Könnt ihr mir Gründe FÜR den TTIP geben?

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9 Antworten

Es gibt einen Grund, der für TTIP spricht (die Bewertung nehme ich jedoch nicht vor):

Stell Dir vor, es gäbe ein Land mit dem Deutschland Handel betreibt. Dieses Land hätte eine größere oder kleinere Revolution, die Standard-Regierung würde gestürzt, und an die Macht kommen Randgruppen-Parteien. Beispiel wie in Griechenland, bei denen auf einmal die Syriza die Regierung gestellt hat. Tja, und diese Regierung könnte durchaus sagen: die Verträge, die wir mal mit anderen Ländern gemacht haben, die interessieren uns nicht. Weg damit! Theoretisch könnte dies auch in Deutschland geschehen, keine Frage.


TTIP würde in dem Moment dafür sorgen, dass die Verträge dennoch eingehalten werden müssten. Das heißt: egal welcher Natur die Regierung wäre, oder ob die interessiert sind, noch so unsinnige Verträge einzuhalten: sie würden durch TTIP gezwungen werden, die Verträge einzuhalten. Unabhängig von Referenden, von Volksabstimmungen oder von Revolutionen.

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Kommentar von jommme
05.05.2016, 16:41

Das kann man aber auch genauso als nachteil sehen wenn man seine Regierung und deren verträge nicht mehr haben möchte

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Wenn du ein Großunternehmen besitzt, fallen mir viele Vorteile für dich ein. Falls du jedoch ein gewöhnlicher Bürger bist, dann sehe ich keinen einzigen Vorteil für dich, außer vll ein paar vergiftete Bonbons. Guten Appetit.

CETA gilt als Blaupause für TTIP und wurde ohne Zustimmung der Parlamente, erst vor kurzem, vorläufig in Kraft gesetzt. Unsere Bundesregierung hatte nichts dagegen. Das erinnert mich an die Euroeinführung, ohne dies werten zu wollen.

TTIP kommt mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit. Diese Handelsabkommen werden die Welt verändern. An einem humanen Welthandelsabkommen für alle, ohne unbegrenzten Wirtschaftswachstum, ist so gut wie keiner interessiert.

Ich stimme Sigmar Gabriel zu wenn er inhaltlich sagt, dass unsere Kinder uns dafür verfluchen werden.

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Angleichung und Anerkennung von Standards,

z.B. ist ein Fahrzeug in USA und Deutschland nach unterschiedlichen Anforderungen auf der Straße zugelassen. Dabei geht es nicht nur um Größen Unterschiede und andere große Unterschiede, sondern auch um kleine. So haben wir als Familie vor 2 Jahren ein VW Passat aus den USA nach Deutschland importiert. Das Fahrzeug ist vom Bau einem deutschen VW Passat nahezu gleich, aber wir mussten dennoch einige Änderungen machen und um die Zulassung kämpfen, denn:
Die Blinker waren anders geschaltet, sie gingen Aus-An-Aus-An (also standardmäßig leuchten und aus-an blinken) im Gegensatz zu Deutschland/EU: An-Aus-An-Aus (standardmäßig aus und an-aus blinken)
Und das Licht war in der Helligkeit nicht den deutschen/EU Normen entsprechend
Und einige weitere kleine Unterschiede.

Solche Sachen erschweren es auch Auto Konzernen Autos international zu verkaufen, sind nun die Standards gleich oder anerkannt erleichtert dies den Handel für die Konzerne und die Zulieferer. Gleiches gilt auch für andere Produkte.
Auch die Belegung von Frequenzen kann ein Thema sein, denn einige Frequenzen werden in USA und Deutschland verschieden genutzt. Triviales aber ärgerliches Beispiel: in dem Fahrzeug aus den USA ist ein Radio. Jedoch geht der Tuner nur in 0.2er Schritten zwischen .1,.3,.5,.7,.9 jedoch Senden viele Radio Sender in Deutschland auf .0,.2,.4,.6,.8 Frequenzen dadurch kann ich z.B. Radio Dortmund (91.2) nicht hören.

