Frage von DBKai, 53

Könnte ohne die Existenz von Liebe ein schönes Gemälde oder angenehme Musik entstehen?

Es gibt ja viele Menschen, die nicht an Liebe glauben - vermutlich weil sie (sich und andere) selber nicht lieben - keine/kaum je Liebe erfahren haben...
Doch ohne Liebe würden sich die Menschen doch innerhalb kürzester Zeit gegenseitig umbringen... schätze ich mal...

Wie könnte ein Mensch ohne Liebe ein schönes Bild malen oder ein schönes Lied singen... Kann irgendetwas auf dieser Welt am Laufen erhalten werden, wenn die Liebe fehlt?

Irgendwann wird jemand krank oder schwach sein und dann bräuchte die Person eine Pause - aber ohne Liebe wird man sie ihr wohl nicht zugestehen können... ohne Liebe ist es einem ganz egal, wie es anderen Menschen geht... man würde noch nicht einmal Wert darauf legen sich mit ihnen zu unterhalten und an friedliche Lösungswege würde man gar nicht erst glauben... man beutet die Menschen dann bis zum letzten Tropfen aus - es geht nur darum, wer der Stärkere ist - die besseren Waffen besitzt... statt zusammen zu helfen und für einander da zu sein - arbeitet man gegeneinander und möglichst nur in die eigenen Taschen... Niemals würde man etwas für eine andere Person tun - niemals zugeben, dass eine andere Person etwas besser kann... jede Handlung würde ausschließlich dem Selbstzweck dienen... Es ginge niemals um Umweltschutz und ein angenehmes Miteinander - sondern immer nur darum, kurzfristig das Meiste für sich selbst herauszuholen...

Ohne Liebe wäre demnach kein besonders langes Leben möglich - weil man ständig auf der Hut sein muss und niemals einen schwachen Moment haben kann - denn sonst ist man selber dran "Fressen oder gefressen werden".... Ohne Liebe wird man beim minimalsten Fehler fertig gemacht... egal wie groß die Glanzleistungen auch sein mögen, die tagtäglich sonst so von dieser Person erbracht werden... wenn sie einmal stolpert, wird nur mehr darüber gesprochen... und wenn kein Fehler passiert, erfindet man welche.. Es ist also ziemlich unmöglich etwas aufzubauen.

Mit Liebe hingegen bzw. mit gutem Management (Interesse) können viele Leute gemeinsam etwas aufbauen... die Aufgaben sind fair verteilt, so das keiner überlastet wird... es wird miteinander kommuniziert... damit Probleme schnell und konstruktiv gelöst werden können...

Wie könnten also 5 Personen ohne Liebe lange über die Runden kommen - ohne dabei auf Kosten von Menschen mit Liebe zu leben? Und ist es Liebe oder ist es einfach Intelligenz? Der einzige Weg, der Sinn macht?

Ich will mich nur ein wenig darüber unterhalten und schauen, wie andere darüber denken... mehr ist das auch schon nicht...

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Spiesser05, Community-Experte für Liebe, 24

Hallo DBKai, ich kann dir einiges über Die Liebe sagen denke ich.

Also zu lieben ist die größte und aufregenste und auch die schwierigste Herausforderung, die wir Menschen auf diesen Planeten haben und zwar ist es schwer zu Lieben, wenn wir das Gefühl haben, dass wir nicht geliebt werden, es ist schwer zu Lieben, wenn wir das Gefühl haben, das wir in einer Welt voller Gewalt und Wiedersprüchen leben. Ja, es ist schwer zu Lieben, wenn wir keine Liebe sehen. Wenn wir noch etwas jung sind, sind wir noch irgendwie naiv und denken, och wir sind verliebt und wir lieben usw. erst wenn wir älter werden, werden wir irgendwo etwas verbittert, enttäuscht über das Leben über uns selbst und über unsere Partner, und darüber wie die Welt vielleicht funktioniert, oder nicht funktioniert und da wird dieses Wort "Liebe", immer lächerlicher, weil wir dann realistischer und kühler werden und dann glauben wir nicht mehr an die Liebe und eigentlich wollen wir keine Liebe, denn es gibt eh keine Liebe, schaut euch die Welt an, die Welt versinkt im Krieg, Hass, Chaos, Zerstörung, was denn da für'ne Liebe? Viele haben dann eine bitterrealistische Sicht auf die Welt, wo man sich einfach fragt: "Ja, wenn alle von Liebe reden, wenn es heißt Gott ist Liebe, WO? Wo soll dann die Liebe sein?" , ich persönlich gehe auch davon aus, dass eigentlich alles Liebe ist und ganz besonders die unangenehmen Geschichten, wie Schmerz usw. alles ist eigentlich ein Ausdruck von Liebe, alles was in uns oder in der Welt geschieht ist ein Ausdruck von Liebe. Doch was heißt das? - Was bedeutet es zu Lieben? Und was ist überhaupt Liebe? Und die Sache ist halt die, es ist wesentlich einfacher zu hassen, wenn du in einer hasserfüllten Welt lebst, es ist wesentlich einfacher, auszurasten, wenn alles dich oder unsere Wut stimmuliert und dann ist es wesentlich schwerer, zu Lieben, wenn wir auf uns alleine gestellt sind.

Liebe ist eine Entscheidung DBKai und somit auch ein Risiko, ja Liebe ist das größte Risiko überhaupt, ja es ist ja so, wir sind weil wir animalische Wurzeln haben sind wir es gewohnt, wenn wir etwas tun, etwas zurück zu bekommen, diese Aktion (RE-Aktion) Geschichte ist permanent anwesend. Doch wenn wir Lieben, da wissen wir nicht ob wir etwas bekommen oder nicht, manchmal bekommt man was, manchmal nicht und sehr oft wurden wir auch verletzt, weil wir etwas geliebt haben, weil wir etwas gewollt haben, könnte man sagen, obwohl das eigentlich keine richtige Liebe ist. Es gibt die Liebe und es gibt Hunger, so bezeichne ich das, wenn wir etwas hübsches sehen und denken wir sind verliebt, dann ist es keine Liebe, das ist nur dieser Hunger, wir wollen es einfach bei uns haben, wir wollen etwas Besitzen, ja Besitz, das ist keine Liebe die freilässt, das ist eine Liebe die festhält.

