Könnte man so weit gehen und sagen, dass ein kleiner Bruder seine Familie in den Dreck zieht, wenn er sich nicht um Allgemeinbildung schert und...?

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6 Antworten

Natürlich kann man so weit gehen, aber man sollte vielleicht nicht, denn das wirft auch ein schlechtes Licht auf denjenigen, der das sagt (im schlimmsten Fall die ganze Familie?).

Allgemeinbildung, vor allem außerhalb von Schul- oder Berufsbildung, ist zunächst mal etwas, mit dem man sich freiwillig auseinandersetzt, meist durch Zeitunglesen usw.,, Teilnahme an Diskussionen über Themen, die in der Allgemeinbildung vorkommen, meist Politik, aber eben auch Kunst, Literatur, Geschichte etc. Im Extremfall liest man direkt Bücher über "Allgemeinbildung" oder bildet sich gezielt auf verschiedenen Gebieten (weiter), holt versäumte Schulbildung nach, interessiert sich für aktuelle Diskussionen, recherchiert Hintergründe, interessiert sich für Diskussionen über Geschichte, Kultur, Kunst/ Musik, Politik, recherchiert Hintergründe zu Diskussionen über naturwissenschaftliche Themen, die von aktuellem Interesse sind usw.Das ist also etwas, das man erst mal nur für sich selbst tut, um "die Welt zu verstehen" und, je nach Typ, mit bestimmten Menschen, oft Stammtischkollegen, Freunden oder echten Kollegen, Small Talk halten zu können bzw. an bestimmten Gesprächen teilnehmen zu können.

Jetzt tut das der kleine Bruder aber (noch) nicht.

Dazu muss man bedenken, dass es auch viele andere nicht tun, die mit ihrer kleinen Welt zufrieden sind!

In welcher Weise zieht diese Weigerung, sich selbst weiter zu bilden, sich mit Themen auseinanderzusetzen, zu lesen, zu diskutieren, zu recherchieren nun die Familie in den Dreck? Er verbaut sich damit nicht viel. Wenn es nur um Allgemeinbildung geht, hat er möglicherweise schlechtere Chancen bei Einstellungstests. Aber seine Schulbildung/ seine Berufsausbildung müssen ja gar nicht gefährdet sein, denn es folgt nicht zwingend, dass er diese vernachlässigt.

Andere Menschen außerhalb der Familie haben also evtl. ein schlechteres Bild von ihm, weil er ungebildet ist oder jedenfalls an solchen Diskussionen nicht teilnehmen kann (vielleicht ist er spezifisch auf bestimmten Gebieten gebildet/er?). Das sagt etwas über diese anderen Menschen aus, nicht unbedingt über ihn!

Wenn ich die Frage lese, wirft sie erst mal für mich ein schlechtes Licht auf die Familie, die größeren Wert auf die Allgemeinbildung des Sohnes legt als auf seine Individualität und ggf. Probleme. Keiner stellt die Frage, warum seine Allgemeinbildung schlecht ist, was ihn evtl. hindert, sich welche anzueignen oder an entsprechenden Diskussionen teilzunehmen.

Stattdessen legt man wert auf oberflächliches "Ansehen", fühlt sich "in den Dreck gezogen", damit stößt man den "ungebildeten Sohn" mindestens etwas aus der Familie aus, zeigt also unsoziales Verhalten (oder unsoziale Einstellungen) dem Sohn/ Bruder gegenüber, was wiederum ein schleches Licht auf die Famile wirft. Für mich hat Bildung, auch Allgemeinbildung, immer auch etwas mit einer Haltung zu tun, mit Bemühen um Verständnis, Offenheit, unterschiedlichen Blickwinkeln auf ein Thema. Dies zeigt die Familie hier aber gerade nicht. Man darf sich also fragen, ob und wie weit sie sich als gebildet betrachten darf! Bildung ist nicht nur Wissen, sondern auch die Haltung, dass man mit offenen Augen durch die Welt geht und bereit ist, Themen von mehreren Seiten zu durchdenken und dazuzulernen (nicht nur aus Büchern, auch aus Gesprächen). Dazu gehört für mich, dass man sich auf andere auch einlässt, versucht sie zu verstehen.

Wenn man behauptet, mangelnde Bildung eines Sohnes würde die Familie "in den Dreck ziehen", zeigt man diese Haltung aber gerade nicht, sondern im Gegenteil, die Bereitschaft, aus oberflächlichen Prestigegründen jemanden auszustoßen/ abzulehnen und sich gerade nicht mit seinen Beweggründen auseinander zu setzen, ihm auch nicht zu helfen, sich motivierter Allgemeinbildung anzueignen oder überhaupt mal zu erkunden, woran es dabei scheitert und ihn zu unterstützen.

Also zieht die Familie sich mit dieser Haltung mMn eher selbst in den Dreck, jedenfalls in den Augen von Menschen, die sich ernsthaft für ihre Mitmenschen interessieren und von ihnen lernen möchten und nicht nur auf Äußerlichkeiten wie "gutes Allgemeinwissen" achten.

Meines Wissens ist Wissen = gelernte Inhalte, Bildung = reflektierte Haltung zu neuen und gelernten Inhalten und auch Offenheit für Neues/ andere Haltungen/ Menschen. Das schließt kritisches Denken und das Bemühen um das Verständnis für andere Menschen und deren Positionen mit ein.

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Jeder ist für sich selbst verantwortlich.

Es gibt weder Sippenhaftung noch eine Familienehre.

Was so eine angebliche Familienehre ausmacht konnte mir übrigens noch niemand begründen.

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Den kleinen Bruder würde ich aber mal gehörig meine Meinung sagen, das geht gar nicht

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Kommentar von 3runex
29.09.2016, 06:53

Mit der Anfrage wollte ich nur schauen, ob es denn für mich möglich wäre, angenommen zu werden (auf Grund des Textes auf deinem Profil) :) LG.

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ich glaube ich würde mich da mal fragen warum er so ist .

reden hilft auch meist mehr als streiten

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Da sind deine Eltern gefordert. Die müssen doch in der Lage sein dem Herr zu werden

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Solange er sich euch gegenüber und in der Öffentlichkeit angemessen benimmt, sehe ich das Problem nicht.

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