Auch ist es aufwendig und teuer einen deutschen Mitarbeiter einer Firma in einem Teil der Firma in den USA einzusetzen, denn dafür braucht es viele Dokumente mit Visa etc.
Auch solche Dinge können einfacher werden mit einem Freihandelsabkommen.

Es ist für kleine/mittlere Unternehmen in Europa häufig wenig lukrativ in die USA zu verkaufen, da die Zölle und Beschränkungen viel Geld kosten und so den Gewinn auffressen. Daher wird von großen Unternehmen häufig direkt die ganze Produktion drüben nochmal aufgebaut.
Diese Hindernisse werden durch solche Abkommen gesenkt oder ganz aufgehoben, so das der Markt sich erweitert und auch der amerikanische/europäische Markt stehen europäischen/amerikanischen Unternehmen offen.

Das bedeutet für uns auch, das es leichter wird Produkte die ggf in den USA günstiger als in Europa sind zu bestellen.

Es erleichtert grundsätzlich den Handel zwischen Europa und den USA. Das ist gut für die Wirtschaft und somit gut für uns.

Der Knackpunkt ist, das USA und Europa/Deutschland in einigen Bereichen sehr verschiedene Ansichten haben, so u.a. beim Verbraucherschutz, Versicherungen, Lebensmittel Standards und dem Sponsoring bzw Einfluß durch Unternehmen. Hier beginnen die Probleme, denn wessen Standards und Ansichten werden übernommen/durchgesetzt und welche abgeschafft? Sind unsere hohen Standards besser und sinnvoll oder eher hinderlich und einschränkend?

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Kommentar von MakePeaceNotWar
05.05.2016, 17:24

Es erleichtert grundsätzlich den Handel zwischen Europa und den USA. Das ist gut für die Wirtschaft und somit gut für uns.

Im ersten Punkt stimme ich dir zu.

Beim zweiten Punkt: wenn du mit "uns" - uns Großunternehmer meinst, dann ist das gut für uns Großunternehmer mit Chancen ein Marktmonopol zu errichten.

Wenn du jedoch meinst, das ist gut für uns Leute, ohne jeglichen Exportgeschäfte mit einem Monatsumsatz von unter einer Million, dann muss ich wenig Kritik anbringen, denn du stellst es - wie ich finde - zu gut dar.

Mag sein, das es für den einfachen Mann dann billiger ist seine Playstation in den USA zu kaufen, aber warum sollte man das tun? Was sollte der einfach Mann aus der USA beziehen wollen - was es hier nicht gibt. Wie du schon ganz richtig betont hast gibt es dann Qualitätsrichtlinien, die ausgehebelt werden können. Besonders im Fokus auf Lebensmittel bezogen sehe ich das Ganze sehr kritisch im Bezug auf Zusatzstoffe und Genmanipulation, welche hier strengeren Richtlinien unterliegen.

Die Frage die sich dann am Ende stellt ist wer ist der Reichere - der deutsche Unternehmer oder der Amerikanische? Wer bietet seine Produkte hier billiger an und will/kann den Markt beherrschen und bestimmen?

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Kommentar von berkersheim
05.05.2016, 19:56

Prinzipiell ist die Vereinfachung gegenseitigen Handels förderlich für beide Wirtschaften. Man kann auch nicht erwarten, dass bei Kompromissen keiner nachgeben muss. Die Schwierigkeit ist die Bewertung, ob die Summe der neuen Möglichkeiten besser ist als die Summe der alten Regeln. Das muss bei so umfangreichen Verträgen sorgfältig abgewogen werden. Bei vielen TTIP-Gegnern vor allem aus der Linken ist hintendran die alte linke Sucht, den Menschen die Wahl vorzuschreiben, weil sie als Obernannys immer der Meinung sind, dass nur sie wissen, was gut für die Menschen und für die Menschheit überhaupt ist. Ob ich Bier nach US-Norm kaufe oder nach deutschem Reinheitsgebot: Das kann doch meine Wahl bleiben, vorausgesetzt, ich bekomme die Information, dass ich wählen kann. Wer unbedingt "Nürnberger Würstchen aus Kentucky" kaufen will, weil sie ein paar Cent billiger sind, als die echten aus Nürnberg, warum soll ein anderer bestimmen, was man kaufen darf.

