Könnte ein Mensch so leben das er es jeder Religion recht machen kann?

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8 Antworten

In gewissen goldenen Regeln sind sich viele Konfessionen einig:

  • Es ist nicht gut, Leben zu nehmen
  • Es ist nicht gut, nicht gegebenes zu nehmen
  • Es ist nicht gut, Worte negativ zu gebrauchen
  • Es ist nicht gut, verantwortungslos mit Sexualität umzugehen
  • Es ist nicht gut, sich in einen Rausch zu stürzen

Diesen Aussagen dürften viele Angehörige der unterschiedlichsten Konfessionen erst einmal durchaus mehr oder weniger zustimmen, oder zumindest akzeptieren.

Der Teufel steckt aber im Detail und so wird es bereits bei der bloßen Interpretation den Menschen unmöglich gemacht, allen Auslegungen zu entsprechen.

Ein Beispiel

Vielleicht kennen hier ein paar ältere Semester noch die Cartoons mit dem Privatdetektiv Nick Knatterton. In einer Szene wartet er in der Lobby eines wichtigen Unternehmens.

Dort sind große Tafeln angebracht, auf denen die Regeln des Unternehmens stehen. Für den Leser zu erkennen ist der Schriftzug

"Ehrlich währt am längsten - außer in folgenden Fällen" - gefolgt von einer endlos langen Liste von Ausnahmen.

Ähnliches machen die verschiedenen Religionen

Sie schaffen Präzedenzfälle und erklären diese für ihre Religion als verbindlich

  • "Es ist nicht gut, Leben zu nehmen - außer es handelt sich um den Anhänger einer anderen Religion"

Den Ungläubigen wird damit kurzerhand der Status eines vollwertigen Lebewesens abgesprochen, so dass das Gebot nicht für ihn gilt.

Oder aber, es wird eine Interpretation aus der Luft gegriffen:

  • "Es ist nicht gut, verantwortungslos mit Sexualität umzugehen - also trage eine Ganzkörpergardine, damit die triebgesteuerten Männer nicht auf dumme Gedanken kommen".

Von der Vollverschleierung ist in der Grundfassung überhaupt nicht die Rede - hier werden örtlich und zeitlich vorhandene Moralmaßstäbe einer bestimmten Kultur eingebracht und eine Legitimation durch die Grundregel behauptet.

Jemand anderes würde die gleichen Grundregeln dagegen nach ganz anderen Maßstäben interpretieren und in ihrer Bedeutung biegen.

  • "Es ist nicht gut Leben zu nehmen - also ernähre dich vegan und bete für jedes Insekt, das du versehentlich inhalierst"

Auch hier ist in der Grundform nichts von Ernährung zu lesen - es wird einfach kreativ heruminterpretiert.

Selbst wenn sich also alle Religionen vielleicht auf wenige Grundregeln zusammenkürzen ließen - durch die verschiedenen Interpretationen wird es unmöglich, den Ansprüchen aller religiösen Gemeinschaften zu genügen.

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Kommentar von Enzylexikon
10.10.2016, 21:25

Vielen Dank für den Stern. :-)

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Natürlich geht das nicht, jede Religion hat ihre eigenen Regeln, die teilweise mit denen der anderen unvereinbar sind.

Teilweise! Denn nur weil Regeln verschieden sind, müssen sie nicht unvereinbar sein. So wären Speise- und Kleidervorschriften überhaupt kein Problem, man müsste sich nur an die strengsten unter ihnen halten. So gibt es im Christentum zwar keine Speiseverbote, aber auch keinen Zwang, gewisse Speisen zu essen. Wenn ich also auf Schweinefleisch verzichte, genüge ich den Regeln des Judentums und des Islams, und verstosse nicht gegen die des Christentums. Ich darf auch Vollverschleierung tragen, damit der islamische Gott mit mir zufrieden ist. Der jüdische und der christliche Gott verlangen das zwar nicht, haben aber auch nichts dagegen. 

Es sind vor allem die Glaubensinhalte, die unvereinbar sind. Wenn man Jesus für Gott hält, ist man weder Jude noch Muslim. Tut man es nicht, ist man kein Christ. Der jüdische und islamische Gott legen sehr viel Wert auf Rituale und Äußerlichkeiten, der christliche Gott hasst Äußerlichkeiten und macht die Gesinnung zum Kernpunkt. Und wie du schon gesagt hast, da haben wir die anderen Religionen noch gar nicht berücksichtigt: Hinduismus, Buddhismus, Daoismus, Konfuzianismus.....

Also: Mission impossible.

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Ich würde sagen, am nächsten kommen so einer Sichtweise vielleicht die "Bahai", die andere Religionen weitgehend respektieren - allerdings eine recht kleine Religion.

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Die Religionen sollten so leben, dass sie mit jedem Menschen zurecht kommen ...

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Jeder Mensch kann so leben, dass er es sich selbst ohne Religion recht macht.

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Warum glaubst du nicht einfach unserem ewigen Schöpfer (Joh.17,17; Röm.6,23; Offb.12,9; 22,1-7) ?

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mission impossible.

Dafür gibt es zu viele, verschiedene religionen. Weitergedacht gilt dies dfür alle fragen das leben betreffend.

Abtreibung ok oder nicht ok, sterbehilfe das gleiche usw., usw...

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du könntest noch nicht einmal so leben, dass du es deinem einzigen freund immer recht machst. sogar dir selber gegenüber kannst du es nicht

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