boriswulff am 13.10.2007 um 23:42 Uhr
Rein subjektiv fällt mir und meinem Bekanntenkreis immer wieder auf, dass die heutigen Kinder viel weniger Benehmen beigebracht bekommen als früher.
Ist das so oder täuscht das vielleicht.
Und wenn dies tatsächlich so ist. Woran könnte es liegen? Könnte es an der heutigen anti-autoritären Erziehung liegen, die einige Eltern bevorzugen?

Die Kinder sind heute zum Glück selbstbewußter!
Das schlechte Benehmen gab's früher und gibt's auch heute - da haben aber die Eltern versagt und nicht die Kinder!

Nicht nur ein besseres Benehmen sondern auch mehr Respekt vor Anderen.
JoeWied am 14. Oktober 2007 12:39 Benehmen ist das Resulat aus Respekt.

Man hat erkannt heutzutage, daß das Brechen einer kindliche Psyche wie Erziehung, die auf Angst basiert, nichts anderes als psychische Störungen im Erwachsenenalter nach sich zieht.
boriswulff am 13. Oktober 2007 23:49 Was hat das Brechen der kindlichen Psyche mit dem Benehmen zu tun?
Kann ein Kind also nur Benehmen lernen, wenn es psychisch gebrochen wird?
Das ist jetzt nicht wirklich Deine Meinung oder?
Das klingt ja so als wenn früher von allen Kindern die Psyche gebrochen wurde.
collo am 13. Oktober 2007 23:53 Jo, aber was hat das mit dieser Frage zu tun ? Kann man Benehmen nur durch das Brechen der kindlichen Psyche erreichen ? Ist meine Generation komplett Gestört ?
neurodoc am 14. Oktober 2007 00:32 Die Frage ist auf Kinder gemünzt. Woher sollen Kinder Benehmen lernen? Das eine ist sicher durch Vorleben, das andere Erziehung. Benehmen nach Vorstellung der Erwachsenen heißt, sich nicht so verhalten, wie man es impulsiv machen würde, d.h. Unterbimdung von Spiel, Trieb, Neugierde, etc in jeglicher Form, einschließlich Angst oder gar Gewalt. Was hat es für Konsequenzen früher gehabt, wenn man laut war anstatt artig und brav zu sitzen, wenn die Erwachsenen es gewünscht haben. Ermahnen, Anschreien, Schlagen. Und schon waren sie brav die Kinder, der Spiel- und Erkundungstrieb gebändigt.
░critter░ am 14. Oktober 2007 00:39 Dann wären ja alle ab 50 Gestörte - hmmm.
neurodoc am 14. Oktober 2007 01:13 Das sicher nicht!
Aber so ein bißchen Ängste, Zwänge und andere Neurotizismen haben wir doch alle, oder nicht?
collo am 14. Oktober 2007 13:23 @neurodoc: bitte schließe nicht von Dir und Deiner Erziehung auf andere. Meine Kindheit, ich bin über 50, sah jedenfalls anders aus.

Es kommt auf die Eltern an. So wie sie die Kinder erziehen, so werden sie auch. Durch meine Jugendgruppe kann ich das sehr gut feststellen. Das ist heute nicht anderst als früher. Einig lassen ihre Kinder laufen und tun und machen, was sie wollen, kommen aber mit dieser Tour bei mir nicht weit, bzw. überhaupt nicht an. Im Gegensatz zu anderen, die von ihren Eltern strenger, ich will nicht sagen an der kurzen Leine gehalten werden, erzogen werden, dürfen bei mir auch ruhig mal etwas lockerer sein. Was aber nicht heißt, daß ich den Erziehungsstil der Eltern unterbrechen will, keinesfalls, denn das ist nicht meine oder bzw. unsere Aufgabe. Das ist die Aufgabe deren die täglich mit den Kindern zu tun haben, Eltern, Großeltern, Lehrer.

Früher haben sich Kinder anders benommen. Heute sind sie aggressiver: Das dies Verhalten nicht nur durch die Kinder, sondern auch durch die nachlässigeren Erwachsenen ausgelöst ist, ist logisch.
JoeWied am 14. Oktober 2007 12:38 Es sind nicht nur die Eltner. Das andere Umfeld in Freizeit un Schule ist ebenso daran beteiligt. Grundsätzlich erzeugt Druck, Gegendruck und das äussert sich in Nervosität und Aggression, die diesen Druck abbaut.

