Frage von Boehnchen1999, 50

Könnte der Bogen brechen?

Hallo,
ich habe angefangen Holzbögen zu bauen (bin beim zweiten Bogen). Das Problem ist, dass am Rohlingende ein Riss war, nur leider genau da, wo die Sehne aufliegen soll später und ich hatte Angst die Sehne könnte den Bogen beim schießen spalten. Als Anfänger wusste ich mir nicht anders zu helfen und hab um den Riss herumgearbeitet, weshalb der Tip nun dick genug ist und rissfrei, aber halt leicht schief, damit er um den Riss im Rohling verläuft. Der Unterschied ist nicht viel, vielleicht 1cm am Ende, aber etwas gegen die Holzstruktur und zur Seite hin, also nicht zum Bogenrücken oder Bauch hin. Der Bogen ist aus Haselnuss, ca 170cm lang und die Tips ungefähr 15-20cm lang. Lohnt es sich noch weiterzubauen oder eher nicht? Das Abtragen des Holzes dauert bei mir aktuell noch recht lange, weil mir mit 16 einfach die Möglichkeiten fehlen, aber ich schau mich aktuell nach Ziehmessern um, um mein Schnitzmesser zu ersetzen und dann schneller zu arbeiten. Hoffentlich gibt es hier ein paar Bogenbauer, die mir helfen können, weil ich wenig Lust hab viel Zeit zu investieren, damit der Bogen beim Tillern bricht oder nach 2 Tagen schießen.

Leon

Antwort
von Bogenfreund, 50

Hallo Boehnchen1999,

ich denke den besten Rat den ich dir geben kann ist der, dass du dich im Netz mal nach Gleichgesinnten umsiehst. Hier und da werden auch Bogenbaukurse angeboten. Hier gibt es ein gutes Forum:

http://www.fletchers-corner.de/index.php?sid=d02eb64e77d4831439f8fedbf4e5d705

Wie ich in meiner ersten Antwort an dich mit dem letzten Satz schon kurz angedeutet habe, jetzt nochmal ausführlicher. Ich wäre mit dem selbstbauen ohne Hilfe von außen wirklich sehr vorsichtig. Ich hatte schon mal das zweifelhafte Vergnügen, bei einem Bogenbruch im Vollauszug dabei zu sein. Das Ergebnis war eine lange, blutende Schmarre schräg über die Nase des Schützen, zusammen mit einem lautem Knall. So ein entgegen kommender Wurfarm ist da nicht zimperlich, dass kann ganz schnell das Auge kosten. So ein Bogen ist was anderes als wenn man als Kind den ersten Haselnusszweig zurecht schneidet.

Der Schütze war ein erfahrener Bogenbauer. Sein Kommentar dazu war, dass selbst bei Eibenholz er bis zu den ersten 1000 Schuss nicht sicher sein kann, dass der Bogen hält (ist wohl so eine Faustregel !?).

Lass das besser mit dem Eigenbau sein, bis du Hilfe gefunden hast. Auch wenn ich dir keine Bauanleitung liefern kann, ich hoffe du verstehst meine Antwort trotzdem als Hilfe....


Kommentar von Boehnchen1999 ,

Ich habe vor ein paar Wochen einen Bogenbaukurs bei Klaus Serda gemacht und mir ein Buch gekauft. Vermutlich mache ich noch einen Kurs im Neanderthalmuseum. Ich war auch schon dabei, als ein Bogen gebrochen ist beim Tillern. Dies hat sich aber durch ein Knacken angekündigt. Normalerweise brechen die ja nicht einfach oder? (wenn sie denn mal brechen)

Kommentar von Boehnchen1999 ,

Ich hab jetzt erst mal vor den aktuellen Bogen zu ende zubauen und dann vorsichtig zu schießen. Danach probier ich es mal mit Rattan-Manau, weil das sehr bruchfest sein soll.

Kommentar von Bogenfreund ,

Na ja, den Bruch den ich beschrieb passiert wie gesagt im Vollauszug. Da war nichts mit Vorankündigung, es knallte und der obere Wurfarm flog. Es ist ja nicht nur die Kraft des oberen Wurfarms, durch den Spannungsabfall schnellt ja auch der untere wieder nach vorn. Da die Sehne aber noch in der Zughand liegt, zieht der untere Wurfarm das brechende Teil noch zusätzlich auf das Gesicht des Schützen zu.

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