Frage von silberwind58, 113

Könnt Ihr mir helfen oder raten?

Könnte einen elfjährigen aus dem Tierheim zu mir holen. Er hat noch nie eine Familie gehabt Er ist ein bisschen bekloppt,Er kennt streicheln,kuscheln,schmusen und Auto fahren nicht. Ich wäre gebunden mit dem HUnd weil entweder wäre Er oft alleine oder ich geh mit Ihm zum nächsten Park. Er kann oder sollte keine Treppen gehen,ist ein Diabetiker,ist aber gut eingestellt und das Tierheim würde mir da helfen! Habe ja zwei KLeine Hunde und eine Tochter,möchte diesem Hund so gerne eine Familie schenken und sein! ,könnt Ihr mir einenRat geben? Gehe seid einPaar Wochen mit diesem HUnd spazieren,Er mag mich,aber zu hause kann ja alles anders sein!

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von vanillakusss, 16

Ich habe einige Hunde, mit teilweise sehr schwerer Vergangenheit, zu mir geholt und ich habe es keine Sekunde bereut! Diese Hunde sind für mich gemacht, ich liebe sie und ich bin, bis auf meine Tochter, mit keinem anderen Wesen, so enge Bindungen eingegangen.

Klar, man muss viel Rücksicht nehmen, das weiß man aber vorher schon. Und es ist immer gut gelaufen allerdings hatte ich immer nur einen Hund hier.

Wenn du wirklich an dem Hund hängst, solltest du ihm die letzten Jahre so schön wie möglich machen, er wird es dir danken.

Kommentar von vanillakusss ,

Danke für den Stern und Grüße von Olga.

Expertenantwort
von dsupper, Community-Experte für Hund, 27

Hallo Silberwind,

"einem Tier zu helfen" ist immer ein löblicher Gedanke - der aber leider viel zu oft nach hinten losgeht.

Bitte bedenke immer, dass die Hunde aus dem Tierheim häufig eine
leidvolle Vorgeschichte haben. Es waren zumeist keine "geliebten" Hunde,
denn sonst wären sie nicht im Tierheim gelandet (Ausnahmen bestätigen
wie immer die Regel). Sie sind oft kaum bis gar nicht erzogen oder
völlig falsch erzogen worden, haben häufig Gewalt erlebt, sind
verschüchtert oder ängstlich oder mehr oder weniger aggressiv. Oft kennen sie Menschen nur als Feinde - nicht als geliebte "Obrigkeit".

NEIN, ich will dich sicher nicht davon abhalten, dir diesen Hund aus dem
Tierheim zu nehmen - ich habe selbst zwei aus dem Tierschutz. Aber die
Problematik, die jeder Hund mit sich bringt, macht die Eingliederung in eine Familie häufig schwierig bis unmöglich. Und es nutzt dem Hund so schrecklich wenig, wenn er dann, wenn es nicht klappt, doch wieder ins Tierheim zurück muss - dann hat er noch einen Knacks mehr.

Leider schreibst du nicht, wie alt deine Tochter ist, denn ich persönlich würde einen "Hund mit Vergangenheit" nicht unbedingt in eine Familie mit kleinen Kindern nehmen. Das Risiko wäre mir viel zu groß. Eine harmlose Bewegung, die für den Hund aber vllt. mit schlimmen Dingen verknüpft ist - und es könnte zur Katastrophe kommen.

Was erwartest DU von dem Hund - was hast DU dem Tier zu bieten? Wieviel Erfahrung hast du bereits mit Hunden? Was machst du, wenn es gar nicht möglich sein wird, ihn z.B. an ein stundenweises Alleinesein zu gewöhnen? Was machst du, wenn es nach einiger Zeit, wenn er sich halbwegs eingewöhnt hat, nicht mehr mit deinen anderen Hunden klappt? Natürlich bist du der "Rudelführer" und musst und kannst für Ruhe in den Strukturen sorgen - aber bis das geklärt ist, dann schon das Undenkbare passiert sein? 

Bereite dich darauf vor, dass ein Hund aus dem Tierheim eine ziemlich lange Zeit braucht, bis er wirklich bei dir "angekommen" ist.

