Frage von fraanzuui, 229

Können sich Christen noch Christen nennen, wenn sie für die Todesstrafe sind?

Laut der Bibel heißt es ja: "Du sollst nicht töten."

Christen, die für die Todesstrafe sind, verstoßen doch dagegen - oder?

Antwort
von tvetter, 67

'Du sollst nicht töten' stammt aus den Zehn Geboten. Diese sind neben den Psaltern eine der wenigen Stellen aus dem Alten Testament die allermeisten Christen in Europa noch kennen.

Die Zehn Gebote sind allerdings ein Teil der Fünf Bücher Mose und diese enthalten diverse Todesstrafen. Gemeint ist in den Zehn Geboten lediglich das eigenmächtige, illegale Töten; nicht das Töten an sich. Letzeres ist den Fünf Büchern Mose zufolge teilweise sogar Pflicht.

Freilich hat das Christentum aber immer einen recht flexiblen Umgang mit den Normen des 'Alten Testaments' gehabt und dessen Inhalt heute fast völlig aufgegeben. Es werden lediglich einige Lieder und Geschichten zur Erbauung gelesen oder gesungen oder eben die Zehn Gebote hin und wieder einmal, allerdings völlig ohne Kontext, angebracht.

Kommentar von waldfrosch64 ,

Der Kontext des AT zum NT in der Christlichen Theologie, scheint eher dir ganz unbekannt zu sein ..

Kommentar von tvetter ,

Dann erläutere mir doch bitte meine Fehler.

Antwort
von Keyboardfan, 36

Die Kirche selbst hat doch ständig die Todesstrafe inkl. Marter durchgeführt (ich sage nur: Stichwort Inquisition! - z.B. die ganzen "Hexenverbrennungen" (- Prozesse)). Wer "teuflisch" oder "gotteslästerlich" war, oder gegen das Chrsitentum gekämpft hat, mit denen wurde - mit Segen der Kriche - durchaus "Kurzer Prozess" gemacht - insbesondere natürlich im Mittelalter. Die Todesstrafe wurde meines Wissens nie grundsätzlich von der Kirche abgelehnt; jedoch aht die Kirche heute kaum noch weltliche Macht - sie überlässt die weltliche Gesetzgebung den Staaten. Früher gab es aber nicht nur ein verbindliches weltliches, sondern auch kirchliches Recht ("kanonisches Recht"). - Letzteres kam besonders in der "Niederen Gerichtsbarkeit" zum Tragen (dabei war meines Wissens aber keine Todesstrafe mehr vorgesehen, da nur "niedere Gerichtsbarkeit).

Meines Wissens gibt es auch noch etliche christlich geprägte Staaten, in denen die Todesstrafe noch Gegenstand der Rechtsprechungspraxis ist. - Christen sehen da i.d.R. meines Wissens nach keinen Widerspruch gegen die Bibel, wenn die Todesstrafe praktiziert wird. Aber es gibt auch viele Christen, die sind dagegen, weil sie meinen, dass "Gott alleine über Tod und Leben richten sollte", o.Ä. - In diesem Fall hätte aber z.B. ein "nicht gläubiger" Mörder gute Karten! - Jedoch wird er nicht primär nach christlichen Maßstäben/ "Rechtsverständnis" beurteilt, sondern nach weltlichen! Die Kirche kann lediglich Kritik an der weltlichen Rechtsprechungspraxis üben, oder diese als "unchristlich" ablehnen. - Den Einfluss hat die Kirche bei uns in den weltl. Angelegenheiten nicht mehr. - Aber aufgrund ihrer eigenen Traditionen und Handhabe bei der Todesstrafe wird sie wohl kaum pauschal gegen die Todesstrafe sein!

Meine Meinung ist: wer pauschal gegen die Todesstrafe ist, der hat nicht viel Gesunden Menschenverstand oder ist wirklich "nicht ganz von dieser Welt"!  Es gibt nun einmal entsetzliche Straftäter, die weder Gewissen haben, noch Mitleid; und z.T. die widerwärtigsten Sachen machen, nur ihres eigenen Spaßes wegen. - Wie soll man sonst - ganz normal gedacht - denn sonst "angemessen" mit diesen "Menschen" umgehen? Nur in den geringsten Fällen, haben heutzutage Leute, gegen die die Todesstrafe verhängt wird, diese Strafe wirklich nicht verdient! - Sieh Dir mal die Fälle an, von Leuten, die deswegen so verurteilt wreden! - Kannst Du für diese Leute Mitleid haben? (sieht dazu z.B. mal die US- Serie "Autopsie Mystery"!).


