Frage von Rika1998, 31

Könnte der Carcharodontosaurus wie der Spinosaurus auch Fische gefressen haben?

Wie sein Name schon sagt hat er ähnliche Zähne wie ein Hai, somit wäre es effektiv gewesen Fische zu jagen, der Kiefer von Carcharodontosaurus kam der funktion des vom T Rex gleich, somit ist Fleisch auch kein Problem. Der Spinosaurus hat Fleisch und Fisch gefressen, somit würden die beiden sich vielleicht wieder in die Quere kommen! Was haltet ihr davon?

Antwort
von MarkusKapunkt, 14

Eher weniger. Natürlich lässt ein großer Beutegreifer niemals eine Gelegenheit aus, um an Nahrung zu kommen, also würde Charcharodontosaurus schon einen Fisch gefressen haben, wenn sich ihm die Gelegenheit geboten hätte. Aber um aktiv nach ihnen zu jagen hatte er den falschen Körperbau. Sein Schädel war verhältnismäßig kurz und wuchtig, seine Zähne waren trotz des Namens eher zum Zerreißen von Beutetieren geeignet als dazu, glitschige Fische festzuhalten. Seine Beinmuskulatur war außerdem für lange Wegstrecken konzipiert und gelegentliche Sprints, was eher für einen Pirschjäger spricht als für einen Angler. In Ufernähe hätten die dreizehigen, schlanken Füße des Charcharodontosaurus keinen besonders guten Halt gefunden oder hätten sein Gewicht von über 6 Tonnen angemessen verteilen können, erst recht nicht auf schlammigem oder lehmigen Untergrund. Hier hätte Charcharodontosaurus leicht stürzen und sich ernsthaft verletzten können.

Spinosaurus war wahrscheinlich viel besser an ein Leben in Sümpfen, an Flussufern und an der Küste angepasst, und da man seine Überreste zusammen mit Fossilien des Onchopristis, einem 8m langern Sägefisch gefunden hat, wird er diesen wohl in den Kanälen der weitläufigen Mangrowensümpfe aufgelauert haben. Dass dort zwei Theropodengattungen auf die Jagd gingen, ist auch aus Selektionsgründen unwahrscheinlich: teilen zwei unterschiedliche Spezies die gleiche ökologische Nische, wird die eine die andere über kurz oder lang verdrängen - und ergeschichtlich gesehen sind diese Zeiträume wirklich ausgesprochen kurz. Spinosaurus und Charcharodontosaurus lebten allerdings mehrere Millionen Jahre gemeinsam im gleichen Lebensraum, was ein eindeutiges Zeichen dafür ist, dass sie unterschiedliche Beute bevorzugt haben und sich äußerst selten in die Quere gekommen sind. Charcharodontosaurus jagte Ornithopoden wie Ouranosaurus und Sauropoden wie Paralititan und überließ das Angeln dem größeren Spinosaurus.

Kommentar von Rika1998 ,

Es wurden schon Beweise für einen Kampf zwischen beiden gefunden, ließ sich wohl nicht vermeiden manchmal, wie bei uns Menschen haha

Kommentar von MarkusKapunkt ,

Beweise, oder wie man in der Wissenschaft sagt, Belege, wäre eine Bissmarke auf einem Knochen einer der beiden Dinoaurier, die bereits Zeichen von Heilung aufweist. Aber so einen Beleg haben wir bislang noch nicht gefunden. Alles was wir haben, ist ein abgebrochener Rückenstachel des Spinosaurus, der auf einen Kampf hinweisen könnte. Aber wir wissen nicht, gegen wen oder was der Spinosaurus gekämpft hat. Vielleicht war es auch ein Kampf gegen einen Artgenossen, oder der Stachel ist aus einer völlig natürlichen Ursache heraus abgebrochen. Dass der Stachel bei einem Kampf gegen einen Charcharodontosaurus abgebrochen sein könnte, ist möglich, aber nicht unbedingt wahrscheinlich.

Kämpfe zwischen Dinosauriern mögen uns Menschen besonders faszinieren, vielleicht deshalb, weil wir Menschen wie du richtig bemerkst tatsächlich blutdürstige Kreaturen sind. Fakt ist aber, dass erstens nur wir Menschen Freude an der Gewalt haben, und zweitens, dass Kämpfe zwischen Dinosauriern nicht häufiger vorkamen als bei heutigen Tieren. Alle Tiere kämpfen nur dann gegeneinander, wenn es sich nicht vermeiden lässt, denn ein Kampf erfordert kostbare Mengen an Energie und ist immer mit dem Risiko des eigenen Todes verbunden. Deshalb finden Kämpfe zwischen unterschiedlichen Arten höchstens aus Sorge um den eigenen Nachwuchs statt, selten jedoch um Nahrungsquellen - da reicht dann meist schon Imponiergehabe, um den Rivalen zur Aufgabe zu bewegen. Kein Kadaver ist es wert, sein Leben zu riskieren, das war den Dinosauriern damals absolut klar - uns Menschen aber leider nicht. Wir wollen uns die Urzeitbiester am liebsten ständig nur kämpfend vorstellen. Das ist aber weit weg von der Realität. Ein Tag in Kreidezeit Nordarfikas war auch nicht aufregender als ein Tag in einem mitteleuropäischen Waldstück. Die Tiere waren vielleicht sehr viel größer, aber keineswegs blutrünstige Bestien. Sie waren einfach nur Tiere.

Antwort
von MrRomanticGuy, 9

Wenn die Fische damals größer waren schon. ^^

Antwort
von Feuerherz2007, 12

Das sehe ich absolut genauso.

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