Könnte man das so tatsächlich sagen?

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7 Antworten

Hi, habe selbst in meiner Jugend in den "Chillout - Momenten" zwischen Schule, Kellerpartys und Fußball Sience Fiction-Heftchen verschlungen. Aber richtig spannend finde ich heute wenn Denken das physikalische Universum an seine Grenze bringt. Das ändert aber nichts an der Frage wie weit du bereit bist, dich im Rahmen deiner Möglichkeiten und Motivation mit konkreter Physik auseinander zu setzen, um diese Grenze überhaupt verstehen zu können. Ansonsten landest du in der Esotherik und und hinter dieser Tür gehts dann nur noch mit "energetischen Bambuspyramiden" und Räucherstäbchen weiter... . ;-)

Also: Entropie ist ein Begriff der in vielen verschiedenen Fachbereichen und dort auch in verschiedenen Anwendungsperspektiven auftaucht ( Informatinstheorie, Biologie, Kybernetik, Statistik, etc. und selbst in der Physik etc.). Schüler ab Sec. II kennen ihn als einen wenig spektakulären Kernbegriff der Thermodynamik aus ihrem Physikunterricht. Helle Köpfe mit Interesse für Astrophysik kennen ihn aus Hawkins Theorie zur physikalischen Natur Schwarzer Löcher usw.

Und dann gibt es noch den  - aus meiner Sicht durchaus zulässigen und interessanten Versuch, in Form einer philosophisch-logischen Erfassung der Grundlagen des Entropiebegriffes dessen Begriffskern, unabhängig von spezifizierten Anwendungen zu beschreiben und die hieraus entstehenden Folgerungen zu verstehen.

Die hierbei zu klärende Frage, ob der Begriff von seiner Anwendung in geschlossenen Systemen auch unbedenklich auf offene Systeme übertragen werden kann, kann dabei mit ja beantwortet werden, da auch offene Systeme - zumindest in dem uns bekannten Universum austauschbezogene Subsystemhierarchien aufweisen. Das ist heutzutage unstrittig und auch mathematisch seriös darstellbar.

In seiner abstrahierten Form fokussiert sich dieser Begriff meistens auf den 2. Hauptsatz der Thermodynamik: "Der Zweite Hauptsatz der Thermodynamik trifft Aussagen über die Richtung von Prozessen von gebundener /geordneter Energie zu energieärmeren Zustandsniveaus und das Prinzip der Irreversibilität dieses Prozesses. Aus dem Zweiten Hauptsatz lassen sich die Definition der thermodynamischen Temperatur und die Zustandsgröße Entropie herleiten. (...).- Der zweite Hauptsatz der Thermodynamik in der Formulierung von Clausius lautet:„Es gibt keine Zustandsänderung, deren einziges Ergebnis die Übertragung von Wärme von einem Körper niederer auf einen Körper höherer Temperatur ist.“(Zitat, Wiki) Zu letzterem könnte man anfügen: ..., ohne Energie in Form von Arbeit hineinzugeben.

Das Verhältnis von Entropie zu Negentropie fokussiert sich im Zusammenhang einer rationalen philosophischen Abstrahierung der bekannten physikalischen Parameter auf das Kernprinzip des Phänomens, also auf die Frage:
Wenn Entropie letztlich die Frage nach dem Entstehungszusammenhang von Disparitäten zwischen gebundener und ungebundener Energie ist wie wir das in unserer bestehende physikalischen Welt feststellen können, und wenn die Prozeßrichtung gemäß des 2 Hauptsatzes der Thermodynamik von gebundener Energie als unwahrscheinlichem Zustand, (dessen Herstellung und Aufrechterhaltung selbst wieder permanente Arbeit als gebundene / gerichtete Energie benötigt) zum wahrscheinlicheren Zustand einer vollkommen gleichmäßigen skalaren Verteilung von Wirkungspunkten als (energetische) Singularitäten wäre mit gleichem Energiebetrag und gleicher räumlicher Verteilung, quasi als Naturzustand ist und wenn der Ausgangspunkt alles Existierenden deshalb aus einem entropischen Zustand gedacht werden muß was in aller Welt könnte dann die Kraft gewesen sein, die zu den ersten (dissipativen) Strukturen zur weiteren Entwicklung weiterer "Kristallisationspunkte" bis zur heutigen, uns bekannten physikalischen Welt geführt haben? - Was also könnte bei vollkommener Entropie trotzdem den Impuls einer Strukturbildung (dissipativer Strukturen) und folgender ausgelöst haben?
Diese Disparitäten-Frage ist übrigens heutzutage aktueller
Diskussionspunkt bei der Physik einer verfeinerten Urknall-Theorie. Aber ich glaube auch, daß dies nur die Verschiebung eines Fragezeichens nach hinten ist mit den physikalischen Verständnismitteln, die uns heutzutage zur
Verfügung stehen. - Aber: wie jeder gute Physiker und Philosoph weiß: jede Antwort bringt mindestens eine neue Frage - und das wiederum wäre ja fast schon eine neue Analogie zu einem expandierenden Universum :-))

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Das Chaos ist auch eine natürliche Ordnung. Nur verstehen wir diese nicht.

