Frage von Qochata, 75

Können sich Leute unterschiedlicher Religionen nie richtig leiden, auch dann nicht, wenn sie sogar gute Beziehungen zu einander pflegen?

Selbst Leute gleicher Religionen, z. b. Christen und orthodoxe Christen oder Schiiten und Sunniten scheinen sich nicht gerade zu mögen. Und der Katholik fühlt sich am Ende doch ein bisschen besser im Hause eines anderen Katholiken als bei einem Protestanten. Die Tage war der Papst z.b. in Georgien, wo vorwiegend orthodoxe Christen leben. Manche dieser Orthodoxen Christen bezeichneteten ihn als Antichristen - ob das nun wahr ist, steht auf einem anderen Blatt. Tatsache bleibt aber, dass selbst Anhänger einer gleichen Religion spinnefeind sein können während wiederum Anhänger unterschiedlicher Religionen sogar befreundet sind. Bin ich als Atheist einem orthodoxen Christen eventuell sogar sympathischer als der Papst? Das wäre schon verrückt. Wäre es daher eher utopisch anzunehmen, dass sich z.b. Christen und Moslems jemals richtig respektieren geschweige denn leiden können? Allenfalls in ganz wenigen Ausnahmen.

Antwort
von Dxmklvw, 15

Religionen sind mit Urängsten verzahnt, und bei deutlichen religiösen Unterschieden wirken diese Unterschiede bei tiefer Gläubigkeit oft eskalierend.

Angenommen, zwei von der Truppe getrennte Soldaten bemerken plötzlich, daß sie sich in einem Minenfeld befinden, und jeder hält einen anderen Weg für den einzigen richtigen, um nicht in die Luft zu fliegen.

In einem solchen Fall würde sich bei den Soldaten ungefähr auf ähnliche Weise eine emotionale Problematik aufbauen wie bei dem, wenn zwei unterschiedliche Religionen in Konfrontation geraten.

Die einzige richtige Lösung wurde in beiden Fällen verpaßt, nämlich von vornherein erst gar nicht mitzumachen.

Antwort
von DieSchiiten, 25

Der Fürst der Gläubigeb Imam Ali (a.) sagte: „Wahrlich, die Menschen sind von zwei Arten. Entweder ist der Mensch dein Bruder im Glauben oder dein Ebenbild in der Schöpfung.” [Bihar-ul-Anwar von Al-Majlisi, Band 74 Seite 241]

Kommentar von Qochata ,

Große Worte (wie sie auch in der Bibel und anderswo stehen), mit denen ich aber nichts anfangen kann. Und du kennst doch bestimmt die biblische Geschichte von den Gebrüdern Kain & Abel...und das unheilvolle Ende dieser Geschichte

Antwort
von Wurzelstock, 28

Mir scheint, dass Du bei deiner Beobachtung zwar sehr genau hingesehen hast, aber bei der Auswertung doch recht pauschal verfährst.

Je umfangreicher der Kontakt mit einem Menschen ist, desto besser lernt man seine Denkweise kennen. Diejenigen, die aus der gleichen Schule kommen, haben einen viel größeren Common sense, der im Umgang miteinander nicht geklärt zu werden braucht. Auch dann noch, wenn sie sich nach Jahrzehnten auseinander entwickelt haben, macht sich das bemerkbar. Deshalb ziehen wir diese Kontakte vor, nach der Regel "Gleich und gleich gesellt sich gern".

Mit "leiden können" hat das nichts zu tun. Diejenigen aber, die nicht aus der gleichen Schule kommen, stoßen im Umgang miteinander über kurz oder lang auf ein unterschiedliches Verhalten, das als solches erst einmal erkannt werden muss. Sodann muss sich zeigen, ob und inwieweit die Unterschiede kompensiert werden können, bzw. wo und wann eine Distanz die einfachere Lösung ist. Auch dies hat mit "leiden können" nichts zu tun.

Nicht einmal die Frage, wer Recht hat und wer nicht, führt zur Antipathie. Man kann sie aber benutzen, um die Menschen aufeinander zu hetzen. Das werden sich Verbrecher gegen die Menschlichkeit immer zunutze machen.