Kommentar von waldfrosch64 ,

@keybordfan 

Dein Zitat _"nicht ganz von dieser Welt"! 

Eben...

 du hast es eben noch nicht verstanden :

 Johannes 17,15-16
…15Ich bitte nicht, daß du sie von der Welt nehmest, sondern daß du sie bewahrst vor dem Übel. 16Sie sind nicht von der Welt, gleich wie ich auch nicht von der Welt bin
Kommentar von Keyboardfan ,

@ waldfrosch: Könntest Du dieses Zitat bitte mal etwas erklären!? (ich erinnere mich nicht mehr an die Bedeutung!).

Antwort
von PfaffGu, 64

Ja selbstverständlich!

Grundsätzlich solltest du zwischen töten und morden unterscheiden. Das Töten war teilweise Pflicht, das Morden war immer verboten. Das Gebot lautet im 2.Mo 20, 13 "Du sollst nicht morden". Viele Übersetzungen haben aber das Morden als Töten übersetzt.

1)Biblische Argumente:

Zwar wird im Neuen Testament die Todesstrafe nicht eingeführt oder als ein Ideal der Strafe für gewisse Delikte dargestellt.

Aber das hat mehrere Gründe:

Das Neue Testament ist nicht die Rechtsgrundlage für einen Staat wie es die 5 Bücher Mose sind.

Gottes gute Gebote im AT sind teilweise die Gesetze für einen Staat und teilweise die Gesetzte für das persönliche Leben.

Die Strafgesetzgebung fällt also auch im AT nicht in das Belieben der Einzelpersonen sondern in die Verantwortung des Staates. Das gilt auch heute noch. Allerdings haben wir keinen Theokratischen Staat - also keinen Staat in welchem die Gesetzte Gottes und letztlich Gott selbst als Herrscher verstanden wird oder angenommen ist.

Keiner der Apostel hat sich jemals gegen die damals geltende Todesstafe (in den Verschiedenen Ländern) gewandt.

Paulus wehrt sich nicht eventuell mit dem Tod bestraft zu werden. Allerdings verzichtet er nicht einfach auf sein Recht sondern er beruft sich darauf.

Apg 25,10 Paulus aber sprach: Ich stehe vor dem Richterstuhl des Kaisers, wo ich gerichtet werden muß; den Juden habe ich kein Unrecht getan, wie auch du sehr wohl weißt. 11 Wenn ich nun Unrecht getan und etwas Todeswürdiges begangen habe, so weigere ich mich nicht zu sterben; wenn aber nichts an dem ist, wessen diese mich anklagen, so kann mich niemand ihnen preisgeben. Ich berufe mich auf den Kaiser.

2) Eigene Gedanken

Nehmen wir eine Person welche eine andere absichtlich ermordet. Wenn nun diesem Mörder die Tat einwandfrei (laut Bibel ist das nur dann der Fall wenn zwei unabhängige Augenzeugen es aussagen oder wenn diese Person dies ohne Zwang zugiebt.) nachgewiesen wird was spricht denn gegen die Todesstrafe? Vielleicht sagst du du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst! Ja wenn du das denkst dann ändert das doch gar nichts an der Strafe. Denn die Verurteilung ist nicht eine Sache einer privaten Person sondern eine Sache der "Rechtsaufsicht" also der Regierung. Und selbst diese liebt ihre Bürger wenn sie diese vor der Gefahr eines Mörders befreit.

Probleme: Man hört des öffteren auch von Menschen welche unschuldig zum Tode, oder zu langen Haftstrafen verurteilt wurden. Ja das ist nicht 100% zu vermeiden, allerdings dürfte das Problem meist daran liegen dass die biblischen Maßstäbe nicht angewandt werden. Denn ein Indizienprozess darf nach der Bibel niemals zur Todesstrafe führen.

Antwort
von suziesext04, 39

hi fraanzuui - wörtlich heisst es nicht "du sollst nicht töten", sondern "du sollst nicht morden (totschlagen)".

Die 10 gebote sind Teil der jüdischen religion und ihrer über 600 Vorschriften. Das Christentum ehrt zwar die 10 Gebote, quasi als Kompass, aber das Evangelium befreit vom Gesetz und fordert die innere Einstellung.

Das Gesetz in der Torah hat zb die Steinigung als Todestrafe verlangt. Jesus hat nicht gesagt, die Steinigung an sich ist falsch, er hat, ziemlich listig find ich, gesagt: wer von euch ohne Sünde ist der werfe den ersten Stein.

Damit ist ja quasi die Todestrafe unmöglich, weils keinen Henker gibt der ohne Sünde ist.