Die Liebe die ich meine, die lässt frei, ja sie leistet keinen Wiederstand, sie akzeptiert alles wie es ist, sie Urteilt und kritisiert nicht. In der Physik gibt es weder "schön", noch "hässlich." weder "richtig" , noch "falsch" , sie ist etwas formloses, etwas einfaches auch. Ich glaube Liebe ist sehr sehr einfach. Ich glaube, der Entscheidende Aspekt ist eben ihr wisst es wahrscheinlich selbst oder du weißt es selbst DBKai. Ich kann mich nicht Entscheiden, ob ich es jetzt nur dir erzähle, oder euch allen :) , also ihr oder du :D weißt oder wisst, wie lange es dauert etwas aufzubauen und wie schnell, wie schnell lässt sich etwas zerstören. Das ist dann der Grund, warum Gewalt uns anzieht. Ich will es jetzt nicht beschönigen, also wir alle haben Gewalt empulse oder sind fasziniert von Gewalt und Agressionen und das ist völlig normal und es ist ganz wichtig sich dessen bewusst zu sein. Wir alle haben ein Gewalt potenzial in uns und es gibt ganz ganz viele Gründe für diese Faszination. Eins der Gründe ist, es ist für euch wohl ziemlich banal oder es klingt so: "Erfolgserlebnis." , wenn wir Gewalt ausüben, dann sehen wir sofort ein Ergebnis, deshalb tut es manchmal gut, etwas zu zerstören, etwas kaputt zu machen, wir sind Ergebnis orientiert. Solange wir nicht erleuchtet sind oder sowas, sind wir Ergebnisorierntiert, wenn wir etwas tun, wollen wir ein Ergebnis, ja wir alle hassen es einfach etwas einfach so zu tun. Das hassen wir alle. Doch zu Lieben bedeutet aufzubauen. Liebe verbindet. Die Liebe verknüpft und deswegen ist sie auch manchmal so mühseelig und wir kriegen halt nicht sofort das Ergebnis, manchmal ja, manchmal nicht, das ist eine Open-End Geschichte. Gewalt ist zack, dann hast du deine Befriedigung. Liebe ist wie ertappen im dunkeln, du weißt nicht, was passiert und ob es sich lohnt.

Und jetzt frage ich euch, alle die das Aufmerksam mitlesen, oder ganz besonders frage ich dich DBKai: Was ist die Belohnung der Liebe? Die Antwort auf die Frage ist: "Die Liebe selbst.", zu lieben, denn das ist das, es ist etwas was wir manchmal vergessen, wir alle wollen Liebe, doch wir vergessen auch, wir alle wollen lieben , also Liebe ausführen und da wir alle mit unendlich vielen Vorstellungen belastet sind, die genährt werden, durch unsere Vergangenheit, durch unsere Eltern und auch durch Medien, Filme Bücher usw. ja sind wir da in unseren Vorstellungen ziemlich gefangen, ich meine was ist Liebe? Liebe bedeutet romantisch zu sein, keine Ahnung, für mich persönlich (Erfahrung) ist Liebe eine Entscheidung. Sowie ich das fühle ist alles was in uns geschieht, eine Form der Liebe, Liebe ist alles, alles ist Liebe und merke selber, dass es so viel einfacher ist, meinen inneren Dämon nachzugehen, den inneren Dämon und dann wenn ich dann sage ok, ich will jetzt aber Lieben, dann gewinnt alles, dann wird alles irgendwie so süß und verträumt irgendwie und auch zerbrechlich ;( weil ich dann meine Macht spüre, oder ihr auch, weil ich weiß ich könnte jetzt etwas zerstören, aber ich tue es nicht. Stattdessen liebe ich einfach.

Auch wenn alles in mir danach schreit, nach einem Ausbruch, wenn alles in mir, etwas ja, wie soll ich das am besten beschreiben, sich nach Gewalt sehnt, reden wir da einfach mal Klartext, wenn ich dann dieses Schwert liegen lasse und stattdessen liebe, dann fühle ich mich mächtig und das ist glaube ich das Geheimnis der Liebe, die absolute Macht und Mitgefühl und wie gesagt eine Entscheidung und zu dieser Entscheidung möchte ich euch und ganz besonders dich DBKai einladen, weil ich es ganz interessant finde was du sagst. Es ist völlig okay, wenn euer inneres wütet, oder enttäuscht ist oder verzweifelt, das ist völlig okay, lasst es einfach da wo es ist, doch fällt eine Entscheidung, entscheidet euch für die Liebe, das ist wie, wenn man einen dunklen Raum betritt, man sieht nichts, man weiß nicht was passiert und unser inneres brauch eine Resonanz, wenn euer inneres hass erlebt, dann will es auch hassen, wen euer inneres, Wut erlebt, dann möchte es auch wütend sein, doch das sind alles automatische Reaktionen und sie sind an sich Ohnmächtig, ihr seid Ohnmächtig ihr werdet praktisch geritten von etwas, doch wenn ihr euch für die Liebe entscheidet, ihr geht in diesen dunklen Raum und sagt: "Okay, egal was passiert, ich Entscheide mich für die Liebe." , "Ich entscheide mich für die Liebe." und auch wenn ihr dadurch verletzt werden solltet, vergesst nicht, ihr könntet euch Rächen, es liegt in eurer Macht, das ist das schöne an dieser Entscheidung.

