Könnte das Universum wirklich unendlich sein?

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10 Antworten

Ich denke nicht, dass das Universum unendlich groß ist. Ich denke, dass es einfach nur verdammt groß ist. ;-)

Und es expandiert.

Die Physik kennt keine aktuel unendlichen Größen. Es gibt immer nur potentiell unendliche Größen, d. h. ein physikalisches Objekt kann "sich fortwährend ausdehnen" (potentielle Unendlichkeit), aber es kann zu keinem Zeitpunkt "unendlich groß sein" (aktuale Unendlichkeit).

Du bekämst auch Probleme mit Erhaltungsgrößen, denn wenn das Universum unendlich groß ist, dann muss es auch unendlich viel Energie/Materie/etc. enthalten (ansonsten wäre die mittlere Energiedichte/Dichte/etc. null, was offensichtlich Unsinn ist). Nun sind Energie, Impuls, etc. aber Erhaltungsgrößen. Was bedeutet es denn für eine unendliche Größe, dass sie "erhalten bleibt"?

Außerdem verletzt es meines Erachtens das "Sparsamkeitsprinzip" der Natur. Aufgrund der speziellen Relativitätstheorie, genauer gesagt der Endlichkeit der Lichtgeschwindigkeit und ihre Bedeutung als fundamentale Maximalgeschwindigkeit der Informationsübertragung kann nur ein endlicher Abschnitt der Raumzeit miteinander wechselwirken. Wozu sollte die Natur Dinge "hervorbringen", deren Existenz man niemals nachweisen kann, weil sie niemals mit etwas wechselwirken können?

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Kommentar von RoSiebzig
12.08.2016, 06:34

> Wozu sollte die Natur Dinge "hervorbringen", deren Existenz man niemals nachweisen kann, weil sie niemals mit etwas wechselwirken können?

Natur braucht für sowas keinen Grund. Nur wir.

> Erhaltungsgrößen. Was bedeutet es denn für eine unendliche Größe, dass sie "erhalten bleibt"?

Richtig. Also stimmt das Erhaltungspostulat nicht. Siehe: Am Rande unseres Ereignishorizonts verschwinden kosmische Objekte aus unserem Beobachtungsbereich. Jenseits davon, in solchen akausalen Bereichen außerhalb des Lichtkegels unserer Weltlinie, kann reine Physik ihre Aussagen, Theorien weder verifizieren noch falsifizieren, überhaupt nicht beobachten, nix messen. Physik ist für solche 'blinde Zonen' streng genommen nicht mehr zuständig. In diese Unzugängliche Dunkel hinein irgendwelche "gilt überall"- oder Erhaltungs-Gesetze, Homogenität und Isotropie, was auch immer,  hineinzupostulieren, ist so spekulativ, wie irgendeine lustige Esoterik. Demnach a priori kein Rückschluß auf Endlichkeit\Unendlichkeit möglich.

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Nach weitestgehender wissenschaftlicher Übereinkunft ist das Weltall von endlicher Größe ohne Begrenzung, so ähnlich wie die Oberfläche einer Kugel.

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Das Universum vergrößert sich immernoch. Es wird dabei auch immer schneller. Das ist auch der Grund wieso sich alles auseinander bewegt im Weltall. Eines Tages ist alles im all so weit weg voneinander das es praktisch tot ist. Es wird angenommen das dass all sich selbst überholt und implodiert. Demnach wäre dann wieder ein nichts, wie vor dem Urknall. Also im theoretischen Sinne wäre es also irgendwo zuende, also an dem Ort wo das All sich noch nicht ausgedehnt hat 

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Endlich, aber unbegrenzt: Du kannst unendlich um den Globus reisen, deswegen hat er trotzdem "keine Grenze, wo er zuende ist", sondern es geht von überall weiter 'rum und irgendwann kannst Du wieder da auskommen, wo Du gestartet bist.

Die gesamte Oberfläche ist aber gleich groß,  d i e  ist in ihrer Größe "endlich".

Beim Universum kommt aber noch dazu, daß es sich insgesamt ausdehnt, es also wahrscheinlich insgesamt 'größer' wird.

Es wird aber noch komplizierter: Wenn es keinen Beobachter gibt, braucht das Universum auch keine gekrümmte Raumzeit, keine Geodäten für Informationsübertragung und Wechselwirkungen. Dem vor sich hin existierenden Universum kann es völlig egal sein, wie weit Licht auf welcher Bahn kommt. Gekrümmte Raumzeit wäre dann nur lokal nahe großer Massen prägend. Ansonsten fliegt Licht geradeaus und kommt nie an, weil das Universum sich noch schneller ausdehnt, als das Licht fliegt.

Es gibt aber noch "unendlich klein". Da ist aber bei den Planck-Einheiten Schluß. Kleiner geht da nich' mehr, was 'noch Kleineres' gibt's schlicht nicht. Was noch kleiner ausgedacht wäre, könnte einfach nicht existieren. Es ist eine Minimum-Größe für "Etwas".

[ Wenn 'was falsch war, bin ich dankbar für Aufklärung :o) ]

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Kommentar von SiebenSiebenAQ
13.08.2016, 01:49

jaja das sieht man ja an schwarzen löchern unter extremen druck werden die teilchen so stark gequetscht das sie dann wirklich verschwinden und das Masseerhaltungsgesetz geht damit den Bach runter da die Materie dann wirklich nicht mehr existiert bzw irgendwo anders hingeschoben wird außerhalb dem uns bekannten raum

Wie auch immer die Materie verschwindet und so eine schwarze kugel entsteht auch schwarzes loch genannt

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Ich denke, das das Universum endlich ist. Aber es ist riesig und breitet sich immer mehr und mehr aus.