Aber hat immer in der Geschichte vom Christentum Leute gegeben, die haben mit n alten testament die Todesstrafe verlangt oder gerechtfertigt. Ob das aber christlich ist, wer kann das schon sagen?

Kommentar von Keyboardfan ,

Jesus meinte damit, dass man sich nicht so sehr in die Angelegenheiten der Anderen einmischen sollte, sondern sich erst mal um seine eigenen Fehler kümmern sollte! Gemäß auch dem alten (nichtchristilichen) Sprichwort: "Ein Jeder kehr vor seiner Tür; da hat er Dreck genug davür!". In "Jesus'" Fall hätte es in dieser Situation ja sein können, dass da Kinderschänder und Mörder diese Frau, die gesteinigt werden sollte, dann auch von z.B. diesen gesteinigt worden wäre! Man soll sich - in solchen Fällen - daher auf keinen Fall "zum Richter über Andere aufschwingen".

Jesus hat damit nicht gesagt, dass die Frau grundsätzlich nicht gesteinigt werden sollte! - Er hat nur hintergründig gefragt, ob man nicht besser Milde walten sollte (schließlich lässt man i.d.R. ja auch gegenüber sich selbst, bei den eigenen Verfehlungen, ja Milde walten, oder?).

Jesus hat meines Wissens nie pauschal die Todesstrafe verurteilt, bzw. diese gefordert, abzuschaffen. (er hat sich ohnehin ja nicht zu sehr in die "weltlichen Belange" "eingemischt" ("Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist"!).

Kommentar von waldfrosch64 ,

Jesus hat damit nicht gesagt, dass die Frau grundsätzlich nicht gesteinigt werden sollte! -

Doch genau das hat er sehr wohl ,die Szene mit der Frau ist nur ein winziger Teil seiner Lehre ..scheint dir entgangen zu sein .

Frage mich woher du diese krude  "Theologie" hast ? 

Vermutlich aus dem Barnabas fake "Evangelum " der Muslime ?

Kommentar von Keyboardfan ,

Das hat er wirklich gut gesagt mit der Aussage: "wer ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein!". - Damit hat er zumindest diejenigen "Sünder" zur "inneren Einkehr" aufgerufen, die vllt. wirklich selbst Dreck am Stecken hatten, aber meinen, sie könnten noch "auf dicke Hose machen"!  Richtet sich also wohl vo rallem an Diejenigen, die "selbst nicht ganz koscher" sind! Ist indirekt auch eine Aussage gegen die Selbstjustiz!  Also bitte saubere Prozesse! (aber zu Jesus Zeit war ja eine gewisse "Selbstjustiz" - in der Art eines "Gewohnheitsrechts" wohl "normal").

Kommentar von waldfrosch64 ,

@keybordfan 

Welcher Religion gehörst du an ?

Antwort
von Peterwefer, 68

Dieses 'Töten' bezieht sich auf das geplante hinterlistige Töten. Das Töten im Krieg und als Vollstreckung der Todesstrafe ist damit nicht gemeint. Aus diesem Grunde findet man in manchen Bibelübersetzungen hier auch: 'Du sollst nicht morden'. Das trifft das Gemeinte etwas exakter. Somit kann man hierüber durchaus unterschiedlicher Überzeugung sein.

Antwort
von Reanne, 68

In der Bibel steht auch "Auge um Auge, Zahn um Zahn" , aber auch, was Du mir antust, füge keinem anderen zu. Ich weiß nicht, was amerikanische Christen dazu zu sagen jaben, in deren Staaten es noch die Todesstrafe gibt.

Kommentar von Whitekliffs ,

Das Auge um Auge-Prinzip bedeutete: wer dir etwas angetan hat, muss mit der gleichen Münze zurückzahlen. Und dann ist Schluss. Die Schuld war dann bezahlt. Der Schaden beglichen. Und damit endete es auch.

Wer irgend einen Menschen erschlägt, der soll des Todes sterben. 18 Wer aber ein Vieh erschlägt, der soll's bezahlen, Leib um Leib. 19 Und wer seinen Nächsten verletzt, dem soll man tun, wie er getan hat, 20 Schade um Schade, Auge um Auge, Zahn um Zahn; wie er hat einen Menschen verletzt, so soll man ihm wieder tun. 21 Also daß, wer ein Vieh erschlägt, der soll's bezahlen; wer aber einen Menschen erschlägt, der soll sterben. 22 Es soll einerlei Recht unter euch sein, dem Fremdling wie dem Einheimischen; denn ich bin der HERR, euer Gott.

