Frage von Koala41, 72

Könnte mein Roman Strafbar sein?

Hey Leute.

Ich hab mal eine Frage an euch die sich mit dem Thema: Deutsches Recht beschäftigt. Und zwar plane ich einen Abenteuer Roman zu schreiben der zur Nazi-Zeit so um das Jahr 1943 spielt.

Darin vorkommen sollen wie gesagt die Nazi´s und die Amerikaner. Den Roman wollte ich eigentlich: U-600, Tauchfahrt in den Tod nennen. Und wie gesagt um die Historie korrekt in dem Roman zu beschreiben käme es ein paar Mal vor wo die Nazi´s wie damals in der Realität auch mit dem bekannten Hitler-Gruß grüßen!

Und daher meine Frage an euch: Könnte das rechtliche Probleme geben? Denn mein Roman soll eigentlich Historisch Korrekt sein, vor allem was die Gepflogenheiten der Nazi´s betrifft.

Was die Namen anbelangt, da hab´ ich kein Problem damit dass ich mir dazu eigene Erfundene ausdenke; auf beiden Seiten versteht sich xD!

Ich bin ehrlich gesagt auf eure Meinung hierzu gespannt.

Mfg, Koala41

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von MarkusKapunkt, 12
Nein, keine Angst! Denk wie viele Filme es über die Nazi´s gibt!

Wenn du einen historischen Roman schreibst, dann darfst du ohne Bedenken auch die Gepflogenheiten und auch das Gedankengut, was damals vorhersschte, so darstellen, wie es damals nunnmal gewesen ist. Du musst es sogar, denn sonst wäre dein Buch nicht authentisch und würde von allen Seiten nur belächelt werden. 

Solange du gut und sorgfältig recherchierst, keine Rechte von anderen Personen ohne deren Einverständnis berührst und den Nationalsozialismus nicht verherrlichst, machst du dich auf keinen Fall strafbar, im Gegenteil: wenn du schonungslos die Schattenseiten des Faschismus darlegst, trägst du damit sogar zur Bekämpfung von rechtsradikalem Gedankengut bei.

Das einzige Problem könnte das Cover sein: in Deutschland sind nationalsozialistische Symbole verboten, du dürftest dort also kein Hakenkreuz abbilden. Wenn dein Buch aber als historisches Lehrwerk gesehen werden kann, dann ist auch die Abbildung von Hakenkreuzen kein Problem.

Antwort
von Schnoofy, 24

Wenn Du soviel Wert auch eine korrekte historische Darstellung legst, wünsche ich Dir jetzt schon viel Freude bei den umfangreichen Recherchen über das Leben in einem U-Boot im Einsatz während des 2. Weltkrieges.

Antwort
von Bethmannchen, 4

Nö, ganz bestimmt nicht, denn:

Roman = frei erfundene Geschichte = keine Person

Autor = jemand, der sich eine Handlung eingebunden in einen Handlungrahmen (Mittelaler, Nazizeit, Reale Zeit...) ausdenkt, die er dann für andere nachvollziehbar schriftlich festhält.

Verlag = ein Unternehmen, dass die fiktiven Erzählungen anderer verfielfältigt druckt, veröffentlicht und verbreitet.

Strafbar machen können sich nur (juristisch korrekt) "natürliche
Personen", sofern sie die nötige Einsicht in die strafbarkeit ihrer
Handlung haben. (Mindestens 7 Jahre alt, im Vollbesitz ihrer geistigen
Kräfte, zum Tatzeitpunkt nicht durch Drogen oder Alkohol in ihrer
Urteilskaraft beeinträchtigt... ;-)

Wenn ein Autor also im Krimi einen Mord, Folter der Inquisition oder auch nur einen Diebstahl schildert könnte man ihm Gewaltverherrlichung, Aufforderung zu strafbaren Handlungen und dem Geben von Tipps dazu, wie man der Strafverfolgung danach entgeht, vorwerfen.

Nicht der Verlag, sondern die für das Buch verantwortlichen wie der Lektor und der Zuständige des Ressorts für das Genre etc. würden belangt werden, weil man sie als Mittäter einstufen müsste. 

Mit Papier ist man seit dem Zeitalter der Aufklärung gaaanz geduldig.

Es könnte allenfalls dann Probleme geben, wenn du durchgängig die Ideologie der Zeit des Naziregimes als "Weltanschauung" gutheißen würdest. So lange deine Nazis im Buch als "die Bösen" zu erkennen sind, wirst du keine Probleme bekommen. 

Weil das Thema heikel ist, empfehle ich ist auf jeden Fall etwas dem Text voranzustellen wie: Eine Verwechslung der handelnden Personen im Buch mit lebenden oder bereits verstorbenen Personen wäre rein zufällig, und ist vom Autor nicht beabsichtigt. So kann dann niemand behaupten, du würdes einem Unschuldigen "etwas ans Zeug flicken".

Liese Müller und Max Meier gab es auch zwischen 1933 und 1945. Wenn du den Namen Martin Bormann, Himmler, Göring, Baldur von Schirach wählst, dann muss das nicht unbedingt historisch exakt, aber mindestens authentisch sein. Deshalb Obacht bei den Namen.

Hier noch etwas zur "Hartleibigkeit" des "Gedächtnisses des gemeinen Volkes": Meine Schwiegermutter war eine geborene Borrmann. Sie erzählte öfters, dass noch in den 70ern sobald ihr Geburtsname irgendwie zur Sprache kam, sehr viele dann sofort die Nase rümpften, bzw. nachdenklich oder verstört guckten.

Antwort
von HerrDegen, 24
Nein, kein Problem.

Ich schließe mich an - wenn du in einer Fiktion nur Vorgänge in der Vergangenheit beschreibst, dürfen so viele Hitlergrüße und faschistische Sprechweise vorkommen wie du magst.

PS: "The Man in the High Castle" ist kein geeignetes Beispiel für die Frage nach Legalität - die Serie ist amerikanisch, der Hitlergruß ist nach amerikanischem Recht nicht illegal.

Antwort
von FrozenSoul234, 47
Nein, kein Problem.

Schon einmal einen Roman gelesen der in der Zeit spielt? Nein das ist Natürlich kein rechtliches Problem. Fu nutzt es ja (davon gehe ich jetzt mal aus) nicht zu Propaganda Zwecken...

Kommentar von Koala41 ,

Vielen Dank. Ich nutze es natürlich nur um damit die Leute die meinen Roman lesen wollen zu Unterhalten und vergnügliche Lesestunden zu bereiten.

Antwort
von Goodgamer30, 34
Nein, kein Problem.

Da es reine Fiktion ist und keine Propaganda auslösen soll, ist es rechtlich gesehe völlig in Ordnung. In heutigen Spielfilmen und Serien (The Man in the High Castle) wird der Gruß ebenfalls praktiziert. (Und das ohne rechtliche Probleme.)

Kommentar von Koala41 ,

Vielen Dank. Jetzt bin ich beruhigt.

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