Kommentar von Qochata ,

Du kannst ein Leben lang mit einem Andersgläubigen in nächster Nachbarschaft und sogar freundlich gesinnt leben, doch es wird immer eine Distanz bewahrt bleiben. eine unüberbrückbare Distanz, die der jeweilige Glauben in sich trägt. Ein ganz banales Beispiel: Angenommen, du bist Protestant und ausgebildeter Sozialarbeiter: Du hast bei Caritas keine Chance eingestellt zu werden. Nur weil du nicht katholisch bist! Davon abgesehen fühlt sich der Christ wohler unter seines gleichen, wie es auf der anderen Seite der Moslem oder der Hindu zu tun pflegt. Ist ja auch ganz normal und natürlich.

Kommentar von Wurzelstock ,

Habe ich denn etwas anderes behauptet? Eine Distanz hat aber nichts mit Sym- oder Antipathie zu tun. Auch dann nicht, wenn sie parallel auftreten. Dies war das Anliegen meiner Antwort.

Und was Du da über deinen evangelischen Sozialarbeiter erzählst, trifft auch auf den evangelischen Pfarrer zu: Er kann keine katholische Pfarrstelle besetzen. Nur weil er evangelisch ist.

JaJaJa - ich weiß schon: Das ist selbstverständlich was anderes. Aber genau an diesem Punkt fängt das Selbstverständnis der Andersartigen an! Und das - da schienen wir uns doch einig zu sein - müsste man ja auch dann respektieren, wenn es einem nicht passt - oder?

Antwort
von eni70, 37

So ein Quark, willst du hier Stimmung machen?

Es sind leider viele,aber nicht die Mehrheit der Anhänger unterschiedlicher Religionen, die sich deswegen anfeinden! Orthodoxe und Röm. Katholische sind Schwesterlichen.

Die meisten leben friedlich miteinander,s siehe Deutschland und die Welt.

Nächstenliebe ist die Verantwortung jeden Einzelnes.

Und kriege werden wegen ÖL und anderer Rohstoffe inszeniert (meist von en USA), die Religion ist nur ein Vorwand.

Kommentar von Qochata ,

Warum so erbost? Diese Wahrheit scheint dir nicht zu schmecken, was?

Kommentar von eni70 ,

Erbost? Nein, du hast keine Ahnung , wie du oben schön dokumentiert hast. ;-) schönen Sonntag.

Kommentar von Wurzelstock ,

Quochata, am Beispiel des Users @DieSchiiten kann ich vielleicht verdeutlichen, was ich meine.

Er benutzt deine Frage um zu missionieren. Sein Zitat enthält eine milde Weisheit, der jeder zustimmen kann, aber diese Art ist mir unsympathisch. Nicht etwa, weil er schiitischer Moslem ist, sondern weil er uns nicht sich selbst anbietet, sondern seine Ideologie, wo sie nicht gefragt ist. Es spielt keine Rolle, ob dies ein schiitischer, sunnitischer, ismaelischer Moslem, ein evangelischer, katholischer, orthodoxer Christ, oder ein grüner, roter, brauner, schwarzer, gelber atheistischer Frömmler tut.

Das "Leiden können" hängt vom persönlichen Verhalten ab. Ich signalisiere mit lobendem Nicken Zustimmung, und gehe so taktvoll wie möglich auf Distanz.

Antwort
von Nadelwald75, 30

Hallo Qochata,

ist das wirklich so? Sieh dich mal in deinem persönlichen Bekanntenkreis um, wie das läuft.

Ich habe da jedenfalls völlig andere Erfahrungen gemacht.

Kommentar von Qochata ,

sieh dich in der welt um

Kommentar von Nadelwald75 ,

Hallo Qochata,

da ist mir die persönliche Erfahrung maßgebender als Berichte über Erfahrungen anderer "in der weiten Welt".

Kommentar von Qochata ,

dann berücksichtige beides

Antwort
von nowka20, 12

ja, ja, der fanatismus ist noch immer in den menschen vorhanden

Kommentar von Qochata ,

ja, ja, sprach sie - lebte noch ein bisschen und dann starb sie

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