3.Mose 24

Jesus hat dieses Prinzip aufgehoben. für einen Christen gilt kein 'Auge um Auge-Prizip.' Im Gegenteil.

http://www.bibel-online.net/buch/schlachter_1951/matthaeus/5/#33

Antwort
von fds16, 71

Nein ganz einfach und das hat nichts damit zu tun " nur Gott darf über Leben und Tot richten" oder sowas was von manchen perfekten Christen gesagt wird.   Aber jemanden Töten egal was er getan hat steht im wiederspruch von so ziemlich jedem Glauben (den ich kenn).   

Kommentar von waldfrosch64 ,

Im Islam ist das legitim . 

Zu alten Zeiten im Judentum auch .

Kommentar von fds16 ,

Wenn du mir die Koranstelle sagst wo das steht so wie die Torastelle glaube ich es dir aber auch da gilt es ist auslegegungsache wie in der Bibel auch.     Genrell sollte man in Zeiten von IS und dem Wachsenden Rechtsradikalismuss mit solchen Äußerungen vorsichtig sein. Nicht weil ich generell Ausschnließe das es im Islam nicht irgendwo angesprochen wird das Töten (ich habe keines der beiden Bücher gelesen) aber weil es genug Leute gibt die die komplexität des Glaubend und der Religionen im Gesamten nicht verstehen, nicht verstehen wollen und solche Kommentare wie deinen als "Beweis" dafür nehmen dass ALLE Muslime im Prinzip potenzielle Mörder sind da es ihr Glaube erlaubt. (was ich aber wie gesagt nicht weiß!!) 

Kommentar von waldfrosch64 ,

Wenn du dich einmal auch nur Ansatzweise etwas mit dem Islamischen Recht auseinandersetzen würdest  dass sich Scharia nennt und  heute  in sehr vielen Staaten als Gesetz gilt so wie etwa zbsp im : Iran /Saudia Arabien sowie Pakistan /

Dann würdest du hier nicht unsinnige billige Polemik  verbreiten die nur zeigt dass du im Thema nicht mal ansatzweise bewandert bist .

Hast du selbst ,den Koran gelesen um mit konkreten Koranstellen etwas anfangen zu können ? die ich dir schicken sollte ? 

Kommentar von fds16 ,

Richtig ich hab weder den Koran gelesen noch könnte ich konkret was mit Koranstellen anfangen. Auch habe ich mich weder mit der Scharia noch mit dem Islamischen recht. In meinem ersten Post sowie in meiner Antwort auf deinen Kommentar habe ich das niemals behauptet. Auch habe ich geschrieben: Jeden Glauben (den ich kenn ) Und auch im Islam gibt es wie im Christentum auch verschiedene Unterreligionen (kp was das Fachwort ist ich mein aber z.b. bei uns evangelen gibt es z.b. noch die Medodisten, Zeugen Jehovas könnte man auch dazu zählen. Und dann gibt es im Christentum alleine schon zwei großkirchen Evangelisch und Katholisch die teilweise die Bibel anders auslegen) Ich weis nur das man auch die Bibel so auslegen könnte das man Todestraffe legitiminieren kann, weshalb man denke ich  nicht einfach sagen kann im Koran steht und somit ist es im Islam so. Ich weiß das in manchen Ländern ein Islam gelebt wird wie bei uns im Mittelalter (nur zum Vergleich) das Christentum gelebt wurde. Aber wie gesagt ich will nur nicht das irgendjemand der deinen Kommentar ließt auf den Gedanken kommt, im Islam wie er von vielen vielleicht sogar von der Mehrheit (weis ich aber nicht zumindest in Europa) der Muslime gelebt wird, die Todesstrafe legitimiert und so mit soweit ich das Wort richtig verstehe, rechtmäßig wäre (was es nach auslegung der Scharia wäre) Insofern hast du natürlich in gewisserweise Recht aber einfach nur zu sagen im Islam ist es Legitim ist vielleicht einfach zu wenig und könnte falsch verstanden werden.    

Kommentar von waldfrosch64 ,

Sorry aber was soll das nun ? 

Ich sags nochmal ,befasse dich bitte  erst mal mit dem Islam ...bevor du hier solchen Krude Mär weitergibst .

Der Vergleich zur Christlichen Religon ist auch total falsch und zeigt dass du auch hier keine Ahnung hast .

Während du "einfach irgend etwas sagst " Habe ich mich eingehend mit dem Islam befasst .