Ihr könntet euch aber auch anders Entscheiden, ihr könntet eben euer Rachefeldzug fortführen oder auch weh tun, auch hassen und das ist völlig okay, das ist, ich habe für sowas absolutes Verständnis, denn das Leben ist für die meisten von uns in den ersten 10-20 Jahren ziemlich gemein und da ist es völlig verständigt, wenn wir auch mal gemein sein wollen, doch wenn ihr euch für die Liebe entscheidet, das ist eine völlig andere Richtung. Jetzt kommt mein Geheimnis, das Geheimnis von mir, auch wenn ich hier teilweise sogute Antworten gebe und Erfahrung mit mir mit bringe, ich hatte bisher eigentlich immer Probleme in der Liebe, mit Liebe und habe sie auch jetzt gerade ziemlich doll. Früher habe ich mich ziemlich oft verliebt und meine Liebe wurde nie erwiedert und ich habe ziemlich gelitten unter der Liebe und irgendwann habe ich mich dazu entschieden, nicht zu Lieben, denn Liebe tut weh, Liebe schmerzt, Liebe ist unangenehm usw. , doch irgendwann habe ich gemerkt, dass mir etwas fehlt und ich habe immer gedacht, dass ist im außen, da fehlt etwas, das ist so'ne Leere, ich habe das beschrieben wie so'ne Art grauen. Ich bin Nachts aufgewacht und erlebte die Welt, also das was ich sah war für mich ein grauen und ich dachte da fehlt was, da muss was passieren, ich muss da unbedingt was tun, bis ich erkannte, dass das Grauen nicht in der Welt war, es war in mir, bis ich dann auch eines schönen Abends erkannt habe, dass mir die Liebe fehlt. Ich will Liebe, alles sehnt sich nach mir und besonders zu lieben, doch wir, ne ich lass das mit wir, ich spreche jetzt nur noch von mir, ich wollte immer etwas bestimmtes lieben, meine Wünsche. Meine Wunschvorstellungen, das wollte ich lieben. Manches davon ist da, manches auch nicht und der Perfektionist in mir möchte erst das Gesamtpaket bekommen, bevor er liebt, ich habe irgendwann vor paar Jahren, hatte ich Nachts sone Eingebung draus, das war ein ganz komischer Spruch, der war: "Entweder liebst du alles, oder du kannst noch nicht Lieben." , das ist ein ziemlich seltsamer Spruch. Ich bin da auch schon öfter drauf eigegangen, wo ich gesagt habe: "Man kann eigentlich nicht alles Lieben.", doch ich glaube was damit gemeint ist ist: "Man kann immer Lieben." , das ist glaube ich so der Knackpunkt, du kannst nicht alles Lieben, aber du kannst immer Lieben DBKai.

Das heißt man kann immer Liebe in sich haben, weil Liebe eine Entscheidung ist. Du kannst dich Entscheiden, etwas zu lieben, was dir vielleicht nicht gefällt. Etwas was dir nicht gefällt DBKai, kannst du zunächst mal sagen, das finde ich nicht so gut. Ich muss das jetzt hier mal harmonisieren, eigentlich meine ich sch... ja du weißt ..eiße. Es gefällt mir nicht, doch dann kannst du dich entscheiden, es zu Lieben, nicht weil du es musst, sondern weil du die Macht hast zu Lieben, die hast auch du DBKai, die haben wir alle. Ihr habt die Macht euch für die Liebe zu entscheiden. Und das ist glaube ich ein Gottes Wunder. Das ist glaube ich etwas, etwas ganz besonderes, dieser Moment, wo wir uns der lieber abgrenzen, und lieber die Kehle durchschneiden und uns irgendwo Streiten, wegen irgendwelchen Länderrein oder Öl oder was weiß ich was. Ist diese Entscheidung zu Lieben, etwas ganz ganz besonderes. Etwas was nicht von dieser Welt ist und gleichzeitig, das Wesentliche diese Welt ist, alles auf dieser Welt sehnt sich nach Liebe und möchte geliebt werden und das gilt für euch, für mich, für mein Wissen, für meine Worte und auch ganz für GuteFrage.net, für alles und es klingt immer so furchtbar kitschig und esoterisch und abgehoben, doch ganz ehrlich, dass ist das was wir, das ist das was wirklich wertvoll ist, das ist das was das Leben lebenswert macht. Wir versuchen immer zu tun, als wären wir erwachsen und sind dann cool und Sarkasmus ist geil und wir sind dann ironisch und kritisch und Kritik, ja wir verlieben uns dann in Kritik und ja Liebe kennt keine Kritik, sie ist praktisch Naiv, doch wir wollen nicht Naiv sein, wir wollen zeigen, dass wir erwachsen sind, wir stehen drüber, doch ich glaube das Kind in uns möchte Naiv bleiben, es möchte lieben und geliebt werden. Es möchte diese Einfachheit erleben und zu dieser Einfachheit lade ich euch beide ein. Ohne Liebe können wir gar nicht leben, ohne Liebe sind wir bitter und traurig und das Leben ist fade es fehlt einfach etwas.

Es ist wahrscheinlich wie ein Künstler der ohne seine Leidenschaft zum Malen nicht leben kann. Der Mensch , wenn ein Mensch nicht liebt, geht er ein und das kann ich nur bezeugen, aus meiner Erfahrung. Bis ich das erkannt habe, dass ich lieben will, habe ich nicht wirklich gelebt. Ich war nur ein Schatten meiner selbst. Ich bin auch noch wirklich an Anfang, wenn ich mich für diese Liebe entscheide, es ist ganz merkwürdig, ja ich habe das schon gesagt, ich sage es gerne noch mal, dann fühle ich mich mächtig und zwar nicht Mächtig über andere Wesen, sondern über mich selbst. Ich habe das Gefühl, dann bin ich Herr meiner Lage, denn ich Entscheide mich für die Liebe und die Liebe entscheidet sich dann für mich. :) So jetzt habe ich euch aber zugespammt :) hat auch ziemlich lange gedauert, das alles zu schreiben puhh :)

Am Ende, würde ich gerne wissen was Liebe für euch ist und wie ihr Liebe empfindet und damit meine ich nicht HUNGER , sondern diese bedingungslose Liebe, eine Liebe die nichts zurück will, eine Liebe die einfach nur lieben will, die einfach nur geben will, wenn ihr die Liebe die richtige erlebt habt, dann schreibt mir was dazu ich danke euch.

