Frage von Hermina84, 65

Könnt ihr die Ausbildung zur Rechtsanwaltsfachangestellten empfehlen?

Hallo ihr Lieben!

Ich habe studiert. In Richtung Kommunikation mit Nebenfächern in Richtung Recht. Ich interessiere mich aber schon immer sehr für das Thema Recht. Um aber Jura zu studieren bin ich leider etwas feige und die Zeit ist ja auch lang dafür. Deshalb habe ich überlegt, nochmal eine Ausbildung anzustreben und zwar als Rechtsanwaltsfachangestellte. Könnt ihr das empfehlen? Wie sind da so die Verdienstmöglichkeiten? Kann da jemand aus Erfahrung berichten? Hab ich da auch viel mit Rechtsdingen zu tun? Meint ihr, mein Studium ist da von Vorteil gleich in einer größeren Kanzlei anzufragen?

Viele Grüße!!

Antwort
von petrapetra64, 63

Meine Zeit als Rechtsanwaltsgehilfin liegt zwar schon eine Weile zurueck, aber ich habe auch schon gehoert, dass sich da nicht so viel geaendert hat.

Die Verdienstmoeglichkeiten sind zumindest da, wo ich wohne, extrem schlecht, vergleichbar mit Friseur. Es gab damals keine Tarifbindung, jeder konnte zahlen, was er wollte und hat das auch getan. Von dem Geld als ausgelernte Rechtsanwaltsgehilfin haette ich nicht leben koennen. Ich bekam damals mehr Arbeitslosengeld, als ich verdient haette, wenn ich weiter gearbeitet haette (es wurde da 50 % des empfohlenen Grundgehaltes angenommen und das war eben mehr als man Ganztags gezahlt bekommen haette).

Im Moment liegt das Einstiegsgehalt so bei 1500 Euro brutto (was nicht heisst, dass man das auch ueberall bekommt), das ist knapp Mindestlohn.

Ich fand das enttaeuschend und bin deshalb gleich nach der Ausbildung umgestiegen, in Bueros mit besseren Einkommensmoeglichkeiten.

Der Job an sich hat mir eigentlich Spass gemacht, ich war bei einem alten Chef, der noch viel Steno diktierte und auf der Schreibmaschine schreiben musste. Da wird heute ja wohl eher die Technik auch eingezogen sein. Aber es wurde auf alle Faelle viel geschrieben, die ganzen Schreiben an Gerichte und Mandanten. Heute halt wohl mit Computer und Diktiergeraet. Mit Rechtsfragen kommt man auch in Kontakt und lernt Faelle verschiedenster Art kennen und wie sie ausgehen. Vor allem beim Mahnverfahren kann man einiges selbst machen mit der Zeit (Mahnbescheid, Vollstreckungsbescheid, Gerichtsvollzieher beauftragen) und die Fristen einhalten ist sehr wichtig. Man muss Gerichtsakten holen und kopieren. Un die Gebuehrenordnung muss man kennen und anwenden koennen. Da mein Chef schon recht alt war, mussten wir immer aufs Gericht, um ihn von anderen Anwaelten vertreten zu lassen. Das war zwar nervig, hat aber auch einen guten Einblick gebracht.

Mir hat die Arbeit schon gefallen, aber eben die Bezahlung nicht wirklich. Ich hatte in der Berufsschule einige Kolleginnen, die haben sogar die ganze Kanzlei alleine geschmissen, da gab es gar keine fest angestellten und das dann fuer so wenig Geld, obwohl die Anwaelte ja nicht schlecht verdienen.

Aber vielleicht sieht es in Grosstaedten besser aus.

Antwort
von Ramon79, 64

Hallo, sicherlcih ist das ne interessante Variante...zumal du in sachen kommunikation ja schon mal fit wärst ;)

du müsstest dir aber darüber klar sein, dass das auch mal ein ziemlich trockener beruf sein kann, voll von Aktenpflege, diktate schreiben, telefonannahme, post-ein und ausgang.. Kaffe kochen für Mandanten.

nach der ausbildung kannst du dann mit nem gehalt um so 1.5 rechnen...allerdings ist die bezahlung während der ausbildung eher schlecht, wie in vielen bereichen...so zirka 600 bis 800 euro brutto (http://www.rechtsanwaltsfachangestellte.org/gehalt/).. du solltest dir dann also bewusst sein, dass du mindestens drei weitere jahre eher auf sparflamme fährst...wenn du das aushätlst ist das bestimmt ne gute sache...

durch die vorkenntnisse könntest du die ausbildung allerdings auch etwas verkürzen, wenn du dir das zutraust.

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