Antwort
von Keyboardfan, 15

Das ist meines Wissens aber in der Bedeutung zu verstehen: "Du sollst nicht MORDEN!". - Es ist also keine Absage GEGEN die Todesstrafe, sondern befürwortet diese sogar eher, weil ja (Kardinal-) Verstöße gegen eines dieses religiösen "Grundgesetzes" ja in der Folge auch bestraft werden muss! Wenn man also für die "härteste Verfehlung" (weil gg. die 10 Gebote) die passende Strafe finden wollte, dann könnte man dafür ja auch die "Härteste Strafe" als angemessen ansehen, oder nicht?! Und wenn diese "Härteste Strafe" nun mal im Verständnis von Kultur- und Zeitgeist die Todesstrafe ist, dann wäre die Todesstrafe durchaus gerechtfertigt!

Wo soll in der BIBEL bitte schön stehen, dass die Todesstrafe abgeschafft werden sollte (sie war damals völlig alltäglich und wurde nicht kritisiert im damaligen kulturellen Umfeld der Bibel)? Die Abschaffung der Todesstrafe ist eine sehr moderne "Idee"; früher wurde sie nicht in Frage gestellt; nicht von den Juden, und meines Wissens auch  nicht von den Christen!

Mir scheint es daher so zu sein, dass die Todesstrafe im Sinne der Bibel/ Christentum durchaus befürwortet wird; - gerade wegen der 10 Gebote! - Denn darin soll man ja NICHT MORDEN! Die Todesstrafe gegen einen Mörder, der somit auch gegen die 10 Gebote verstoßen hat, ist aber im Sinne der Bibel wohl kaum als "Mord" anzusehen, sondern als Bestrafung, bzw. "Sühne" gegen einen Mord, bzw. gegen eines der wichtigsten Gebote der Juden und auch Christen!

Denn Verstöße gegen eines der wichtigsten Gesetze der Religion müssten ja auch mit der härtesten Strafe bestraft werden; und welche ist dafür dann - im Verständnis einer archaischen Kultur zumindest - geeigneter als die Todesstrafe?

Nach der Bibel ist es Gott selbst, der häufig mit dem Tode bestraft. - Vor allem im Alten Testament. Warum sollte dann ausgerechnet ein Jude/ Christ gegen die Todesstrafe sein?

Wo soll in der Bibel stehen, dass selbst JESUS gegen die Todesstrafe gewesen wäre? Er hat zwar nicht selbst derart "gerichtet", sondern geheilt und sozial gewirkt und geholfen, sowie kluge Aussagen getroffen.

Er selbst ist dann ja - nicht zuletzt deswegen - von den "Oberpriestern" der Juden - im Einklang mit der römischen (weltlcihen) (Besatzungs-) Macht (in Israel) auf grausame Art hingerichtet worden. - Eine klare Verfehlung (im Sinne der Christen)! Er hat nie Jemandem geschadet oder gar umgebracht - und dennoch wurde er dann hingerichtet! Aber das bedeutet doch nicht, dass man Jemanden, der selbst der übelste Übeltäter war, nicht zum Tode verurteilen soll?!

Allerdings kann man bei Jesus klar davon ausgehen, dass er "im Zweifelsfall für Milde und für den Angeklagten" wäre! - Er hat ja auch erst die "Dämonen ausgetrieben"; statt "böse" Leute zu verurteilen, usw. Aber wie er mit Mördern umgegangen wäre, und ob er überhaupt dabei gegen die Praxis der damaligen Zeit gewesen wäre, kann man meines Wissens aus der Bibel nicht herauslesen (?). - Ist er überhaupt mal echten Schwerstkriminellen begegnet auf seiner "Tour"?


Antwort
von rallytour2008, 78

Hallo fraanzuui

Damit ist in der heutigen Zeit gemeint:Du sollst nicht Mundtot machen.Damit würde man ja verbieten nichts mehr zu sagen.Und das wäre nicht richtig.Es dürften dann ja auch keine Fragen mehr gestellt werden,weil die Gefahr besteht das jemand antwortet.Wird von Christen der Satz,Du sollst nicht töten,als Grundlage genommen dann wäre meine Empfehlung einen entsprechenden Psychologen zu konsultieren.

Also aktuell bedeutet der Satz:Du sollst nicht Mundtot machen.

Gruß Ralf

Antwort
von ichweisnix, 37

Der Begriff "Christ" wird heute so allgemein verwendet, das er kaum noch etwas aussagt.

Antwort
von MrMcSauerkraut, 19

Hallo fraanzuui,

vorab schon mal: ja, das können sie. Das Alte Testament, samt den 10 Geboten, ist Teil der Bibel und somit auch Teil des christlichen Glaubens.


Das Alte Testament kann allerdings nicht ohne das Neue Testament. Im Alten Testament wurde die Todesstrafe praktiziert. Menschen, die
zu dieser Zeit, oft wissentlich entgegen dem Willen Gottes getan hatten, wurden zum Tod verurteilt und hingerichtet.