Es liegt daran,was wir unseren Kindern vorleben.Sie sind der Spiegel der Gesellschaft.

..und sagt das nicht jede Generation über die nächste: des hätts bei uns nicht gegeben... Vielleicht ist das, was man als "weniger Benehmen" wahrnimmt, auch einfach mehr Selbstbewußtsein bei den Kindern? Fänd ich dann nicht so schlecht..
Ich hoffe ich gehe meinen Kindern mit gutem Beispiel voran und sie schauen sich einige Sachen die ich ihnen vorlebe ab.

Mir ist das auch schon aufgefallen und da ich auch mal klein war und meine damaligen Spielkameraden und ich uns sehr wohl benehmen konnten scheint das wirklich früher besser gewesen zu sein... Vielleicht liegts daran das generell Werte wie gutes Benehmen und freundlicher Umgang miteinander in der Gesellschaft immer mehr verloren gehen auch wenn ich mal behaupten will das es immer Kinder und später Erwachsene geben wird die sich benehmen können, allein weil gutes Benehmen immer gut ankommen wird und man damit z.B. im Berufsleben bessere Chancen hat weil sich eben eine Gesellschaft durch ein "gesundes" Miteinander definiert!

Heutzutage bekommen viele Kinder keine Grenzen mehr gesetzt. Viele Kinder werden zu Hause wie kleine Prinzen und Prinzessinnen behandelt.
JoeWied am 14. Oktober 2007 00:55 Ist doch nicht Allgemeingültitig, oder ? Ich glaube eher, dass man zuwenig auf die Kinder eingeht und dass man sich zuwenig um die Kinder kümmert und einfach machen lässt. Hauptsache bequem sollen sie sein, nach dem Feierabend oder nach anderem Stress.
emjay am 14. Oktober 2007 00:58 Natürlich gilt das nicht für alle - zum Glück.

Da leider schon die Eltern heute eine andere, respektfreiere Erziehung genossen haben, können sie den Kindern die Grundwerte des Menschseins auch nicht mehr richtig weitergeben - "Ich - Mir - Mich!" ist dann das Ergebnis.
Was vor den 68ern zuviel war an Kadaver-Respekt und unlogischen Gehorsamsregeln wurde danach durch ein "viel zuwenig" ersetzt, das genauso schädlich ist. Die goldene Mitte einzuhalten ist nicht erreicht worden und unsere Gesellschaft fordert zwar mehr Respekt und Rücksichtnahme - aber nur wenn es einen nicht selber betrifft. Wie schon hier geschrieben - es geht doch nicht an, dass ein Lehrer sich nicht gegen Stundenstörer oder gewalttätig Schüler wehren DARF - andere sehen, dass man mit Fehlverhalten auch, und sogar noch besser weiterkommen kann und haben auch "keinen Bock mehr drauf", sich menschlich zu benehmen, weil sie dann ja doch nur der "AR.ch" sind.

is meiner meinung nach definitionssache, benehmen...
wenn unter benehmen das tun was erwachsene sagen gemeint sist, dann finde ich das gut, das kinder nicht alle mit sich machen lassen.
wenn damit (davon gehe ich mal aus) wertvorstellungen und sozialverhalten gemeint sind, dannn is das benehmen oft unter aller sau...
ich hoffe das ich meinem sohn viel gutes mitgeben kann und er trotzdem mein kleiner prinz sein kann, mit grenzen und vorallem moral und wertvorstellungen, das ist das was fpr mich gutes benehmen macht. gewisses maß respekt, moral, courage, werte.
und davon ist nicht viel übrig, schuld der eltern, nicht der kinder...

