Es ist tatsächlich maßgebend, was der Lehrer vermittelt hat."

Aber das Buch ist genauso ein "Lernmittel" wie der Unterricht. Und wenn die Lehrkraft Falsches vermittelt (obwohl es richtig im Buch steht), wird schließlich auch keine Ausnahme gemacht.

Wenn der Lehrer ausdrücklich auf den Fehler im Buch hingewiesen hat, wäre es ja in Ordnung, aber so?

"Und es müssten noch mehrere Schüler die Aufgabe in genau diesem Punkt falsch haben."

Warum ist das wichtig?

LG Willibergi

Kommentar von perledersuedsee ,

Wenn nur du alleine den Fehler gemacht hast, dann haben alle anderen es ja trotz Lehrbuch verstanden. Wenn alle den Fehler gemacht haben, haben das Lehrbuch und wohl auch der Lehrer den Fehler rübergebracht. Das ist eine wichtige Tatsache.

Kommentar von Willibergi ,

"Wenn nur du alleine den Fehler gemacht hast, dann haben alle anderen es ja trotz Lehrbuch verstanden"

Na und? Die Leistungen der Mitschüler sollten ja schließlich nicht die Bewertung des Lehrers an einem bestimmten Schüler beeinflussen.

"Wenn alle den Fehler gemacht haben, haben das Lehrbuch und wohl auch der Lehrer den Fehler rübergebracht."

Und wenn nur einer der beiden den Fehler gemacht haben, ist das weniger schlimm? Wo liegt da deiner Meinung nach die Grenze?

Lehrkraft vermittelt Falsches, Buch Richtiges

Buch vermittelt Falsches, Lehrkraft Richtiges

Welcher der beiden Fälle ist mehr relevant? Sollten nicht beide Fälle gleichermaßen relevant sein?

LG Willibergi

PS: Es geht nicht um mich - das ist eine Interessensfrage. ^^

Antwort
von adviser103, 13

Rede mit dem Lehrer. Gegebenenfalls wird die Aufgabe aus der Wertung genommen.

Kommentar von Willibergi ,

Das "gegebenenfalls" deutet an, dass das im Ermessen des Lehrers liegt.

Ist das so?

LG Willibergi

Kommentar von adviser103 ,

Ja. Es gibt natürlich keine eindeutige Vorschrift wie der Lehrer hierauf zu handeln hat. Allerdings können dann natürlich wiederum sich Schüler ungerecht behandelt fühlen, die die Aufgabe dennoch richtig gelöst haben. Denen werden dann Punkte vorenthalten. Ein Kompromiss könnte z.B. sein die Aufgabe aus der Gesamtwertung herauszunehmen, jedoch bei richtiger Lösung zusätzliche Punkte zu vergeben. 

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