Im Neuen Testament wird der Tod Jesus am Kreuz berichtet, mit dem Jesus die Schuld der Welt auf sich genommen hat. So ist jede Schuld vergeben, wenn man nur aufrichtig darum bittet und ein Vergeltung, also auch die Todesstrafe (Auge um Auge, Zahn um Zahn) ist nicht mehr notwendig. 


So gelten die 10 Gebote natürlich noch immer, allerdings darf man sie nicht getrennt vom Neuen Testament sehen.

Ich, als Christ, bin entschiedener Gegner der Todesstrafe. Sie ist einfach grausam und, wenn man in bedenkt, dass jedem Menschen vergeben werden kann, wie es im Neuen Testament geschrieben steht, mit der Bibel nicht vereinbar. Man sollte, meiner Meinung nach, jedem Menschen die Chance geben sich zu ändern.


Hinzu kommen die Umstände, denen die Verurteilten ausgesetzt sind. In den USA warten Verurteilte teilweise Jahrezehnte, bis das Urteil vollstreckt wird. Manche sterben schon vorher in Haft. Oft wendet sich die Familie von ihnen ab und wollen mit ihnen nichts mehr zutun haben. Auch das hat nichts mit der Liebe Gottes zutun, die man, im besten Fall, an andere Menschen weitergeben sollte.


Aber auch wenn ein Mensch die Todesstrafe befürwortet, ist er trotzdem noch Christ. Meiner Ansicht nach ist auch die Todesstrafe Sünde und durch nichts zu rechtfertigen. Aber, wie beschrieben: zu Gott kann jeder kommen und um Vergebung bitten. Das gilt ausnahmslos für jeden, der aufrichtig um Vergebung bittet.

Der weltweit bekannte amerikanische Pastor Billy Graham ist Befürworter der Todesstrafe. Ich, und ich denke auch die Mehrheit der Christen, würden ihn als Christ bezeichnen.


Kommentar von Keyboardfan ,

Wenn die Lehre, bzw. Interpretation des Christentums tatsächlich PAUSCHAL gegen die Todesstrafe gerichtet ist, dann verstößt das meiner Meinung nach gegen den "Gesunden Menschenverstand", weshalb ich in dieser Hinsicht doch sehr überrascht wäre, und dabei keine Sympathien für das Christentum hätte! Denn es gibt nun mal leider auf dieser Erde immer noch zu viele "Menschen"; die abartigste Verbrechen begehen, oft nur, um ein kurzzeitiges persönliches Vergnügen zu haben, und die sich aus dem "Auge Gottes" einen feuchten Kehricht machen, und auch Gott nicht zu fürchten meinen zu brauchen! Du weißt, von welchen Typen ich spreche, oder? (sieh Dir dazu sonst mal Sendungen im TV an, wie "Autopsie Mystery" - dann weißt, Du, was , bzw. wen ich meine!). Und mit solchen "Kreaturen" sollte meiner Meinung nach - mit Billigung des weitaus größten Teiles der Bevölkerung - auch entsprechend "kurzer Prozess" gemacht werden! Warum sollte man bei derartigen unverbesserlichen Typen, die schon viel Leid und Leben beendet haben, noch Gnade angewandt werden? - Haben solche Leute das etwa verdient, die das bei vollem Bewusstsein und vorsätzlich getan haben?!

Klar sind auch viele ("konservative") Christen gegen die Todesstrafe! Steht ja auch klar in der Bibel, dass man den Namen des Herrn - bei Strafe - nicht beleidigen soll; dass man nicht morden (nicht pauschal töten!) soll, usw. - Das sind ja für viele Christen "Kapitalverbrechen".

Allerdings sollte man es mit dem Töten nicht übertreiben - auch gerade mit Blick auf das Wirken von JC!

Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass Jemand, der so viel Gesunden Menschenverstand besaß wie Jesus Christus (und dessen Lehren daher auch den einfachsten Menschen sofort "einleuchteten"), grundsätzlich pauschal gegen die TS war! - In "begründeten (extremen) Einzelfällen" hätte er bestimmt nicht gegen die TS argumentiert. - Er hätte wahrscheinlich ähnlich wie ein moderner Richter in einem modernen Rechtsstaat gehandelt. - Er war halt seiner Zeit weit voraus! (und wurde daher nicht vom damals herrschenden (religiösen) "Establishment" verstanden, bzw. als "Bedrohung" aufgefasst).


Antwort
von kdd1945, 32

Hallo fraanzuui,

wenn Du pauschal und generell gegen die Todesstrafe bist, solltest Du nicht gerade die Bibel als Argumentationshilfe verwenden. Und zwar weder das AT noch das NT.