Das geht nicht von heute auf morgen und auch nicht in wenigen Wochen.
Bis Hunde wieder Zutrauen zu neuen Menschen fassen und verinnerlichen,
dass man es jetzt gut mit ihnen meint und ihnen nichts Böses mehr droht -
das braucht einfach seine Zeit - und man selbst braucht viel Geduld.
Schwirrt einem doch immer so im Hinterkopf herum: Mensch, der muss doch
"dankbar" sein, dass ich ihn dort herausgeholt habe.

Ich habe u.a. seit 1 Jahr eine spanische, 8jährige Straßenhündin in mein Rudel integriert. Selbst nach dieser Zeit hat sie viele Ängste immer noch nicht abgelegt, ein gewisses Misstrauen und eine gewisse Vorsicht sind immer noch vorhanden - wird sie sicher auch nie mehr wirklich ablegen. Mal ist sie sehr zutraulich, will schmusen - dann wieder ist sie unnahbar.

Ich kann damit gut umgehen, kann das akzeptieren - aber im täglichen Umgang wirft das schon eine Menge Probleme und Schwierigkeiten auf. Ich kann sie nicht von der Leine lassen - sie wäre auf und davon. Ja, sie kommt wieder - nach 30 oder 60 Minuten - aber dazu ist es draußen einfach viel zu gefährlich. Also bleibt uns nur, in ein recht weit entferntes hoch eingezäuntes Auslaufgebiet zu fahren, damit sie auch mal frei laufen und rennen kann.

Andersherum habe ich eine weitere spanische Hündin, die mittlerweile eine völlig "normaler" Hund geworden ist - mit der Jagdleidenschaft kann ich gut umgehen, da unsere Whippets damit ja auch reichlich gesegnet sind.

Und bitte, rechne nicht mit der immer wieder propagierten "Dankbarkeit".

Ja, der Hund wird auch "dankbar" sein und dich feste in sein Hundeherz schließen - aber auf seine eigene Weise und u.U. erst nach einer langen, langen schwierigen Zeit.

Gutes Gelingen

Daniela

Expertenantwort
von YarlungTsangpo, Community-Experte für Hund, 48

Es sind bei Dir ja eigentlich alle Voraussetzungen gegeben, daß Dein Vorhaben, dem Hund ein Zuhause für immer zu geben, funktionieren kann.

Am Besten wäre es wenn Du Deine Tochter mit einbinden kannst, so als Hundesitter. Das wäre ideal.

Du magst den Hund, der Hund mag dich, was zögerst Du noch?

Natürlich ist zuhause einiges anders, vor allem wenn er merkt, daß er bleiben kann. Aber das soll ja genau so sein, denn er wird lernen können, daß Körperkontakt mit Menschen etwas wunderbares sein kann.

Dazu wartest Du die Eingewöhnungszeit ab und beginnst dann, neben ihm sitzend aus einem für dich interessanten Buch vorzulesen... Wenn er neben Dir bleibt und entspannt ist, kannst Du während des Vorlesens Deine Hand sanft an ihn legen...

Und so geht das Schritt für Schritt bis er sich streicheln lässt und das genießt. Übrigens werden auch Deine beiden anderen Hunde diese Vorlesezeiten genießen.

Also: Nimm Dein Herz in die Hand und nehme ihn bei Dir auf. Dafür wünsche ich Euch allen viel Erfolg und Freude zusammen.

Kommentar von silberwind58 ,

Danke Rut,Du bist immer ein Positiver Antwortgeber! Ich lese meiner Tochter jeden abend vor,Gute Nacht Geschichten und die Kleinen hören zu,als wenn die das verstehen,oder mögen!

Kommentar von YarlungTsangpo ,

Noch vergessen: Man kann jeden Hund, egal wie alt, Zeit seines Lebens - sozialisieren.

Das hat die Evolution so vorgesehen, damit Tiere sich jederzeit anpassen können.

Das bedeutet: Sein Alter ist absolut kein Hindernisgrund für Dein Vorhaben ihm das Schöne im Leben als Hund im Zusammenleben mit Mensch zu zeigen.

Kommentar von silberwind58 ,

Danke,das macht mir ganz viel MUt! Und ich weis auch,das der bekloppte sich einfinden wird,wir lassen Ihm ja alle Zeit und Ruhe der Welt! Ich wünsche mir eben nur, das dieser alter,einsamer ,kranker Hund,in seine Familie kommt ! Und mit seinen alten Knochen doch noch ein paar schöne Jahre und oder Monate hat!