Kritisch ist die Frage, wer da "für uns" verhandelt und wessen Interessen diese Verhandlungsgruppe im Kopf hat. Wenn das dann noch durch Geheimniskrämerei verdeckt wird, muss man sich nicht wundern, dass das Misstrauen groß ist. Es gibt kaum eine wichtige Frage, in der Regierungen in Europa einheitliche Werte vertreten und diese über ihre nationalen Interessen stellen. Das gilt auch für die nationalen Kommissare in Brüssel. Da wurde schon soviel teurer Mist gebaut und kleinlicher Firlefans von überteuerten Behörden diktiert, die sich um die wichtigen zentralen Fragen, z.B. der Kontrolle, was mit den milliardenfachen Fördergeldern geschieht, wie weit die "versprochene" Wirtschaftsangleichung in EUROPA vorankommt und sich nicht in die entgegengesetzte Richtung entwickelt, nicht kümmern, dass das Misstrauen gegenüber diesen überbezahlten Bürokraten berechtigt groß ist.

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TTIP hilft Handelshemmnisse zu verhindern. Umweltschutz, Gesundheitsfürsorge, Verbraucherrechte und Arbeitnehmerschutz verschmälern oftmals den Gewinn ehrenwerter Aktionäre und Großkonzerne.

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-freier Handel. Weniger Zoll muss auf Waren aus den USA gezahlt werden, respektive für Waren die aus Europa nach Amerika gibt. Dies ist in der Regel die Grundidee eines Freihandelsabkommens. 

-beschleunigte Verfahren im Falle von Vertragsbruch. Private Schiedsgerichte ermöglichen es dass Prozesse halt nicht mehr Jahrzehnte dauern, sondern maximal ein Jahr (meist sogar noch deutlich kürzer). Das wird im Endeffekt für beide Parteien deutlich kostengünstiger. 

-Anpassung der Standarts vereinfacht den Handel. Die meisten Standarts in der EU und in den USA sind lächerlich. Zb müssten Bananen einen "Mindestbiegung" haben um in der EU als Banane zu gelten. Die Anpassung der Standarts hat einfach den Vorteil dass viel mehr Waren auf den Markt kommen. Das hat den Vorteil dass der Kunde zwischen mehr Produkten wählen kann und aktuelle Monopole auf dem europäischen, wie auch auf dem amerikanischen Markt Konkurrenz bekommen

-Schaffung von Arbeitsplätzen. Laut mehreren Studien könnten in Deutschland bis zu 110.000 Arbeitsplätze geschaffen werden. Diese Schätzung ist allerdings sehr optimistisch. Realistischer wären wohl 50.000 bis 60.000 Arbeitsplätze. 

-Wirtschaftswachstum. Laut Prognosen wird die Wirtschaft um 0,4 bis 0,05% pro Jahr in der EU wachsen. 0,4% ist sehr opptimistisch und 0,05% ist sehr pessimistisch und ist eine Zahl die oft von TTIP-Gegnern benutzt wird. Aber selbst 0,05% wäre durchaus ein Argument für TTIP. Zwar hört sich das verschwindend gering an, ist es aber nicht. Zu Benken ist auch immer dass die Prozentsätze p.a. sind. 

