Frage von MetroidBlast, 43

Könnt ihr mir ein paar Fragen zu Informatiker beantworten?

Hallo^^ Ich möchte gerne wissen da ich mir überlegt habe, es zu werden oder zu studieren, in welchen Fächern man gut sein sollte in der Schule (Mathe?) Dann welchen Abschluss man haben sollte und auch welche Ausbildungen man machen muss. Ich würde auch gerne die Vergütung also den Lohn wissen, und was man danach weiter machen kann, also welche Berufe.

Vielen Dank im Vorraus^^

Antwort
von NoHumanBeing, 33

Um Informatiker zu werden, musst Du Informatik studieren. Dafür brauchst Du eine Hochschulzugangsberechtigung, sprich Abitur (oder zumindest Fachabitur). Ansonsten kannst Du nur Fachinformatiker (Fachrichtung Anwendungsentwicklung oder Systemintegration) werden, was aber vom Anspruch weit unter einem Informatikstudium liegt und dementsprechend auch erheblich weniger berufliche Möglichkeiten eröffnet.

Ja, Mathematik ist wichtig. Das Informatikstudium ist sehr Mathematik-lastig. Allerdings hat die Uni-Mathe nicht wirklich etwas mit der Schulmathematik zu tun. Dir sollte Mathematik aber grundsätzlich "liegen". Wenn Du vollkommen damit "auf Kriegsfuß stehst", wird das Studium für Dich kein Spaß werden (und sehr wahrscheinlich auch kein Erfolg).

Das Informatikstudium ist eines der wenigen Studiengänge, in das man quasi nicht ohne Vorkenntnisse hineingehen kann. Wenn Du nicht bereits programmieren kannst, wird es sehr schwer (bis unmöglich) für Dich werden, weil niemand dort Zeit hat, Dir das beizubringen (und Du auch keine Zeit haben wirst, es Dir wirklich von Grund auf anzueignen). Allgemein kann man das Programmieren nur ziemlich schlecht jemandem "beibringen". Es ist mindestens so viel Kunst, wie es Wissenschaft ist. Den Rest kannst (musst) Du dann tatsächlich im Studium lernen.

Das Einstiegsgehalt für Fachinformatiker (Ausbildungsberuf) lag vor ~6 Jahren mal bei ~1.5k brutto. Inzwischen liegt es vermutlich aufgrund allgemein steigender Löhne und Gehälter deutlich höher.

Mit einem abgeschlossenen grundständigen Studium (Bachelor) bekommst Du zum Einstieg etwa das Doppelte dessen, mit dem ein Facharbeiter rechnen kann und mit einem abgeschlossenen postgradualen Studium (Master) nochmals etwa 20 % mehr, als ein "frischer" Bachelorabsolvent. Diese "Verhältnisse" werden sich kaum verändert haben. Und natürlich werden die Aufstiegschancen mit höherem Abschluss besser, was bewirkt, dass der Gehaltsunterschied mit der Zeit noch deutlicher werden wird.

Beruf kannst Du im Prinzip "alles machen, was mit IT zu tun hat", je nachdem, in welchen Bereichen Du Dich eben auskennst und was Dir Spaß macht. Das Informatikstudium ist eine "Generalistenausbildung". Informatikabsolventen sind (ähnlich wie z. B. Physiker) sehr vielseitig einsetzbar, weil in diesen Studiengängen sehr viel wissenschaftliche Grundlagen vermittelt werden, die in allen Fachbereichen gleich oder sehr ähnlich sind und man sehr viel "logisch denken lernt". Außerdem ist mit einem abgeschlossenen Masterstudium auch eine Forschungstätigkeit möglich. Ich persönlich habe sehr viel Spaß daran, Simulationsanwendungen zur Unterstützung der naturwissenschaftlichen Forschung zu entwickeln. Dafür benötigt man aber auch einiges an Spezialwissen, vor allem auch abseits der Informatik.

Kommentar von Omnivore08 ,

Ich persönlich habe sehr viel Spaß daran, Simulationsanwendungen zur Unterstützung der naturwissenschaftlichen Forschung zu entwickeln.

Darf ich mal nachfragen...machst du was mit Modellentwicklung? Lotka-Volterra oder sowas? Oder meinst du eher soetwas aus dem Bereich der Künstlichen Intelligenz (Bayes Klassifikator, neuronales Netz, usw)?

Kommentar von NoHumanBeing ,

Beides nicht.

Bisher hauptsächlich numerische Strömungsmechanik. Warum einen Prototypen fertigen, in einen Windkanal stecken und messen, wenn man die Geometrie ohnehin im Rechner hat und das Strömungsverhalten simulieren kann, ohne irgendwas zu konstruieren (und teure "tunnel time" zu erwerben)?

