Frage von DeinHerrscher, 58

Könnt ihr die Logik von Obdachlosen nachvollziehen, die betteln, weil sie nicht vom Staat abhängig sein wollen?

Sorry, aber das ist doch absolut schwachsinnig. Wer bettelt, ist von anderen Menschen abhängig. Das ist doch viel erniedrigender als vom Staat abhängig zu sein.

Antwort
von MatthiasHerz, 20

Fast jeder ist von anderen Menschen abhängig, auf die eine oder andere Weise, aber wer bettelt, bleibt trotzdem eigenständig und tut etwas.

Eine Menge Leute, die ich kenne, haben ein Problem damit, sich vom Staat abhängig zu machen. Lieber haben sie zu wenig Geld und schlagen sich so durch.

Warum sollte das erniedrigend sein? Es macht stark, weil Dich auf Deine eigenen Werte besinnen musst und (fast) alles andere loslassen.

Abgesehen davon, ist „der Staat“ auch nur andere Menschen, oder?

Antwort
von DahleRieger, 11

Es ist lange her aber ich war auch mal obdachlos.

Bewusst gewählt um all jenen Zwängen zu entfliehen die Behörden uns aufdrücken.

Nein ich fand es nie erniedrigend zu betteln. im Gegenteil es war ein Teil von Freiheit.

Das wirkliche schlimme war nur die Kälte im Winter.

Unsere Bürokratie ist das größte Hindernis warum Menschen den Weg zur Obdachlosigkeit wählen.

Sachbearbeiter die nur nach Akte entscheiden und nicht den Mensch sehen.

Die Obdachlosigkeit zu verlassen ist jederzeit Möglich bedarf aber einiger Überwindungen im Behördenjungel.

Dank an jene Dame die mich von der Straße geholt hat 😍

Kommentar von DeinHerrscher ,

Wie hast du die kalten Winter während der Obdachlosigkeit überstanden?

Antwort
von klugshicer, 14

Ganz so abwegig ist das nicht - würde ein Obdachloser Sozialleistungen in Anspruch nehmen, dann wäre das zusätzliche Betteln ein Sozialbetrug.

Außerdem bekommt er durch Betteln mehr zusammen als den Tagessatz und das braucht er auch denn das Leben auf der Straße ist teuer.

Kommentar von DeinHerrscher ,

Würde ein Obdachloser Sozialleistungen in Anspruch nehmen, wäre er kein Obdachloser mehr. Die Miete übernimmt das Amt. Das Geld ist pünktlich auf dem Konto. Ganz ohne erniedrigendes betteln.

Kommentar von klugshicer ,

Eine Wohnung bekommt er nicht - nur einen Platz zum schlafen wo er nachts von anderen Obdachlosen beklaut wird. Morgens muss er dann das Obdachlosen-Asyl wieder verlassen und steht wieder auf der Straße.

Und weil viele Obdachlose darin keinen Sinn sehen, schaffen sie sich einen Hund an und betteln.

Kommentar von DeinHerrscher ,

Hast du noch nie was von Arbeitslosengeld/Hartz IV gehört? Natürlich würde er eine vom Jobcenter finanzierte Wohnung bekommen, aber er will nicht vom Staat abhängig sein. 

Kommentar von klugshicer ,

Doch ich habe schon von Hartz IV gehört aber Du warst wohl noch nie obdachlos.

Das Problem ist das sie meisten Vermieter keine Hartz-IV-Empfänger als Mieter wollen und obdachlose wollen sie erst recht nicht.

Die paar Wohnungen die die Städte als sogenannte Notunterkünfte vorhalten sind ausschließlich für Familien oder alleinerziehende gedacht.

Kommentar von Laury95 ,

Das zusätzliche Betteln wäre kein Sozialbetrug, wenn es nicht die monatliche Einkommensgrenze überschreitet, die man während des Bezuges haben darf. Wenn ich  monatlich 10 Euro an der Straße erbettle, dann wäre es kein Betrug.

Kommentar von klugshicer ,

Es geht aber nicht um 10,- im Monat als obdachloser brauchst Du einiges mehr. Draußen ist es feucht und kalt und als obdachloser bist Du überall da wo es warm und trocken ist unerwünscht. 

Die einzige (legale) Möglichkeit sich zwischendurch aufzuwärmen, besteht darin sich irgendwo in ein Lokal oder Kaffee zu setzen und einen Kaffee (oder ähnliches) zu trinken.

Es gibt in manchen Städten auch Wärmestuben aber solange Du in der Wärmestube sitzt, bekommst Du kein Geld zusammen. Hinzu kommt ständiger Zoff unter obdachlosen wegen Revierstreitigkeiten, die es dem einen oder anderen unmöglich machen die Wärmestube aufzusuchen.

Aber das verrückte daran ist, dass man sich (je länger man so lebt) an dieses Leben gewöhnt. Man "verwildert" sozusagen inmitten eines urbanen Umfeldes.

Antwort
von Kuno33, 15

Da gibt es eben unterschiedliche Meinungen.

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