-Umweltschutz. Die Auflagen für Umweltschutz werden besonders in den USA gewaltig steigen. Hier kommt der Punkt mit den Schiedsgerichten hinzu. Wenn sich Unternehmen heute nicht an die Umweltauflagen halten, kommt es zu Jahrzehnte langen Prozessen. Dank Schiedsgerichte könnten Staaten Unternehmen aber auf Zahlungen in einer unglaublichen Höhe verdonnern und das in Prozessen die unter einem Jahr Laufzeit haben. Sprich Unternehmen wären entlich gezwungen Umweltauflagen zu respektieren und könnten sie nicht einfach ignorieren. 

Lg 

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Kommentar von Chriyovime
05.05.2016, 23:01

"Es herrscht Klassenkrieg, richtig, aber es ist meine Klasse, die Klasse der Reichen, die Krieg führt, und wir gewinnen." (Warren Buffett)

Wer profitiert von den Zollersparnissen? Unternehmen oder Bürger?

Ersetzen diese Schiedsgerichte dann demokratisch legitimierte Gerichte, die sich bisher viel Zeit zur Wahrheitsfindung genommen haben?

Wären die beiden Parteien z. B. Googel gegen die BRD, VW  gegen die USA, Apple gegen Frankreich usw.?

Sind mehr Waren auf dem Markt und mehr Auswahl unbedingt ein Vorteil für den Bürger? Werden Monopole dadurch nicht bestärkt, da große Konzerne dennoch mehr Marktanteile erhalten?

Gibt es tatsächlich Studien die nicht von Befürwortern oder Gegnern finanziert wurden?

Ist ein andauernder und unbegrenzter Wachstum wirklich positiv? Hat in der Natur nicht fast alles irgendwann seine ideale Größe erreicht, außer z. B. Krebsgeschwüre?

Können Unternehmen dann nicht auch Staaten verklagen, wenn verstärkte Gesetze z. B. zum Umweltschutz, die Gewinnprognosen vereiteln. Wären dann private Schiedsgerichte ohne rechtsstaatliche Legitimation nicht auch befugt, bindende, unanfechtbare Urteile zu fällen. Gibt es dann aufgrund der Unkündbarkeit dieser Verträge, überhaupt noch eine Möglichkeit für meine Kindeskinder, raus zu kommen?

Mir scheint hier wird der Frosch im Wasser gekocht. Oder wie Berthold Brecht es ausgedrückt hat:

"Und sie sägten an den Ästen, auf denen sie saßen und schrien sich zu ihre Erfahrungen, wie man besser sägen könne. Und fuhren mit Krachen in die Tiefe, und die ihnen zusahen beim Sägen, schüttelten die Köpfe und sägten kräftig weiter."

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Hallo Koala,

ein Grund hierfür ist ganz einfach ide fortschreitende Globalisierung. Immer mehr Staaten schließen sich zu supranationalen Bündnisses zusammen (ASEAN, African Union, Eurasische Wirtschaftsunion, EU, Südamerikanische Wirtschaftsunion) und treiben Handel.

Der Welthandel kann künftig überhaupt nur dann funktionieren, wenn Zölle über diese Supranationalen Vereinigungen hinaus abgebaut werden, so dass die Länder und Staatenbündnisse einfach miteinander Handel treiben können und der Handel sich für die Beteiligten lohnt.  

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Es gibt keine Argumente für TTIP. Außer man möchte die Volkssouveränität untergraben. Sogar die USA sind gegen das, was sich die EU-Kriminellen ausgedacht haben.

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Nichts spricht für TTIP, es sei denn man ist um das Wohl der Konzerne besorgt und hat Befürchtungen, dass die nicht noch mehr Profite maximieren könnten, ohne Abschluß dieses Vertrages.

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Hey,

hier werden einige Punkte beleuchtet. Es dreht sich dabei zwar um Großbritannien aber die Ergebnisse lassen sich größtenteils auf auf DE übertragen.

Die Vorteile sind, um es mal vorweg zu nehmen, nicht nennenswert.

Mfg

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