Liebe Grüße

Kommentar von Tyr612 ,

Der Community-Experte hat zwar noch etwas Aufarbeitungsbedarf in der Rechtschreibung aber bringt ein paar gute Punkte ein^^

Kommentar von Spiesser05 ,

Tyr612, danke für deinen Tipp. Ich habe das ganz schnell geschrieben, ich habe da nicht wirklich sehr auf Rechtschreibung geachtet, ich hatte es einfach genossen, in diesem Flair zu sein, wenn ich Anfange höre ich so schnell nicht wieder auf, was man auch an meinen anderen Antworten sehen kann :) Punkte gab es jetzt nicht mehr als 15, oder meinst du Punkte zum Thema Liebe?

Kommentar von DBKai ,

Eine sehr lange Antwort!

... und zwar ist es schwer zu Lieben, wenn wir das Gefühl haben, dass wir nicht geliebt werden, es ist schwer zu Lieben, wenn wir das Gefühl haben, das wir in einer Welt voller Gewalt und Widersprüchen leben. Ja, es ist schwer zu Lieben, wenn wir keine Liebe sehen.

Das glaube ich auch... Wenn keine Liebe um einen herum ist - kann man nur selber Liebe sein/anders sein... das Lieben an sich ist ja schön und man kann versuchen, dass Beste aus dem Leben zu machen, das man eben hat... auf das Verhalten der Menschen um einen herum, hat man kaum einen Einfluss - nur das eigene Verhalten kann man kontrollieren...

Wenn wir noch etwas jung sind, sind wir noch irgendwie naiv und denken, och wir sind verliebt und wir lieben usw. erst wenn wir älter werden, werden wir irgendwo etwas verbittert, enttäuscht über das Leben über uns selbst und über unsere Partner, und darüber wie die Welt vielleicht funktioniert, oder nicht funktioniert und da wird dieses Wort "Liebe", immer lächerlicher, weil wir dann realistischer und kühler werden und dann glauben wir nicht mehr an die Liebe und eigentlich wollen wir keine Liebe, denn es gibt eh keine Liebe, schaut euch die Welt an, die Welt versinkt im Krieg, Hass, Chaos, Zerstörung, was denn da für'ne Liebe? Viele haben dann eine bitterrealistische Sicht auf die Welt, wo man sich einfach fragt: "Ja, wenn alle von Liebe reden, wenn es heißt Gott ist Liebe, WO? Wo soll dann die Liebe sein?" , ich persönlich gehe auch davon aus, dass eigentlich alles Liebe ist und ganz besonders die unangenehmen Geschichten, wie Schmerz usw. alles ist eigentlich ein Ausdruck von Liebe, alles was in uns oder in der Welt geschieht ist ein Ausdruck von Liebe. Doch was heißt das? - Was bedeutet es zu Lieben? Und was ist überhaupt Liebe? Und die Sache ist halt die, es ist wesentlich einfacher zu hassen, wenn du in einer hasserfüllten Welt lebst, es ist wesentlich einfacher, auszurasten, wenn alles dich oder unsere Wut stimmuliert und dann ist es wesentlich schwerer, zu Lieben, wenn wir auf uns alleine gestellt sind.

Selbst wenn man denkt, dass man verliebt ist oder liebt, ist das immerhin noch ein gutes Gefühl... man muss ja sein wie ein Kind, um in das Reich Gottes zu gelangen hieß es mal... und Kinder sind noch eher für all das empfänglich... sie gehen noch mit mehr Neugierde ans Leben heran - probieren und spielen... Die Welt versinkt im Krieg und Chaos - und es war schon immer so - hat ja ständig Kriege gegeben... das Mittelalter war auch keine besonders kuschlige Zeit... und wenn ich daran denke, dann sehe ich viele Dinge auf der Welt, die sich enorm verbessert haben... viele Menschen haben schon ein bisschen Basis-Wissen... viele können sich ausdrücken, schreiben, lesen und unterhalten sich... das Verständnis für das Verhalten von anderen wächst... man weiß sich in vielen Situationen besser zu helfen... es ist auch schon etwas mehr Ordnung in das Chaos gekommen... es gibt in einigen Ländern keine Folter mehr... Da sieht man schon Tendenzen zum Guten. Es gibt sogar Unterhaltungssendungen, wie Disney und Animes... das sind doch ziemliche Glanzleistungen, wo man sich auch etwas abgucken kann... Zu dem "Gott ist Liebe" kann ja gesagt werden, dass das deshalb untergeht, weil die ganze Welt ja in den Händen des Teufels liegt... aber die Liebe kann man ja auch darin sehen, dass Menschen sich für gute Dinge einsetzen... Viele Dinge wären gar nicht möglich, wenn Menschen nicht dafür kämpfen würden... selber nicht an sich arbeiten würden... sie sind also an dem Guten interessiert aber ist halt nicht immer so leicht, diesen Weg zu gehen... Schmerz ein Ausdruck von Liebe? Eigentlich will ich ja eher Weg vom Schmerz und hin zur Freude... Schmerzvermeidungsverhaltung... die freudvollen Momente zeugen ja von der Liebe - deshalb lebt man ja dann auch gerne... wenn das Leben die Mehrheit Schmerz und Elend ist, dann lebt man bestimmt nicht besonders gerne... und ist ev. auch daran interessiert, dass eigene Leben bald mal zu beenden - aber wenn es auch schöne Momente gibt... und auch positiven Spaß... Erfolgserlebnisse usw... dann denkt man nicht daran sterben zu wollen - sondern will, dass es ewig so weiter geht... Liebe kann auch schmerzen - kann aber auch sehr toll sein... wenn es nichts gibt, was man am Leben mögen kann, wozu dann überhaupt leben?

