Frage von Frag12345, 112

Könnte es einen riesen Planeten geben, in der Lebewesen leben, die so groß wie ein ganzer Planet sind?

Ein Planet in der Lebewesen leben, die so groß wie der Mond oder die Erde sind. Ist das möglich? Vielleicht sind die Dimensionen anderer Planeten ganz anders? Andersherum funktioniert das ganze ja auch. Könnte es einen Planeten geben, der vielleicht grad mal einen Durchmesser von 400 Metern hat. Könnte sich dort eine Zivilisation herausbilden? Eine Gemeinschaft, die der unserer gleicht nur eben viel kleiner ist? Kann das möglich sein? Wenn ja warum und wenn nein wieso?

Expertenantwort
von DiegoderAeltere, Community-Experte für Evolution, 50

Ich kein Astronom und kann die Szenarien deshalb nicht genau durchrechnen, aber ich gebe mir Mühe, deine Frage auch so zu beantworten. 

Zuerst zum Riesenplaneten: Gehen wir davon aus, die durchschnittliche Größe eines Menschen wären 2 Meter. Der Durchmesser der Erde beträgt 12.700 Kilometer. Würde das Verhältnis von Mensch zu Planet immer gleich bleiben, wie von dir angenommen, hätte ein Planet, der Menschen beherbergt, die so groß sind wie die Erde, einen Durchmesser von über 80 Milliarden Kilometern, so ungefähr. Unsere Sonne hat "nur" einen Durchmesser von 1,3 Milliarden Kilometern. Ein Körper, der 60-mal so groß ist wie unsere Sonne, hätte eine so große Masse, dass in seinem Innern zur Kernfusion kommen würde. Das ganze wäre dann kein Planet mehr, sondern ein Stern. Und Sterne sind aus verschiedenen Gründen absolut unbewohnbar.

Aber ein größerer Planet muss ja nicht gleich diese Ausmaße erreichen. Er könnte auch erheblich größer als die Erde oder der Jupiter sein, und immer noch nicht zum Stern werden. Auf einem solchen Planeten wäre Leben auch grundsätzlich möglich. Es würde allerdings eher kleiner als größer im Vergleich zu uns werden. Je schwerer der Planet ist, desto größer ist auch die Anziehungskraft, die er auf seine Bewohner ausübt. Große Tiere haben ja bereits auf unserer Erde Probleme mit der Schwerkraft. Das Herz von Giraffen muss zum Beispiel eine ungeheure Pumpleistung erbringen, um das Gehirn entgegen des Gefälles mit Sauerstoff zu versorgen. Jetzt stell dir mal vor, der Druck, gegen den das Herz anpumpen muss, wäre 3- oder 4-mal so groß. Für die Giraffe wäre es wahrscheinlich vorteilhafter, kleiner zu werden, anstatt ein kostspieliges stärkeres Herz zu entwickeln. Dasselbe gilt für die Atmung: Große Wale ersticken an Land, da ihr gesamtes Körpergewicht nun auf ihre Lunge drückt. Durch eine stärkere Erdanziehung würde der Druck auf die Lunge noch zunehmen. Ich halte es für denkbar, dass unter diesen Umständen auch größere Landtiere kläglich ersticken würden. Und der einfachste Weg, dies zu umgehen, wäre ein kleinerer Körper, und nicht eine stärkere Atemmuskulatur. Der Größe eines Lebewesens sind aber auch ganz unabhängig von der Gravitation Grenzen gesetzt.

Zum Zwergplaneten: Bereits unser Mond, obwohl er wirklich eine beachtliche Größe hat, ist zu leicht, um eine richtige Atmosphäre zu halten. Das führt zu amüsanten Phänomen, wie dem, dass die Fußspuren der Astronauten noch lange sichtbar sein werden, wenn es die Menschheit schon gar nicht mehr gibt (voraussichtlich). Aber die Atmosphäre des Mondes kann eben auch weder Sonnenstrahlung abhalten noch an der Oberfläche des Mondes halten. Das führt auf dem Mond zu Temperaturen über 100°C im Sonnenlicht und -100°C in der Nacht. Auf einem noch kleineren Körper lägen die Temperaturmaxima wohl noch weiter auseinander. So ein winziger Brocken mit 400 Metern Durchmesser (was übrigens niemals als Planet oder Planetoid durchgehen würde, da er zu klein wäre, um eine annähernde Kugelform zu erreichen) hätte auch keinen heißen Kern wie unsere Erde oder der Mond und wäre damit sicherlich auch so kalt, dass Sauerstoff dort in fester Form vorliegen würde. Die Entstehung von Leben ist unter diesen Umständen nahezu ausgeschlossen. Um die Temperaturen auszugleichen, müsste der Zwergkörper schon sehr nahe um die Sonne kreisen. In dem Fall hätten die dortigen Lebewesen dann aber mit sehr extremem Temperaturwechseln zu kämpfen.