Im Großen und Ganzen dürfte sich da wenig geändert haben.
Was ist Benehmen? Kinder sollen und müssen Kinder sein dürfen! Natürlich müssen sie auch lernen, sich angemessen zu verhalten - aber genau das ist eben ein Lernprozess. Ein angedrilltes Benehmen hat mit Sicherheit schlimme Folgen!
Benehmen st eine vorgefasste Meinung Erwachsener. D A S Benehmen ist nirgendwo klar festgelegt.
Kinder benehmen sich so, wie Erwachsene es zulassen. Früher haben auch Erwachsene im Umfeld Erziehungsaufgaben selbstverständlich übernommen, dazu ist niemand mehr bereit. Schon bei kleineren Vergehen gabs eine Reaktion - ich kann mich noch gut dran erinnern, dass ich mal von meinen Eltern ermahnt wurde, weil ich jemanden im Dorf nicht gegrüßt hatte. Erziehung fängt im Kleinen an. Wenn ich ohne Kommentar durchgehen lasse, dass ein Kind im Vorbeigehen einen Ast vom Busch abschlägt oder gegen eine Tür tritt, woher soll das Kind Benehmen lernen? Meist empfanden die Eltern das Reglementieren als schlimm und zu extrem - sie haben einfach den Sinn des Ganzen nicht verstanden. Oft geht es beim Erziehen nicht um das Einzelne sondern das Verhalten an sich. Was ich im Kleinen lerne und begreife, kann ich auch auf andere Sachen anwenden. Erziehung hat nichts mit "Verbiegen" zu tun. Verbiegen muss ich einen Menschen, wenn er nicht von klein auf erzogen wurde.
Ich will nicht sagen das früher alles besser war , aber zu meiner KInder-Jugend-Zeit wurden wir so erzogen das man anderen mit Achtung und Respekt gegenüber trat . Das geht doch heut schon in der Schule los , wie kann es sein das sich ein Lehrer nicht gegen die Angriffe der Schüler wehren darf , als nächstes Strafmündig ab 14 , ein 13jähriger klaut und demoliert fremdes Eigentum und stellt sich dann noch hin und sagt noch rotzfrech zur Polizei was wollt Ihr denn ich bin 13 "zeigt den berühmten Finger" Ihr könnt mir garnicht´s . An dieser desolaten Entwicklung sind aber nicht nur die Eltern Schuld sondern und vor allen ,die solche Gesetze und Vorschriften erlassen "für den Schutz der Kinder" .
Leider, leider so wahr.

Wie sollen die Kinder denn heute gutes Benehmen lernen, wenn viele Eltern es ihnen nicht vorleben?
Ich glaube eher, die Ansicht von dem, was gutes Benehmen ist, hat sich geändert.
Das kommt daher, dass die Eltern der heutigen Kinder sehr unterschiedlich erzogen wurden, wenn sie es denn wurden. Und das wirkt sich natürlich auf den Nachwuchs aus.
Manche Kinder würden sich besser benehmen, wenn sie wüssten, was von ihnen erwartet würde.
Denn wenn man sich jetzt in die "Erziehung" der Kinder einmischt, hat man weniger Schwierigkeiten mit dem Kind als eher mit den Eltern, die sich in ihrer Erziehungskompetenz angegriffen fühlen.

Kaum noch Respekt vor Alter oder schwächere Menschen, wenig Bezug zu den Wert von Geld und eine sehr geringe Hemmschwelle vor Gewalt.
Das alles habe ich nicht nur gelesen, sondern auch erlebt. Früher war nicht besser, klar. Aber man hat Grenzen gezeigt bekommen und gelernt:
die Freiheit des Einzelnes hört da auf, wo die der Anderen anfängt...