Ich mache aber auch sonst alles, was im Sinne von "physikalischen Modellen" liegt. Gleichgewichtszustände in Flüssigkeitssystemen, Vielkörpersimulationen, etc. pp.

Biologische Modelle gehen auch, auch von Neuronen. Man kann durchaus das Verhalten von Ionenkanälen und deren Auswirkungen auf die Membranpotentiale berechnen. Seitdem muss ich über das, was gemeinhin als "künstliches Neuronales Netz" bezeichnet wird, immer ziemlich schmunzeln. Ich habe das Thema danach auch immer gemieden, weil mir diese Techniken immer sehr "primitiv" vorkamen und ich mich gefragt habe, warum man so etwas macht, wenn man doch auch "richtige" Neuronen simulieren kann.

Mit "primitiv" meine ich nicht, dass es nicht anspruchsvoll ist, aber ich hatte danach nie mehr so wirklich "Lust", mich damit zu beschäftigen, weil ich es immer irgendwie als "überholt" ansah, auch wenn mir natürlich klar ist, dass die "simplen" KNNs sehr viel besser performen werden. Aber es ist irgendwie doch ein sehr "krudes" Modell. In meinem Gehirn sitzt eben niemand, der irgendwelche "Gewichte" anpasst. Die ganzen "Trainingsalgorithmen" sind somit alle irgendwie ein schlechter Scherz. Es gibt keine externe Instanz, die die Netzstruktur "anpasst". Die Neuronen machen das eigentlich alles selbst.

Aber am intensivsten bin ich bisher eben in der Strömungsmechanik drin. Der Rest ist erheblich weniger "tief".

Und mein "zweites Standbein" ist eben Sicherheit/Kryptographie/Pentesting.

Kommentar von Omnivore08 ,

Klingt sehr interessant!!

Sagt dir Comsol Mutiphysics was? Basiert auf Matlab und kostet 4.000€ pro Jahr. Damit hatten wir mal im Studium zu tun. Eine größere Simulationssoftware hab ich noch nie gesehen. Einfach hammer.

Kommentar von NoHumanBeing ,

Nein, kannte ich bisher noch nicht. Sieht aber sehr "advanced" aus.

Ich "kenne" (kennen ist zu viel gesagt) ANSYS. Dagegen hatten wir immer validiert, weil wir eben auch keine Messungen in einem Windkanal machen konnten. ;-)

Kommentar von Omnivore08 ,

Sieht auch sehr interessant aus. Darf ich mal nach dem Preis für die Lizenz fragen ?

Kommentar von NoHumanBeing ,

Den kenne ich leider nicht. Die Software hatte ja das Institut lizensiert, an dem meine wissenschaftliche Arbeit entstand, nicht ich persönlich. :-)

Antwort
von Omnivore08, 41

Du solltest gut in Mathe sein, falls nicht dir dann die Literaturhinweise deines Professors nachgehen!!! Auch solltest du im logischen Denken gut sein.

Zum studieren brauchst du eine Hochschulreife. Ob du eine Ausbildung machst und anschließend eine Fachhochschulreife erlangst oder ein Gymnasisium besuchst ist egal

Zur Vergütung kann man KEINE Angaben machen, da das viel zu weit gestreut ist. Das gilt für jeden Beruf!

Kommentar von NoHumanBeing ,

Ob du eine Ausbildung machst und anschließend eine Fachhochschulreife erlangst

Mit einem mittleren Schulabschluss nimmt Dich kein Betrieb. Ich weiß das, weil ich selbst alle möglichen "Wege" hinter mir habe. Erst mittlerer Schulabschluss, dann Abitur, dann Ausbildung/Berufstätigkeit, dann Studium.

Antwort
von Nightythehawk, 41

Fächer: Mathe, Englisch, Physik (ist nicht verkehrt)

Abschluss: Für eine Ausbildung ab Real, aber FOS/Abi ist besser.

Studium: Abi oder FOS Informatik

Vergütung: Abhängig von der Fachrichtung, es gibt unzählige Fachbereiche in die man sich einarbeiten kann.

Kommentar von MetroidBlast ,

Und wenn man Richtung Software/- und Spieleentwicklung geht?

Kommentar von Nightythehawk ,

War mir irgendwie klar das das kommt ;).

An deiner Stelle würde ich nicht mit dem Ziel Spiele zu entwickeln anfangen Informatik zu studieren. Die wenigsten kommen bis dahin und dann musst du acuh erstmal ein gutes Studio finden.. Wenn dich Informatik wirklich interessiert und du die schulischen Voraussetzungen erfüllst, dann studiere Informatik und entscheide dich im Grundstudium welche Fachrichtung letzenendes machen willst.

Kommentar von NoHumanBeing ,

Die wenigsten kommen bis dahin

Huch?! Spieleentwickler ist nicht gerade sehr "hoch".