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Das ist natürlich eine große Frage und ich hoffe, dass ich sie überhaupt richtig Verstanden habe.
Chaos und Ordnung, und momentan gewinnt anscheinend das Chaos, wenn man sich das Universum anguckt, Grund dafür ist wohl, dass das Chaos die Zeit auf seiner Seite hat und auch die Expansion ist ja hilfreich,desto größer der Raum, desto größer die Wahrscheinlichkeit einer "chaotischen" Verteilung der Teilchen. Die Gravitation scheint nicht mit der Dunklen Energie mithalten zu können, aufhalten lässt das ganze sich natürlich nicht, nicht von menschlicher Hand. Das Problem ist nun mal der Raum an sich, der unerklärlicherweise immer größer wird, und das auch immer schneller, die Gravitationsquellen im Universum bleiben aber gleich. Und ich würde sagen, wenn es eine Sache gibt, die große Sachen zusammen halten kann, dann ist es die Gravitation. Die Starke Kernkraft wirkt ja leider nur auf kurze Distanzen. Also wenn Gravitation,Elektromagnetismus,Starke & Schwache Wechselwirkung Teile der Negentropie wären, dann wäre die Gravitation auf jeden Fall das i-Tüpfelchen. Aber wie gesagt, von der Gravitation ist nur eine bestimmte Menge vorhanden, die sich auch nicht vermehrt, aber die Dunkle Energie,bzw. die Expansionsrate "vermehrt" sich. Meiner Meinung nach ist es also logisch, dass die Entropie größer ist.
Man stelle sich einen Billiard-Tisch vor. Man stößt die weiße Kugel gegen alle anderen und alle Kugeln bewegen sich auf der Tischplatte. Die Besonderheit : Der Tisch hat keine Löcher und die Kugeln hören nicht auf sich zu bewegen. Das Ergebnis ist also ein tisch auf denen stetig Kugeln hin und her rollen, jede Sekunde haben die Kugeln eine höhere Wahrscheinlichkeit in einen Chaotischeren Zustand zu kommen, da sie immer weiter von ihrer ursprünglichen ordentlichen Position entfernt sind, also entfernt in der Zeit.
die Entropie hat also schon eingesetzt, durch die Zeit. Aber jetzt kommt noch die Expansion ins Spiel. Der Tisch wird immer größer und größer, was die Wahrscheinlichkeit des Chaos immer weiter erhöht und erhöht und keiner kann es stoppen, außer vielleicht ein Gott, falls es ihn denn gibt, oder der "Big Rip".
Ich denke schon, dass Entropie in Zukunft eine größere Rolle spielen könnte und es ein übergeordnetes Konzept gibt. Man geht ja davon aus, dass alles mal "ordentlich" war und man weiß nicht ganz, was das Chaos verursacht hat. Oder wieso es scheinbar weniger Antimaterie als Materie gibt usw. das sind alles sehr große aktuelle Fragen. :) 
Das wär es erstmal von mir.
LG

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Ein Gedanke, der sich in zumindest ähnlicher Form in den BüchernContact von Carl Sagan und Credo von Douglas Preston und der Perry Rhodan-Reihe findet.

Dieser Gedanke findet sich vor allem im germanischen Polytheismus/Schamanismus. Die Götter kämpfen mit Hilfe der Menschen gegen die Eisriesen, wobei diese eine Metapher für den Kältetod des Universums sind, also für die Gleichverteilung der Energie. Haben die Eisriesen gesiegt, ist kein Leben mehr möglich. 

Gemäß der Edda werden letztlich die Eisriesen siegen. Aber es gibt einen Neuanfang in den sich das Leben als treibende Kraft retten kann. Diese Leben-treibende Kraft wird die Materie erneut so strukturieren, dass Leben möglich ist u.s.w.

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Kommentar von Verjigorm
25.03.2016, 14:00

Naja, eine Metapher für den Kältetod wohl eher nicht. Wir können das nur so sehen, weil wir wesentlich mehr als die Menschen damals wissen.

Außerdem verabscheue ich Religion, deswegen habe ich mich an die Wissenschaft gehalten.

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Was ist Entropie und Negentropie?

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Kommentar von Moose1688
25.03.2016, 13:04

Gibt es dazu ein gutes Buch, das du empfehlen kannst? Irgendeine Einführung?

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Also ehrlich gesagt habe ich mich persönlich dazu entschieden nicht mehr über solche Sachen nachzudenken, weil ich der Meinung bin, dass es wichtigere Dinge im Leben gibt. 

Ich kümmer mich in der Zeit lieber darum, dass es mir gut geht in den bereichen Gesundheit, Liebe und Geld. Das ist das Wichtigste für mich!

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Kommentar von Waldemar2
25.03.2016, 13:04

Auf jeden Fall ist Deine Lebensauffassung ein Beitrag zur Negentropie. Du bringst Ordnung ins Chaos.

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Kommentar von Verjigorm
25.03.2016, 14:03

Für ne Antwort hat's aber noch gereicht... *Kopf schüttel*

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Weder Entropie noch Negentropie sind Kräfte(physikalisch gesehen).

Physikalisch gesehen kann sich Entropie in einem abgeschlossenen System nur erhöhen.

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Kommentar von Verjigorm
25.03.2016, 14:02

Die Frage war auch nicht streng physikalisch sondern mit deutlich philosophischem Unterton gestellt, zumindest war es so geplant.

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