Kommentar von Spiesser05 ,

Danke für deine Antwort, endlich mal jemand der mich versteht. Auch wenn die Welt perfekt würde, würden wir immernoch an gewissen Stellen leiden und unsere zweifel haben. Auch wenn die Welt perfekt ist, oder sein würde, wäre es immer was geben, was nicht gut genug ist. Genau, wir haben auch unsere Wünsche im Leben und vorstellungen, ohne diese Wünsche würden wir stagnieren. Fakt ist, ohne Liebe können wir nicht leben, mir egal was andere sagen, ich bin davon überzeugt, das ist meine Sicht auf die Welt :)

Kommentar von DBKai ,

Liebe ist eine Entscheidung DBKai und somit auch ein Risiko, ja Liebe ist das größte Risiko überhaupt, ja es ist ja so, wir sind weil wir animalische Wurzeln haben sind wir es gewohnt, wenn wir etwas tun, etwas zurück zu bekommen, diese Aktion (RE-Aktion) Geschichte ist permanent anwesend. Doch wenn wir Lieben, da wissen wir nicht ob wir etwas bekommen oder nicht, manchmal bekommt man was, manchmal nicht und sehr oft wurden wir auch verletzt, weil wir etwas geliebt haben, weil wir etwas gewollt haben, könnte man sagen, obwohl das eigentlich keine richtige Liebe ist. Es gibt die Liebe und es gibt Hunger, so bezeichne ich das, wenn wir etwas hübsches sehen und denken wir sind verliebt, dann ist es keine Liebe, das ist nur dieser Hunger, wir wollen es einfach bei uns haben, wir wollen etwas Besitzen, ja Besitz, das ist keine Liebe die freilässt, das ist eine Liebe die festhält.

Besitz ist keine Liebe... stimmt wohl... Liebe lässt frei - denke ich auch... man freut sich, wenn man sich sieht... aber es ist zwangfrei... dann kann man das Ganze überhaupt erst schätzen... denn sobald Zwang im Spiel ist, kann man sich auch kaum mehr über das Treffen freuen, denn es muss ja so sein... aber wenn sich zwei dafür entscheiden, etwas machen zu wollen, dann ist es Liebe... denn sie haben die freie Wahl.

Risiko ist Liebe auch - wenn man jemanden oder etwas mag, denkt man auch nicht daran, etwas zu bekommen... man macht Angebote... man unternimmt etwas... man lässt der anderen Person die Wahl... wenn ja - ist es gut und wenn nein - ist es eben so... Das Zwangfreie macht die Liebe aus...

Die Liebe die ich meine, die lässt frei, ja sie leistet keinen Wiederstand, sie akzeptiert alles wie es ist, sie Urteilt und kritisiert nicht. In der Physik gibt es weder "schön", noch "hässlich." weder "richtig" , noch "falsch" ,

In der Liebe und im Krieg ist alles erlaubt... Nur in der Liebe wird alles auf gute - konstruktive Weise gemacht und im Krieg auf schlechte - destruktive Weise... Das eine tut mehrheitlich gut und das andere schmerzt...

"Erfolgserlebnis." , wenn wir Gewalt ausüben, dann sehen wir sofort ein Ergebnis, deshalb tut es manchmal gut, etwas zu zerstören, etwas kaputt zu machen, wir sind Ergebnis orientiert.

"Erfolgserlebnis" - toll - ich hab etwas kaputt gemacht... Ansichtssache ob das ein Erfolg ist... kommt darauf an, was man will... Es ist auch ein Erfolg, wenn man ganz ohne Gewalt auskommen kann... es ist halt eher der schwerere Weg...

Solange wir nicht erleuchtet sind oder sowas, sind wir Ergebnisorierntiert, wenn wir etwas tun, wollen wir ein Ergebnis, ja wir alle hassen es einfach etwas einfach so zu tun. Das hassen wir alle. Doch zu Lieben bedeutet aufzubauen. Liebe verbindet. Die Liebe verknüpft und deswegen ist sie auch manchmal so mühseelig und wir kriegen halt nicht sofort das Ergebnis, manchmal ja, manchmal nicht, das ist eine Open-End Geschichte. Gewalt ist zack, dann hast du deine Befriedigung. Liebe ist wie ertappen im dunkeln, du weißt nicht, was passiert und ob es sich lohnt.

Damit ist die Liebe definitiv interessanter/spannender - als alles andere... du kannst durch Gewalt zwar bekommen, was du willst - aber mit Liebe ist alles um ein vielfaches besser und du machst dir weniger Feinde - außer die Leute, die selbst Gewalt anwenden und durch dein positives Beispiel etwas unter Druck gesetzt werden, mit weniger Gewalt auskommen zu sollen... gar nicht zu vergleichen... Auch bei Liebe kann man Ergebnisse sehen... Bei Selbstliebe kann man an sich selbst - an eigenen gesteckten Zielen arbeiten und da sieht man dann auch Ergebnisse und das kann einen auch glücklich machen ("Das hab ich mir alleine ausgedacht - alleine aufgebaut.")... wenn man Haustiere hat und diese liebevoll behandelt, dann zeigt sich das auch an deren Verhalten, dass die sich wohl fühlen und so was... wenn man lieblos/gleichgültig mit Tieren umgeht, dann kann man das ebenfalls sehen...  Macht ein Tier mit einem viele gute Erfahrungen mag es einen i. d. R. auch... und sucht den Kontakt/die Nähe... und das kann auch was recht Schönes sein - ich hab das meist genossen - nur wenn ich anderweitig beschäftig war, dann musste mein Kätzchen eben auch mal "leider draußen bleiben" - immer springen, wenn sie in Schmuselaune ist, ist mir auch zu Blöde - besser nur dann, wenn wir auch beide LUST/Bock drauf haben. Mein Kätzchen mochte ja auch nicht immer von mir gestreichelt werden - die eine Katze will lieber spielen und mag das gar nicht, wenn man sie knuddelt - befreit sich dann... gut ist es also dann, wenn beide in Knuddelstimmung oder Spielstimmung sind... und wenn es einer nicht will - dann eben nicht - vielleicht ein anderes mal..  Wir hassen es etwas "einfach so" zu tun... einfach so - ist es ja auch nicht... man tut es z. B., weil sonst gerade nix los ist... weil einem langweilig ist... weil man sich unterhalten möchte... den ganzen Tag nur herumliegen oder herumsitzen und nichts tun - kann hin und wieder toll sein - aber doch nicht immer?