Kommentar von YarlungTsangpo ,

Bin mir sicher, daß ihr noch eine schöne Zeit miteinander haben werdet!

Daumen und Pfotendrück...

Antwort
von ClaudiHundemom, 47

Hallo silberwind!

Was sagen Dir denn die MA aus dem Tierheim? Die sind ja so erfahren und können die Bedürfnisse/ Verhaltensweisen besser abschätzen. Die haben ja auch ein Interesse daran, dass er bei seinen neuen Haltern auch bleiben kann und geben den nicht leichtfertig den 1.Besten mit, stellen entsprechen Fragen.

Hättest Du denn Zeit, Geld und Geduld um einen - eventuell - kränkelnden, Erziehungs- und Sozialisierungs-bedürftigen älteren Dritthund zu versorgen und zu betreuen?

Manchmal kann man den Kandidaten des Herzens auch übers Wochenende zur Probe mit nach hause nehmen. Kläre das doch mal.

Kommentar von silberwind58 ,

Ich bin ja Gottseidank nicht der Erste Beste ! Und natürlich wünschen die Ihm ein zu hause und Familie! Das wäre auch alles kontrollierbar! Bin ja kein unwissendes Wesen aber was mich zum überlegen bringt ist eben,Er fährt nicht Auto,Er kennt ja nicht zunhause ,die anderen,Er kennt ja eigentlich gar nichts,.wenn Er ein leben lkang im Tierheim sitzt!

Kommentar von YarlungTsangpo ,

Das Auto fahren, ja sogar das stubenrein werden wird bei solchen Hunden genauso - wie bei einem Welpen vermittelt.

Anfangs dringt man nicht auf den Hund ein - mit "Erziehungs - und Sozialisierungsprogramm" sondern man lässt ihn erst einmal "ankommen"

Im zweiten Schritt bringt man ihm zuhause etwas bei, so daß s in Selbstbewusstsein gefördert wird aus Freude etwas erreicht zu haben... 

Im dritten Schritt erst geht es nach draußen in Situationen und ggf. in eine Hundeschule. Wobei das nicht erforderlich ist. Im Auto füttern, ohne fahren... usw.pp.

Kommentar von ClaudiHundemom ,

Das war darauf bezogen, dass Du den Mitarbeitern dort schon vertrauen kannst, wenn sie es Dir/Deiner Familie zutrauen. Sie bieten ja sogar Unterstützung an. Und wegen Deiner Sorge, dass es zuhause bei Dir evtl anders wird, gab ich Dir den Tipp zu fragen, ob er zur Probe mal mit nach hause kann. Und der Rest wurde ja schon von den Anderen gesagt. Viel Erfolg :-)

Antwort
von Goodnight, 12

In einen Haushalt mit Kindern niemals, du wirst auch immer fremde Kinder im Haus haben und die Zeit die du für den Hund brauchen würdest brauchst du für dein Kind. Du kannst vielleicht dich so sehr zurück binden einem Kind darf man das nicht antun. 

Ein Loch schliessen und eine Grube öffnen ist keine gute Idee. Der Gedanke ans Helfen ist schön, die Konsequenzen die man nicht alleine tragen kann sind es nicht.

Antwort
von wotan0000, 15

Ich weiss nicht, ob man Dir raten kann oder nicht.

Ich hätte Angst mich zu übernehmen und mir meinen vorhandenen Hund zu zerstören.

Bei Dir mag das ganz anders sein.

Mache nicht den Fehler hier nur auf Dein Herz zu hören.

Antwort
von forrestkid, 50

Vielleicht solltest Du solch ein Tier, was offenkundig elementaren Dingen beraubt wurde lieber jemand mit viel Zeit und etwas Wissen über Hunde überlassen.

Der Familiengedanke ist ja schön, aber da das Tier ja 'bekloppt' ist, lass es doch besser!

Kommentar von silberwind58 ,

Schade,so schnell vorurteilen und ja,Er ist nicht bekloppt in dem Sinn,das Er unberechenbar wäre,aber egal,Du würdest einem solchem Hund keine Chance geben?!

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