Frage von derGauna, 62

Könnte der Bund nicht eine Auschreibung machen zur entwicklung einer Maispflanze die keine Pfl.-schutzmittel oder Dünger benötigt, u. Blüten mit Pollen trägt?

...Jedoch nicht von Bayer verkauft wird, sondern als Staatliches Hilfsmittel zur bewahrung der Unabhängigkeit der Landwirtschaft und deren Bauern von Konzernen. Eine Saat die jedes Jahr ausgeworfen werden kann und mit den Gentechnisch veränderten Blüten Bienen u. anzieht?

Würde das Genetisch denkbar und machbar sein?

Expertenantwort
von Agronom, Community-Experte für Biologie, 41

Nein derartiges ist genetisch gar nicht möglich.

Ich fange mal mit der jährlichen Neuansaat an. Das ist bei allen Maispflanze möglich, nur macht man es nicht, da es sich bei fast allen zugelassenen Sorten um Hybridpflanzen handelt, welche die enormen Zuchtfortschritte in den letzten 50 Jahren erst ermöglicht haben. Dabei ist ein neues Aussäen der Ernte natprlich möglich, aber damit verbunden ist eine genetische Aufspaltung, sodass jede Pfalnze andere genetische Merkmale erhält und damit ist er Bestand dann nicht mehr einheitlich. Jede Pflanze kann dann unterschiedliche Ausprägung für Merkmale wie Ertrag, Blühzeit, Reifezeit, Resistenzen etc. haben und da man die Eigenschaften nicht kennt könnte man auch nur schwer bis gar nicht den Bestand vernünftig führen.

Düngung ist unerlässlich, denn die Pflanzen nehmen Nährstoffe aus dem Boden auf und werden abgeerntet. Diese abgeführten Nährstoffe müssen wieder zurückgeführt werden, da gibt es keine Alternative, je nach Bodenverhältnissen kann eine gewisse Zeit ohne Düngung gearbeitet werden, aber mittel- bis langfristig wird der Boden so ausgelaugt.

Ein verzicht auf Pflanzenschutz bei hoher oder gar steigender Produktivität ist auch utopisch und eine gentechnisch veränderte Variante, die gegen alles Resistenzen oder Abwehrmechanismen aufweist eigentlich genauso. Beim Mais ist hier in Deutschland die Zahl der Schädlinge noch verhältnismäßig überschaubar, da wir noch keine großen Probleme mit pilzlichen Erregern haben, aber dennoch wäre es ein unglaublich riesiger Aufwand, zumal es mit einer Sorte nicht getan ist. Es müsste ein permanentes Zuchtprogramm aufgebaut werden, da Resistenzen und Abwehrmechanismen ständig weiterentwickelt werden müssen, da sich die Schädlinge und Krankheiten auch über kurz oder lang anpassen und damit diese Mechanismen umgehen können.

Antwort
von chog77, 38

Was willst du denn diskutieren:

- Landwirtschaftspolitik

- Lobbyisten

- den Sinn von Gentechnik.

- Die getechnologische Umsetzung der Pflanze

 - Ob Monokulturen sinnvoll sind..

Das ist doch ein wenig viel.

By the way: Mais ist eine dicotyle Pflanze und zählt somit zu den Süßgräsern, auch wenn er nicht so aussieht. Wie alle Gräser wird er windbestäubt und nicht von Insekten. Die Sache mit den Bienen ist also völlig sinnfrei und kein Pharmaunternehmen der Welt würde einen Vorgang komplizierter machen, den die Natur schon völlig einfach eingerichtet hat.

Kommentar von Agronom ,

*"Monocotyle Pflanze" meinst du.

Kommentar von chog77 ,

Oh ja - Studium ist schon länger her ;)  - und Agrarökologie nicht mein Arbeitsfeld - Danke für die Korrektur.

Antwort
von voayager, 19

So-so, du möchtest also gewissermaßen eine Hochzeit des Papstes haben. Lass dir sagen, dass dieser Staat niemals gegen die Interessen der Konzerne handelt, schließlich ist er so was wie deren Agentur, wenn auch nicht ausschließlich, denn dem übergeordnet ist seine Rolle als ideeller Gesamtkapitalist.

Davon mal angesehen, sind überzüchtetwe Pflanzen mit Vorsicht zu genießen sind sie doch recht krankheitsanfällig, bis zu einem gewissen Grad degeneriert, zumindest besteht die Gefahr hierfür.

Mais zieht als Windblütler keine Bienen an, das kannste dir getrost abschminken.

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