Kommentar von Spiesser05 ,

Das war ein sehr schöner Text, auch mit deiner Katze, das ist wirklich was schönes und das Glück, glücklich sein erzeugst du, weil auch du dich wohl fühlst. Das mit dem wir wollen nichts einfach so tun, das habe ich wohlö anders rübergebracht, als es sein sollte und nein, nicht immer, wir wollen Abwechslung haben.

Kommentar von DBKai ,

Es möchte diese Einfachheit erleben und zu dieser Einfachheit lade ich euch beide ein. Ohne Liebe können wir gar nicht leben, ohne Liebe sind wir bitter und traurig und das Leben ist fade es fehlt einfach etwas.

Glaub ich auch.

Es ist wahrscheinlich wie ein Künstler der ohne seine Leidenschaft zum Malen nicht leben kann. Der Mensch , wenn ein Mensch nicht liebt, geht er ein und das kann ich nur bezeugen, aus meiner Erfahrung. Bis ich das erkannt habe, dass ich lieben will, habe ich nicht wirklich gelebt

Glaub ich auch. ^^

Am Ende, würde ich gerne wissen was Liebe für euch ist und wie ihr Liebe empfindet und damit meine ich nicht HUNGER , sondern diese bedingungslose Liebe, eine Liebe die nichts zurück will, eine Liebe die einfach nur lieben will, die einfach nur geben will, wenn ihr die Liebe die richtige erlebt habt, dann schreibt mir was dazu ich danke euch.

Ich denke Liebe ist Neugierde, Forschergeist... Interesse an etwas.. man mag etwas gerne... etwas tut einem gut.. fühlt sich gut an... für die Liebe zu etwas oder jemand kann man kämpfen... es macht einem Freude... wenn man andere nur für sich benutzen will, dann ist es keine Liebe.... man achtet nur darauf, dass man selber gut weiterkommt - und wie es anderen mit einem ergeht, ist einem gänzlich egal... das fühlt sich - denke ich - weder für einen selber noch für die Menschen, die täglich mit einem zu tun haben "müssen" besonders gut an... ein freudloses Dasein...

Doch in der Liebe mit und zu anderen besteht Freude... auch Tiere können demnach lieben - denn ein Hund und eine Katze können aufeinander losgehen und einander verletzten - sie können aber auch zusammen gekuschelt und vertraut irgendwo zusammen liegen... es gibt sowohl das eine als auch das andere... doch besser fühlen tun sich die Tiere, die vertraut miteinander sind...

Was ich erlebt habe? Erlebt habe ich es zumindest schon mal, dass sowohl ich als auch andere Menschen/Tiere sich über das zusammen kommen/zusammen sein gefreut haben... dass die Zeit wie im Fluge vergangen ist... dass es schön war... - ich habe es aber auch erlebt, dass ich mit anderen Menschen eben zu tun haben musste, und das auf keiner der beiden Seiten besonders viel Freude vorhanden war... da musste man eben einfach durch... und teilweise ist es bei solchen Leuten auch ganz egal, was auch immer man macht - man macht es für diese prinzipiell immer alles falsch... man kann sie gar nicht zufrieden stellen... sie mögen sich selber meist auch nicht...Die Momente in meinem Leben, die ich als "Liebe" gesehen habe, waren also zwangfrei... man musste nicht zusammen sein - aber wollte es gerne... weil es schön war... weil es Spaß gemacht hat... weil man etwas zusammen erlebt hat -die Freude geteilt hat.. zusammen Ski fahren gehen war z. B. auch total schön... zusammen eine Schneeburg bauen oder eine Schneeballschlacht machen ebenso...  das war alles lustig und schön... daran erinnere ich mich gerne zurück...

Aber es gab auch Zeiten in meinem Leben, die waren total furchtbar und da war ich nur froh, das sich da wieder weg konnte... aber es waren vor allem Momente, in denen Zwang im Spiel war.. also die Arbeit - ein notwendiges Übel... und wenn da das Team mies ist und es Mobbing gibt - keinen klaren Zuständigkeitsbereich etc. dann ist das grässlich... wenn das Team passt und die Zuständigkeiten klar verteilt sind, kann auch das ganz gut laufen -davon bin ich überzeugt... auch in der Familie ist es ja so... wenn allen klar ist, wer was wann und zu welchem gutem Zwecke machen soll, dann kann das auch total harmonisch ablaufen... und wenn die Arbeit dann getan ist, macht man, wozu man halt gerade Lust hat... 

Expertenantwort
von pingu72, Community-Experte für Liebe, 16

Liebe ist was schönes, aber nicht lebensnotwendig und für alles verantwortlich! 

Ich muss meine Arbeitskollegen nicht lieben um super mit ihnen zusammenzuarbeiten! Und jemand der nicht liebt / geliebt wird erkennt trotzdem die Schönheit der Natur, der Tiere, Farben und kann tolle Bilder malen und schöne Lieder machen. Und man begegnet anderen trotzdem mit Respekt, Verständnis usw. Dass jemand nicht liebt heisst auch nicht dass er egoistisch ist, das Eine hat nichts mit dem Anderen zu tun. Liebe bewirkt vieles, aber weil man nicht liebt ist man nicht gleich ein schlechter Mensch.