Sieh mal, die nächsten drei Verse sind aus 1. Mose (HFA):


2,16 Dann schärfte er ihm ein: "Von allen Bäumen im Garten darfst du essen, 17 nur nicht von dem Baum, der dich Gut und Böse erkennen lässt. Sobald du davon isst, musst du sterben!"“

„3,17 Zu Adam sagte er: "Deiner Frau zuliebe hast du mein Verbot missachtet... 19 Du wirst dir dein Brot mit Schweiß verdienen müssen, bis du stirbst. Dann wirst du zum Erdboden zurückkehren, von dem ich dich genommen habe. Denn du bist Staub von der Erde, und zu Staub musst du wieder werden!" “

„9,5 Niemand darf einen anderen Menschen ermorden! Wer dies tut - ob Mensch oder Tier -, muss mit dem Tod dafür büßen. Ich selbst werde ihn zur Rechenschaft ziehen. 6 Wer einen Menschen tötet, darf selbst nicht am Leben bleiben; er soll hingerichtet werden. “

Unter dem mosaischen Gesetz, das Du ja zitiert hast, war für folgende Verbrechen die Todesstrafe vorgeschrieben: 1. Gotteslästerung (3Mo 24:14, 16, 23); 2. Anbetung irgendeines anderen Gottes als Jehova, jede Form des Götzendienstes (3Mo 20:2; 5Mo 13:6, 10, 13-15; 17:2-7; 4Mo 25:1-9); 3. Zauberei, Spiritismus (2Mo 22:18; 3Mo 20:27); 4. falsches Prophezeien (5Mo 13:5; 18:20); 5. Brechen des Sabbats (4Mo 15:32-36; 2Mo 31:14; 35:2); 6. Mord (4Mo 35:30, 31); 7. Ehebruch (3Mo 20:10; 5Mo 22:22); 8. wenn eine Frau fälschlicherweise behauptete, zur Zeit der Eheschließung eine Jungfrau gewesen zu sein (5Mo 22:21); 9. Geschlechtsbeziehungen mit einem verlobten Mädchen (5Mo 22:23-27); 10. Blutschande (3Mo 18:6-17, 29; 20:11, 12, 14); 11. Homosexualität (3Mo 18:22; 20:13); 12. Sodomie (3Mo 18:23; 20:15, 16); 13. Menschenraub (2Mo 21:16; 5Mo 24:7); 14. Schlagen oder Beschimpfen eines Elternteils (2Mo 21:15, 17); 15. falsches Zeugnis ablegen in einem Fall, in dem die Strafe für den Angeklagten der Tod wäre (5Mo 19:16-21); 16. wenn sich ein Unbefugter der Stiftshütte näherte (4Mo 17:13; 18:7).

Jetzt einige Verse aus dem NT; sie zeigen, dass Gottes Standpunkt sich nicht verändert hat.

„Joh 3,36 (ELB) Wer an den Sohn glaubt, hat ewiges Leben; wer aber dem Sohn nicht gehorcht, wird das Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibt auf ihm. “

„Lk 19,26 Ich sage euch: Jedem, der da hat, wird gegeben werden; von dem aber, der nicht hat, von dem wird selbst, was er hat, weggenommen werden. 27 Doch jene meine Feinde, die nicht wollten, dass ich über sie König würde, bringt her und erschlagt sie vor mir! “

„Mt 25,46 Auf diese also wartet die ewige Strafe. Die anderen aber, die den Willen Gottes getan haben, empfangen das ewige Leben.« “

„R6,23 Denn der Lohn, den die Sünde zahlt, ist der Tod; aber das Geschenk, das Gott uns in seiner Gnade macht, ist das ewige Leben in Jesus Christus, unserem Herrn.“

„Röm 13,4 (GNB) Denn die staatliche Macht steht im Dienst Gottes, um dich zum Tun des Guten anzuspornen. Wenn du aber Böses tust, musst du dich vor ihr fürchten. Ihre Vertreter tragen nicht umsonst das Schwert. Sie stehen im Dienst Gottes und vollstrecken sein Urteil an denen, die Böses tun. 5 Darum müsst ihr euch der Staatsgewalt unterordnen, nicht nur aus Furcht vor dem Gericht Gottes, sondern auch, weil euer Gewissen euch dazu anhält. 6 Deshalb zahlt ihr ja auch Steuern. Denn die Staatsbeamten handeln als Beamte Gottes“