Ich bin mit dem Ziel, Spieleentwickler zu werden, ins Studium gegangen, und irgendwann habe ich gesehen, dass das beiweitem nicht alles ist. Meine Ansprüche wurden höher. Inzwischen würde ich nicht mehr für eine "Spieleklitsche" arbeiten wollen. ;-)

Kommentar von Omnivore08 ,

War mir irgendwie klar das das kommt ;).

Ich auch....ich hab meine eigene Wette gewonnen

https://www.youtube.com/watch?v=Bbmi2mna-GE

Heute verfolgen viele Heranwachsende Informatik-Interessenten eh nur noch 2 Ziele: "Gäyms" oder "Äpps"...was anderes gibt es nicht mehr

Kommentar von NoHumanBeing ,

Heute verfolgen viele Heranwachsende Informatik-Interessenten eh nur noch 2 Ziele: "Gäyms" oder "Äpps"...was anderes gibt es nicht mehr

Also mein Schwerpunkt lag schon immer auf "wissenschaftlichem Rechnen" (sowohl die Informatikseite, sprich "high performance", als auch die "Problemseite", sprich Naturwissenschaften) und Sicherheit/Kryptographie (einschließlich Pentesting und solchen "Späßen").

Aber gut, ich gehöre auch nicht mehr wirklich zu den "heranwachsenden Informatik-Interessieren". ;-)

Kommentar von Omnivore08 ,

Aber gut, ich gehöre auch nicht mehr wirklich zu den "heranwachsenden Informatik-Interessieren". ;-)

hehe ich auch nicht. Ich bin andersweitig interessiert :-)

Antwort
von DerSchokokeks64, 43

Mathe ja, aber nur für die Prüfung. Danach.....nur das Logische Denken aus Mathe, kein Kopfrechnen.

Kommentar von W00dp3ckr ,

Seh ich anders. Schnell überschlagen können ist wichtig. Wird eine Sache 0.1 oder 10 Sekunden dauern? Läuft die Platte in 10 Stunden oder 10 Jahren voll?

Kommentar von NoHumanBeing ,

Damit, ob eine Platte vollläuft, dürfte sich kaum ein Informatiker den Großteil seiner Zeit beschäftigen.

Kommentar von W00dp3ckr ,

Du merkst im Berufsleben sehr wohl, ob Du mit Leuten zu tun hast, die mit Komplexitätstheorie eine Ahnung haben oder nicht.

Ich habe mal ein Projekt fast an die Wand fahren sehen, weil an einer entscheidenden Stelle nicht gerechnet wurde. Das wäre nicht "ein Großteil" gewesen, aber nachdem der Fehler gemacht war, war es sehr schwer, diesen zu finden.

Und wann Du rechnen musst, weißt Du nicht. Ebenso wie Du nicht weißt, wann Du den Gurt anlegen musst. Wenn Du das wüsstest, dann würdest Du Dich ja nur direkt vorm Unfall anschnallen.

Daher halte ich für wichtig, immer etwas mitzurechnen. Ein Server, der wunderbar läuft, und wo das Log die Platte füllt, hällt dann eventuell an.

Kommentar von NoHumanBeing ,

Mathematik ist eh nicht "rechnen".

"Rechnen" musst Du nicht können. Aber Mathematik (Terme umformen, differenzieren, integrieren, ...) musst Du können.

Kommentar von W00dp3ckr ,

Ich stimme mit Dir überein, dass man Lineare Algebra und A nalysis schon häufiger mal braucht.

Aber meiner Meinung nach sollte man mit Zweierpotenzen und Logarithmen rechnen können, um grobe Komplexitätsabschätzungen machen zu können und zwar eigentlich immer im Hintergrund.

Kommentar von Omnivore08 ,

Mathe ist nur eine prüfung? Ich hatte JEDES Semester Mathe!

Kommentar von NoHumanBeing ,

Ich hatte 3 Semester Mathe und 1 Semester Stochastik.

Aber Du brauchst ohnehin für jede Veranstaltung Mathe. Nicht nur für die expliziten Mathe-Veranstaltungen. ;-)

Kommentar von Omnivore08 ,

korrekt. Aber ich hatte persönlich deutlich mehr Mathe:

  • AnaIysis
  • Lineare Algebra
  • Grundlagen der Informatik
  • Diskrete Mathematik
  • Stochastik/Wahrscheinlichkeitsrechnung
  • Systemtheorie (viel mit Infinitesimalrechnung)
  • Physik (war eigentlich reinstes Mathe)
  • analytische Geometrie
  • Digitaltechnik (viel Mengenlehre)
  • Angewandte Mathematik
  • Datenanalyse (also viel Stochastik)

Das waren mathelastige Module bzw. Teilgebiete.

Von den 11 Teilgebieten waren das 10 mathelastigen Module.

Also ich hatte sehr viel Mathe. Hängt natürlich von der Einrichtung ab

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