Frage von TeddyIlain, 65

Können schlimme Ereignisse der Mutter in der Kindheit auf die Kinder übertragen werden?

Ich meine damit, wenn zb. die Mutter in ihrer Kindheit sexuell Misshandelt wird, können dann ihre Kinder im späteren Leben Probleme sexueller Art haben zb. mit dem Partner/in? Und wenn ja wie könnte das gehen? Modelllernen ist ja eher schwer, oder kann es im Mutterleib übertragen werden?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Pramidenzelle, 25

Wenn ein Elterteil ein gestörtes Verhältnis zur Sexualität vorlebt, dann kann das Kind das durchaus so "mitnehmen" - aber von Psychologie habe ich nicht so viel Ahnung.

Was ich allerdings anführen möchte ist das Beispiel von Frauen, die als Kinder extremen Hunger gelitten haben - in extremen Fällen kann es vorkommen, dass Gene dadurch anders reguliert werden - und zwar dauerhaft. Das wird über chemische Modifikationen am Erbgut realisiert, und diese sogenannten "Epigenetischen Effekte" werden gegebenenfalls auch weitervererbt.
Dass (extremer, lang anhaltender) Stress epigenetische Effekte haben kann, ist bereits bekannt. Ich habe zwar noch keine konkrete Studie zu diesem Effektem im Bezug auf Missbrauch gesehen, aber dass so etwas eben diesen Effekt auslösen kann, könnte ich mir durchaus vorstellen. Ob sich das dann allerdings bei den Kindern allerdings als gestörte Sexualität oder erhöhte Neigung zu Diabetes äußert, kann man nicht so einfach vorhersagen.

Sachen, die "im Mutterleib übertragen" werden sind meines Wissens allerdings nur solche, die der Mutter auch während der Schwangerschaft passieren - z.B. wenn sie Alkohol trinkt und das ungeborene Kind sich dadurch nicht richtig entwickeln kann. Das beeinflusst dann das Kind selbst, aber nicht sein Erbgut.

Kommentar von Pramidenzelle ,

Danke für den Stern!

Antwort
von Seanna, 11

Prinzipiell ja. Genetische Disposition sowieso und dann gibt es noch was wie "soziale Vererbung" - das nennt sich Transgenerationale Weitergabe (siehe auch Michaela Huber).

Kann passieren, muss aber nicht und bezieht sich auch mehr auf Bindungs-/Beziehungsmuster die übertragen werden durch die Mutter-Kind-Beziehung als dass Erinnerungen oder Reaktionsweisen übertragen werden.

Bei Missbrauch ist das eher unwahrscheinlich, weil die Mutter ja im Normalfall nicht in sexuellen Kontakt zum Kind tritt.

Wahrscheinlicher ist dies bei Medikamentenmissbrauch - Mutter nimmt bei jeder Kleinigkeit Tabletten - Kind lernt das. Oder wenn die Mutter eine narzisstische Mutter hatte und mit ihrem Kind genauso umgeht, weil sie dies nie bearbeitet hat. Usw.

Antwort
von precursor, 34

Ja

Nehmen wir mal an, der Arm der Mutter ist in ihrer Kindheit von einem Hund zerbissen worden mit schlimmen Narben.

Dann ist die Wahrscheinlichkeit gegeben, dass die Mutter ihre Kinder nicht mit Hunden spielen lässt.

Dasselbe Prinzip wird wohl für alle anderen Lebensbereiche, unter anderem auch Sexualität, gelten.

Im Mutterleib hat das Baby noch nicht die nötige Intelligenz um die Mutter zu verstehen, aber Kleinkinder kriegen schon mit wie die Mutter auf bestimmte Zustände / Menschen / Ereignisse reagiert.

Für kleine Kinder sind Eltern eben Vorbilder, ob gut oder schlecht.

Antwort
von Suboptimierer, 17

Das kann nicht im Mutterleib übertragen werden. Es gibt kein genetisches Vergewaltigungsopfer-Backup.

Antwort
von SiViHa72, 33

Wenn die Mutter ein gestörtes Verhältnis zu Sexualität vorlebt, kann sich das natürlich auf die Kinder übertragen. Muss nicht, aber kann.


Antwort
von 2015Lala, 30

Wenn die Mutter oder auch der Vater ein komisches/seltsames Gefühl Vorleben. Dann ja. Aber im Mutterleib wird sowas nicht übertragen soweit ich weiß.

Antwort
von Virginia47, 15

Nein.

Ich bin als Kind sexuell missbraucht worden. Aber auf meine Kinder hatte das keinerlei Auswirkungen. Ich habe sie mit viel Liebe und Respekt erzogen. Und sie haben es mir mit viel Liebe und Respekt gedankt.

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