„Heb 10,27 Wir müssen dann ein schreckliches Gericht fürchten; denn wie ein Feuer wird Gottes Zorn alle vernichten, die sich gegen ihn auflehnen. 28 Wer gegen das Gesetz Moses verstößt, wird ohne Mitleid getötet, wenn seine Schuld durch zwei oder drei Zeugenaussagen festgestellt ist. 29 Um wie viel schlimmer wird dann bestraft werden, wer den Sohn Gottes mit Füßen tritt und das Blut des Bundes, das ihn rein und heilig gemacht hat, wie eine gewöhnliche Sache abtut und den Geist beleidigt, dem er die Gnade verdankt! 30 Wir kennen doch den, der gesagt hat: »Ich werde Vergeltung üben und sie für alle Bosheit hart bestrafen.« Es heißt an derselben Stelle auch:5 »Der Herr wird seinem Volk das Urteil sprechen.« 31 Dem lebendigen Gott in die Hände zu fallen ist schrecklich!6 “

„ Off 19,11 Dann sah ich den Himmel weit geöffnet. Und ich sah ein weißes Pferd, auf dem saß einer, der heißt der Treue und Wahrhaftige. Er urteilt und kämpft gerecht. 12 Seine Augen waren wie Flammen und auf dem Kopf trug er viele Kronen. Ein Name stand auf ihm geschrieben, den nur er selbst kennt. 13 Sein Mantel war blutgetränkt, und sein Name ist »Das Wort Gottes«. 14 Die Heere des Himmels folgten ihm. Alle ritten auf weißen Pferden und waren in reines weißes Leinen gekleidet. 15 Aus seinem Mund kam ein scharfes Schwert, mit dem er die Völker besiegen sollte. Er wird sie mit eisernem Zepter regieren und sie zertreten, wie man die Trauben in der Weinpresse zertritt. So vollstreckt er den glühenden Zorn Gottes, des Herrschers der ganzen Welt. 16 Auf seinem Mantel und auf seinem Schenkel stand sein Name: »König der Könige und Herr der Herren«. 17 Dann sah ich einen Engel, der stand in der Sonne. Er rief allen Vögeln, die hoch am Himmel flogen, mit lauter Stimme zu: »Kommt, versammelt euch für Gottes großes Festmahl! 18 Kommt und fresst das Fleisch von Königen, Heerführern und Kriegern! Fresst das Fleisch der Pferde und ihrer Reiter, das Fleisch von allen Menschen, von Sklaven und Freien, von Hohen und Niedrigen!« 19 Dann sah ich das Tier zusammen mit den Königen der Erde.5 Ihre Heere waren angetreten, um gegen den Reiter und sein Heer zu kämpfen. 20 Das Tier wurde gefangen genommen und auch der falsche Prophet, der unter den Augen des Tieres die Wunder getan hatte. Durch diese Wunder hatte er alle verführt, die das Zeichen des Tieres angenommen und das Standbild des Tieres angebetet hatten. Das Tier und der falsche Prophet wurden bei lebendigem Leib in einen See von brennendem Schwefel geworfen. 21 Alle Übrigen wurden durch das Schwert vernichtet, das aus dem Mund dessen kommt, der auf dem Pferd reitet. Alle Vögel wurden satt von ihrem Fleisch. “

„13 Auch das Meer gab seine Toten heraus, und der Tod und die Totenwelt gaben ihre Toten heraus. Alle empfingen das Urteil, das ihren Taten entsprach. 14 Der Tod und die Totenwelt wurden in den See von Feuer geworfen. Dieser See von Feuer ist der zweite, der endgültige Tod. 15 Alle, deren Namen nicht im Buch des Lebens standen, wurden in den See von Feuer geworfen. “

Die Todesstrafe wird wohl weiterhin kontrovers diskutiert werden.

Wer jedoch die Bibel als Richtschur nimmt, sollte dem Gott, der Leben gibt, auch dann Recht geben, wenn er das Leben nimmt. Ein Christ ist weder aufgerufen, für die Todesstrafe durch heutige menschliche Gerichte zu werben, noch die "staatliche Macht" zu kritisieren, die gegen Mörder dieses Urteil verhängt.

Grüße, kdd

Antwort
von FooBar1, 57

Jeder sollte aus diesem Grund dagegen sein. Nicht nur Christen

Antwort
von Tina212, 63

Die Todesstrafe hat nichts mit dem Glauben zu tun !!!

Kommentar von Ranzino ,

Wenn sie ihren Glauben erstnehmen, dann schon.

Kommentar von fraanzuui ,

Natürlich hat die Todesstrafe auch etwas mit dem Glauben zu tun. Laut Bibel sind viele Vorschriften, wie sich ein Christ verhalten soll. Und ein Christ, der die TS befürwortet, verstößt eigentlich gegen das Gebot oder gegen das was Jesus gesagt. 

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