Auf einem sehr kleinen Körper, wie einem Meteoriten, kann wahrscheinlich also kein Leben entstehen. Aber Planetoide und Monde, die erheblich kleiner sind als die Erde, können durchaus lebensfreundliche Bedingungen bieten. Die Astrobiologie interessiert sich ja momentan für eine ganze Reihe von Saturn- und Jupitermonden. Auf solchen Körpern ist Leben wohl grundsätzlich möglich, die Entwicklung von makroskopischem Leben aufgrund der dünnen oder fehlenden Atmosphäre und der strengen Temperaturen aber sehr unwahrscheinlich.

Kommentar von Frag12345 ,

Danke, sehr gute Antwort. :)

Antwort
von implying, 56

wenn ein planet so groß ist, dass er von riesigen kreaturen bewohnt sein KÖNNTE dann ist zwangsläufig seine anziehungskraft so groß, dass diese kreaturen extrem schwer wären. das macht es unwahrscheinlich dass sie sich wohl fühlen würden - das heißt es wäre wohl nicht möglich dass sowas existiert. man kann sich ja nichtmal erklären warum die dinosaurier damals auf der erde so groß und schwer werden konnten. selbst elefanten haben es schon schwer mit ihrem gewicht.

und andersrum, wenn ein planet zu klein ist, wie etwa der mond, ist seine anziehungskraft so gering, dass er keine atmosphäre halten kann. somit wäre leben auch wieder unmöglich, bzw äußerst unwahrscheinlich. abgesehen von bakterien und sowas.

Antwort
von weckmannu, 30

Die Grenze für die Größe der Lebewesen wird durch die Schwerkraft bestimmt. Deshalb sind auf der Erde die größten Tiere im Wasser, wo sie schweben können. Deshalb werden die Tiere umso kleiner sein, je größer der Planet ist. Um große Tiere zu beherbergen, müßte ein Planet also eher kleiner als die Erde sein. Das hat seine Grenzen, weil die Luft dünner würde wie auf dem Everest. Also ist das Thema schon bei uns durch die Evolution ziemlich ausgereizt.

Antwort
von kami1a, 17

Hallo! 

Ein Planet in der Lebewesen leben, die so groß wie der Mond oder die Erde sind. Ist das möglich?

Das geht nicht. Der Planet wäre so groß dass er auf Grund seiner Masse nuklear reagieren würde - wie unsere Sonne.

Könnte es einen Planeten geben, der vielleicht grad mal einen Durchmesser von 400 Metern hat.

Das geht auch nicht. Er würde die Kriterien für einen Planeten nicht erfüllen können. Kaum Schwerkraft - auch nicht genügend um sich selbst zu formen. 

Ich wünsche Dir ein erholsames und frohes Weihnachtsfest.

Antwort
von mychrissie, 28

Ein Klumpen, der einen Durchmesser von 400 Metern hat, ist niemals ein Planet – es sei denn im "Kleinen Prinzen" von Saint-Exupéry. Ein solches Steinchen hätte eine so geringe Anzeihungskraft, dass sich nichts darauf halten könnte, weder Wasser noch eine Atmosphäre, geschweige denn irgendwelche Wesen.

Antwort
von Shaddow2000, 43

Ja, wenn man an die Existenz eines Multiversums Glaubt( Folgerung aus der Quantentheorie). In einem Multiversum, welches unendlich groß ist, sind dementsprechend auch die Möglichkeiten unendlich. Somit ist deine Vorstellung keinesfalls abwegig sondern sogar wahrscheinlich.

Kommentar von Shaddow2000 ,

In einem Multiversum gibt es von einer Sache( zum Beispiel unsere Erde) unendlich viele Variationen.

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