Frage von Lurchi96, 65

Könnte man den Orionnebel genauso sehen, wie er auf Fotos zu sehen ist?

Hallo,

angenommen ich wäre im Weltall, nahe des Orionnebels... würde ich ihn genau so sehen wie man ihn auf Bilder sehen kann? Also ist das ein echter, bunter "Nebel" oder nimmt das Hubble-Teleskop nur schwarzweiß Fotos auf, die dann koloriert werden?

Danke!

Antwort
von Willy1729, 47

Hallo,

solche Fotos entstehen oft mit Hilfe von Filtern, die nur bestimmte Wellenlängen durchlassen, um Kontraste besser hervorzuheben. Es kann also sein, daß der Orionnebel aus der Nähe betrachtet anders als auf solchen Bildern aussieht. Mit Sicherheit aber wäre er beeindruckender als alles, was wir mit unseren Methoden von ihm zu sehen bekommen.

Herzliche Grüße,

Willy

Antwort
von Hamburger02, 26

Ja. Die Bilder von Hubble oder irdischen Teleskopen sind im sichtbaren Licht gemacht und werden nicht künstlich aus Messdaten erzeugt. Du würdest den Orionnebel im Anflug also so sehen, wie auf den Fotos.

Anders wäre es bei Teleskopen, die andere Strahlungen messen, wie Radiowelle,, Infrarot oder Röntgenstrahlungen. Hier werden die Frequenzen so umgerechnet, dass sie ins sichtbare Licht fallen und man etwas erkennen kann. Solche Objekte würden dann bei der Annäherung ganz anders aussehen als auf Fotos.

Antwort
von JollySwgm, 28

Da wird nichts nachcoloriert!

Die Farben entstehen durch unterschiedliche Lichtbrechung.

Wenn man dem Nebel näher kommen würde, würde man sehen das es kein Nebel im herkömmlichen Sinne ist. Es ist lediglich eine Ansammlung von Sternen. Wenn du also näher kämst, würdest du immer mehr einzelne Sterne erkennen.

Kommentar von Lurchi96 ,

Das ist klar. Schaue ich auf den "Nebel" (Deshalb hab ich ihn auch in "" gesetzt :)) aus der gleichen Entfernung, wie es Hubble es durch Zoom schafft, würde ich ihn aber genau wie auf den Bildern sehen?

Kommentar von JollySwgm ,

Ach so.

Da würdest du nichts sehen außer vielleicht ein paar einzelnen Sternen.

Die Bilder die man kennt sind aus mehreren Bildern zusammen gesetzt. So kommt man auf eine Belichtungszeit von mehreren Tagen.

Kommentar von Willy1729 ,

Das stimmt so nicht. Im Gegensatz zur Milchstraße, der nebelartige Struktur sich bei entsprechender Vergrößerung in Einzelsterne auflösen läßt oder nebelartige Gebilde wie weit entfernte offene Sternhaufen oder Kugelsternhaufen, besteht der große Orionneben vor allem aus Gas und feinem Staub. In seinem Inneren haben sich junge und sehr heiße Sterne gebildet, die vor allem durch ihre UV-Strahlung das sie umgebende Wasserstoffgas zum Leuchten anregen, so daß es auch für uns sichtbar wird. Diesen vier jungen Sternen, die wegen ihrer Stellung zueinander auch Trapezsterne genannt werden, verdanken wir es, daß wir den Nebel so gut sehen können. Nicht nur, daß sie das Gas zum Leuchten anregen - durch ihre Hitze haben sie auch den Staub in ihrer Umgebung verdampft, so daß er uns nicht mehr den Blick ins Innere verwehrt.

Was wir aber sehen können, ist in Wirklichkeit nur der relativ kleine Teil des Nebels in der Umgebung dieser Sterne - der weitaus größere Teil ist hinter Staub verborgen.

Willy

Antwort
von BurkeUndCo, 8

Nein, das geht nicht.

Bei naherem Abstand hättest Du einen völlig anderen Blickwinkel.

Und ein Teil der Fotos wirkt zwar schön bunt, aber die Farben entsprechen den Emissionsmaxim der Gasnebel und nicht unbedingt den Empfindlichkeitskurven des menschlichen Auges.

Antwort
von DasPigi, 38

Das ist so weit weg, dass wir nur noch schwarz weiß Bilder sehen, diese werden dann in Photoshop etc. Bearbeitet, das es schöner aussieht.

Kommentar von DasPigi ,

von der Nähe aus, kann ich leider nicht sagen, ob es dann genau so wie auf den Bildern aussieht, ich denke eher nicht

Kommentar von Mannimanaste ,

Nein, das stimmt so nicht. Die echten Farben kommen hier wirklich mit dem Licht des Nebels an, und wenn man ihn mit großen  Teleskopen beobachtet, sieht man diese Farben sogar live mit dem bloßen Auge.

Allerdings sieht man sie nicht so stark, wie auf Fotos, die mit langer Belichtungszeit durch Teleskope gemacht werden, denn durch die lange Belichtungszeit kann der Film oder Chip in der Kamera nach und nach mehr und mehr von dem ankommenden Licht sammeln und aufaddieren.

Die Farben auf den Bildern sind also wirklich vom Orionnebel, auch wenn die meisten Astrophotografieen trotzdem mit Software nachbearbeitet werden. Dabei geht es aber meist um das Hervorheben, bzw. Sichtbarmachen von feineren Strukturen, die ohne Bearbeitung noch nicht zu sehen sind. Hierbei können die echten Farben natürlich auch leicht verfälscht werden.

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