Kommentar von DBKai ,

Denkst du? Ich glaube, dass man komplett ohne Liebe gar nicht wirklich gut sein kann... und ich glaube auch oft, dass Liebe schon lebensnotwendig ist...viele sagen, dass eine Mutter sich aus Instinkt um ihr Kind kümmert - aber auch das zweifle ich an - ich glaube, wenn keine Liebe da ist - dann lässt man so ein Kind einfach links liegen... und geht... kümmert sich nur darum, wenn man dadurch irgendwelche gesellschaftlichen Vorteile genießt... aber wozu sollte man sonst seine Energie in die Aufzucht eines Kindes stecken? Um die Gene weiter zu geben? Es gibt auch Menschen die adoptieren oder niemals eigene Kinder haben wollen...

Dass Liebe für alles verantwortlich ist, kann sein - denn ohne Liebe hätten sich Menschen nie für eine Veränderung zum Guten eingesetzt - immer hätten Menschen negativ egoistisch gehandelt und bei jeder ihrer Handlungen nur an ihren eigenen Vorteil - auch auf Kosten von vielen anderen gedacht... Nur durch Liebe können daher - meiner Meinung nach - gute Dinge überhaupt erst entstehen... Ohne das Vorhandensein von Liebe würden sich z. B. böse Menschen innerhalb kürzester Zeit gegenseitig abschlachten... schätze ich...

Wenn keine Liebe in der Arbeit vorhanden ist - ob das dann lange hält? Wozu arbeitet der Mensch überhaupt, wenn er keine Liebe für nichts auf dieser Welt hat? Weder für sich noch für andere oder sonst was? Wofür lebt so ein Mensch? Ich denke mal, dass ein völlig liebloses Arbeitsklima ziemlich angespannt und ungemütlich ausfallen könnte...

Erkennt jemand, der nicht liebt die Schönheit der Natur - und kann er wirklich gut malen und schöne Lieder machen? Echt? Hast du Beispiele? Wenn jemand nicht liebt, lebt er wohl nur für sich... und ich bin mir nicht sicher, ob er viele Dinge schön finden kann... und Tiere wird er auch nicht besonders gut behandeln?

Wie erkennt man einen Menschen der nicht liebt und wie einen Menschen, der liebt? Wie unterscheiden sie sich?

Kommentar von pingu72 ,

Trotzdem bleibe ich dabei, dass ich nicht "lieben" muss um freundlich, hilfsbereit, höflich usw zu sein, und dass auch ohne Liebe zB ein tolles Arbeitsklima herrschen kann (wie bei mir...ich "liebe" weder meinen Job noch meine Kollegen, trotzdem gehe ich gern zur Arbeit und komme mit meinen Kollegen total gut aus und habe Spaß!).

Und wie erklärst du dir, dass Menschen egoistisch und brutal sind und sehr böse Dinge tun OBWOHL sie lieben? 

Antwort
von Tyr612, 20

Du hast schon jetzt viele Gefühle, die ebenso Antriebsfeder sein können wie Liebe. Erfolgreiche Manager aus Ehrgeiz oder Gier, Musiker aus Hass oder Wut etc.

Aber deine Frage ist zu theoretisch, denn weder eine Welt aus reinem Hass noch eine aus reiner Liebe ist realistisch und ebenso wenig wünschenswert. Zwar würden sich die Menschen vermutlich nicht direkt gegenseitig auslöschen und zu Feinden werden (wie etwa der NZ bei Hobbes) aber sie würden vermutlich ineffizienter arbeiten: wenn ich alle hasse und niemandem vertraue, wie schließe ich Verträge, halte Versprechen, handle sinnvoll...

Andererseits wäre der Altruismus und nur Liebe auch keine vollständige Option: denn ohne Mangelzustand gibt es keinen Fortschritt und der Mangel entsteht nunmal nur, wenn uns etwas fehlt (z.B. Liebe, Erfolg), sodass notwendigerweise beides gegeben sein muss.

Ich halte es da ein bisschen wie Platon im "Phaidon" - alles entsteht aus seinem Gegenteil und aus diesem kommt es wieder zum Ausgangspunkt. Ohne Leben kein Tod, ohne Leid keine Freude und ohne Hass keine Liebe.

Kommentar von DBKai ,

Eine Welt aus reiner Liebe ist nicht wünschenswert???? Ich würde mir das schon wünschen... warum auch nicht? Jeder Tag wäre wundervoll... eine Welt aus reinem Hass hingegen würde nicht besonders lange existieren, weil sich die Menschen innerhalb kürzester Zeit gegenseitig abschlachten würden... es wäre blutig... es wäre dunkel... es wäre freudlos...Arbeit oder irgendetwas Sinnvolles ist ohne Liebe doch gar nicht möglich... ohne Liebe kann gar nichts aufgebaut werden... würde ich mal sagen...

Mit Liebe ist aber so gut wie alles möglich... dann ist man konstruktiv... aufbauend... interessiert... entwickelt sich weiter... und so ein Zeug... hinterfragt... ist empathisch... versucht zu verstehen... so was eben...