Erziehen hat etwas mit Aufziehen, sich kümmern, sich widmen, helfen, fördern zu tun.
Die heutige Zeit ist knapp, man ist bequem und das Umfeld verlangt einem ALLES ab, so dass für die Erziehung zuwenig Raum bleibt. Dadurch dass die Erziehung von Generation zu Generation nachlässt, ist das ein Trend, der fast unaufhaltsam ist. Wie sollen Eltern, die bereits zu knapp Erziehung genossen haben, das bei ihren Kindern besser machen ?
Wenn es niemand sonst anpackt, warum nicht Du. Selbstaendig machen mit Elternschulung. Mach es, bevor es der Staat entdeckt und dafuer Steuergelder verschleudert, wegen mangelnder Kompetenz.
JoeWied am 14. Oktober 2007 12:35 Bruno, ich weiss nicht, wie ich deinen Kommentar interpretieren soll. Es gab früher schon Alleinerziehende und die haben das mit viel Aufwand, Liebe und Kompromissen geschafft. Aber es bleibt ein Kompromiss und der darf nicht von Staate wegen gefördert werden. Das gleiche gilt natürlich auch für Doppelarbeitende, die ohne ein zweites Einkommen nicht über die Runden kommen. Da sitzen die Kinder trotz allem guten Willen in der zweiten Reihe. Schlussendlich wird das 'Nicht-Erhaltene' nie mehr kommen und die Kinder werden ihre Kinder auch mit grossen Kompromissen erziehen.
Ich habe mich vielleicht zuwenig klar ausgedrueckt. Drum ein Beispiel : Manager muessen sich weiterschulen. Das Angebot ist riesig. Wo ist das Angebot fuer Elternschulung ? Lehrer verzweifeln, da Eltern nicht mal zum Elternabend erscheinen. Es ist alles so beliebig. Andererseits gibt es bestimmt interessierte Eltern, die gerne wuessten, wie man mit den Kids besser klar kommt, da es ihnen ihre eigenen Eltern nicht vorgelebt, braeuchten sie Hilfe. Das war mein Gedanke, gruende eine Elternschulung. Gruss von der Insel
JoeWied am 15. Oktober 2007 00:54 Bruno, danke für die Ergänzung. Fühle mich schon fast rehabilitiert :-) Ich persönlich glaube nicht, dass es an Möglichkeiten zur Weiterbildung fehlt ! Es gibt in jeder Stadt, Elternberatungen, in jeder mittleren Stadt psychologische Hilfen, theologische Hilfen und auch der Staat bietet zuweilen Workshops an. Ich finde, das Problem liegt doch daran, dass gerade die Leute, die es nötig hätten, das nicht erkennen. (So ist übrigens in anderen Bereichen auch). Und dass die heutigen Tendenzen: Vater Staat möchte Doppelverdiener, Eltern wollen Tag-/Nachtbetreuungsplätze, Eltern wollen kompromisslos möglichst hohen Standard - wie wenn sie keine Kinder hätten, Markt / Wirtschaft will dass seine Arbeiter möglichst viel für möglichst wenig (ökonomie) arbeiten gehen, Ansprüche der Elter wachsen mit dem Leistungsangebot der Wirtschaft und des Staates.
Die Scheidungsraten explodieren deswegen und weil die Scheidung noch nie so populär und einfach war wie heute. Heute ist das alles keine Schande mehr. Und wer bleibt auf der Strecke ? Die Kinder mit ihrem Anspruch auf Liebe, Geborgenheit und Förderung. Und da wären wir auch wieder bei der Erziehung. Ich sage nicht, dass es keine problemlosen Scheidungskinder gibt, aber die Wahrscheinlichkeit, dass halt doch irgendwas auf der Strecke bleibt, ist sehr sehr hoch und wird durch die Eltern nicht gern gesehen, verdrängt oder als Kompromiss beantwortet, weil halt ALLES unter diesen Umständen nicht möglich war.
da muss ich JoeWied recht geben es ist nun mal heute so und unsere kinder werden noch weniger benehem und respekt anderen gegenüber haben die eltern von heute haben einfach durch mangelnde zeit einfach keine gedult und keine kraft mehr sich auf ewige diskusionen mit ihren kindern einzulassen früher war das nicht so da hatten die leute nicht den stess von heute und somit auch mehr zeit für ihre kids..


Kinder können sich durchaus gut benehmen, wenn es Erwachsene gibt, die es Ihnen vorleben.Man darf auch nicht vergessen, dass Kinder früher nicht so selbstbewußt erzogen wurden. Da wurde oft ein schweigendes, unsicheres Kind als wohlerzogen bezeichnet, schließlich widersprach es ja nicht.

Früher hatten Kinder zu funktionieren!!!! Ich gehe davon aus, dass aus dem Grund auch Kindesmissbrauch so häufig unter dem Tisch gekehrt wurde bzw nicht erkannt werden sollte. (Als Beweis habe ich ausreichend Beispiele kennengelernt!!!)
MEIN SOHN ist 4 und hat ein sehr stark ausgeprägtes Sozialverhalten. ER ist
1. sehr hilfsbereit ( tröstet andere Kinder wenn sie weinen)
2. sehr mitfühlend (weint sogar bei Biene Maja)
3. und er hat Respekt gegenüber seinen Mitmenschen in dem er immer auf Gerechtigkeit aus ist!
MEIN SOHN ist sehr liebevoll erzogen hat aber ganz klare Regeln und Grenzen die einzuhalten sind!
Übrigens: Sowohl anti-autoritär als auch autoritär sind ungeeignet um die Kinder zu glücklichen und respektvollen Menschen heranzuziehen! NUR KINDER DIE SELBER RESPEKT ERFAHREN KÖNNEN SPÄTER AUS ÜBERZEUGUNG TATSÄCHLICH RESPEKT HABEN!