Wenn du übrigends ein Teil was hier ein paar geschrieben hast als Videoform schauen möchtest, hier ist ein passendes Youtube Video:

Es ist auf Englisch, aber es hat deutsche Untertitel.

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Kommentar von grtgrt
12.08.2016, 09:51

Danke, dass du uns auf dieses Video aufmerksam machst. 

Schöner und seriöser als hier, kann man unsere Situation und wie die Zukunft sie auf lange Sicht hin verändern wird, nun wirklich nicht erklären. 

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Nach den jetzigen Erkenntnissen der Physik auf gar keinen Fall. Nur halt sehr sehr groß. 

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Was kennen wir denn bisher?
Vom Universum zu wenig, es hat mehr Fragen als Antworten.
Von einer Endlichkeit des Universums ist nichts bekannt, es expandiert weiter.
Es gibt keinen erkennbaren oder messbaren Rand, der das Ende definieren würde.

Ob es ewig sein wird bleibt dahingestellt. So wie es seit Milliarden Jahren expandiert kann es irgendwann auch implodieren, aus welchem Grund auch immer.
Wie auch immer, das wird die Menschheit eher nicht mehr erfahren, den soviel ist, Leben ist endlich.

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Kommentar von NoHumanBeing
12.08.2016, 14:38

Es gibt keinen erkennbaren oder messbaren Rand, der das Ende definieren würde.

Der kosmische Mikrowellenhintergrund in 45 Milliarden Lichtjahren Entfernung?

Ja, er entfernt sich, sogar überlichtschnell, das heißt es gibt vielleicht keine "Maximalgröße" für das Universum, es wird vielleicht ewig expandieren, aber es wäre zumindest zu jedem Zeitpunkt stets nur endlich groß.

Der Unterschied liegt in der potentiellen (ewig expandierend) im Vergleich zur aktualen Unendlichkeit (unendlich groß).

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Menschen werden diese Frage nie mit Sicherheit beantworten können, da

  • wir den Kosmos nur beobachten können bis hin zu unserem Beobachtungshorizont (er ist derzeit etwa 46 Milliarden Lichtjahre von uns entfernt),
  • wir genau wissen, dass auch dahinter noch Galaxien existieren (da der ständigen Expansion des Raumes wegen ja schon ständig Galaxien, die in der Vergangenheit Licht abgestrahlt haben, das uns vielleicht noch erreichen wird, über unseren Beobachtungshorizont hinweg nach außen gewandert sind)
  • und jedes physikalische Modell, das über Raum jenseits unseres Beobachtungshorizonts spricht, uns nur noch mehr oder weniger plausible Vermutungen nahe legen kann. 

Hinzu kommt, dass nicht nur die Begriffe Raum und Zeit relativ sind (in dem Sinne, dass ihre Bedeutung davon abhängt, aus welcher Perspektive heraus man sie beobachtet), sondern selbst noch die Begriffe endlich und unendlich relativ zu sein scheinen: 

Einige Vertreter der Inflationstheorie vermuten dass wir in einer Art Raumblase leben, die sich aus unserer Perspektive heraus nicht nur als grenzenlos, sondern sogar als unendlich groß darstellen muss, und doch von außen her gesehen endlich und sogar extrem klein sein könnte.

Lies dazu https://www.gutefrage.net/frage/3-fragen-zum-universum#answer-215105694 .

Aber wie eben schon gesagt: Auch das ist nur eine Vermutung. 

Solche Theorien, sofern sie sich nicht widerlegen lassen, zeigen aber sehr schön, dass all unser Wissen über die Weiten des Kosmos mit zunehmender Entfernung von uns schnell abnimmt und zu immer weniger gut begründbarer Vermutung wird: All unser Wissen verklingt irgendwo im Unwissen, und daran wird sich prinzipiell auch in Zukunft nichts ändern.

Lies aber wenigstens noch http://greiterweb.de/spw/Multiversum.htm .

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Damit du beruhigt bist leiste ich meinem einsamen Beitrag über Kairos ein bisschen Gesellschaft. Deine Frage ist so formuliert, dass die Antwort ganz kurz und einfach ist:

Ja.

Machs gut!

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Das Problem bei dieser Frage ist, dass sie sich nicht eindeutig beantworten lässt. Das Universum dehnt sich immer weiter aus. Das stimmt soweit.

Allerdings dehnt es sich nicht in irgendeine Leere hinein aus, sondern der Raum selbst dehnt sich aus.

Es gibt also nichts, das ausserhalb des Universums ist, auch keine Leere. Jedenfalls nichts erforschbares. Die Frage was ausserhalb des Universums ist, ist reine Philosophie.

Dazu kommt noch, dass wir einen Rand des Universums wenn es ihn denn gäbe gar nicht sehen könnten, da noch an dieser Stelle die Relativitätstheorie ins Spiel kommt.

Alles dehnt sich aus, d.h. alles bewegt sich von allem weg. Um so weiter etwas von uns entfernt ist, um so länger ist das Licht zu uns unterwegst.

Wenn wir immer tiefer ins Weltall sehen, sehen wir also auch immer weiter in die Vergangenheit. Irgendwann ist dann die Zeit kurz nach dem Urknall erreicht. Weiter kann man nicht sehen. So gesehen sind wir im Mittelpunkt des sichtbaren Universums. Das trifft aber auf jeden Punkt im Weltall zu.

Spätestens hier scheitern dann die Fragen nach einer Grenze oder einem Ende des Universums, wenn sogar die Zeit an unterschiedlichen Orten unterschiedlich tickt (immer vom Betrachter aus gesehen).

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