Nur Liebe ist keine vollständige Version... hm... Ohne Krankheit erkennt man Gesundheit nicht... ohne Hässlichkeit, erkennt man Schönheit nicht... ohne das Böse erkennt man das Gute nicht? Und durch das Schlechte in der Welt ist man bestrebt, dem Guten nachzujagen... Weg vom Schmerz und hin zu mehr Freude... Wenn aber nun alles gut gemanagt wird, dann wäre die Welt insgesamt ganz schön perfekt... wenn man krank ist, wird gleich geschaut, dass er das wieder hinkriegt... usw... Es könnte doch sein, dass irgendwann wirklich der Tod besiegt wird... und dass man alle möglichen Krankheiten schnell wieder heilen kann... weil man das Know-how und die Möglichkeit dazu besitzt... dann wäre die Welt insgesamt sehr liebevoll... hingegen war das Mittelalter sehr furchtbar...  Wenn man nichts mehr tut für einen gesunden Zustand wird man zwar trotzdem krank werden - aber in einer guten Welt ist ein gesunder Mensch vermutlich ohnehin daran interessiert gesund zu bleiben... Komplett 100 % Liebe geht vielleicht nicht - aber mehrheitlich könnte das schon gehen? :S Mangelzustand wird es eh immer wieder geben - denn man ist ja am Tag wach und wird dann irgendwann müde... man isst und wird dann aber irgendwann wieder hungrig... damit wird man immer wieder motiviert aktiv zu sein... der Alltag wird eintönig und langweilig und macht möchte Abwechslung und Spannung... ist es zu spannend - sehnt man sich nach Ruhe... so geht es immer dahin...

Ohne Tod könnte Leben aber z. B. irgendwann sein... wenn man weiß, wie man alles erhalten kann... theoretisch... Ohne Leid keine Freude... es gibt Mini-Leid und Mini-Freude und großes Leid und große Freude... kleines Leid ist im Alltag immer auch zu finden... aber das ist nicht schlimm... Gut ist ein Leben in dem das Leid klein ausfällt und die Freude groß... Schlecht ist es dann, wenn es umgekehrt wäre...

Ohne Hass keine Liebe...Jaja... kommt darauf an, worauf der Hass gerichtet ist... Was hasst man? Gott hasst die Sünde - hasst das Unrecht... Hater hassen z. B. alles und jeden und machen andere prinzipiell schlecht - ganz egal was du auch machst... Das eine ist wieder gut und das andere ist böse - das eine ist auf gute Weise gelebt - das andere auf schlechte... Der eine hasst es wenn sich Leute asozial aufführen und andere schlecht machen um sich selber als toll darzustellen - was total Panne ist... und der andere hasst alle Menschen, die erfolgreicher sind als er selbst... die irgendetwas besser können als er... die hübscher sind oder sonst was... Es gibt Menschen die z. B. besser kochen können als ich - und das kann ich dann auch einfach so sagen - ein Hater kann das aber nicht - er wird immer sagen, dass sein Gericht besser war - egal wie wenig das auch stimmt...

Die Sünde zu hassen hingegen ist etwas Gutes... behaupte ich jetzt mal...  denn wer mag schon ungerecht behandelt werden?

Kommentar von Tyr612 ,

Danke für den ausführlichen Kommentar. Ich finde dennoch, dass eine Welt nur mit Liebe nicht wünschenswert ist. Natürlich gibt es diese kleinen Mangelzustände, die du genant hast, etwa wenn ich durstig bin und dem entkomme, indem ich trinke. Aber der Fortschritt entsteht nur daraus, dass wir größeren Mangelzuständen entfliehen wollen. Etwa wenn ich in Afrika geboren bin und mich richtig rienhängen muss, da ich nicht in eine Armutsspirale heringezogen werden möchte. Dann ist das mein Antrieb, dem zu entkommen. Oder die Versuche, das Altern des Menschen irgendwie zu verlangsamen oder aufzuhalten, das du auch anführst: auf den ersten Blick klingt es natürlich schön. Die Krankheiten zu besiegen, viel länger zu leben und natürlich bringt das auch viel Liebe (oder Glückseligkeit) mit sich. Allerdings sollte man dabei auch sehen, dass der Tod eben wie von mir beschrieben auch dafür sorgt, dass neues Leben entstehen kann: Angenommen alle leben länger und die Geburtenrate bleibt konstant, dann sind wir mehr oder weniger bald alle in einem Zustand, der alles andere als "liebevoll" oder "glückselig" ist, weil wir weder genügend Platz, noch genügend Ressourcen haben, um (fast unbegrenzt) Menschen auf der Erde zu beheimaten. Der Tod ist ein Übel, das notwendigerweise existiert um Leben zu erschaffen. Im Mittelalter wurden viele Menschen durch den Tod von ihren Qualen erlöst, heute wäre das genauso, hätten wir keine Fortschritte gemacht, mit neuer Technik und Pharmazie.

Ich finde eine Welt aus reiner Liebe beängstigend (abgesehen davon, dass es unrealistisch und niemals zu schaffen ist). Nur weil ich viel Liebe für alles empfinde, heißt das für mich nicht, dass ich auch glücklich bin. Zum Beispiel wenn ich morgens aufstehe und arbeiten muss, aber ich bin krank und eigentlich arbeitsunfähig. Dann gehe ich trotzdem zur Arbeit, weil ich soviel Liebe/ Mitgefühl empfinde, dass meine Kollegen sonst für mich mitarbeiten müssen, sodass ich später noch kränker werde und evtl. auf Dauer sogar bleibende gesundheitliche Schäden mitnehme. Ich gebe dir recht, sicherlich wären viele Bereiche wünschenswert, würden sie mit Liebe gefüllt. Etwa halte ich immernoch an der Utopie fest, dass wir die Klimaerwärmung zumindest sehr verlangsamen, wenn nich sogar stoppen könnten, wenn ALLE Menschen an einem Strang ziehen würden. Oder keine Kriege mehr. Oder wenn wir alle einen Mindestbetrag spenden und so wirklich nachhaltig in Afrika die Entwicklung fördern. Aber es ist für mich trotzdem stark mit dem Gegensatz verbunden. Es gehört eben auch zum Leben dazu, Dinge nicht zu mögen oder zornig zu sein. Einerseits wegen des Definitionsproblems (was wäre "schwarz", wenn es kein "weiß" gäbe?) und andererseits, weil es uns einfach glücklich macht, zu wissen, dass wir uns selbst aus einer Misere oder einer Situation, die uns unangenehm war, zu befreien.

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